Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1080
JPEG-Download
 

rogo Pfenninger.

L. idleifiers Biographien berühmter Män-ner aus der Schweiz 75. und (1782.) zuEbend-desselben Charakteristik der berühmtestendeutschen Dichter 24. Bildnisse in Oktavform,zwar von ungleichem, doch nie von unbedeuten-dem Verdienste; in 1798. diejenigen der dama-ligen helvetischen Direktoren Ochs, kegrand,Qberlin, Glayre und Pfeifer; hiernächst aucheinige Landschaftsblatter nach S. Geßner, ver-schiedene Schweizerprospckte u. a. Seit mehrernJahren lebte er wieder im Auslande (179b.) zuParis), und seither (1808.) in Ungarn . Nochauf dem Salon zu Zürch 1799. sah' man von ihmdas Bildniß seines anfangs genannten Bruders,Diaconus Pfenningers, in Oel.

Pfenninger (Johann), geb. zu Stafa amZürchersee 1765. eines dortigen Färbers Sohn,lernte die ersten Anfänge der Zeichnungskunst beyseinem Oheime, einem Bötticher, zuerst mit Wi-derwillen, bald aber mit großer Freude. Dannschien der Ruf seines Mitbürgers Kölla, den vieleFremde besucht hatten, seiner Lust zur Malereyeinen besondern Schwung ertheilt zu haben. Jetztwurde er, noch als zwölfjähriger Knabe, durchdes Pfarrherrn Lavaters Vorschub, bey dessenSchwager, Schmoll, zu Urdorf in die Lehre ge-than , wo er in kurzer Zeit einige Fortschrittemachte und noch weitere thun konnte, hätt' ersich bey seinem Meister nicht mehr mit der Jagdals mit der Kunst beschäftigen müssen. Nun nahmihn Lavater vollends in sein Haus, wo er aberebenfalls mehr als Schreiber und Cvpiste, wieals Künstler, alle Hände voll zu thun fand. Des-sen müde, kam er (1780.), auf Empfehlung vondem damals in Zürch lebenden M. Armbrust» indie Mechelsche Offizin zu Basel , wo er sich demKupferstechen zu widmen gedachte, aber auch hier,seiner neuen Bestimmung entgegen, mehr zumJlluminiren gebraucht wurde. Was er sich dortvorzüglich erwarb, war die Freundschaft zweyerseiner ältern Mitschüler, Hübncr und Gmeiin.Hierauf kam er neuerdings nach Zürch zu Lavater ,wo er mit Zeichnen und Malen für dessen Phy-siognomik u. s. f. unermüdct beschäftigt wurde,und das seltene Glück hakte, ihm meist zu Dankzu arbeiten. Durch einen zu schwarz gewordenenChristus, den er eines Tags nach einem Oelbüdein Wasserfarbe copirte, kam Lavater auf den Ein-fall, die Copie firnissen zu lassen, und siehe!der Kopf that wirklich Effekt zum Erstaunen, hatte dieKraft eines Oelgemäldes und die Klarheit einerMiniatur. Nun mußte Alles gefirnißt undbald hernach, als Lips eben aus Rom kam undeinige Versuche in der Enkaustik machte wie-der Alles gewipt werden; an das Nachdunkelndachte man nicht. In mehrern deutschen Jour-nalen (wer kann sich des Lachens enthalten!) wur-den dann bald alle diese Herrlichkeiten als einnon plus Ultra erhoben. Bey pfenninger hin-wieder wurde, gerade dadurch, das BestrebenOelmaler zu werden, nur desto lebendiger, undeinige Vorlesungen des wackern, damals schonblinden Professors Würsch von Luzern (über dieEigenschaften der Farben, und über die ganzeDerfahrungsart mit denselben), welche unser Jüng-ling zu Gesicht bekam, bestärkten ihn noch mehrin seinem Vorsätze. Einige seiner Bildnisse erhiel-ten selbst Lavaters vollen Beyfall; nur das nichtschnelle Trockemvcrden ärgerte diesen immer auf'sNeue, und mehr als einmal nannte er Oelmaleukurz: Ein Kochgeschirr«'». Mittlerweile bekampfenninger Lust, eine größere Kunsiwelt im Aus-lande zu sehen und zu benutzen. Lavater selbst riechihm, vorzüglich Rom zu sehen. Im Nov. 179/,.ging er dahin ab. Ungeachtet die Zeit dort baldungünstig genug war, half ihm doch sein unab-laßiger Fleiß, durch Copien nach großen Meistern,nebst etlichen eigenen Compositionen, besondersaber durch Bildnißmalen in Oel und Miguatur,mehrere Jahre durch. Von dies» Zeit datirt sich

D. sein späterhin auf dem Kunstsalon (1807.)

Pfenninger.

