iil 4 Pitterlin.
einen Bacchus für's Mus. Flor.), P. Lely, F.Lorenzi, I. B- Mingardi, B. Nazzari, Nazzetti,C- F. Rusca, D. Teniers und P. Uberti. Vorallen aber war es Piazetta, sein Mitbürger, fürdessen eigentlichen Stecher wir pirreri zu haltenhaben. Nach demselben führt neben Andern» (Fan-deUini das seltsame Blatt der vom Blitz nieder-geschleuderten Ketzerey, unter Gestalt eines —Malers an. Wenig bekannt endlich ist ein Kunst-werk, das von ihm 1753-87. in 5 . Oktavbandenbey V. Justice im Haag erschien; nämlich ein auf767. Platten ganz in Kupfer gestochener und mitvielen Vignetten gezierter Virgil, welcher freylichdem berühmten Hora; von I. Pine, seinem ver-muthlichen Vorbilde, an Schönheit für das Augnicht beykam. Breitkopf (Fesch. d. Schrei-bekunst, herausgeg. von Roch S. 77. SeineBlatter bezeichnete er bisweilen bloß mit: IVl. ?.steclc. Nach Heinecke I. 122. besaß er auch ei-nen Kupferverlag.
pirrerlin (Friede. Siegmund), ein deutscher Zeichner, geb. zu Penig 1729. war in seinen frü-hern Jahren bey der Porcelanfabrik zu Meisten,dann seit 1782 bey der Akademie zu Leipzig , alsLehrer im Zeichnen zu Stoffen, Zitzen, n. s. w.angestellt, auch Mitglied der Akademie zu Dres den , und st. zu Leipzig 1797. Leipzig . Aünft-ler-Alm. 1787. — Hof- und Staarskalender,u. s. w.
* pirrocchi od. Dirocchi (Matthäus da).Nach Lanzi II. i 63 . gebürtig von Florenz , blü-heke um i 65 o. scheint aber meist ausser seinem Ge-burtslands gelebt zu haben. In den Galerien zuDicenza und Verona sieht man viele von seinenBettlerköpfen sowohl als anderes Lustiges und Lau-nenhaftes von ihm; dann aber auch Ernsthafteszu Padua , wo er wahrscheinlich gestorben ist; sor. B. bey den Servilen einige große Bilder, welcheaber ganz in dem damaligen Nakuralistenstyl ge-zeichnet, und dabey bis ins Schwarze nachgedun-kelt sind.
* pitt 0 ni (Baptist), nach Malpe Maler undStecher, geb. zu Vicenza i 5 c» 8 .- Landschaften, mitArchitektur oder Ruinen staffirt, waren der Lieb-lingsgegenstand seiner Kunst. Dergleichen etzteer mit wunderbarer Wahrheit und einer eben sofesten als angenehmen Nadel, uno zog dabey immerdie Natur zu Rath. Seine Arbeiten bezeichneteer gewöhnlich mit: kaptüsta st. V. st. SeineSanimlung von Pallästcn datirt sich von i 5 (ii-Die 40. Bl. dann zu Scamozzi's öiscorsi so-pra 1 e Hntickitä 61 Horns etc. sind zu Venedig , 583 . gedruckt. Ob endlich sein irgendwo ange-führtes: stlbro 6 '^rckitettura, nach Scamozzi'sErfindung und B. Peruzzi's Zeichnung (Venet.» 6 i 5 .) wieder ein eigenes Werk sey, ist uns un-bekannt. Von ihm nennt auch der winklerscheCatalog,als ein seltenes historisches Blatt: DieNiederlage des Crassus durch die Parther .
» _ —. (Franz). Auch Lanzi II. 208. weißvon ihm nichts zu sagen, als daß er des nach-folgenden Johann Baptist's Oheim und Lehrergewesen sey.
