Band 
Zweyter Theil [2].
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1120
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Po.

* Po (Theresia), perers Tochter. LanziI. 62) nennt sie eine geschickte Miniaturmalerin.Mitglied der Akademie von St. Lucas war sie (wohlschon frühe) 1678. Als Kupferstechern kennt manvon ihr, neben Anderin: Hrcus l'rajano «lellica-tus kenoventi, porta surea clictus, gculptnrisst male oliirnum facile prlneeps. liomee (10. Bl.).Dann den Triumphbogen des Berges, den (?) derMarquis del Carpio (wie es scheint Paphlagonier I.)beym Carneval zu Neapel 1681. durch 16. Pferdeaufziehen ließ; eine Allegorie auf das Wappen desHauses Chigi nach D. Montorselli's Zeichnung;eine Thesis für den Abt Pomp. Amerighi (Lud­ wig XIV. ;n Pferde beschreibt ein Karte von-Frankreich mit der Jnnschrift: 6allla non ts ca-

lt!); dieß ohne andern Namen als den ihrigen,erner das Grabmal Julius II. nach Buonaroti(in dem Werke des Ciaconius); eine Susanns imBade nach einem der Carracci ; eine Geburt derH. Jungfrau nach ihrem Vater (beydes schöneBlatter, letzteres ein großes geatztes und mit demGrabstichel vollendetes), und endlich, was (gelungen)am meisten von ihrer Kunst zeugen würde, eine Land,schaft mit Figuren von Correggio , nach der Zeich,nung ihres Vaters. Mrc. Gandellini sagt: DieMadonna mit dem Kinde und dem Engelchen;dasselbe, was auch Spierre gestochen. Rost III. Z09.

poch (Matthäus), s. oben Patsch (Johann).

* (Paul, Tobias und Jacob). VonTobias sieht man in der Kaiser!. Bildergalerie zuWien die Marter von St. Dorothea,

pochmann (Trautgott Lebrecht), ein deut,scher Geschichts - u. Dildnissemaler neuerer Zeit, geb.zu Dresden 1762. Schüler von Graf und Casa-nova, ward in 1796. Pcnsionnair der Kurfürst!.Akademie wegen seinen Miniaturen, und 1800.wirkliches Mitglied derselben seiner Bildnisse we-gen. Schon in frühern Tagen kannte man vonihm ein in dem Dresdner -Salon ,794. aufgestell-tes Bild in fast lebensgroßen Figuren in Del:Die drey Grazien im Bade, denen Amor heim-lich ihr Gewand entwendet, welches seither vondem Hofe zu Weimar um Zoo. Rchthlr angekauftwurde. Eine genaue Critik desselben s. in Meri-sel'« lss- Mus. S. 255 5 ( 1 . Dort heißt esnämlich: »Die Composilion dieses Stucks istregelmäßig, gut und sehr Vortheilhaft, dem An-schauer die schönen Contours keineswegs zu ver-stecken. Die Charaktere der Köpfe befriedigtennicht, weil der edle Reiz darin vermißt wurde.Auch fehlt der wahre Ausdruck der liebenswürdi-gen Schüchternheit, die mau sich bey einer sol-chen Ueberraschung von Grazien denkt. Im Gan-zen sind die Formen zu einförmig, was vorzüg-lich von den zu lange dauernden Reflexen herrüh-ren mag. Dieses läßt muthmaaßen, daß H. Pochsmann zu sehr dem Gyps gefolgt sey. Die Ex-tremitäten sind fast zu niedlich gehalten. Die Ge-stalt des mit dem Gewand in die Höhe schweben-den Amors ist etwas schwerfällig, und seine Mienenicht schalkhaft genug. Das Colorit ist zu weiß,geht in van der Werfs über, und ist daher etwaskalt. An der Richtigkeit der Zeichnung ist imGanzen sehr wenig auszusetzen. Die Nebensachensind gut und mit Dreistigkeit, obgleich etwas hartbehanoelt. Mit alle dem gebührt H. p. das Lob,nicht nur, daß er im Vergleich eines vorjährigenBildes große Fortschritte gemacht, sondern auchdaß dieses eines der vorzüglichsten Produkte derdiesjährigen Ausstellung sey, und daher unge-theilren Beyfall gefunden habe". Freylich , nach-dem er einmal zu Weimar stand, wurde er vondort aus als tadellos, und namentlich auch dasschmelzende, und von H. Engelschall vollends' das wärmste Colorit daran gerühmt (i. 0. 5 i 8 .und Neue M-scell. VII. 943.). Hiernächst

sah man von ihm ein kleines Altarblatt (2^ hoch,

breit), Copie des Abendmals von da Vinci,für die griechische Kapelle des Fürstens Basolelsky,«nd ebendaselbst einen Salvaror nach Mengs

