Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1027
JPEG-Download
 

P a p i l l o n.

Nettigkeit und Kühnheit hat, so daß seine Blät-ter sehr reinlich ausgeführt wurden, so bald sievon Andern gut aufs Holz gezeichnet waren. Eini-ges von seiner Arbeit siebt man in dem Kaiser!.Kupferstich-Cabinet zu Paris , unter der Rubrik:Itec-neil «ies BrxüKo»; N. 1. p. 3in. Er hatteden Einfall, Todtenscheine zu verfertigen, welcheniemand gefallen wollten. Dieses geringfügig schei-nende Unternehmen (wer sollte es glauben?) brachteseine Oekonomie in Unordnung. Alle seine Arbei-ten sind mit 4 - ?. bezeichnet.

* Papillon (Johann), der Sohn, welcherim Lex. unter dem Art. seines Vaters erscheint.Wir geben hier eine diesen Künstler betreffende,uns nicht ganz verständliche Stelle bey de Fon-eenai lieber im Original, als daß wir solchedurch Uedersetzung noch unverständlicher machenwollten. 1 l a ete le Premier Graveur en boisgui sit kait les tailles au bouc 6s la pointe,8sns etrs 6e88mee8 a la plume, et cjui, pourcela en azcant ä faire 6'hori2ontale8 et 6e per-psulliculaireg, a m>8 en U8a^e le tru8^uin (Stan-genzirkel?), pour kormer 6e 6i8tance en 6i8tanee6e8traee8, gui pu88ent ^ui6er a leg faire 6roi-tö8 et egale5. L'e8t 6s lui gue cette in^enieu8emetboäs a pa88e aux autre8 Araveur8 en böig.Von ihm kennt man eine Menge Anfangs- undGchlußvignekten für die Buchhändler der dama-ligen Zeit.Man wirst ihm" (heißt es beyMaIs>e)vor, daß er solche zu sehr mit Zierathen überhäufthabe; allein sie sind so gut gezeichnet und dabey soartig, und so nett geschnitten, daß man überihre schöne Ausführung einen Fehler leicht ver-gißt, der ein allgemeines Gebrechen der dama-ligen Zeit war." Selbst mehrere schöne Bildnissehat mau von seiner Hand, wie z. B. diejenigen derPapste Paul lll. Julius I !l Pius lV. und dassehr kenntliche, König Jacob lll. von England,woran besonders die geschickt angebrachten Kreuz-und Zwischenschnitte zu bemerken sind. Was ihmdann vollends die meiste Ehre machte, war seineCopie eines Meßbuches in 36 . Bl. nach le Clerc(itigh.), worin freylich (heißt es irgendwo) dasHelldunkel besser seyn könnte. Hinwieder hat(nach dem Varcr oder Sohn) Beaumom ein-Dignette: kour Iss 6rau68 lVIaitre8 6e la lVlar-8on 6e8 Uois 6e hrance, und ein Blatt: heRoi 6c>nne le baton 6e lblareehal 6e hrance,für irgend ein historisches Werk gestochen. Jo-hann bezeichnete seine Blätter bald mit 4 - I'. f.bald mit einem zusammengezogenen 4- u. st. Ma/pe.

1 ( 6 . 8 ec g/ 5 c.

* (Joh. Baptist), Johanns des jün-ger» älterer Sohn, geb. zu Paris 1698. und gest.1776. der im Lex. unter dem Art. seines Groß-vaters erscheint, dort aber irrig mit dem Namenseines jüngern Bruders, Joh Baptist Michelbelegt wird. Sein Tratte hlstorlczue er prallgue6 e la läravurs en bois erschien gr. 8^. zu ParistM. in zwey Bänden, cheinecke sagt in seinerlüee Generale p. rho. von diesem Werke woblnicht ohne Grund, daß sein Verfasser die Marol-les und Florenrin le Lomre in Absicht seiner Ur-theile über die alten Holzschnitte an groben Fehlernnoch weit übertroffen habe. Indessen ist eben sowenig zu läugnen, daß von ihm sowohl über dieTheorie und Pratik seiner Kunst, als über dieGeschichte derselben Manches zu lernen ist. Einesehr lesenswerthe Critik über dieses Werk, zumaleben über den geschichtlichen Theil desselben. s.Heinecken's zI. bJachr. 99133. Daß er selbstein vortreflicher Holzschneider gewesen, erhellt übri-gens nicht, wie Rost k. Vorrede XXXVI. unsunbegreiflich urtheilt, aus den in seinem Praitevorkommenden Verzierungen, und zumal am aller-wenigsten aus dem jämmerlichen Bildniß an derSpitze desselben, welches N. Earons saubere Ar-beit ist, wohl aber, wie schon das Lex. bemerkt,

