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Anfänglich diente er bey Naphael als Malerjunge,ward dann einer der bellten Ausführer nach denZeichnungen seines Meisters, half ihm mehr, alskein Anderer, bey Verfertigung der berühmtenCartons, und malte selbst in den Logen des Va-tikans die Geschichten von Abraham und Jsaak.Unter diejenigen Arbeiten Sanzio's, die nach des-sen Tode von seinen Schülern vollendet wurden,zahlt man bekanntlich die Himmelfayrt bey MonteLuco zu Perugia , deren obere Theil von Pipi,der untere aber, voll raphaelischer Grazie, vonunserm Faktors (Andere lagen denn freylich nachdel Vaga) seyn soll. Seine Frescoarbeiten inRom sind zu Grund gegangen, und in Galerienfindet man Weniges von ihm. Ucberhaupt aberbeschäftigte sich dieser Künstler minder mit Malen,als mit Handzeichnungen. Die Kunstgeschichteschreibt ihm große und leichte Fassungskraft, undviel Anmuth in der Ausführung (in der Landschaftbesonders) zu. Nachdem er mit Pipi Erbschaftund Interessen getheilt, wollte er sich ganz mitihm vereinigen, wurde aber von demselben, alser nach Mantua kam, sehr kalt aufgenommen,und gieng daher nach Neapel . Hier lebte er nurnoch kurze Zeit, ward aber der dortigen Schuleauf doppelte Weise nützlich, da er ihr seine mitdel Vaga zu Rom gemalte Copie von RaphaelsVerklarung (welche späterhin nach Spanien kamHund dann an Leonhard von Pistoja einen treflichenSchüler hinterließ. I. -121—22. 599—600.
Nach Fiorillo I. i 35 . dann hatte pennr Ra-phaels und Duonarcti's Stnl zu vereinigen ge-wußt- Vey -Hagedorn i^tZbreAe cls la vis Ü68?elntres clont ls« tsbl.esux composent la 6a-lerio <le Orescls p. ir— 12.) heißt es von ihm:(fast ganz anders, als bey Lanzi): „Er zeich-nete sehr gut; aber sein Geschmack war gigantesk,und wenig graziös. Seine (seltenen) Zeichnungentragen mehr den Charakter des Antiken, als sei-nes Meisters Raphael; die Figuren sind ein we-nig lang und hager; nur die Köpfe von großemCharakter. In Deutschland besitzt einzig die Drcsd-ner-Galerie von ihm einen lebensgroßen St. Mi-chel , der den Satan zu Boden schlägt. Das Blattnach einer Zeichnung von ihm, dessen dasLex. ge-denkt, ist in Fächerform, vom Graf Caylus geetzt,von le Sueur in Hol; geschnitten, und giebt, wieso viele ähnliche, wenigstens die äussere Ansicht derauf grünlich Papier getuschten und mit Weiß er-höhten Zeichnung vollkommen wieder.
penni (Lucas), Joh. Franz. Bruder, auchRomanus genannt, geb. um 1600. blühete umi 5 Zo. Immer ein höchst schätzenswürdiger Künst-ler, wenn auch seine Talente denjenigen seinesBruders nicht gleich kamen. Lanzi l. 422. hältes nicht für ausgemacht, daß auch Er in RaphaelsSchule gebildet worden; wohl weiß man hinge-gen , daß er mit Perin del Vaga zu Lucca undanderwerts in Italien gemeinschaftlich'gearbeitethabe, alsdann mit Rosso nach Frankreich , undendlich nach England gegangen sey. Hier malteer für den König und für Privatpersonen, undzeichnete sehr geschmackvoll Verschiedenes, dastheils von ihm selbst, theils von Andern in Holzund Kupfer gebracht wurde. Fiorillo V. 197.Der Abt von Marolles besaß 28. Bl- von undnach ihm. Bey Rosi Hl. 146-/16. liest man,nach Papillon, wohl einen Irrthum (den Huberin der Urschrift nicht beygebracht hat), daß einmit 1091. datirteS Arabisches Testament, von ihmnach — A-Tcmpesta(geb. i) 55 .) in Holz geschnit-ten seyn soll, und nämlich alle Blätter die Zeichendieser beyden Künstler tragen; und noch abscheu-licher — man traut seinen Augen kaum — heißtes dort: Daß Pein» nach — Sandrarr eineWanne voll Badender gestochen habe. Besser hin-gegen warnt Rost l- ö-. die Liebhaber, sich nichtdurch die Buchstaben 1 .. i>- irre führen zu lassen,da noch viele ganz andre als seine geistreiche Blat-ter mit diesen Lettern bezeichnet seyen. Die beßteuns bekannte, freylich nicht vollständige Litteraturder scinigen findet sich bey w-nkler, Einiges auch
