ro^r Petitot
völlige Befreyung erhielt, und dann eilends mitseiner altenden Gattin nach Genf ging. Gegenseine Kinder, welche noch eine Weile in Paris zu-rückbleiben mußten, den Zorn des Monarchenfürchteten, und sich daher eines Tags ihm zu Füßenwarfen, äusserte sich derselbe mit Güte: Daß ereinem Greise gerne die Laune verzeihe, sich beyseinen Vatern beerdigt zu wissen. Als Penrorin Genf angekommen war, wurde er von Freun-den, Liebhabern und Fremden dergestalt überlau-fen , daß er diese Stadt verlassen mußte, um inDevai Ruhe und Zeit zu Arbeit zu finden. Schonvor seiner Abreise von Paris hatte er sich mit sei-nem Freund und Schwager Bordier abgefunden;sie hatten beynahe 5 o. Jahre in ununterbrochenerEintracht gelebt, mit gemeinschaftlichem Interessegearbeitet, uud durch ihren Fleiß eine Million er-worben, welche sie brüderlich theilten. Unser Künst-ler war so eben mit dem Bildniß seiner Frau be-schäftigt, als ihn eine plötzliche Krankheit über-fiel, und noch denselben Tag dahinriß. Von demCharakter seiner Kunst heißt es bey de Fonrenai:»vertrat copirte zu Paris mehrere Bildnisse nachMignard und le Brun. Sein Talent bestand abernicht allein darin, diejenigen, welche man ihm an-vertraute, sehr kenntlich zu malen, sondern aucheinen Kopf nach der Natur vortrcflich zu zeichnen.Mit diesem verband er eine Anmuth des Eolorits,zmd eine Lebhaftigkeit der Farben, die sich nie-mals ändern wird". Wenn er den König malte,pflegte er zwar andre von den kenntlichsten Bild-nissen dieses Monarchen zu seinen Leitern zu wäh-len ; dann aber saß ihm derselbe noch ein oder zweyMale, um seine Werke zu vollenden. Die großeVollkommenheit derselben rührte vornehmlich vonseinem unablässigen Fleiße her, und er pflegte zusagen: Daß er in seiner Kunst immer neue Fein-heiten entdecke, die ihn aufs frische zur Arbeit reiz-ten. Mehreres sieht man von ihm, worin erVandyck nachahmte; meist in Tabatierengrößc,doch öfters mit Händen. Vieles kam auch insAusland. Man behauptet, daß sich auch zu Lo-rctto von ihm eine Madonna von höchster Schön-heit finde. Im Museum Napoleon sieht man übergo. Bildnisse berühmter Personen seines Jahrhun-derts von ihm. Von ihm beschreibt auch vair derDorr Line kleine Sculptur (Lucretia nach Titian),die aber wahrscheinlicher von seinem Vater, dessenwirkliches Fach die Bildhauerei) war, herrührenmag. Fiorillo V. 291—93. Noch in neuesten Tagen(heißt es im Tüb Morgenbl. 1808. S. i 3 s.)wurde ein Emailbildniß der la Balliere von ihmfür 900» kivr. verkauft. Gestochen »ach ihm ken-nen wir die drey eiuzigen Bildnisse A. du Qucsrue's von Ficquet, U. Cherrau's von van Gunst,und der Prinzessin von Conty, A. M. Martinozzi.Noch bemerken wir, daß das Lex. am Schluß desAn. von unserm vertrat, von einem Sohn des-selben spricht, welcher in gleicher Kunst zu London gearbeitet habe, sonderbarer Weise hingegen vonseinem eigenen, doch so bedeutenden Aufenthalt«n England keincrley Erwähnung thut.
perirot (Peter), ein, wahrscheinlich «schie-lender Bildhauer zu Paris , der unsers Wissenszuerst im Almanach lles Peaux--^rt 8 von i 8 o 3 .öffentlich erscheint, wo seine Statue der Eintrachtangeführt wird, welche, als lebensgroßes Modellim Salon des I. X. aufgestellt wurde. Auf ih-rem Siegeswagen wird die Göttin von einem mitdem Löwen friedlich zusammengespannten Lammegezogen. Landon Annal. IV. 46. giebt davondie Beschreibung und Abbildung im Umrisse. Ebenso (l. c. 25 .) von seiner halb lebensgroßen stehen-den Bildsäule der Siegesgöttin. Und endlich (l. c.VII. 83 von dem in der Galerie des Senates aufge-stelltes lebensgroßes Modell seiner Statue von Con-dorcet, dessen letztes Werk über die Perfektibilitätdes menschlichen Geistes in der Hand, und die —-Guillotine, der er nur durch Gift entrinnen mochte,nebe» ihm. Alle drey, das erste und dritte zumal,m Styl einer edeln Einfalt und Unbefangenheit,
Perrazzi.