Parasole. 1027

z.B. aus seinen (wahrscheinlich nach fremder Zeich-nung gefertigten) Finalstöcken zu der Prachtausgabeder la Fontainschen Fabeln u. s. f. Er selbst sollschlecht gezeichnet haben. Dieses will hingegenMalpe nicht zugeben, und rühmt nicht nur seinenGeschmack, sondern namentlich auch seine guteZeichnung, so daß er in alleweg seinen Vater inder Kunst übertreffen habe Dagegen findet aucher in dem historischen Theil seines Werkes Manchesfalsch, und namentlich höchst lächerlich das Alter,welches er der Holzschneidekunst beymißt. Alle seinevor dem I. 1722. (d. h. bey seines Vaters Leben)erschienenen Blätter soll er mit desselben Chiffer be-zeichnet habe», daher sie schwer von einander zuunterscheiden seyen. Eine vollständige Sammlungseiner Blätter, welche Heinecke von ihm selbsterhalten, findet sich im Dresdner-Cabinet.

Papillon (Joh. Bapt. Michel) , welchereigentlich im Lex nicht erscheint is. den Anfangdes vorhergehenden Art.), jüngerer Sohn Johanndes jüngern, aus dessen zweyter Ehe, geb. zuParis 1^20. und gest. 1746. Schüler seines Bru-ders, hatte etwas leisten können, wenn er Arbeitund Mühe nicht gescheuet hätte. Inzwischen kenntman von ihm mehrere Blatter zu Rayomonr'sBibel, die sich in der oft angezogenen Kaiser!.Französ. Sammlung (II. p. 62 §7.- befinden,und mit 4 . L. U. st. bezeichnet sind.

* (Joh Niclaus) , Johanns desaltern jüngerer Sohn, der im Lex. unter dessel-ben Namen erscheint, geb. zu St. Quentin i 663 .und gest. zu Paris 1714. Derselbe hatte minder Ta-lente als sein älterer Bruder und auch mindereNeigung für seine Kunst, so daß sich wenige Ar-beit von ihm findet, die aber nicht ohne Verdienstist. Einiges siebt man in der oben im Art. seinesVaters angeführten Kaiser!. Französ. Sammlungder Werke der Papillons il. p, irr 3 -), wel-ches zeigt, daß er's besser'hatte machen können,wenn er nur gewollt hatte. Seine Blatter sindmit den verschlungenen Anfangsbuchstaben seinesNamens ch X. st. bezeichnet. Ma/pe.

* (Maria Avne), geb. RomMon,welche ebenfalls im Lex. unter dem Art. vor. Jo-hann dem altern erscheint, warJohann Baptist'«(nicht Joh. Bapt Michels) Gattin in zweyter Ehe.Don ihr findet sich in oft angezogener Samm-lung (!I. p. ssi. u 78.) ein Stammbaum und eineVignette. Ma/pe. *)

* Papini (Joseph). Derselbe arbeitete auchfür das Werk: Arrioül gloriose 6 e^li Oominlillu 5 trl hiorentini etc. Dann, nach I. D. Eam-piglia's Zeichnung für das Mus. Capitolinum,dessen erster Theil 1741. Fol zu Rom erschien,und endlich die Vignetten zu Ios. Ign. Rossi'schibreria lVlestieeo-staurentiana. stol. stiren? 70g.

Papst (Julius). So heißt bey Haymannein kursächsrscber Obristlieutenant der Poiitonniers,der seiner Zeit geholfen habe, den bekannten Bu-centaur zu bauen, und 1757. 63 . I. alt gestorben sey.

* Pappe, s. Pape.

Papperrs ). So heißt im jetztleben-den Bönrgl. Dresden ein dortiger Bildhauer1728.

paran t od. parent ( ). Ein solcher wird

jm Almanach 6e8 6eaux-Art8 von l 8 o 3 . ohne Wei-teres , unter den damals zu Paris lebenden Mi-niaturmalern genannt. Arbeiten von ihm sah manschon auf der Kunstausstellung des I. 1802.

parar ( ). So heißt irgendwo, ganz ohne

Weiteres, ein niederländischer Conversationsmaler.

* parasole (Hieronima), welche im Lex.unter dem Art. der IsabeUa dieses Geschlechts

«) Diesem wacker» (leider zn frühe verstorbenen) Schriftsteller haben wir fast alle unsre Berichtigungen des Art.Papillon zu verdanken.

Pppppp 2