* — — (Joh. Baptist). Nach Malpe hätteer vornehmlich Caliari zu seinem Vorbild genom-men: „Sein düsterer und von Natur schüchternerCharakter ließ ihn die Einsamkeit suche». RuhigeArbeit war seine größte Lust. Er war ein guterGeschichtsmaler, ohne deßwegen das Landschafts-fach zu vernachläßigen". Weit greifender indessenheißt es von ihm bey Lanzi l. c.: „Er bildetesich in fremden Schulen einen Styl, der biswei-len durch gewisse Kühnheit der Färbung und andrepittoreske Reize sein Neues hat. Etwas Auser-lesenes war er eben nicht; aber gewöhnlich cor-rekt in der Zeichnung, vollendet in der Ausfüh-rung , und verständig in der Composition. Amliebsten malte er Figuren unter Lebensgröße. Der-gleichen Geschichtliches von ihm sieht man Meh-
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reres in den Galerien der Terra Firma; auch ei-nige Altarblätter, wo die kleinern immer die bes-sern sind. So z. B- bey St. Anton zu Padua seine Marter des St. Bartholomaus, welche einflüchtiger Reisender für einen Tiepolo hielt, derdoch in ganz andrer Manier arbeitete. Irgendwowird er, vielleicht mit Grund, für den letztenbedeutenden Maler der venetianischen Schule ge-halten. In Deutschland besitzen von ihm: DieDresdner -Galerie zwey sehr große Bilder (dentodten Seneka, der vor Nero gebracht, und dietodte Agrippina, die von eben diesem Kaiser —geöffnet wird); diejenige von Salzthalum: Diehalbtodte Sophonisbe, mit dem Giftbecher in derHand, und Berenice, die sich ein Haarlocke ab-scheeren will. Gestochen nach ihm kennt man:Eine Canonisation von St. Johann Ncpomuc vonJnn. Alessandri und P. Scataglia; Jsaak segnetden Jacob, Juda und Tamar, Samuel salbt denDavid, das Opfer Gideons, und die Marter vonSt. Ursula, alle von F. Berardj; einen Christ inder Krippe von F. R Bruent; eine» St. JohannBaptist von G. Hayd; die Taufe St. Augustinsvon P. A. Kilian, (schönes Blatt); eine Ge-burt der H. Jungfrau von P. Monaco, undMerkur mit zwey Genien, von einem Ungenann-ten, vielleicht von ihm selbst, da wir nämlich ausRost IV. 128 — 29. vernehmen, daß er einigeartige, von Kennern sehr gesuchte Blatter geetzthabe, welche bald bloß mit 6. st. andremal bloßmit 6. st. bald mit katista st. V. st. (gleich dem.alten Baptist»), bald m>t seinem ganzen Namen)ok. 6apc. stittonus (Vicsntinus) fecit, bezeich-net seyen. Malps kannte von ihm sechs kleine male-risch geetzte Landschaften mit 8. st ; andre mit Rui-nen: (kaptista st. V. st.) soll er nach Cockgeetzt ha-ben. Lonf. In den 1'ombesux 6e8
strince5 etc. ä'Hnßleterre (nach Gemälden undZeichnungen aus den Cabinetten Richemond, Le-nox u. s. f.) befindet sich ebenfalls Einiges nach ihm.
* pirror il Saneo, Beyname von JohannBernardRoderico, sonst auch Siciliano genannt.
— — da Libri, Beyname von Jos. Caletri,sonst auch der ssremoneser genannt. S. diesenArt. in den gegenwärtigen Zusätzen.
f)ittori (Lorenz). So nennt Lanzi I. Z7Z.einen alten Maler von Macerata , von welchemsich in der dortigen, ihrer Architektur wegen ge-schätzten, Kirche dellc Vergini ein in i 533 . gemal-tes Madonnenbild, noch in jenem Styl findet,den man alt-neu nennt.
Oiruenga (Florinus di), ein Franzose, undLassandro, zwey Baumeister , die den Auftraghatten, die Stadt Ävila wieder aufzurichten, welche,eben so wie Segovia und Salamanca , von denbeständigen Ueberfällen der Mahomedaner zerstörtworden. Dies geschah aufBefehl König AlphonsII. und wurde im I. 1090. von 8ou. Mann zubewerkstelligen angehoben. M/i-cha L6. terr.
I. 119.
pitz(Carl), deutscher Geschichtsmaler, geb.zu Saarbrücken um 17)3. Der Fürst von Nassausandte ihn nach Zweybrücken zu dem dortigen er-sten Maler des Herzogs und Direktor der schönenKünste, Christian Männlich, bey welchem er sechsJahre blieb, und nach dessen Zeichnung die Deckeund Wände in dem herzoglichen Schauspielsaaleauf eine so angenehme Weise ausmalte, daß derHerzog (Carl II) ihm ein Jahrgeld zusicherte, undihn nach Paris und Rom reisen ließ, wo er zwarnach den Werken der größten Meister studirte, undsie nachzuahmen suchte, darüber abcr eine kaltetrockene Manier annahm. Auch haben die Bilder,welche er vor und nach seinen Reisen malte, mehrFeuer und Leben, als die welche er in Rom ver-fertigte. So heißt es bey Männlich, seinem er-wähnten Lehrer. Dann in der Schrift: LVinkel-mann u. s. Jahrhundert (S. 020.) dagegen: