Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1085
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Philo.

* philo, der Baumeister von Bysanz, einerder berühmtesten Bildhauer seiner Zeit, leitete ausAuftrag des Demetrius Phalereus , ungefähr ZZo.I. vor Chr. die Feste zu Athen , vergrößerte denHafen und das Zeughaus des Pireus , alle diesesmit großer Geschicklichkcit, und so, daß, als erin öffentlicher Volksversammlung von seinem Thun Rechenschaft gab, dieses zugleich mit so genaubestimmter und reiner Beredtsamkeit geschah, daßman allgemein urtheilte, sein Rednertalent seyeben so groß, als seine Kunst. Nach sah man von ihmverschiedene Tempel; auch versah er denjenigen derCeres und Proserpina zu Eleusis (von Jttinuserbaut) mit einer Vorhalle, gab die Zeichnung zudem Theater von Athen , von welchem noch jetzteinige Ueberreste vorhanden find, und machte vonallen seinen Bauten Beschreibungen, die aber nichtbis auf uns gekommen sind. ^kr/rLra. terr. I.-jgho. Lons. sie Fontenar.

philomachus, s. phylomachus.

* philoxenes. Derselbe (heißt es bey wa-reler) zeichnete sich durch große Komposition aus,und suchte, an Fertigkeit, seinen Meister Nicoma-chus »och zu übertreffen.

* phlsteucres, ein griechischer Maler, wel-chen Einige, eben so, wie den auch i»i Lex. ge-nannten peuaeus oder pananus, für einen Bru-der des Phidi'as halten, äs dorrte,rar.

* Phoenix. Nach Milizia (K6. ter?. I.6i. s. V. Berrice) blühete dieser alte Architekt, nebstSaryrus, unter Ptolomaus Philadelphus. Donihrer Arbeit indessen ist nichts erkannt, als daßeiner aus ihnen (?) einen steinernen Kanal baute,der wesentlich dazu dienen sollte, den von demalten Könige von Egypken,NectabenuS, errichtetenObelisk nach Alcxandrien zu bringen, wo derselbevon unserm Künstler mitten in dieser Stadt auf-gestellt wurde.

* phragmon. Es waren Amazonen, dievon diesem alten Bildhauer im Tempel zu Ephe-sus standen, wareler vermuthet, derselbe dürftevielleicht mit phradirion von Argos Eine Per-son seyn.

* pbrygillus. Sein sitzender und auf denBoden gestützter Cupido befand sich im Cabinetdes Ritters Vettori zu Rom.

piacenrino (Jacob). So heißt irgendwoein Bildhauer zu Turin , Schüler von Joseph Sbra-vatti, der in 17^. bey der Akademie zu Parma einen Preiß erhalten hatte.

* (Julius). Von seiner Arbeit findensich auch an dem Pallaste Spada wohl angebrachteBasreliefs in Etucco.

piagali (Franz). So nennt Fiorillo IV.220. ganz ohne Weiteres, einen spanischen Malerdes XVII. Jahrhunderts.

*piactgiL (Teramo , oder Erasmus). SchondasLex. bemerkt, daß derselbe gewöhnlich mit Anr.Semim gemeinschaftlich gearbeitet habe. Auch fin-den sich auf ihren Bildern die Namen von Bey-den; und in einer Marter des H. Andreas in derKirche dieses Namens zu Genua sogar ihrer Bey-der Dildniß. In diesem Gemälde bemerkt mannoch den Geschmack ihres Meisters Vrca, aberschon sich hinneigend nach einem neuern und bes-sern: Zwar noch keine lebensgroßen Figuren, keinegenug pastosc Zeichnung; aber in den Köpfen eineKraft welche anzieht, und im Colorit eine ange-nehme Harmonie; einen leichten Faltenwurf; einebisweilen etwas cng gehaltene (alguanto lolt»)Compositivn, die nicht zu verachten war, und,kurz, im Ganzen einen Styl, der unter dem so-genannten Alt-Neuen wenig seinesgleichen fand.Da, wo piactcna allein malte, wie z. B. zu Chia-vari, und auch zu Genua , behielt er von dem al-ten Mehreres bey, besonders was die Compvsition

^ Piazza. ivtzZ

betraf. Immer aber war er in den Köpfen leb-haft, überlegt und graziöse.