die sich sonst an wenigen Arbeiten seiner neuernKunstgenossen findet. Einzig fanden die Xouvel-les <ie8 -zrt8 II. Zo. an dem ersten nicht ganz ohneGrund auszusetzen, daß die gleiche Größe des Lö-wen und des Schaafs ihre Unschicklichkeit habe,so wie solche in andern Rücksichten freylich kaumauszuweichen stand. Also — das ist nun eben dieFrage? — hatte er die beyden Thiere und ihre nochso sinnige Vereinigung lieber völlig weglassen sol-len, neben dem, daß das Ganze dadurch eine fast»»gemessene Länge erhalte. Dann liege der linkeArm der Göttin dem Körper zu nahe an; dieHand sey nicht in der Lage wahrer Ruhe, beydeBeine etwas zu kurz, und die Drapperie von hin-ter nicht so angenehm geworfen, wie die vonBornen.
* verir 0 r ( ), der Baumeister und Bild-
hauer, Johann s Vater, s. den obigen Artikel-
*— — ( ^wahrscheinlich ein Sohn des Ca-valiers C. A., vielleicht gar noch Er selber, erster Ar-chitekt des Herzogs von Parma, gab im I i 8 c> 3 .kaisonnement sur la Perspektive pour en fa-ciliter I'usa ^e aux artistes. 4 °. 802. (3 pr. 5 oL.)
vet > t-Radel (Ludwig Franz). So heißt beyRost VIII. 275. ein Zeichner und Kupferetzer, geb.zu Paris i7jo. welcher Architektur mit Geschmackzeichne, und in dieser Art einige Blätter gestochenhabe; wie z. B> die 5 . Bl- Sonette mit Einfassun-gen zu: Vo^a^e lle Korne von Wareler. OhneZweifel derselbe Ludwig Ravel, welcher später-hin als wirklicher Architekt auftrat, im Almanachcles peaux-^rts i8o3. Inspecteur-6eneral desULtimens civils heißt, in neuern Tagen Mitglieddes NationalrJnstikuks war, und noch 1808. vondem Kaiser Napoleon zum Aufseher der kibliotüe-<jue Na?arme ernannt wurde. Auch als Gelehr-ter, beschäftigte derselbe sich viele Jahre mit Erfor-schung des Ursprungs und der Verwandtschaft derVölker, aus den Ueberrestcn ihrer Gebäude. Schonin 1802 wird er in öffentliche» Blättern Verfassereiner noch handschriftlichen Untersuchung der Mo-numente genannt, welche die Pelasger in Italien ,Sizilien uud Griechenland zurückgelassen hatten.(In der Sitzung des Instituts vom 2. Oktober desgemeldten Jahrs ward über diese Arbeit ein sehrvortheilhafter Bericht abgestattet; und um i 8 >> 5 .hieß es, daß er den Abschnitt seines Werkes, wel-cher Italien betraf, vollendet habe). Mehreresüber seine djeßfälligen Bemühungen, welche frey-lich von Systemsucht nicht ganz freyzusprechensind, s. in le Bverous Xokioe llss travaux cisla classe cles Ueaux-^rts cle I'Institut nationalpenäant l'an XII. und aus dieser Notiz; in denXouvelles cles ^rts I V. 3 o— 3 i. Auf dem Sa-lon -806. sah man von ihm: Plan cle l'LgUüeso la Nallelaine, renclu au culce, im vansarnias FraMais, ohne Urtheil darüber angeführt,S. 5 «l. Er lebte noch 1810. Damals erschien:pettre lle M. A L 7 i. ä'icL/e>' a M 0.sur i'epogue cles constructions c^clopeennes,äans laqueile pauteur rekute le 8^störne <leNr. /Vtit-Aaciek. 8. Paris 8ic>.
perouran ( ), und l'Estrade waren
1757. Geschworne der Mäurermeister zu Paris (ob selbst ausübende Künstler, ist uns unbekannt),-zimanack cles Oorps äes Narekanäs. Paris
757. i 53 .
Petrarca ( ). So heißt irgendwd ein uns
sonst unbekannter Künstler, der das Bildniß desRechtsgelehrten Carl Rosatus gezeichnet und ge-stochen habe.
*perra;zi (Alphons oderAstolph). Derselbesuchte sehr, das Aug zu bezaubern, und nahm seineVorbilder gern aus den Schulen von Ober-Italien.Von ihm siehet man in einem Privathause zu Siena eine Hochzeit zu Cana, die an Caliari erinnert.Seine Communion von St. Hicronymus bey dendortigen Augustinern bietet vielleicht nur zu viele