Band 
Zweyter Theil [2].
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1023
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Pan.

niß des Freyherr» G. A von Varell, Feldmar,schalls des fränkischen Kraises, undJ.Jnst. Preiß-ler die Verzierungen dazu gestochen.

pan ( ). Nach einem, wahrscheinlich an-

dern Maler dieses Namens, der um i/Zn. zuLondon arbeitete, kennt man ein Bildniß der Kin-der des Prinzen von Wales, von I Faber inSchwarzkunst geschabt.

panaeu«. pananus oder panenus.Don ihm sagt plinius (I,. XXXV. 8.):Der-selbe war des großen Phidias Bruder, und theilsdesselben, theils des Colotas Schüler. Er blü-hete in der 88. Olympiade, zu welcher Zeit auchdie Malerey schon solchen Fortgang gewonnenhatte, daß unser Künstler in seinem Bilde vonder Schlacht bey Marathon die Heerführer be-reits kenntlich darstellen konnte. In dem Tempeldes Jupiters zu Olympia dann malte er den At-las mit der Weltkugel, der von Herkules unter-stützt wird. Hiernächst heißt es bey N)areler undi'Evesquevon diesem Künstler:Derselbe verbandsich bey seinen Arbeiten mit dem unsterblichen Bild-ner in dem Tempel des Jupiter Olympius. Hiermalte er den Atlas der Himmel und Erde tragt,und den Herkules wie er ihm die Lost abnimmt.Griechenland und Salamin stellte er personifizirtdar. Ferner kannte man von ihm den Kampf desHerkules mit dem Löwen; die von Ajax belei-digte Kassandra ; Hippodamia mit ihrer Mutter;den gefesselten Prometheus, und wieder Herkulbereit ihn zu befrcyen; Pcnthesilea, die ihren letztenSeufzer in Achills Armen aushaucht; die Hesperi-den welche die Früchte bewachen. In Athen dieschon im Lcx angeführte Schlacht bey Marathon.''

Von einem alten Edelsteinschneider die-ses Namens besaß der Graf von etaylus auf einemSardonix einen Mann, der eine schöne Frau beymAustritt aus dem Bad überrascht, /(er. ä'Änt/y. l V.?. §r. z.

panci (P. P.). So heißt ein uns sonst unbekannter Künstler, nach dessen Zeichnung Fr.Pozzi Raphacls Verklarung gestochen hat.

pancorbo ( ), ein spanischer Künstler

des XVII. Jahrh geb zu Jaen , Schüler vonValois, von welchem viele Malereyen in den Kir-chen dortiger Stadt gewiesen werden. Gleich sei-nem Meister gelangte er indessen zu keinem großenRuf, so wie überhaupt die Künste in ihrem Va-terland verfielen, weil ein manierirter Geschmackdort immer mehr übcrhand nahm Fiorillo IV. 2g2.

* pancotto (Peter). Wohl in einem derje-nigen seiner Frescogemalde in El. Colombano zuBologna , von welchem das Lex spricht, stellteer seinen Pfarrherrn carcicaturirt unter dem Bildeines Evangelisten vor, was denn große Aergernißüber ihn erweckte, so sehr man sonst seine Kunstnicht gering schätzen konnte. LanLr II. 2. 147.

* panderen (Egbert van), geb. zu Harlem (wenigstens nannte sich selbst auf vielen seinerArbeiten blsrlemensss); aber nicht wie es beyBasarr (. ssc.) heißt, um 1619. auch nicht,wie bey Rost um 1606. sondern weit früher.Seine Blätter sind übrigens in einem wenig har-monischen Styl gestochen: Nach L. Cangiast, Ce-sari, Galle , H Golzius, Jansen, P. de Jode,I. Momper, Rubens, Gpranger, Tempesta, O.van Been, Th- Derhaecht, L. Vinson. Rost VI.111. führt einige, ein Verzeichniß meines sel.Vaters aber weit mehrere seiner Werke an. Soz B. nach Cangiasi eine Abnehmung vom Kreuze;nach Cesari David mit der Harfe; nach GolziusGott , den Engel, den Menschen und den Teufel,oder die Geschichte des Kranken und des Arztes( 4 - Bl.), was hingegen der winklersche Katalog(ganz anders) als ein nach ihm gestochenes Blatt,und nämlich so rubrizirt: Eine Folge von 4. Bl.mit griechischen Ueberschriftcn und lateinischen,deutschen und holländischen Versen, welche die

Panicale. 102z

Geschichte des Arztes und des Kranken darstellen,und mit: SZü. ae in. )«3. (iriile (?)

so. liobb. de ksnd exo. 160g. Nach Rubens :Maria km'eend auf der Wolke, ihren Busen vorJesu aufdeckend, den sie um das Heil desMenschengeschlechtes bittet; nach Spranger Pal-las, Juno und Venus; nach Tempesta das Bilddes Prinzen Moritz von Oranien zu Pferde u. s. f.Seine Anbetung der Hirten nach O. Vaenius be-schreibt Füßli IV. 808i.