zu Zürch ausgestelltes trefliches Bild in Oel :Venus und Amor nach Litian; ein Paar Geß-nersche Idyllen in Wasserfarbe, von eigen»Erfindung; die ausgeführte Zeichnung: Herkulauf dem Scheidewege n. s. f. Kurz vor seinerin Gesellschaft Hartmanns von Stuttgart undKuhbeils von Berlin unternommenen Rückkehrins Vaterland (1799.) malte er noch das Bild-niß des Prinzen Borghese in Miniatur. Mit die-ser letzten, wurde er jetzt zu Hause, theils durchdie damals dort einguartirten östreichischen Offi-ziere, theils durch seine eigenen Mitbürger überund über beschäftigt. Von dieser Zeit an sah'man auf jeder dortigen Ausstellung (17991810.)wackere Proben seiner Kunst. Bald waren es Bild-nisse in Oel , Aquarell und Miniatur, die erstennach unserm Sinne die vorzüglichsten, von viel»Kraft und ausnehmender Kenntlichkeit; bald Zeich-nungen in Aquarell und Bist»; so (1802.) mei-sterhaft die Gruppe von Laokoon , und (1804.) dieschön getuschte Kreuzigung nach Michel Angelo.Bald wieder (i 8 o 5 .) ein angenehmes Familienge-mälde an Gouache. Don Zeit zu Zeit wagte ersich an Höheres. So in eben gemcldtem Jahrean: Eine personificirte Republik , gut gezeichnet,von schönen Formen, geschmackvoll drappirt undbrav ausgeführt, die ab», wir wissen nicht warum?ungleich weniger gefallen wollte, als die ein PaarJahre früher (1802.) etwas steif gruppirte Gesell-schaft der fünf Staatsgefangenen auf Aarburg .Auf dem jüngsten Salon von (1810.) hatte dieCopie eines kleinen Ecce Home nach da Vinci inOel , unsers Ermessens, mehrern Werth. Gegen-stände aus der Schäferwelt, wie diesmal die Sce-nen aus Daphnis und dem ersten Schiffer, schie-nen uns minder zu seinem Fache zu gehören.

pfenninger (Matthias) , Zeichner undKupferstecher, geb. (nicht wie es bey Basan.See. heißt, zu Basel 172,. sondern) zu Zürch 1729.lernte die Anfangsgründe der Kunst in seinem Va-terlande, bey Holzhalb, und begab sich sodannnach Augsburg unter die Aufsicht E. Eichels. Vonda ging er nach Paris , wo er in Verbindung mitChr. von Mecheln und Loutherbourg kam, undnach des letztem Zeichnung (nicht nach Mßli,wie Basan l. r. sagt) einige Blätter mit Beyfalllieferte. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland wählteer sich gerade die damals aufblühende Gattunggeätzter und colorirt» Schweizerprospekte zu seinemausschließenden Kunstzweige, bereiste selbst meh-rere Jahre durch die merkwürdigsten Gegendenseines Vaterlandes, und arbeitete anfänglich indiesem Fache für Aberli und Wagner in Bern (für letztem nach Wolf), und alsdann für eigeneRechnung Vieles, wovon sich das Verzeichnißdes Vorzüglichsten bey Rost II. 2(244. in Men-sel's L- L lJ A. und in Ebendeff Mus.IX. 261-HZ. und noch vollständiger in den N-Misc. V. 6079. (an beyden Orte» mit denPreisen) befindet, meist Alles ohne andern Na-men, als den seiuigen. Einzig nach Brandouin:üe lombeau äs Virglls und I'^rc äs. VarcKursks; nach L- Heß die Rheinbrücke qm Me-delserthal; nach Wüst die Wasserfälle zn Erlenbachund Weißlingen; dann die Bildnisse des sokratirsehen Bauers (Kleiujogg's), wieder nach Wüst,und des Schotten-Seps, (Molkentragers) vonGais . Von seinem Neuesten (0 h. 179680Z.)s. Meu fe l's Auch. II- 1. 72. Darunter die Bild-nisse der Tageshelden: Suwarow , Erzherzog Carl,Douaparte und Pitt, ohne Name» des Malers,colorirt; und Anfangsgründe zum Landschastzeich-nen, 16. Bl. colorirt, braun, und schwarz inUmrissen. Einiges ist auch bloß in seinem Verlagevon andern (Groß, F. Hegi, C. Kunz u. s. f.)gezeichnet und gestochen worden. Im Gantkatalogvon Mrnkler s. das sehr vortheilhafte Urtheil übermehrere; in: 4ourir.mrbiIäsi,c!sXün«te2io12.das große Lob, das den beyden Wasserfallen nachWüst, von F. Hegi, und in: B>bl. f 1. u.b.RünfieI. 2. 20§. dasjenige welches der Ansicht bsn Oli-