ro4? Paulr.
große Kenntniß im Wasserbau Gelegenheit gab.Mit dieser Arbeit beschäftigte er sich über zweyJahre, und stellte die mittleren Hauptbogen, vonlauter Quadersteinen, durch große, von Grundbis oben hinaus zu gleicher Höhe und Dicke auf-steigende, massive Pfeiler in einen so festen Stand,daß man an wenig andern Brücken eine schönereund dauerhaftere Bauart bemerken wird. In demehemaligen Uffenbachischen Cabinet sah man auchdas geschickte hölzerne Modell, worauf ein Mannstehen konnte, einer gesprengten Brücke, welchedieser Künstler über die drey eingestürzten Bogender erster» ins Große von Holz erbaute, um diestarke Passage nicht zu hindern, wahrend er dar-unter arbeiten ließ. Von Frankfurt ging er nachZweybrücken, wo ihn der Herzog in Dienste nahm,in welchen er auch um 1766. verstorben ist. M bri-se I M-sc. XIII. Z7.
paulr ( ), ein in 1809. noch lebender Me-
chaniker zu Bern , aus dem Schweizer-Canton die-ses Namens gebürtig. In 1804 befand er sichzu Paris und arbeitete an einem jeder Direktiongehorchenden Luftschiff oder Fliegmaschine, u. a.Kunststücken. Auf dem Salon desselben zn Bern sah man von ihm — was mehr werth war — einkünstliches Brückenmodell. Meusel Arcy. I.2. 6. u. f.
* paulis (Johann Anton de). Nach ihmhat F. Villamena eine Madonna von der gutenHülfe gestochen.
paulr no oder paulinus (Christoph), einitalienischer Kupferstecher, der zu Anfang desXVII. Jahrh, blühete, und, neben Anderm, einWerk: Ü/Ieäitatione8 piss etc. ^uct. /erü. Dou-xiorno, 8iculo (4". Vene?. 608. ap. Ram-pssettnm) mit mehrern Heiligen-Bildern zierte,deren einige mit /kr-ü'-ro die mehrern aber
mit einem verschlungenen k. < 7 . bezeichnet sind.
* Paulo (Peter), s. Peter Paul venezrano.
paulsen (A ), ein Maler zu Leipzig zu An-fang des XVIll. Jahrhunderts, nach welchemRoßbach und Bernigeroch Bildnisse, letztrer z. B.diejenigen von I. E. Kregel von Stcrnbach, G-L- Baudiß und C. W. Gärtner ( 2 . X. N°. 6Z-),gestochen hat.
— — oder poulsen (Eric), ersteres istsein richtiger Name, ein wenig bekannter dänischerGeschichts - und Landschaftsmaler, Professor zuKopenhagen . Im Meuselschen MuseumII. 49 - (1788.) werden von ihm Ansichten aus demLandgute des H. Agenten de Conink angezogen,und Ebendas. XIII. S. ioi. erscheint schon seinNekrolog, wie folgt: „Am 20. Febr. 1790. starbzu Kopenhagen der Professor paulsen u. s. f. ineinem Alter von 4 ». I. Dannemark verliert über-aus viel an diesem vortreflichen Künstler, der schonso viel geleistet hatte, und nun im Begriffe war,die herrlichen Prospekte, die er auf seiner Reisenach Norwegen gezeichnet hatte, nach einer neuen,von ihm mit vieler Mühe erlernten Manier, infarbigten Kupferdrucken herauszugeben. Ein schonherausgekommenes Blatt, hat davon die größtenErwartungen erregt."
— — (Nielaus). Don einem uns sonst ebenso wenig bekannten Maler sieht man in der Kais.Galerie zu St. Petersburg (N°. Z02.) einen Grei-sen, der einen Todtenkopf betrachtet.
* paulyn (Horatius). Nach Fiorillo V.38 o. arbeitete derselbe auch in England. Man weißnicht, wo und wann er eigentlich geboren, nochwo und wann er gestorben ist. Unter seinen Mitpil-gern ins Gelobte Land befand sich, neben Andern,eine Pfisterin, die, um die Reisekosten zu bestrei-ken, das Silberzeug aus derHaushaltung mauste.Don seiner Kunst heißt es bey Descamps III.1H2. „Er soll gut gezeichnet und colorirt, undmit einem zarten und markigten Pinsel gemalt ha-
Pauson.
ben, der nur zu sehr geeignet war, seine Bilderverführerisch zumachen". Da solche an Ausgelassen-heit selbst den frechen Aretin übertrafen, sollen sieauch unmäßig bezahlt worden seyn Wer weißuns mehr, von diesem, wahrlich nicht unmerkwür-digen — Schandkerl zu erzählen?
paumier( ), Baumeister zu Paris , s.Duiror in den gegenwärtigen Zusätzen.
