Band 
Zweyter Theil [2].
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io44 Paulre.

immer sehr zugethan; in die Königliche mochteer nicht gelangen , oder vielmehr buhlte er nichteinmal nach dieser Ehre, weil er seinen Meißelnur selten von le Brun leiten ließ, und daher auchwenig zu Arbeiten sür den Hof gebraucht wurde.dArqensville II. 264-67. nach (sehr dürftigenund sich zum Theil widersprechenden) Familien-Nachrichten. Ungefähr dieselben Notizzen undUrtheile über unsern Künstler finden sich auch beywareier. Dieser indessen glaubt, nicht aus Be-scheidenheit habe er sich nie um eine Stelle beyder Königl. Akademie beworben, sondern deswegen,weil er (wie er seinen Freunden selbst gestandenhabe), lieber in einer Gesellschaft bleiben wollte,wo er keine Nebenbuhler fand. Seiner Gruppevon Aeneas und Anchises laßt auch dieser Kunst-richter alles Recht wiederfahren, und zählt solchezu dem Beßten, was die französische Bildhauer-kunst hervorgebracht habe; obschon nicht zu ver-neinen sey, daß ein Grieche an dem Kopf einesSohns der Venus mehr Schönheit und in seinerganzen Figur mehr Muth und Adel würde ver-langt haben. Noch nennt Lvareler eine St.Marcellina von ihm, ein schätzbares Werk. Nachihm haben L. Lerambert und P. Buister Faunen,Satyren, Nymphen u. a. gestochen.

* paurre (Peter le), Johanns Sohn, Bau-meister und Kupferätzer, dessen das Lex. kurz unterdem Art. seines Vaters Erwähnung thut. RostVll. 17g. macht aus ihm und dem nachfolgendenperer, dem Bildhauer, irrig Eine Person, undgiebt noch überdies das Todesjahr dieses letzter»(1744.) für sein Gebunsjahr an. Gestochen hat-er unstige zuverläßig: Coyzevox Statüe Lud­ wig XIV. ein großes, schönes und seltenes BlattZi"hoch und 22" breit; vielleicht auch einige Bild-nisse parisischer Stadtbeamken nach I Deausire,und: Lonquontes cie T>ouis XIV (dieß gemein-schaftlich mit le Clerc, Chatillon nnd Marot);des Königes Einzug zu Paris 1660. nach N. Co-chin; dann in das sogenannte Lublnet <les Ueuux-^rts von perraulr (1690.) mir Andern u. s. f. *)

pau ward (Anton), gebürtig von Dpern in-Flandern , verfertigte, nach Jnnschriften vonr 65 g72. das künstliche eichene Tafelwerk an denWanden, Männer- und Weiberständen der Kirchezur L. Frauen oder Marktkirche zu Halle im Saal-kreise. G. Dleari Halygraphia (Leipzig 1667. 4°) S. 275.

pawkof( ), russischer Bildhauer, studirtein der Akademie zu St. Petersburg und lernte beyDunker; dann befand er sich etliche Jahre zuParis . Er blühete um 1770. Meusel's Misc.XI. 276.

paxron (Johann), ein englischer Maler, des-sen geschichtliche Darstellungen nicht verwerflichseyn sollen, ging nach Ostindien, und starb zuBombay 1780. ^lorrllo V. 60g.

* Pay oder pey (Johann von). Männlichsetzt, offenbar durch Druckfehler, seine Geburt in1629. (statt 1689). Die Galerie zu München besitzt von ihm das Dildniß eines Mannes inschwarzer Kleidung, mit zwey Händen, lebens-groß; und diejenige zu Schleisheim zwey Knie-stücke: Eines Kurbayerscher Hofzahlmeisters, I. C.Kammerlohrs, und eines unbekannten Canonici .

(Johann de la), s. oben den Art. JacobPape.

Paye (R. M), Maler und Stecher in Punk-tirmanier, geb. in England um 1760. und blühendzu London 178Z. Nach ihm haben schöne ge-schabte Blätter geliefert: Dal. Green das Kindder Trübsal und die Erziehung (Pendants); C.

Pa;.

