P e r e d a.
empfangen wird, zeigt den völligen Ausdruck desspanischen Charakters, zu einer Zeit, da sein Stolznoch gerecht war, aber durch seine (feine?) Sittegemildert wurde". Sein schönstes Bild soll sich ineiner Kapelle der Kapuziner- Nonnenkirche zu Ma drid befinden. Die an Kunstseltenheiten so reicheGalerie zu München besitzt, in Deutschland , un-sers Wissens einzig, von ihm: Zwey Offiziers,welche Dame spielen, klein; eine Zigeuncrbande,wo eine Frau einem wohlgekleideten Herrn die guteWahrheit sagt, mittlerweile ihm ein Junge ausver Tasche mausr. Fast denk ich von diesem Bild(Kniestück in Lebensgröße) eine Miniatur meinesselig. Vaters (Copje nach Klingstedt) zu besitzen.Endlich, alö Pendant von obigem, ein Herr undeine Dame, welche Karten spielen, mittlerweileein andres Paar von Liebe spricht.
pereda, s. auch pareda.
peree ( ), ein französischer Kupferstecher
neuerer Zeit; arbeitete um 1802. (seither nicht mehr)für das Musee Napoleon ; nämlich fürs lll.Heft,nach le Forts Zeichnung, den Alchymist von Tr-illers, und (dieß gemeinschaftlich mit le Mire)nach Dübois Zeichnung, die H. Jungfrau vonSolimena . Fürs IV. Heft die Statüe des Nero,nach Jngre's Zeichnung, und fürs VI. und VIII.Heft den Oiscuswerfer in Ruhe und in Handlung,jenen nach Granger's, diesen nach Düchemin'sZeichnung.
peregaux (B. Alexander), im letzten De,zennio des XVIII. Jahrhunderts seßhaft zu Lau sanne . Don ihm heißt es in Kunstnachrichten ausder Schweiz 1794-97. in Meusel'skJ. Misc.566 . »Derselbe ist in geschnitzten Elfenbein-Ar-beiten der größte Künstler in Europa . Auf einenso ganz kleinen Raum, als der Kasten eines Fin-gerrings hat, bringt er eine ganze Landschaft,und weiß ihr vollkommen die Haltung und correktcZeichnung zu geben. Erstaunen muß man über dieunnachahmliche Delicakesse, über den feinen Aus-druck des Details, über den Geschmack und dieGrazie im Ganzen dieser kleinen Meisterwerke;und kaum begreift man, wie Menschenhände gleich-sam solche Wunder der Kunst hervorgebracht haben.Dabey ist seine Bescheidenheit eben so groß, seinCharakter eben so gut und liebenswürdig, als schätz-bar seine Kunstralentc in ihrer Art sind", so daßwir besorgen, diese fast allzupompöse Lobpreisungdürfte nicht ganz nach seinem schlichten Sinne seyn.
* peregrina (Lidovina). Der Ouilla älMIario von 1 / 83 . nennt sie Antonia, derjenigevon 1788. dann doch Ludovika, und Lanzi II.438 — 3 g.), der sie die Minerva ihrer Zeit heißt,laßt sie noch um 1626. arbeiten.
* peregrlnl und peregrrno, f. pel-legerm und pellegrino.