* pauneel, s. panneel.
* pavsna (Anton), des Lep. ist mit demgleich folgenden
* — — (Franz) Einer und derselbe, geb.zu Udine , und gest. zu Venedig , 88. I. alt 177z.Lanzi H. 2. 17z. nennt ihn kurz: Einen gutenOel - und nach bessern Pastelmaler.
pauquer (Johann Ludwig Carl), Kupfer-stecher, geb. zu Paris 17^9. Schüler von Gaucher.Ihn nennt Basan (Rü. sec. 1789 ) einen jungenKünstler, der damals mit Erfolg Vignetten nachMorea», Barbier und Marillier gestochen habe.Ohne Zweifel derselbe, der noch im I. 1802 u. 3 .für das Musee Napoleon (Heft II. V. u. X) ar-beitete; nämlich: Okasse au Heran von Teniers,nach Cotteaus Zeichnung, gemeinschaftlich mitPillement geetzt; 8t. Paul Auerisssnt les mala-«les von le Sueur, nach Molinchon's Zeichnung,von ihm geetzt und von Massard dem Vater vol-lendet; und ein Bacchanale von Poussln, nachGalliers Zeichnung, wieder von ihm geetzt, undvon Dupreel mit dem Grabstichel ausgeführt; da-her er ohne Zweifel im Hlmsnack «leg keaux-^rts von 180Z. ausdrücklich unter der Rubrick derdamals in Paris lebenden Kupfer-Etzern erscheint.Ebenfalls in 1802. dann gab er die sehr genaueNachbildung eines alten Blatts, wie es hieß vonFiniguerra. welches sich in Zani's Material! perservire alla 8toria üelt'ori^ine e proßreasi<lell' Inciaioue in starne etc. 8. Parma 802.findet; und endlich in ganz neueren Tagen arbeitete eran den Verzierungen von fünf niedlichen Bündchen,welche 1808. unter dem Titel: Vo^a^es en branceetc. <le Racine, la kontaine etc. zu Paris erschie-nen waren.
pause ( ). So heißt irgendwo, ohne Wei-
teres, ein Baumeister, der um 1770. zu Dresden gearbeitet habe.
* pyusias. Dieser Künstler war eigentlichein Enkausticker. Nach plmius wollte er zweyfrüherhin von Polygnot bemalte Mauern mit demPinsel ausbessern, was ihm aber nicht gelang,und woraus Scheffer den Schluß zieht, die En-kaustick der Alten sey nicht mit dem Pinsel, sondern,wie die Mosaick, durch Stifte von Wachs u. s. f.geübt worden. Er war der erste, der Plafondsmalte; dann aber eben so gut, und lieber im Klei-nen, Kinder besonders, was ihm seine Neiderdahin deuteten, daß er nur langsam zu arbeitenwisse. Diese zu beschämen, machte er sich an einBild, das er in einem einzigen Tag vollendete;indessen war es abermals — ein Kind. In sei-ner Jugend liebte er Glyceren, welche Blumen-kränze (künstliche?) erfand, wetteiferte mit ihr indieser Kunst, und trieb solche aufs Höchste, so daßer Blumen von der größten Verschiedenheit zu ver-binden wußte. So malle er sie in einem seinerberühmtesten Werke. Für eine bloße Nachbildungdesselben (doch vielleicht von dem Künstler selbst)zahlte Lucull, wie schon das Lezr. bemerkt, zweyTalente (io,8vo. Livr.). /Ratetet.
* pausser. Wenn wir dem Aristoteles glau-ben dürfen, so war derselbe Maler in flammandi-schem Geschmack, d. h. er stellte seine Personennoch schlechter vor als sie wirklich sind. Die al-berne Erzählung von Aelian , welche auch dasLex. anführt, glaube wer will und kann. IhreWahrheit würde voraussetzen, daß die Alten nochkeine gehaltene Schatten (omdres xortces) kann?