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rcil, und zwischen Lust und Boden keinen Unter-schied Milchten. Mrke/ck.
* paurre (Anton le), nach Einigen nicht
Vetter, wie es im Lex. heißt, sondern Bruderdes nachfolgenden Johanns, geb. zu Paris , undeiner der beßten französischen Baumeister desXVIl. Jahrh Nach seinen Zeichnungeu wurde»erbaut! Die Kirche von Port-Royal, die Hotelsde Gevre, Chamillard, Beauvais , das Lusthausdes Herzogs von Gevres zu St. Ouen , zweyFlügel des Schlosses zu St. Cloud und der obereTheil dortiger Cascade. Ein besonderes Talentbesaß er für Verzierungen, die durch ihre, frey-lich etwas schwere, aber dafür majestätische Größealle» denen behagen, die hingegen an so vielenkleinlichten ColifichetS der Neuern Mißfallen tra-gen. Gewöhnlich aber wußte er auch Eleganzmit Solidität zu vereinen. Die Gebäude in seinenOeuvre cl'^roliitecture (die zuerst 1652. erschie-nen waren, und welchen Daviler nachwcrks achtAbhandlungen zur Erklärung der Kupferstiche bey-fügte) enthalten Zeichnungen von vortreflichem Ge-schmacke und einer eben so männlichen als sinn-reichen Composition. Alle oben genannten Bau-ten werden von d'Argensville naher beschrieben,gewürdigt, und bemerkt, daß sein Plan des Ho-tels de Beauvais (Straße St. Antoine), welchesfür eine Dame gebaut wurde, die das ganze Zu-trauen der Könlgin Mutter besaß, ihm die Stelleeines ersten Architekls des Königes erworben, sowie hingegen bald nachher seine Zeichnung desSchlosses Clugni für die Frau von Montespan mißfiel, und eine andere von seinem Freunde Man«fard cden er, um der Favoritin zu schmeicheln,selbst vorgeschlagen hatte) der seinigen vorgezogenwurde — worüber er sich dann bald zu Tode grämte.Mitglied der Akademie wurde er (1671.) sofort beyihrer Errichtung. Zu Lyon sieht man von ihmdas Portal der dortigen Jacobinerkirche von corinrthischer und ionischer Ordnung (iö/ 4 -)- Die Ge-schichte vergißt nicht von Auren, dem Menschenzu bemerke», daß er ein großer Esser war, dersein welsches Huhn zum Frühstück verschlingenkonnte, und es noch ein — hohles Fleisch We lavinncls creuse) nannte. II.
3 g 6 —joo. aus Familiennachrichten. MiliZia(k-l. ter^. 276.) glaubt, daß er auch die Pont-neuf erbauet habe. In seinem vorgemeldtenLours ci'^rckitecture findet man von ihm selbstgeätzte Blätter, nach der Zeichnung von M. An-gela. »Jach ihm dann hat E. Gantrel ein t>ivreäe kortruiture svee son ?ortrsit gestochen.
* — — (Johann le), lernte bey Adam Phi-lippen. d'Argensville II. 400. in der Biogra-phie seines Bruders Unron, nennt ihn einen gros-sen Zeichner und schönes Genie, dessen Werke diegeschicktesten Künstler Frankreichs gebildet habe.Zwar sey die Composition von beyden zu sehr mitSculpturen überladen, und die Glieder ihrer Ar-chitektur gar zu zahlreich; dieser Fehler aber rührenur von der außerordentlichen Fruchtbarkeit ihresGenie her. Es ist fast unglaublich, was diesergeschickte Man» gearbeitet hat. Z. B. von gan-zen Werken: kocueil cles princlpanx ouvriiALS«l'Arclntectnre ero. (8on. Bl); dann die Stichezu Dcsgodets vortreflichen: Lllisices sntigues
Korne; ebenfalls ein Ickvre äe l>ortraitursnach F. Pcrriers Erfindung und F. BourliersZeichnung Dann, gemeinschaftlich mit Andern,an den: Vues, Plans, coupes er elevations rlueksceau <ls Versailles , avec les statues, ter-mes et vases, gni rlecorent les jaräins 83. Bl.1672.80. — Oivertissemens äe Versailles , rlon-nes par le k«x a sa Lour, au retour cle laeonguete «le la k'rauchecomte en 6/4« kul.676. 6. pl. — Ltatues <iu kor (darunter 6. vonihm) — 'jsermes, Kustos ete. rlu kor (darunter6. Tennen und 6. Vasen von ihm). Von einzelnenBlättern sind, etliche nach Beausire, Berain,P. Farinati, Gisse», Luparadels, Pennier, N.Ponßin (Gefangennehmung von Paul und Silas)