* pereile (Gabriel, und seine zwey SöhneAdam und Niclaus). Rost VII. 201. setzt die Ge-burt des Vaters (zu spath) um 1622. zu Paris , undBasan (Lä. seo.) diejenige von Adam, wohl irrigin 1648. statt 38 . ebenfalls daselbst an, und nenntdiesen letztem (dies nicht übel) einen Nebenbuh-ler von Js. Sylvestre. Von Niclaus, (dessen Ge-burts- und Todesjahr Malpö mit Adams seinemverwechselt), giebt Gandellim einige gute Notiz-zen. Dann heißt es bey wareler von ihm: „Erarbeitete bisweilen Geschichtliches, und sogar nachPoussin , aber in einer harken und accordlosen Ma-nier , ungefehr wie M. Dorigny. Dagegen rühmtEbenderselbe Adam seiner Landschaften wegen, disoft sehr reizend gegeben, und mit malerischen Ge,bauden verziert seyen. Sie sämmtlich (heißt esdann bey Bost), besonders aber die Söhne, ar-beiteten mehr aus Uebung, als nach der Natur;indessen hat man von ihnen Blatter, die mit vie-lem (doch immerhin manirirkem) Geschmack undReitz (wir möchten hinzusetze»' insbesonders mitseltener Warme) geetzt und gestochen sind. Neben
Pereyra. 105-7
dem bekannten Landschaftlichen, nach eigener Er-findung, (welches vornehmlich zwey Sammlungenausmache, die zum Titel führen: Oelicvs llsParis et lle ses onvirons, und Oölices llo Ver-sailles et le Liaisons Kanales), kennt Man dannvon ihnen andre kleine Folgen sowohl als einzelneBlatter, nach I. Asselyn, Beaulieu, P. Brill,Callot , Fouquier, Patel, Poussin , Pynaker, und be-sonders nach I. Sylvestre. Dann von Andcrmz. B. die Anbetung der Könige, nach Poeiemburg,Phaeton (wohl auch bloß Staffage zu einer Land-schaft) nach N. Poussin , und besonders das sel-tene Blatt nach L. Richters Erfindung: Die Nie-derlage der spanischen Katzen durch die franzö sischen Ratten; ein satyrischer Stich auf die Ein-nahme von Arras 164». dessen Einwohner an ihrThor setzen liessen: Ouaall les pran^ois prou-llront ^rras, los souris man^eront los clmts.Nach der Einnahme wurde das — einzige p durch-gestrichen. Ueberhaupt arbeiteten sie auch an denStichen nach des H. von Beaulieu Plans, Pro-fils er vues cles camps, places, Siebes er ba-tailles, servsnt a I'iiistolre öe p.ouis XIV. 5 .8 uites, contenanr les expöllitions milikairesllepuis 1545—97. (i 38 . Dl). Daß Gabriel auchMaler gewesen, ist Wenigen bekannt. Die Gale-rie zu München besitzt von ihm eine kleine Land-schaft mit der Flucht in Egypten auf Holz. Diebesondern Arbeite» von rJiclaus giebt VNalpe an.
Oereria, Johann Adam Schall, GabrielVnagallan, verbrest, Grimaldi, u. Thomasoder Anronius — Alles Jesuiten , die sich 1686.am Kaiserlichen Hofe in Chuia befanden. Hicrselbstmachten sie sich (durch Maschinen, mechanischeKunstwerke, astronomische Kenntnisse u. s. f.) alsgute Mathematiker bekannt und beliebt; und wa-ren hier auch als Mitglieder des mathematischenTribunals und des BaudepartementS angestellt.Schall starb zu Peking um 1680., und verbieft1688. Oeffenrl. Nachr.
peresrnstti (Anton) aus Bologna , kam mitValeriani nach St. Petersburg , und arbeitetedort mit demselben um 1742. in Fresko, am Thea-ter und an Plafonds. Er war vortrcflich in derGattung von Grau in Grau, so daß man seineGemälde an Deckenstücken für wirklich erhabeneGypsarbeit ansieht Er lebte noch zu Petersburg um 1780. kftleusels Lftftsc. XI. 260. L'io-rillo R G- Il- S. 5 o.
pererre (Julie), eine junge Dilettantin vonNeuschatel, lebte vor einigen Jahren zu Zürich ,und sah man von ihr auf dem dortigen Salon 1804.eine Niobe in schwarzer Kreide, und i 8 o 5 . eineLucretia in Bistre, freylich eben noch von nichtsehr bedeutender Kunst. Neueres von ihr ist unsunbekannt.
* pereyra (Emanuel). Einige geben ihmei» Alter von 63 . I. Zu seinem Beßten solle» ge-hören: Die Statüe von St. Benedikt auf derPorte des Klosters St- Martin zu Madrid ; die-jenigen von St. Bruno und St. Jsidor, und einevon St. Johann de Dieu, welche er, schon blind,zwar nur modellirt habe, und solche bann durcheinen seiner Schüler ausführen ließ. äe/o»te»ai.
— — (Vasco^, von Geburt ein Portugiese,der ein großes Talent besaß, alte Gemälde zu re-stauriren, und sich vorzüglich durch die Ausbes-serung eines Bildes von L. de Vargas einen Na-men erwarb. Seine meisten Arbeiten sieht manzu Sevilla . Sie verrathen zwar einen sehr geüb-ten Pinsel, mißfallen aber wegen ihres trocknenund harten Colorits, das man auch in einemHauptwerke von ihm findet, welches die vier Kir-chenlehrer darstellt, und in der Bibliothek der Car-thause von Santa Maria de las Cucvas aufbe-wahrt wird. Er starb in den ersten Jahren desXVII. Jahrhunderts, und ist somit mit seinemLandsmanne, Diego perreyra, den das kex.hat, nicht zu verwechseln, .fiorillo IV. 1Z8.
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