* pandolfi (Joh. Jacob) von Pesaro ,Schüler von Fr. Zuccari, blühete um itzZo. Der-selbe war in seinem Vaterort durch mehrere Bil-der bekannt, welche denen seines Lehrmeistersnicht weichen dürfen; so z. B durch seinen St.Georg und Carl im dortigen Dom, und durchseine Frescoarbeit, womit er das oasige Orato-rium bel Nome di Dio mit alt- und neutesta-mentlichen Geschichten zierte. Bey Alter undKrankheit (er war vom Chiragra geplagt- verlorer indessen allmahlig seinen Ruf, und blieb ihmendlich der einzige übrig, Lehrer von Simon Can-tarini gewesen zu seyn.

* So nannte man auch den pandolfoReschi, wenn man von dieses letztem Schlachten-bildern sprechen wollte

* pariert» (Dominicus^. Bey diesem Na-men verweist das Lcx. auf Dominicus Laneri,und nennt ihn, nach vasari (der ihn vollendsLanero taufc): Einen Maler, der um r 5 oo. mitgroßem Ruhm zu Ferrara blühete, obgleich seineManier noch ziemlich auf den alten G eschmackzielte, und iht«. gestorben sey Lanrr dann(II. 2. 227.) heißt ihn nun eben, nach Barust'aldi(der denn doch ex prokes^o die Kunstgeschichtevon Ferrara schrieb) wohl richtiger unter unsermNamen, setzt seine Geburt bestimmt in i 4 vo. undseinen Tod um i 53 o. an, und säurt dann weiterfort:In welcher Schule er ursprünglich gezo-gen worden ist ungewiß; gewisser hingegen,daß er Anfangs sehr dürftige Arbeit lieferte.Als dann aber Garosalo mit dem neuen Still,den er bey Raphael gelernt hacke, von Rom zu-rückkam, wurde derselbe, einst unsers pariern'«Schüler, jetzt wieder sein Meister, und brachteihn noch so weit, daß er in seine» spätern Wec-ken mit den beßren Quakrocentisten wetteiferndurfte. So z B in seinem St. Andreas beyden Augustinern zu Ferrara , wo man nicht nurseine Genauheit, sondern, was damals noch soselten war, etwas Großes und Majestätisches inseinem Styl wahrnimmt. Daß sich von ihm,wie Lanzr meint, ein Bild in Dresden findensoll, dürfte ein voller Irrthum seyn.

panflll (Peter Gentilis). So heißt beyGandelliNl, ohne Weiteres , ein Kupferstecher,von dem man Leichenbegängnisse, Gerüste, Grab-mäler u. s. f. kenne.

* panicale (Maximus da), genannt Marsolino. Nach Baldinucci starb er r^rh. 37. 4 .alt. Lanzi I. 5 i. bemerkt sehr gut, wie seineanfänglichen plastischen Studien ihm ungemeinbehülflich gewesen, um zugleich ein guter Malerzu werden, und sich einen Styl zu erwerben, derfreylich noch nicht ganz ausgebildet und ,-on allerTrockenheit frey war, aber immer so viel Große,Harmonie und Schmelz hatte, daß er hierin alleseine Vorgänger übertraf. Diesen Preist vermin-dert in etwas .fiorillo I. 276. wo es von unsermKünstler heißt: Bey alle seinem Verdienste seynicht zu laugnen, daß seine Manier viel Plumpesan sich habe, seine Figuren meistens kurz seyen,uud auf eine unbehülfliche Art in den Kleidernstecken. Noch ist die Et. Peterskapelle all' Car-minc zu Florenz ei» Denkmal seiner Kunst, wo erdie Evangelisten und mehrercs aus der Geschichtedes erwähnten Apostels malte, was nachwertsvon seinem berühmten Schüler Masaccio fortge-führt wurde. Zwey Blätter nach der erwähntenArbeit von ihm s. in: Ltruriapittricelsb. 17. u. 18.