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und eine Madonna nach Lanfranco, beyde einemvortreflichen Jesajas (Copie nach Rubens ?) vonCasanova zur Seite. Magaz. Sächs. Gesch.I V. 575. und Hof- und Graarskal. Um 180Z.befand er sich in Rom . Späterhin nennt manvon ihm auf dem Kunstsalon zu Dresden i 8 o 5 .eine Sappho in Lebensgröße, welche Anstalt zumSchreiben eines Gedichtes macht, das ihr einAmor zuflüstert; endlicheinschönesDildnißderSchau,spielerin Christ. Beyde werden in Meusel'sArch.I. 4. ton10. sehr gepriesen. Das erste hatteschon einen Käufer gefunden, ehe es beendigt war.Dann in 180V. eine Diana, die den schlafendenEndymion aufweckt, ein Bild, das in der Jen.A> L- Z. 1806. I. D- N° 35 . zweydeutig ge,rühmt, oder vielmehr unzweydeutig bemerkt wird,daß das entschiedene Talent dieses Künstlers eherfür das Bildniß sey. Anderwerts wurde vollendsdaran, in Absicht auf Erfindung, Ausdruck, Fär-bung und Vollendung Mehreres gerügt, und selbstvon einem weiblichen Bildnisse desselben auf ebendieser Ausstellung geurtheilt, daß solches, flachbehandelt, weit unter seinen frühern Arbeiten stehe.Ein besseres, aber, wie wir besorgen, nicht so zu-verläßigcs Lob erhielten diese beyden Bilder inMeusel's Arch. II. 1. 92-9Z. Doch hieß eSauch dort von dem erstem: »So tadelfrey diesesBild in Hinsicht der richtigen Verhältnisse, derBeleuchtung und Haltung ist, so fehlt es ihm dennocham Treffenden des Fleischcolorits, welches merk-lich von der lebendigen Natur abweicht, und dieTäuschung stört"; und selbst von dem Bildnissehört man auch hier die Einwendung: Daß dasverfehlte Colorit der Achnlichkeit und dem jugendli-chen Alter der Person nachtheilig sey. Dagegen hießdann wieder auf dem Salon v. 1807. H.pochmannsBildniß des Opernsängers Bonaveri »voll Cha-rakter und Wahrheit" (M eusel' s Arcv- II. 3,3 ).Und eben so soll er auf dem Salon von 1808. dasBildniß des Hofschauspielcr Schirmcr's in ange-nehmer Farbengebung und ebenfalls nicht ohneWahrheit (im erwähnten Arch. II. 3 . 129 heißtes »meisterhaft colorirl und in einer guten Stel-lung bey guter Laune") dargestellt haben; und vonseinem an einer Quelle liegenden Narcissus in Le-bensgröße, auf eben dieser Ausstellung, liest mandort vollends: »Der jugendliche schöne Körperist mit dem glücklichsten Erfolg nach der Antikegeformt und gut gezeichnet, und das Ganze ineinem markigen und schmelzenden Farbenlon gear-beitet". Können wohl diese gesammelten Nachrich-ten über unsern Künstler alle Recht haben? BeyMensel »I. L. L. so wie bey Haymann, er-scheint er (1809.) »och unter den Lebenden.

pochmann ( ). So heißt im Almanach

«los öeaux-Hl-ts 1803. ein damals zu Paris leben-der Maler von Familienscenen. Ob vielleicht un-ser obige pochmann vor seiner Reise nach Italien ?

' Pochon (R). So heißt in der AUgem.Runstz. 8°. 180Z. S. i 43 . ein uns sonst ganzunbekannter Künstler, der die Mutter mit demKinde und dem kleinen Johannes nach Guido,aus der Galerie des Louvre gestochen habe.

pock (Tobias), Maler, geb. zu Konstanz ;wann er geboren, wer sein Lehrer gewesen, undwann er gestorben sey, ist uns unbekannt. Nurso viel weißt man, daß er um 1640. in Wien gearbeitet habe. Seine Manier trägt das Geprägeneuerer Zeit, wo, nach einer langen Reihe vonNachahmer» , ein unbedeutendes Gemisch vonSchulengeschmack entstand, in welchem weder dieWerke ihrer Stifter noch die naive Nachahmungder Natur zu finden ist. Ein Bild von ihm be-findet sich in der Galerie zu Echleißheim; Meh-reres, wie es heißt, in den Kirchen seiner Gc-burtsstadt. von Männlich.

Pocock (N.), ein englischer Maler neuererZeit, seit 1804. bekannt. Eines der größten Ge-mälde von ihm ist die Landung der brittischen Ar-mee in Egypten unter dem Kommando des Ge-