P a l a v i c i n o.
(Kohn, der (heißt es bey Lehmann II. 220—21.)wieder Söhne hak, die er in der Kunst unterrich-tet , und welche der Stadt Mailand , wo sichdiese Familie nun niedergelassen bat, weil ihreTalente im Lande nicht aufgemuntert wurden,eine Reihe von Künstlern verspricht.
* palaviciiio oder paravicin« (Horä-
tius). So heißt bey Fiorillo V. 25 Z. ein Ta-pctenwirker des XVI. Jahrhunderts , der inEngland für den Grafen von Sussex, ThomasRadcüffe (jenen erklärten Feind des Günstlingsder Königin Elisabeth, Leicesters) arbeitete. Auspect's Desiderats curiosa. (II. 52 .) erhellet,daß derselbe keine unwichtige Person war, undsich , neben Andern, , unter den Seeheldenbefand, welche die spanische Armada schlugen -wie sein Bildlich beweist, das man unter denKöpfen dieser Heroen am Rande der Tapete imHause des Lords antrift. p. 127. Nach
Dallaway l. 71. war er auch Architekt, und dererste, der in England eine Baute, ganz im italie-nischen Geschmack (Little-Shelford in der Graf-schaft Essex ) aufgeführt hat, die man noch vor.da- Jahren sah, als solche ,754. niedergerissenwurde.
— — (Jacob) «I Gia»r„olc> genannt, geb.zu Caspen im Veltlin ih/,o. Seine Jugendbrachte er in Italien zu, wo er sich mit Erfolgauf die historische und Bildnißmalerey legte.In den Städten Crema, Verona und der H.Alexander-Kirche zu Mailand findet man guteAltarbläkter von ihm, Er kehrte dann in seinVaterland zurück, und verfertigte daselbst eben-falls mehrere große Altarstücke für die Kirchezu Trahona, Ponte , und die Hauptkirche zuEondrio ; zwey in dieser letzter,, stellen denMartyrertod der HH. Gervasius und Protasiusvor Seine besten aber befinden sich in seine»,Geburtsorte Caspen; und z. V. in dem Perigal-lischcn Hause verschiedene Bildnisse, die den sel-tenen Vorzug haben, daß die Stellungen mit denGesichtern vortrcflich übereinstimmen Die Ma-nier des Carls Maratti ahmte er so glücklich nach,daß ihn einige, doch irrig, für einen Schüler des-selben halten. Seine Zeichnung ist von besondrerLeichtigkeit. Er starb im I. 172g. Lehman«,II. 220-21-
* — — (Joh. Baptist)/ lebte zu Ende des
XVII. Jahrh, in Deutschland, vielleicht zu Frank-furt am Mayn, und arbeitete dort und anderswomittelmäßig genug Titelblätter, Bildnisse dunklerMänner u. s f. für Buchhändler. Ein Ver-
zeichniß meines sei. Vaters fuhrt ein halb Dutzendseiner Bildnisse an; wie z.B. des Arztes Ph. Grün-ling, der Rechtsgelchrten P. Hornig und I. Phi-lipp! u. s. f- Alle ohne Namen des Malers.
— — (Joseph oder Julius)- Wir haltenden letzter«, Taufnamen für den richtigern; desobigen Jacobs Sohn, der sich ebenfalls der Ma-lerey widmete und Vieles versprach, aber wenigeJahre nach seinem Vater starb. Lehman«« II-220 — 2 ,.
pala;;i (Joseph)- So heißt im! - 4 !ma-nscl, sus Kam kür 1810. S. 278. ganz ohne Wei-teres, ein damals dort lebender Baumeister.
palch (Johann). So heißt Basan (lkä. seo.)kecklich einen Kupferstecher, der um ,770. nachMasaccio's Gemälden in einem bald nachher ab-gebrannten Kloster zu Florenz 26. Kopfe gestochenhabe, welche aber offenbar keine andern, als dieschon oben s. v. Masaccio angeführten von einem,uns freylich ebenfalls unbekannten, Thomas parschsind, so daß die eine oder die andre dieser No-tizzen gänzlich fehlerhaft ist.
* palcko (Franz Xaver Carl). Nach Hei-necke I. war sein Vater kein ungeschickter Malerin kleinen Cabinetsstückcn »ach Brcdacl, und hießeigentlich polke; der Sohn aber wollte sich einen
Paliary. 1015
italienischen Namen (?) geben und nannte sichPalcko. l. c. Die Galerie zu Wien besitzt von ihmeine H. Familie (Joseph nimmt das Kind, dessenHändchen er küßt, auf seine Arme; diejenige zuMünchen : St- Stanislaus führt einen Todten vorGericht (Skizze), und: Jgnatius Loyvla im Lehn-stuhl; sein rechter Fuß ruht (Gott sey bey uns!)auf einer We'tkugel; daneben liegt ein — Helmund ein — Schwerdt. Ein Ordensbruder knietdemüthig vor dem Heiligen, und überreicht ihmein Buch- Zu Dresden malte er in der katholischenKirche die Erhebung Nepomucks aus dem Wasser,und dessen Kanonisation; dann ebendaselbst einigePlafonds in Gesellschaft von Torell«. Magaz.der Sachs. Gösch. i V '728. Nach Meche!««starb er 1770. Ueber das Charakteristische derVorzüge und hinwieder Gebrechen seiner Kunsts. oben den Art. Gran. Nach ihm habe«, I.Arnold die Schöpfung Adains und Daniel in derLöwengrube, F. Bartolozzi die Pyrhonissa undden sterbenden Franz Xaver, I. G. Hayd dasBildniß des Grafen Esterhazy, Jungwierth denSt. Eppeditus, und Gott belebt den Adam mitseinem Hauche, I. M. Soekier endlich St. CarlBorromäus vor einem Kreuz auf den Knieen ge-stochen. Von ihn, selbst dann geatzt kennt derWmklersche Katalog: Eine Madonna, die dasschlafende Kind aufdeckt rsehr zart); Christus unddie Samaritanerin, und St. Hieronymus in derWüjie; lauter kleine Blätter.
* palcks (Franz Xaver, od bloß Xaver), desObigen Sohn, der im Lex. unter dem Art. seinesVaters erscheint, nennt sich auf einem - nach Oe-sers Erfindung, malersch g.ätzrem Blatte, wodas Scheidcwasser kräftige Schatten eingeftessenhat (Adam und Eva, welchen Gott von, Baumzu essen verbietet), Mitglied der Kaiser!. Akade-mie. ZZasan (lkd. sec.) verwechselt ihn offenbarmit seinem Vater, wenn er sein Todesjahr in,766. setzt. )l/§c. Ob nach dein Vater oder demSohn, ein mit * * * bezeichneter Ungenannter inGaillard's Ve«lage zu Paris zwey große Blatter:De kröceptenr inutils und l's^rösole Dectursgestochen habe, ist uns unbekannt, da solche bloßmit: /h/cko pinx. signirt sind-
palen (Joseph), ein Dominicaner und Bau-meister von Palermo , wahrscheinlich iin XVIl. Jahr-hundert. Nach ihm hat I. B. Falta ein prächtigesAltar gestochen-
pale na, vielleicht paln«a (Ludwig) einportugiesischer Kupferstecher, ätzte auf 8 Blätterdie Trophäen welche 1622. auf den Einzug KonigLudwig Xlll. zu Avignon errichtet wurden Auchkennt man von ihm ein Hildniß des ebengedach-tcn Monarchen. L/sc-
palenzia (Martin von), ein spanischer Be-nediktiner . Von ihm sieht man prächtige Minia-turen in den Handschriften des Escurials, die erfür Philipp II. verfertigte- und andere ähnlichein dem Kloster Suso, letztre mit ,282. darirt.Fiorillo IV. 91.
— — (Peter Honorius von). So heißtEbendas S. 274. ohne Weiteres, ein andererspanischer Maler dcr gegen End des X V II. Jahrh,zu Sevilla gearbeitet und sich um die dortige Aka-demie sehr verdient gemacht habe.
pales ( ), ein niederländischer Architekt,
baute Brücken und Schleusen zu St. Petersburg und Cronstadt, und st. «761. Meusel's LNisc.XI. 275-
paliard« (Aloys, Ignatz und Johann) Soheißen irgendwo, ohne Wejieres, drey Bäumei-sicr zu Prag um 1802. S. auch den gleich fol-genden Art.
paliary ( ). Und so bey Mensel I. eben-
falls ein Baumeister zu Prag , der aber wahrschein-lich einer der Obigen ist, geb. «722. von dem esdort heißt, er habe im Geschmacke der Antiken die