Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1056
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I0Z6 Percier.

geetzt wurden. Nach l. o. kennt man auch vonihm selbst eine Folge Vasen, nach seiner eignenErfindung, mit »M. datirt.

percier (C.), französischer Baumeister derneuesten Zeit. Unsers Wissens erscheint er zuerstum »799. damals noch als Zeichner für Vignettenzu der Didotschen Prachtausgabe des Hora; ingr. Fol. Um »802. und wahrscheinlich noch frü-her , wurde er überall von der Regierung gebraucht,wo etwas mit vorzüglicher Einsicht und Geschmack,theils entworfen, theils ausgeführt werden sollte.Im Almansch «ien Zeuux-^rtz von »8c>Z heißter daher bereits: Baumeister des Regierungspal-kastes, und werden dort von ihm die Restauratio-nen von Malmaison und St. Cloud, und derBrunn Desaix, d. h. das Monument angeführt,welches diesem unsterblichen Helden auf der ehe-maligen Place Dauphine, eben nach unsers Künst-lers Zeichnung errichtet wurde. Dasselbe besiehtin einer Säule, auf welcher eine Tenne mit DesaixBildniß ruht. Wege» seiner edlen Einfachheit er-hielt es allgemeinen Beyfall. Mit dem Meiste!ausgeführt wurde dasselbe von H. Fortin. Einenähere Beschreibung davon, nebst Abbildung imUmrisses.in Landons Annalen V. S. 5 » - 54 -Um 1806. gab er, nebst Jsabey und Fontaine,die Zeichnungen zu dem berühmten Werke über dieKrönung des Kaisers Napoleon . In 1807. über-reichte er, nebst Bernier und wieder Fontaine<seinen ehemaligen Mitschülern und zwanzigjähri-gen Freunden) dem Nationalinstitut zu Paris dieinteressante Arbeit ihrer Beschreibung der Römi-schen Palläste, welche sie einst während ihrem Auf-enthalt in Italien gezeichnet hatten. Um »809.wurde er zum auswärtigen Mitgliede des Insti-tuts zu Amsterdam erkiest. In dem nämlichenJahr erschienen die schon erwahnien: ?I«ns etlUsi80N8 cle Lsmpsene liomo er cle ses en-viron8. Monrte«-- 268. Endlich hatte dieservorzügliche Künstler vor einigen Jahren es nichtverschmäht, gemeinschaftlich mit dem Maler laGrenee und dem Baumeister Brongniarr 9. Zeich-nungen zu Formen und Verzierungen für die Porrzellanfabrike von Sevres zu verfertigen. Ueberhauptwurde er für Alles, was Dekoration heißt, schonseit mehrern Jahren für klassisch gehalten, unddaher auch vom Auslande gebraucht. So war

B. das prächtige Cabinet (d. h. ein ganzes Zim-mer), welches der letzte König von Spanien zuParis ausführen, und nach Madrid bringen ließ (!!)ganz nach seiner Angabe errichtet. Seit 1802.sah man von ihm und Fontaine, d. h. nach ihrenZeichnungen treflich geetzt: ftecueil llecora-tlons Interieure, wovon das Heft (v. Bl ) 4 Fr.und colorirt ZoFr. kostete. Ein sehr ernstes, aberwohl nicht unbegründetes Urtheil über den überla-denen Luxus einer solchen Verzierungskunst s. indem Zürcher-Journal für Litteratur und RunstS.. u. s. f. und (rein daraus abgeschrieben)in der Bibl. f r. u. b. Ränfte II. 2. 2Z8. u. ff.Als Zeick-ner und Eher nahm er auch Antheil anden Blättern zu dem in »8o6. vollendeten Mu8eecle5 ÜIonument8 kran ^sig von le lIoir; undnamentlich wurde die leichte und geschmackvolleNadel gerühmt, womit er etliche alte Grabmälerfür dieses Werk ausgeführt hatte, dkouvell. äesHrt8 I. 45 . II. 216. 260. III. 227. IV. »6».

perd 0 lff (Jacob) Eines solchen wird in:Hirsch deutschem Münzrvesen (III. »02.)als Röm. Kais. Münzmeisters zu Hall im Jnnthalerwähnt, der »697. mit Aufträgen seiner Regie-rung an die Münz-Probations-Convente nach Re-geusburg und Augsburg gesandt wurde.

perdoni ( ) vielleicht ein peroni. Der

Herzog Ferdinand Albrecht r>. Braunschrveig-Bevern (als Mitglied der ehmals florirendenfruchtbringenden Gesellschaft), nennt ihn in seinenLegebnüssen (I. Th. Bevern 1678. S. 8j.) einenberühmten Meister; und führt als seine Arbeit dasBildniß des H. Augustins in der Kirche di St.Maria in Campagna zu Piacenza an. In eben