H. Hodges Kinder, welche Tragödie, und andere,welche Eomödie spielen; W- Ward Kinder, wel-che die Grabschrift ihrer Mutter lesen, und an-dere, die sich mit Schneebällen werfen; I. Doungdie Empfindsamkeit, die Bäurin und das Land-mädchen. Hinwieder kennt man von ihm selbst,nach eigener Erfindung, Mädchen, die eine Katzeim Vogelbauer halten, und ein Junge und einMädchen, welche die Katze tanzen lassen, ehe sieihr zu essen geben Rost IX. 374. L-anstcr. M;c.

paye »1 ( .). Von einem französischen Künst-

ler dieses Namens sah man ein Bildniß des russi-schen Kaisers Alexander I. und des GroßfürstenConstantin (letzteres 1807.) schwarz und colorirt,jedes zu l. Fr. 20. C. und 2. Fr. gv. C.

* ( ) , Baumeister zu Paris , s.

Duiron in den gegenwärtigen Zusätzen.

payne (Heinrich). So heißt irgendwo,ganz ohne Weiteres, ein Künstler, nach welchemCochin gestochen habe.

(Johann), Zeichner und Kupfer-stecher, geb. zu London 1606. und gest. daselbst1648. Derselbe gehört zu den Künstlern mitTalent begabt, die aber das Geschicke nicht be-saßen, sich geltend zu machen. Wäre sein Fleißseinem Genie gleich gekommen, so würde er nochjetzt unter den Ersten seiner Kunst einen Platz be-haupten; aber er war so sorglos, daß er es z. B.versäumte, eine Empfehlung an Carl I. zu benutzen.Auch starb er in Armuth. Seine Arbeiten beste-hen meist in Bücherverzierungcn; dann aber auchin Bildnissen, Landschaften Blumen, Früchten,Vögeln und Thieren. Indessen hält man seineBildnisse für sein Beßles. In einem freyen, brei-ten und verständigen Styl, der eine sehr ange-nehme Wirkung thut, sind solche ganz mit demGrabstichel ausgeführt. Noch loben ihn M. Eve-lyn und vertue besonders wegen eines Blarres,welches das von Ph. Pett gebaute Schiff le RoyalSouvereigne vorstellt, und auf zwey großen Platten3 ^ Breite und 2^ 3 " Höhe hat. Rost IX. 44 45 -wo 17. von seinen Bildnissen: Der Kardinal Fer-dinand von Oesterreich, der Pfalzgraf Carl Lud-wig, und der Graf von Northumberland , Alger-non Percn, alle drey nach Vaudyck; ein Paarandere nach C Janscn; die übrigen alle ohne Na-men des Malers (darunter eines von Shakespeare ).Unter den Titelkupfcrn von ihm bemerken wir die-jenigen zu: duiäe klo I-, Vio clevote; zu dem:Lüatiment lle vieu eontre les meurtriers (Kö-nigsmörder!) , und zu de Roquigny's Nuseckretienne 1664. Noch bemerkt eine unserer Hand-schriften, daß das Bildniß von Paracelsus nachRubens , dessen das Lex Erwähnung thut, wohlbey Möhsen, hingegen in den gewohnten Ver-zeichnissen der Blätter nach Rubens sich nicht be-finde, so wenig als ein trunkener Noah nach demselben, welches ebenfalls unserm payne zuge-schrieben wird. Sein erstes mit 1620. batirtesBildniß (Hugh Droughton) müßte er in seinemVierzehnten gestochen haben. Rost IX. 4z-45.

* s. auch Paine.

Pays (F. du). So heißt ein Künstler, nachwelchem E Gantrel 1680. ein Bildniß des Bi-schofs von Nantes , E. Beauvais, gestochen habe.

Pa; (Joseph de). So heißt bey FioriHo IV.363 . ein spanischer Maler zu Anfang des XVIII.Jahrh, welcher die Stelle eines der acht Taxato-ren alter Bilder bekleidete. Von ihm selbst sahman in der Kirche de la Merced zu Madrid einenSt. Julian.

(Matthäus Martine; de). Und so

5 -) Die wahre Filiation der le pnutre's ist wohl folgende:

1. Anton, Baumeister.

-. Johann, sein jüngerer Bruder, Zeichner und Kupferlher.

Peter, Antons Sohn, Bildhauer-4. Peter, Johanns Sohn, Baumeister und Kupferäher.