Pens. rozz
bey Rost I. c. u. s. f. fast Alles von größter Sei,tenheit. Für seine eigene Arbeit hält man: EineMadonna mit dem Kinde, St. Johann und St.Anna; eine Abnehmung vom Kreuze; eine reichbekleidete Frau mit zwey Kindern in einer Land-schaft; die sterbende Lucretia, welche ausdrücklichmit I>. ?en. ln. 8. st. bezeichnet ist, und den ster-benden Adonis, mit dem Grabstichel gestochen und(sonderbar!) l)aurentiu8 stennis /ertt. Andrenennen allerdings ebenfalls jenes'öffentliche Badvoll Männer und Weiber, und zwar als ein gros,ses sehr schönes Blatt; ferner: Amphitrile; einenFaun mit einem Satyr, der das Horn blast;einen Silen, von Faunen und Salyren getragen;einen trunkenen Süen; Jupiter als Satyr undAntiope; eine junge Badende, den Amor zu ihrenFüßen; alle diese entweder ganz ohne Namen,oder doch ohne andern als den seinigen; dann nachPrimaticcio : Abraham und Jsaak, die Vermah-lung von St. Catharina, Jupiter und Cal-listo, Penclope in der Arbeit mit ihren Weibern,das Urtheil des Paris , und den Rath der Götter»und nach Rosso: Susann« und — Venus, beydeim Bade; keda, welche Pfeile aus Jupiters Kö,cher zieht, und zwey Satyre , die dem Bacchus zutrinken geben. Daß er in Hol; geschnitten habe,hält Malpö überhaupt für einen Irrthum, undglaubt, die Blätter, welche DaprUon von ihmanführt, dürften eher dem L- Parasole zugehören.Hinwieder haben gestochen nach ihm: R Boivin,auch eine Susann« im Bade; Leo Daris, einenGötterralh, wo jede Gottheit den Stamm des ihmgeweihten Baums in der Hand tragt (i 54 ?.), einäusserst merkwürdiges Blatt, so ausgeführt, daßman nicht weiß, ob es geetzt, gestochen oder ge-schnitten sey; Ph. Galle, ein Fechterspiel; St- destaulne, Loth mit seinen Töchtern, und ebenfallsden sterbenden Adonis ; G. Mantuanus: Apollomit den Musen auf dem Parnaß, (schöne Compo-sirion), und Endymion der die Diana auf derSchulter zur Jagd trägt (wie lustig!). und Midas ,mit den bekannten Obren; N. Ransonette, in neuernTagen, die Bildnisse der Diana von Poitiers , undAnna Sorel — das Liebchen zweyer französischenKönige, Heinrich II. und Carl VII.; H. Wierx(schön) eine Geißelung Christi; Anonyme dann,z B- vier badende Frauen, von einem Satyr be-lauscht, mit 6. k. bezeichnet, und mit 6. ^.8. st.i 56 /,. eine Rosen pflückende Venus. Wohl schonaus dem Inhalt aller dieser Blatter ahndet man,welchen lieblichen Kunstgriffes Kind unser Lncasseyn mochte. Und bald alle nehmen sich durch einezwar nicht so strenge als die Raphaelische, aber da-für wunderschön leichte, und doch zugleich reineZeichnung aus.
pennier ( ), wahrscheinlich ein Inge-
nieur dieses Namens, zeichnete 1697. die Karte einesKampcments zu Condon bey Compiegne, welchele Pautre gestochen hat.
penninge (D de), ein Kupferstecher. Vonihm kennt man Bildnisse zu verschiedenen Werken;wie z. B- I. Ldardins, zu dessen Reisen; danndas Titelblatt;» A-LIucsts -Ztlenotzrapbia, welchezu Leyden 1692. erschienen ist. 6auae/üm.
penningh (H. I.) ein deutscher Kupferste-cher, arbeitete für Buchhändler um iüc»Z.
* penone oder p e n n 0 n e (Rochus). Vonihm war die sinnreiche Erweiterung des kleinenPallastes, welchen ehemals die Dogen von Genua bewohnte», und der grandiose Ponicus desselben,von welchem Allem LRilizia (stä re-2. II. »Z - i 5 .)eine ausführliche Beschreibung giebt. In 1777.ging solcher im Feuer auf, und wurde alsdanyvon S. Cantvni neu erbaut.
* pens, l)e>»s, jIenez oder Den;(Georg, oder wahrscheinlicher Gregor), geb. zuNürnberg i 5 oo. (a. ü. löio.l und gest. zu Bres-lan i 556 . (a. li- i 56 o). Von ihm, als Maler,besitzt die Wiener-Galerie zwey von Kennern ge-