Pfeifer.
Pfeifer schließen sollten. Nach (R.) (C.) Pfeifernennt auch die AUg. Runstzetrung ( 8 °.) S. 84.Jupiter in den Armen der Juno vom Schlaf be,zwungen (im Belvedere zu Wien ), nach A. Lens;dann Ebend. S. 86 . das Bildniß Johanns vonMüller nach Kininger, und (Jntell-Bl. l. 4.) Bo-naparte nach dem Büste von Cerachi, und endlicheinen Knabenkopf- Studium nach Füger (diese dreyletztem ohne den Stecher C. oder F. zu nennen).Endlich nennt auch wieder das MeuselscheArchiv l. c. 147. ausdrücklich von C. Pfeiferzwey niedliche Bildnisse der Prinzessin Sophie von Sachsen-Coburg Saalfeld , und des H. Ban-quiers Steiners zu Wien , letzteres wenigstensnach Füger. Seinen oberwahnten Jupiter in denArmen der Juno heißt das Meuselsche Arch.l. 2. ii2. das größte Blatt unsers Künstlers, inseiner gewohnten (punktirten) Manier, und be-dauert nur, daß die Wahl der Direktion desKunst- und Industrie-Comptoirs zu Wien , so oft,nicht auf bessere Urbilder falle.
Pfeifer (Joh. Andreas) erscheint im Leip-ziger - Adreßkalender als Form- und Figuren-schneider zu Leipzig von 1755-68. In die-sem letzter» Jahre starb er daselbst 44 - I- alt;und ob er gleich bey dieser lrtzern Anzeige imLeipz. Allerley 1768. S. 240. Christian ge-nannt wird, so ist doch dort vermuthlich von kei-nem Ander» als dem unsrigen die Rede.
* — — (Joh. Joachim) , ohne Zweifelder Johann des Lex. Lehrmeister von W. Lamm.Wenigstens haben nach einem solchen ein Unge-nannter in Fol. und L. Heckenauer in Quartobeyde das Bildniß des Hamburger-Pastor's I. F.Mayer's gestochen, der diese Stelle von 1686—91.bekleidet hatte.
— — (Peter Margolph), ein Münzwar,dein, welchen der Fürst von Baden 16Z0. zumMünzmeister ernennen wollte, was ihm aber vonReichs wegen abgeschlagen wurde, da beyde Aem-ter nicht in Einer Person vereinigt seyn durften.Hirsch deutsch. Münzarchiv IV. 288.
— — ( ) zu Dresden , stellte (?) an dem
sogenannten Gustav Adolph (ein im gothischen Ge-schmacke gebautes Haus unweit dem durch seineAnlagen berühmten Wörlitz im Dessauischen) nacheinem von W. E. Doell gegebenen Modell dasRelief, welches diesen großen König zu Pferde,und von einer fliegenden Viktorie mit einem Lor,beerkranze gekrönt, vorstellt. A. Rode: wörlitz.
Pfeiff (Joh. Ludwig), der Sohn eines zuFrankfurt am Mayn wohnenden KurmaynzischenResidenten, der ein auserlesenes Gemäldecabinetbesaß, wodurch vermuthlich des Sohns natürlichesGenie zur Kunst geleitet wurde. Er malte in Oelund Pastel, und zeichnete mit Rothstein und Bley-stift Geschichte und Bildnisse, vorzüglich aber Viehmit erstaunlicher Fertigkeit. „Er ging" (heißt estausends lustig bey Hösgen N. A- 558 — 59 .)„selten über die Straße, daß ihm nicht ein Hundoder anderes Thier begegnete, woran er etwasBesonderes bemerkte. Es sehen, ins erste beßteHaus eines Malers hineinlaufen, Pastell, Oel-farb oder Röthel, was er zuerst erwischte, packen,und so die Creatur, wie er sie sah, gleichsam be-seelt, auf Tuch, Brett oder Papeir werfen, esdann liegen oder stehen lassen und ruhig seinesWegs gehen, das war all' eins, und ihm ein leich-tes. Ja, seine Hurtigkeit war so groß, daß erjedes Thier in der schwersten Stellung, entwedervon einer Klaue oder dem Schweif zu zeichnenanfing, und es aber so richtig darstellte, als einAnderer nach allen Regeln." Mit alle dem warer lange bloß Dilettante, und eigentlich Canoni-cus an den beyden Frankfurter-Stiften St. Bar-thoiomö und St. Lconhard, die er aber wegenallzusreyer Lebensart 1754. verlassen mußt« undnach Braunschweig ging, wo er als Direktorder Herzogl. Porzellanfabrik 1779. verstorben ist.
