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einen alten Maler von Pistoja, Schüler von Pe-ter Perugino, den aber vasari kalt und plumpheißt. Don ihm sah man ein Bild bey den Non-nen von St. Pietro Maggiore seiner Vaterstadt,mehr andre ;u Citta St. Sepolcro, und Einigesselbst zu Rom , wo er Pinturicchio behülflich war.
* pistoja (Leonhard), mit dem BeynamenMalaresta, vielleicht auch Graria. Lanzi I.
nennt ihn einen würdigen Schüler des Fat-tore. Graria halt er für seinen wahren Fami-liennamen. So (I-eonarrius 6»atia pistoriensis)heißt er auf einer Verkündigung in der Hauska-pelle der HH. Canonici zu Lucca ; und dasselbe soll«in Bild, werth eines Nachfolgers (nipote?) vonRaphael gewesen seyn, den Einige sogar ebenfallsfür seinen Lehrer halten, und glauben, daß er, zugleichmit dem Fattore, für denselben gearbeitet habe.La»Li l. c. 428. Noch an einer andern Stellenennt eben dieser ihn: Einen treflichen Coloristen,dann aber eben nicht immer gleich guten Zeichner,von dem man auch Einiges zu Vollerm finde.Ob zu Pistoja etwas von ihm übrig sey, ist unsunbekannt. In der dortigen Diocese, zu CasalGuidi, hingegen fleht man in der St. Peterskirchevon ihm diesen mit drey andern HH. die den Thronder H Jungfrau krönen. Nachdem er zu Nea pel seinen Penni verlor, blieb er daselbst bis anseinen Tod, und gewann viel Geld von Partiku-laren, vornehmlich mit Bildnissen, worin seineStärke bestand. Oeffentlich wurde er nur seltengebraucht.
— — (F. Paul da). So nennt Lanzi I.1Z8. einen Schüler und Collegen des Frale, deralle seine Studien geerbt, und nach dessen Zeich-nungen mehrere Altartafeln zu Pistoja gemalt habe,wie z. B. diejenige des großen Altars in der dor-tigen Pfarrkirche St. Paul.
* piston. So heißt bey LVaeeler (vielleichtdurch Verwechslung.mit dem pisicrares des Lex.)ein alter Bildhauer, Schüler des Tisicrates, derbloß durch einen Mars und Merkur bekannt sey;Arbeiten welche ohne Zweifel geschätzt wurden, daman sie nach Rom gebracht, und im Tempel derEintracht aufgerichtet habe.
Pistor (Johann Jacob) Sohn des folgendenMarch. Conr., wurde 17Z9. in Hessen geboren,studirte, trat i/ 58 . in Hessische Dienste bey derArtillerie, und ließ sich endlich 1771. bey dem Rus sischen Militair anstellen, wo er seit 1780 Obersterund nobilitirt war. Dabey besorgte er dort denBerg - und Salzwerkbau und half dem GeneralBauer (von dem wir in künftigen Zusätzen redenwerden) in seinen großen Bauten; namentlich beyder Ausführung der von diesem entworfenen Ver-tiefung des Kanals bey St. Petersburg . F. LV-vrrteder's Hessische Gelehrrengesch. Thl.II. (Cassel 8.) S. iZ. in der Note.
— — (Matthias Conrad), ein zu Cassel ge-lernter Büchsenmacher, von welchem man auf demMuseo daselbst eine künstlich verfertigte Uhr sieht.Diese stellt eine Pallasfigur vor, die auf der Brustdas Zcigerblatt, und in der rechten Hand eine —Pistole hält; hört der Wecker im Bauche der Fi-gur auf zu spielen, so drückt sie die Pistole los,und zündet ein Licht an. Der Verfertiger erhieltdieserwegen von dem Landgrafen ein Geschenk unddie Stelle eines Zeug - und nachher 1728. dieeines Oberzeugmeisters beym Cassel - Zeughause,piftor wurde 1691. zu Offenbach geboren, undst. 1761. vermuthlich zu Cassel . Strieder'sHessische Gelehrrengesch. Thl. II. S. i 3 o.
pistorius (Friedrich Wilhelm), ein Malerzu Leipzig , der dort von » 738 . an bis in die ersteHälfte des folgenden Jahrzehnds erscheint. Florir.Leipzig .
pistrucci (Philipp). So wird im Almanachaus liom 1810. 8. 27V. ganz ohne Weiteres, eindamals dort lebender Italien . Kupferstecher genannt.
Pitau.