Pereda.

diesem Werke werden noch folgend« Künstler er-wähnt: Hans Hautfch, Zirkelschmidt zu Nürn­ berg , der »662. in Zeit von »8. Jahrenein künst-lich Werk" verfertigt hatte, »von allen Handwer-ken in der ganzen Welt. Wenn es getrieben, soregen sich alle in voller Arbeit." Der Russisch«Kaiser wollte dieses Stück kaufen; es wurde auf»2,000. Thaler gehalten (S. 46 ) Joh. Autornius Homodeus, ein Baumeister, der zu Mai­ land den höchsten Thurm des Doms aufführte:Sein Bildniß steht unten an dem gemarmeltenGang bey der Marmolwindelsteig" (S.70.). In1662. war zu Rom der Maler Jacinro, »welcherdie Geburt Christi in seinem Hause nach den Gessichtslinien zu zeigen hat", in seiner Kunst be-rühmt (S. 108.). Zu gleicher Zeit wird der Sohndes französischen Schatzmeisters CNr^orier <lekrsnce) Masquerani zu Lyon , als ein treflicherMaler angemerkt (S. 29.). Etliche gewirkte Stückevon der Gräfin von Lincefter sieht man auf derUniversität zu Oxford , welche zugleich auch ihrBildniß besitzt (S. 24.).

l)erdreaux( ). So heißt im ^lmansct»6e8 Keaux-Hrts » 8 o 3 . ganz ohne Weiteres, eindamals zu Paris lebender Baumeister.

perdrix (Michel de la). Die Statüe einesMelancholischen nach ihm, (welche aber vor Jäm-merlichkeit eher zu lachen macht), s. bey Thornas-sin N°. »02.

( ). So heißt auch irgendwo, ganz

ohne Weiteres, ein Maler des Prinzen von Condö.

perea (Blas de), ein ziemlich geschickter Por-tugiesischer Maler und Architekt, Sohn des Auf-sehers der Garderobe des damaligen Infamen DonLouis Hernando Blandc» (?), zu Casilla um» 56 o. Der bekannte Franz von Holanda, dermit gedachtem Infamen St. Jago di Compostella besuchte, hielt mit ihm Unterredungen über dieKunst, woraus nachwerts ein Buch des Holanda(äel 8acur <jel blmursl) entstand, das viele schätz-bare Ideen enthält. FioriUo IV. 8g. go.

* pereda (DonAnton de), geb. zu Ballade-lid, besuchte schon in früher Jugend die Schuledes P. de las Cuevas. Durch die Gönnerschaftdes Marquis Crescenz! erhielt er freyen Zutrittin die Königlichen Palläste, und die darin ver-wahrten Kunstschatze. Schon in seinem Achtzehn-ten stellte er ein Bild (die Empfängniß Mariä,mit einem großen Engelchor) aus, welches so all-gemeinen Beyfall erhielt, daß Viele es nicht fürseine Arbeit halten wollten. Dasselbe wurde nach-werts nach Rom gesandt, wo es ebenfalls vonjedem Kenner bewundert wurde. Der sich immermehr ausbreitende Ruf dieses Künstlers verschaffteihm jetzt bedeutende Aufträge für die KöniglichenPalläste zu Madrid und Buenretiro, wo er, nebenAndern», auf einer großen Tafel den Moment dar,stellte, wie der Marquis von Santa Cruz derStadt Genua Sucurs zubringt. Dieses Werk,das ihm mit 5 oo. Dukaten bezahlt wurde, empfahlsich, so wie seine übrigen Arbeiten, durch korrekteZeichnung, guten Geschmack, und ein blühendesColvrit, das an die Venetianische Schule erinnert.Palomino's Nachrichten von unserm peredascheinen etwas apokryphisch zu seyn, wenn es z.B.dort von ihm (der eine Bibliothek von artistischenSchriften besaß, die seinen Schülern offen stand)heißt, daß er selbst weder schreiben noch lese» konnte.Fiorillo VI. 2Z0z». Indessen hat schon das Lcx.dies Paradoxon noch so ziemlich beyfallswürdigzn erklären gesucht. Ueber sein vorerwähntes Ge-mäld in Buenretiro s. auch das mit jenem überein-stimmende Lob, welches Rehfues demselben imTübing. Morgenbl. 1808. S. »2^4. ertheilt,wo es noch besonders davon heißt:Der Aus-druck in den Köpfen ist von hoher Wahrheit, undin allen eine gewiß unendlich schwere Aufgabe,Würde mit Ehrfurcht darzustellen, glücklich gelöst.Das Gefolge des Marquis, das durch den Loge