Pfenntnger. 1079
* Pfeiler (Maximilian). Männlich nenntseine größentheils in Rom verfertigten Frucht-und Blumenstücke mit Kraft und Keckheit gemalt.Ein dergleichen besitzt die Galerie zu München ;drey andere diejenige zu Schleiüheim, daruntereines, wo eine Gärtnerin einen Korb mit Wein-trauben in einen Brunn stellt, und endlich seinlebensgroßes Bildniß, mit der Geige in oer Hand.Auch Pommcrsfelden hat von ihm zwey große Bil-der : Kinder, die mit Blumen spielen.
pfeilschmidt (Nicolaus). Dieser wurdei 497 . Münzmeister zu Zwickau . C Melrzerserneuerte Chronik von Schneeberg 1716.
pfenninger(Elisabeths), Miniaturmalerin,geb. zu Zürch in der Schweiz 177 . Tochter desbekannten asketischen Schriftstellers, Diaconus pfenttingers. Als neunjähriges Mädchen nahmsie den ersten Unterricht bey ihrem Oheim Hein rich Pfenninger . unter Leitung von Lavater ; dannspäterhin bey einem damals in ihrer Vaterstadtlebenden Dilettanten, Chevalier de Guite, undendlich von 1804—7. in Genf bey dem Zeichen-meister Boileau und dem Miniaturmaler Bouvier,wo sie bereits durch unermüdeten Fleiß bedeutendeFortschritte machte. Schon auf de» Zürcher -Kunst-ausstellungen von 1801— 5 . und wieder, nach ihrerRückkehr aus Genf , 1808. u. 9. sah' mau daherjedesmal unzweydeutige Beweise ihrer stuffenwei«sen Zunahme in der Kunst, sowohl in Bildnissennach dem Lehen, als in wohlgerathenen Copiennach großen Meistern; wie z. D. der in Zürch be-findlichen vortreflicheu Modestia von Correggio (1804.), der Herzogin von Cleveland von Net,scher (1805.); auch etlicher Zeichnungen: EinenChristuskopfes nach Guido (1802.); zwey anderein schwarzer Kreide weiß aufgehoht (1809.) u. s. f.Indessen schien unsere Künstlerin erst jetzt zu süh«len, wie Manches ihr noch zur Vollendung fehle,und ging daher in letztgenanntem Jahre nach Pa ris , wo sie Schülerin von Renault wurde, ganzeFiguren nach dem Leben zeichnete, und endlichvollends Unterricht von dem gegenwärtigen erstenMiniaturmaler Augustin nahm, und zwar mitsolchem Erfolge, daß sie selbst bey dem dortigengroßen Zusammenflüsse geschickter Meister in ihrerGattung großen Beyfall und viele Arbeit fand.»Was ich" (schrieb sie daher jüngsihi» einer Freun-din, welche sich um einige Umstände ihrer erstenBildung erkundigte) „früherhin gemalt, mag ichnur gar keiner Erwähnung würdigen."
— — — (Heinrich), Maler, Zeichner
und Kupferatzer, geb. zu Zürch 1749. Seinfrüher Hang zur Kunst wurde zuerst vornehmlichdurch Lavatern, als Busenfreund seines alternBruders, des verstorbenen Diakonus Pfenningersaufgemuntert, geleitet und genährt; hierauf erhielter im Zeichnen und Malen dreyjahrigen Unter-richt von seinem wackern Mitbürger, B. Bullin-ger, und ging alsdann mit Empfehlungen anZingg und Graf nach Dresden , welche ihm Zu-tritt in der Galerie verschafften, wo er (da er sichder Bildnißmaierey vornehmlich zu widmen ge-dachte) nach Vandyck, Remdrandt und Rigaud fleißig studirke. Nach einem Aufenthalt von dreyJahren kam er in sein Vaterland gerade in demZeitpunkt zurück, wo Lavater fertige Künstler fürseine Physiognomik auf allen Seiten suchte Aus-ser den vielen Zeichnungen, die er durch den un-srigen verfertigen ließ, ermunterte er ihn auch.Versuche im Radiren von Bildnissen zu machen,welche ganz nach seinem Wunsch ausfielen, undwirklich nicht selten durch das Kräftige und Geist-reiche ihrer Ausführung zu dem Beßren dieserArt zu zählen sind. So;. B. diejenigen Albertsvon Haller, des Canonicus Breiringers (.ganzvorzüglich), seines oben erwähnten Bruders, deskunstreichen P. B. von Muralt u. a. Jetzt legteer den Pinsel, womit es ihm freylich minder ge-lungen war (seine Bildnisse in Oel waren immervon wenig Bedeutung), ganz zur Seite, widmetesich einzig der Etzkunst und lieferte (178Z.) zu