*piaggia (Ant.). I. I. Biärnfiaehl, giebt(XII. 390.) im XIX. Brief eine umständliche Be-schreibung von den großen Talenten und mancher-ley Erfindungen dieses sinnreichen Künstlers.

* p 1 a »n 0 nrini (Josephv Nach seiner Rück-kehr aus Rom nach Florenz , erhielt er, nebst ei-nem Jahrgeid, die Wohnung im GroßherzoglichenPallaste.

(Johann Baptist). So heißt irgendwo,ganz ohne Weiteres, ein Geschichtsmaler, der fürdie Kirchen zu Genua gearbeitet habe, und aberhöchst wahrscheinlich kein Andrer als der ff. Joh.Maria Plane ist.

Plane oder plaghe (Joh. Marias, (wz'rhalten Plane für den richtigen Namen), genanntMollnaretro oder Mullnarerro, Maler zu Ge­ nua , geb. 1660. Nachdem er mehrmals in Parma gestanden, und die dastgen Höfe mit seinen 'Bild-nissen und einigen Kuchengemalden versehen, wurdeer von dem Könige Carlos als Hofbildmaler nachNeapel berufen, und starb dort in hohem AlterAuch in Kirchen und Pallaste» zu Genua sieht man mehrere Arbeiten von ihm in Oel undFresco. Gestochen nach ihm kennen wir einzigdas Bildniß des erwähnten Monarchen, von C.le Roy. Kattr. ?.a»r:r II. 2., rV-c.

Plattl (Franz), geb. zu Teglio im Veltlingegen der Mitte des XVII. Jahrh hielt sich mei-stens zu Mazzo in eben dieser Landschaft auf, undverfertigte viele historische Gemälde für die dorti-gen Kirchen und Privalhäuser. Eine Cleopatra vonihm in derPerigallischen Galerie zuDelebio beweist,daß er weit über das Mittelmäßige zu setzen sey.tznackrro III hob Lehman», II. ZZo. Lh. Vierohat etwas uns Unbekanntes nach ihm gestochen.

* (Pio oder Sank»). Derselbe blüheteum 1760. Nach ihm kennt der UVnklersche Ca-talog ein großes Blatt von Lheod. Viero zu Ve­ nedig gestochen, welches die Wirkungen der Eifer-sucht in einer nächtlichen Schlägerey zum Gegen-stand hat. S. den vorhergehenden Artikel.

* piarroll (Anna), Gattin des nachfolgen-den Eajerans Piarroli. Dieselbe erscheint schonoben in gegenwärtigen Zusätzen, unter ihrem eig-nen Geschlechtsnamen Bacherlnl. Der Verfas-ser gegenwärtiger Zusage besitzt von ihr eine in 1762.gemalte meisterhafte Copie von Raphaels selbst ge-maltem berühmten Bildnisse im Pallaste Altovitizu Florenz , dessen mit höchster Anmuth verbunde-nen Geist denn doch selbst R. Morghen nicht zuerreichen vermochte. Gestochen nach ihr haben:F. Bartolozzi das Bildniß der Dichterin Magd .Morelli von Pistoja, und C Faucci dasjenige derGroßhcrzogin vo» Florenz , Maria Louisa, In-fantil, von Spanien .

* (Cajetan), geb. zu Florenz 170Z.

lernte bey Vincenz Sgrilli, und neun Jahre beyFranz Riviera. Er malte geist - und weltliche Ge-schichte, Fabeln und Bildnisse; hauptsächlich vonFremden die nach Florenz kamen. Sein eigenesfindet sich in der Galerie. Dann arbeitete er einigeZeit zu Sicna, Visa, u. s. f Der Großhcrzogwählte ihn 1761. zum Zeichenmeister seiner Gale-rie. II. 2. , 5 . Er starb um 1770.

piazza (Anton), s. Joh. Baptist« piazza.

* (CalixtusV Ganz Titianeschisch er-scheint derselbe in seiner Himmelfahrt in der Colle-giatskirche zu Codogno , worin Apostel und zweyBildnisse der Trivulzi zum Vorschein kommen,welche des bcßten Schülers von Vecelli würdigwären. Eben so in drey Capcllen der Kirche dcll'Jncvronata zu Lodi, wo er in der einen die Ge-heimnisse des Passious, in der andern Geschichtenvon Johann dem Täufer, in der dritten derglei-

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