* pitau oder p»' thau (Jacob und Riclaus),Vater und Sohn. Mclaus, der Sohn, geb. umr6ZZ. (nicht 1664. wie Basan sagt) zu Antwerpen (und nicht zu Paris , wie LVareler meint), wohlaber dort gest. 1676. (nicht 71. wie das Lex. hat).So viel scheint gewiß zu seyn, daß er mit seinemVater, der ihm den ersten Unterricht gab, um1660. nach Paris gieng, und sich dort haushab-lich niederließ. Derselbe arbeitete in der Maniervon Poilly, aber weit männlicher. „Seine H.Familie nach Raphael" (heißt es bey wareler)„ist ein Meisterstück von Schönheit des Grabsti-chels, Reinheit der Zeichnung, Kraft und ange-messener Wirkung. Sanziv's Charakter ist viel-leicht nie in keinem Stiche besser ausgedrückt wor-den, und man dürfte sich nicht wundern, wennein (ächter) Liebhaber sie selbst der berühmten vonEdelink vorzöge, pi'rau hat durch dieses Blattgezeigt, daß der Fürst der römischen Schule den»Stecher auch Lehren von der Farbe geben konnte,und daß, um diese in seinen Werken zu finden,man sie nur verstehen müße". Ausser seinen hi-storischen Arbeiten kennt man auch trefliche Bild-nisse von ihm. Rost IV. 202—5. und V ll. 281—8-j.Von letzter» werden dort 18., von geschichtlicheni 5 . Blätter angeführt. Jen« stellen meist berühmteNamen vom Hofe und aus dem Jahrhundert Lud-wigs XIV. (keine Frauenspersonen), vor, nach
H. Pere; Brand, Champagne, I. Dar«, I. vonEgmont, C. la Febure, S. Fran^ois, P. Mig-nard, N. de Plate-Montagne, auch ein Paar ohneNamen des Malers (doch nicht viele, wie hinge-gen Rost andeuten zu wollen scheint). (EonLS»-a>rstL.r). Das Historische nach Barbieri, Bour-don, le Brun, L. Carracci, Champagne, Sanziound Villequin; lauter religiöse Gegenstände: Dieschon erwähnte H. Familie nach Raphael (unstrei-tig sein Hauptblart) ist nämlich diejenige, wo Ma-ria das Jesuskind auf dem Schooß halt, welchesden kleinen Johannes segnet, (die H. Elisabethknieet, und St. Joseph tritt zu einer Thür hinein);ein Leichnam Christi, von sechs Engeln auf seinemGrab gehalten nach L. Carracci, welches auchFüßli ll. 126. mit vieler Sorgfalt gestochen nennt ;wieder einen andern todten Christ auf den Leintü-chern, von Engeln beweint, nach Guercino . Ei-nes: Jesus mit der Samariterin nach Champagne,hat auch Edelink gestochen. Das früheste dieserBlatter ist von i 657 -, das späteste von 1670.Der Abt von Marolles besaß von Aiclaus 07.Bl. Noch mit mehreren-nennt ein Verzeichnißmeines sei. Vaters: Ueber hundert, und unter die-sen gegen 80. Bildnisse, worunter indessen (denDaten noch) über ein Dutzend dem nachfolgendenMclaus dem Jüngern zngehören. Dort er-scheinen noch von den Bildnissen die oben nichtberührten Maler: Deaubrun, Chaperon, Floquet,Lucas, N. Mignard und Stresor. Dann von Ge-schichtlichem : Maria mit dem Kinde, und einLeichnam Jesu , von seiner Mutter beweint, jenesvoll Anmuth, dieses voll Ausdruck, beyde wiedernach Guercino . Diese hat auch Füßli l. c.36 t. u. Z62. Eine H. Familie mit musicirendenEngeln, nach Vandyck; eine Verkündigung nachPoussin (diese wünschten wir zu kennen); eine an,dere Verkündigung (großes Blakt auf zwey Bl.)nach G. Reni, und eine reuende Magdalena nach
I. Werner. Aber auch in diesem Verzeichniß keineinziges weltliches Blatt, wenn wir nicht die Grab-mäler etlicher Herzoge von Bretagne , nach Cha,perons Erfindung, darunter zählen wollen. Eonf.
Auch dieser giebt der mehrgedachtenH. Familie die ihr gebührende hohe Ehre, undpreist daran besonders die so fließenden und dochkorrekten Umrisse.
* — — (Niclaus), der Jüngere. So nenntRost ll. cc. einen Sohn von Aiclaus dem Ael,rern. Ob derselbe, den hingegen das Lex. unterdem Art. dieses letztem Franz heißt, ist uns un-bekannt. Von dem tdiclaus sagt Rost das eineMal: Er habe den Erwartungen, die man nach