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ausgenommen, alle übrigen nach seiner eigenenErfindung, geistreich geätzt und von größter Man-nigfaltigkeit : Bald Bildnisse, von Ludwig demGroßen an, bis auf den kleinen guten Mann(einen ganz Paris bekannten alten Bettler); dannaus der Geschichte Mosts (10. Dl); mythologischeVorstellungen >22. Bl.); Gegenstände aus der altenGeschichte (6. Bl.); die Visionen von Qucvedo(6. B>-); die Salbung Ludwig XlV. zu Rheims<Z. große sehr seltene Blätter für das bekannteWerk: Labrriet 6u kor r6H)z Seehasen (6. Bl.IFontainen; Frisen; Vasen. Hinwieder haben nachihm gestochen: I. Bouquet das Grabmal des Bi-schofs von Anüens, F- Favre's; Edelink ein Titel-blatt für eine Dioptrigue oculaire; Küssel ; N.Langlois St- Paul und de» weinenden Petrus ;I. Marot das Hotel des H von Boisfranc; Pen,nier das Campement von Coudon; B. Picart dieVignetten zu dein Prachtwerk des Hotels d'Jn-valides; I- von Sandrart Grotten und Brunnen;A. Lrouvain Christus am Oelberge; G- A Wolf-gang ovidische Fabeln (rg. Bl.;; einiges von Obi-gem wohl bloße Copien nach seinen eigenen Etzar-beiten u. s. f u. f. Eine gute Charakteristik vonihm s. auch bey Gandellim. »In seinen Blät-tern" (heißt es nämlich dort) „herrschte eine starkeund reiche Einbildungskraft, eine Compositionvoll Feuer und große Leichtigkeit; aber dafür eineziemlich mittelmäßige, wenig genaue, eilfertige,fast pfuscherhafte Nadel." Und Basan bemerk::Er sey (wohl eben aus angeführtem Grunde) we-nig geschickt gewesen, nach Andern zu arbeiten,was er auch wirklich selten gethan. S. die lesens-werchen Art. über Johann bey den beyden ge-nannten Schriftstellern.
* s)au rre (Peter le),AnronsSohn. Sein Va-ter gab ihm eine seinem Stande angemessene Erzie-hung. Dem Berufdicses letztem,worin derselbe so vielUnangenehmes erfahren mußte, zog er, vielleichtdeswegen, 0>e Sculpcur vor. Sein erster Lehrerwar ein jetzt vergessener Meister, Magnicr. Alleindas Studium der Natur und großer Muster ver-vollkommneten ihn. Gemeinschaftlich mit seinemOheim (nicht Neffen, wie eS bey d'ArgeusviUe,und nicht Bruder, wie es bey GandeUm, heißt)übte er sich anfänglich im Zeichnen und Etzen.Hierauf ging er als Königl. Pcnsionnair nachRom , wo er vierzehn Jahre blieb; und dort wares allerdings, wo er sein schönstes Werk, Aeneas ,Anchises und ASkaniuS , wie behauptet wird, nachder Zeichnung von le Brun verfertigte mber nicht1716. wie wieder gemeldter Schriftsteller unrichtigsagt). Wohl vollendete er Ungefähr um letzt er-wähnte Zeit jenes andere von dem 1710. vcrstor,denen Teodon angefangene Grupp von Arria undPoetuS . Seine übrigen bekannten Arbeiten sind:Die Grat,'icn der Demuth und der Unschuld in NötreDame, die Sculpturen am Altare der Marien-töchter in der Straße St. Antoine, und dreyMadonnen, a la Charite, zu St. Stverin undzu St. Merry Die schönen Schuitzwcrke in Hol;bey St- Eustachins dann machen ihm nicht niin,der Ehre, als dem Baumeister der dazu die Zeich-nungen gab. Zu Marly sieht man von ihm eineAttalante, die er nach einer zu Versailles stehen,den Antike copirte, und einen jungen sehr geschatz,ten Flötenspieler, den er schon in seinem Neun-zehnten verfertigte; a la Muckte endlich die ineine Sonnenblume verwandelte Elytia, und eineFrau, welche Blumen begießt, die ihr Amor reicht.Daß sich unter seinen angeführten Werken aucheinige von mittler»» Werth befinden, ist nicht zuläugnen; allein derjenige seiner beyden zuerstgenannten Gruppen kann jenen leicht Verzeihungerwerben. Mit einer Menge anderer geschickterKünstler hatte er es gemein , nach einem großenRuf zu streben, und dann bisweilen zu vergessen,daß es leichter ist, solche» zu erwerbe» als ihn zuerhalten. Uebrigcns ebenso einfach in seinen Sit-ten als rein in seinem Styl, trachtete er einesolche Sinnesart auch seinen Schülern einzupflan-zen. Seiner Akademie von St. Lnkas war er
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