Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1055
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Penzel.

Denzel (Johann, oder Johann Georg), Ma-ler, Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Hersbrückim Nürenbergischen 17 h j. Die Anfangsgründeim Zeichnen lernte er zu Nürnberg ; im Malenübte er sich eine Zeit lang zu Angspurg und Frank-furt ; das Eyen lernte er bey Schellenberg zu Win-terthur, wo er sich zwei) Jahre aufhielt, und nach-werts auf seinen Reisen durch die Schweiz diemancherley malerscheu Gegenstände der dortigenNatur studirte. Alsdann ging er, auf Moeglich'sRath 1789. nach Dresden , um die dasigcn Kunst-werke und die Leitung mehrerer Meister zu benutzen.Hier faßte er den Entschluß, sich ganz dem Ku-pferstecher! zu wiedmen, und meist für Buchhänd-ler , sehr glücklich im Geschmack von Ehodowieckizu arbeiten, der, weil er Talente an ihm erblickte,sich's zur Freude machte, ihn durch seinen schrift-lichen Rath zu leiten. Haymanu S. 090. sagtvon ihm.- Er sey jetzt (1.809) abwesend. Seitheraber lesen wir in öffentlichen Blattern, daß er>wch in demselben Jahr zu Leipzig verstorben sey.Schon um 1796. stiegen die Anzahl seiner Alma«nachs - Blatter weit über 200. welche er sowohlnach den Zeichnungen des erwähnten großen Mei-sters in diesem Kunstzweige, als nach seinen eig-nen Erfindungen geetzt hatte. Folgende gehörenzu seinen vorzüglichsten Arbeiten, in chronologischerOrdnung: Vor 178g. diejenigen für Salzmann'smoral. Elementarbuch; einige Tafeln in Sroy'sDilderakademie; für das Berlinische Jahrbuchder neuesten Welkbegebenheitcn. Seit 1790. ver-schiedene Blatter zu Tbümmel's Reisen; andrezum dreissigjährigen Kriege von Schiller nachEhodowiecki; zu Ramberg « historischem Kalen-der 1794. Ein Blatt zur großen Ausgabe derwielandischen Gedichte nach Ramberg ; zu ver-schiedenen Jahrgängen des histor. Kalenders vonSchlenkert; zu Jakobis Taschenbuch; ein Blattzu Hildegard von Hohenthal nach W. Meil;zu mehrern Jahrgängen des Braunschweiget,histor. genealogischen Kalenders; zum Tübinger -Damenkalender. Anderwcrts werden noch vonihm angeführt: Zwölf Blätter zum Briefwechseldes Kinderfreunds von Weiße; viere zu einemErziehungsbuche, nach Schellenberg; ferner (un-ter dem Namen (6 penzel) zierliche alte Manns-köpfe, u. s. f. In den neusten Tagen dannnoch i8o5. zu Weiße'« kleinen Aufsätzen undTandeleyen, und, wir glauben noch späther, fürmehrere bey Georg voß zu Leipzig erschieneneRomane. Line ihm vorzüglich gelungene großePlatte nach Ramberg (die Wiederkunft Wilhelmi-nens zu ihrem Bräutigam, nach Tbümmel's komi-schem Heldengedicht, welches er con Amore fürsich gefertigt), hatte er fast vollendet hinterlassen.Ob er irgend etwas Anderes als für Buchhänd-ler gearbeitet habe, ist uns unbekannt. MeuselR- L- bl. A. Rost ll.öög,o Leipz. Gel. Ta-gebuch, u. a. öffentliche Blatter. Ein sehrguter Aufsatz über die deutschen Almanachs-Künst-ler (Blbl. f. r. u. b. Künste l. 2. 21Z) nennt ihndann freylich:Etwas steif", und ein andrer inMensel« Arch. I. 1. 5255. sagt von seinenBlättern zu Kosegarrens Gedichten noch weitAergeres.

* peonius od. paeonius. Der Apolls-Tempel, den er mit Dapbms von Milet dorterbaut, wurde zu den prächtigsten und grandiose-sten gezahlt. iMi-üa. terr. I. 4(1.

s. auch paeonius.

*j)appariello, Beynamc von Jos.Boniro.

Pepfenbäuser, s. unten pfeffenhäuser.

§ s>epin (Martin). Der winklersche Ka-talog setzt (wir wissen nicht woher?) seine Geburt »mum 1578. an, was freylich mit seiner im Lex. angegeb-nen Dlüthezeit von ,658. nicht bestehen kann. Nachihm hat P. Balliu Snsanna im Bad (ein schönesBlatt) und eine Dorncnkrönung gestochen.

Percenet. rvZ§

pera (Joh.), ei» italienischer Zeichner undKupferstecher, lieferte mit Anton Terreni die mit-telmäßigen Blätter i» Aq»a tinta zu dem Pracht-werke des Vis^ia plttorioo clella No<?cana desAbbate Fontanüii (III. Vol. kol. 801z.). Ebenderselbe zeichnete, versteht sich nicht nach dem Ur-bild«, sondern nach einem früher» Stiche, dasAbendmal von 8. da Vinci , etzte es vorläufig, undließ es dann von I. B. Cecchi und B. Tredi vol-lenden. Von diesem, in -8o5. zu Floren; erschie-nenen Blatte heißt es in Mensel'« Arch. I.5. 27.Mit demjenigen von Rainaldini ist die-ser trockne, hölzerne und grobe Kupferstich gar nichtzu vergleichen, so wenig wie mit dem von Ditt-hauser".

* perac (Stephan du), geb. zu Paris (a. b.zu Bordeaux ) vor i55o. (Basan. sec. sagtwohl ganz irrig: i56o.). Seine verschiedenen Ar-beiten über das alte und neue Rom führen zurAufschrift: Larounsel ou Oarnevsl u Korne i5b5.in Lafrerks Verlage. Ickno^rapkis st'empllVaticani. Ortho^raphls ez. I'empli, und Lapi«-tolii komani 8cloAi-apk>ia, alle dies nach M.Angelo's Zeichnung, in Ducchettis Verlage iWg.

Il etc. üi Nivoli -575. Litta öl

krsscgti (dies gemeinschaftlich Mit M. Greuther).

la Ville 60 kom l574- los knines <le Korne»in Roffi's Verlage 1575. portuum Ostien-sium Ortüographi», in Ducchetti's Derlage i58i.

Die antiken Statüen von Rom (kol. kom. i58-j.)von Loren; Vaccaro edirt. Ausser diesen u. a. ar-chitektonischen Werken kennt man von ihm z. B.das jüngste Gericht, nach Buonaroti; das Urtheildes Paris , nach Raphael, auf welchem /4urusstatt /zururn steht; Landschaften nach Titian , u.s. f. Oonf. Rost VII. Vo-t-i. wo sich auch dievon ihm gebrauchten Monogrammata befinden.Der Katalog von Brandes führt schwankend vonihm: Landschaften mit Ruinen, und namentlichdergleichen an der Straße Salara an, welche mitst. k. bezeichnet sind, was (wie dort selbst bemerktwird) eher auf Lucas f>enm deuten dürste. Allediese zuletzt genannten Blätter erschienen im Ver-lage des Venctianers M. Camoccio.

* perachc s. auch Derrache.

* peranda (Eanto). In Rom , wo er sichindessen nicht lange aufhielt, lernte er gut genugzeichnen. Er arbeitete in verschiedenem Styl;gewöhnlich aber in Palma's. In großen Bildernvon ihm, zu Venedig und Mirandola , erscheint ernoch mit vieler Erfindungskraft. Von Natur je«doch war er äusserst überlegt, langsam, und imAlter nahm er eine ungemein zarte und vollendeteManier an, und befließ sich, lieber Gutes alsVieles zu liefern. Zu seinem Beßten in dieser letz-tem Weise gehört eine Abnehmung vom Kreuz inSt Procolo zu Venedig Lanzi II. i5H. Bos-chmi zählt ihn, nebst einigen andern Künstlernseinerzeit, unter diejenigen, welche noch den Spu-ren der großen Meister gefolgt, was aber Zäumn,wohl auch nicht ohne Grund, ein zweyocutigcsLob nennt. Zftorillo II. i§9-

* Deraulr, s- Perrauir.

* perazzini oder perracini (Joseph),Mirandolese genannt. Lanzi II. 2. so5. nenntihn bloß im Dorbeygang eine» mittelmässigen Fi-guristcn, den man ja nicht mit Derer Pairromeri,welcher den nämlichen Beynamcn trug, verwech-seln müße.

Derard-Monrreuil ( ). Soheißtim

-Umsnaeb litt!; IZesux-^rks i8n5. ein damals zuParis lebender Architekt, von welchem dort dieBaute des Pate du Tcmple angeführt wird.

l) ercener ( ). So beißt (versteht sich bey

Basan b)lt. sec.), ein französischer Baumeister undDccoratcur. Derselbe zeichnete Vasen, Leuchter,Kelche, u. s. w. die von Dcsmarteaux um 1770