Band 
Zweyter Theil [2].
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1121
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H2L

P o c o ck.

nttals Abercrombie. Als Kunstwerk hat es wohlwenig Ansprüche; aber als ein Bild, welcheseinen der wichtigsten Vorfalle des Kriegs denNachkommen versinnliche» soll, ist es von Belange.FwrlUo V. 7/,2. Eine Ansicht der brittischenFlotte, wie sie in den Sund segelt und das SchloßKronenburg vorübergeht, von eben diesem Künst-ler, rühmt Hürrner in den E'icff. Misc. 1802.B. VIII. St. 3 . S. i 83 . Auf dem Londner-Sa-lon i 8 o 5 . sah man dann von ihm ein kleines Bild,das einen Seesturin darstellt, und von großem Fleißund genauer Beobachtung zeugte. Dann gabWatts nach ihm i8ob. ein Blatt (Devotion), vonwelchem es hieß: »Die Figrw ist sehr gut ange-legt (?) und der Stich fleißig; aber das Ganzemacht keinen angenehmen Eindruck. In i 8 c> 5 .befand er sich unter denjenigen englischen Malern,die sich damals von der Königl. Societät trenn-ten und eine eigene, unter dem Titel: Societätder Maler in Wasserfarben stifteten. Fiortllo l. c.871. Ob er der nämliche sey, der mit Dodd ge-meinschaftlich vier Bilder, welche die berühmteSchlacht zwischen den Dänen und Engländernvorstellen, sowohl gemalt als gestochen hat, istuns unbekannt; doch um so viel wahrscheinlicher,da wir auch anderwerts ein um 1802. von Blackenach einem s)ocock gestochenes Blatt angezeigtfinden, welches die Ansicht der brittischen Flotte,wie sie Kronenburg vorübersegelt, darstellt.

(R.), ein englischer Kupferstecher neue,rer Zeit, von dem man drey überaus prächtigeisländische Aussichten, nämlich die heiße, hochemporspringende Quelle, der Geyser genannt,von mehrern Seiten kennt. Die Zeichnungen wa-ren in Island 1802. verfertigt worden. FisrilloV. 744 -

( ), ein anderer englischer Künst-

ler , Landschaftsmaler dieses Namens, der mitObigem nicht zu verwechseln ist, begleitete denbekannten Mr. Bogle auf seiner Gesandtschafts-reise zum großen Lama nach Tibet ; und seine (sel-tene) Arbeiten, die sich meist in den Händen derKunstliebhaber in Ostindien befinden, werden sehrgeschätzt. Fiorillo l. c. 701. u. § 4 - Ob dieserKünstler derselbe sey, den gleichfalls Fiorillo(l. 0.834.) unter diejenigen zählt, die sich in neuernTage» auch mit Darstellungen von Gegenständenaus der inländischen englischen Topographie beschäf-tigten, ist uns unbewußt. Dieser dürste derjenige seyn,der im Tnbing.Morgenbl. 1807. S- 872 Po-cock heißt, und von dem man dort liest: »Nächstenserscheinen von ihm Risse von mehrern Arten vonländlichen Gebäuden, die er nach dem altengli-schen , griechischen und römischeü Style entwor-fen, und sowohl Formen und Beschreibungen alsauch kritische Bemerkungen über den Charakter,die Umgebungen und die Lage, für welche sich dieseGebäude schicken, hinzugefügt hat. Das Werkbesteht aus 33 . Kups. in Royal-Quart."

* Podest« (Andreas), Maler, Zeichner undKupferätzer, geb. zu Genua um 1628. Nach Ei-nigen kam er erst um 1640. nach Rom (gewißwar er i 63 o. nicht Mitglied der dortigen Akade-mie, wenn seine oben angegebene Geburtszeit ihreRichtigkeit hat, woran wir jedoch zweifeln). Esscheint aber, er habe sich als Maler nicht sehrausgezeichnet. Dagegen ward er in Rom , nebstandern berühmten Künstlern angestellt, die Gta,tüen und Basreliefs der Galerie Iustiniani zuzeichnen, welche dort in zwey Foliobanden erschie-nen. Was ihm aber die meiste Ehre macht, sinddie von ihm selbst angenehm, geistreich und ver-ständig geätzten Blatter, in welchen die äußernTheile der Figuren richtig gezeichnet und die Kopfeedel und gut charakteristrt sind. Rost IV. 5 o 5 i.Dort und anderwerts werden von ihm angeführt:St. Diego, der Blumen in Brodt verwandelt;Ebenderselbe, der seinem Kind die Hand auffegt,nach Bildern in St. Giacomo degli Spagnuolizu Rom , und Merkur , welcher Pallas den Apfel

0 e h l e r.

reicht, aus der Galerie Farnese: Alle drey nachH Carracci ; ein Bacchanal mit dem trunkenenSilen (1640.), und Bacchus und Ariadne auf Na-pos, beyde nach Titian (welcheFüßli III. 4950»flüchtig, aber malerisch radirt nennt); die Erfin-dung des erster» vindicirt Malpö für Oodesta selbst.Dann ein Bacchusfest rb-jo. O. l>. 1649.); Liebes-götter, die sich mit den Künsten beschäftigen (1849 ),Guido zugeeignet (diese beyden von seiner eigenenErfindung 1; ein Symbolum nach Cortona u. s. f.Seine Blätter bezeichnete er bald mit: ?.

bald mit: ^nst. in. et feo. Wieder anderem«!mit einem Monogramm, welches Malpe giebt.Hinwieder hat C. Bloemart nach ihm zwey Blät-ter (wahrscheinlich Titelblätter) gestochen, wovondas eine einen jungen nackten Genius darstellt,und das andere irgendwo: II Illsre I.>AU 8 ticorubrizirt wird. Lonk. Gandellini, der, stattBacchus und Ariadne , ein zweytes nach Tiriannennt, wo Amorine um die Bildsäule der Venusmit Apfeln spielen (Bilder, die sich gegenwärtigin Spanien befinden sollen). Der Katalog yonwlnkler endlich kennt von ihm drey solcher Bac-chanale, die er sehr genau beschreibt; und derje-nige von Brandes heißt zwey derselben selten.

podevi'n (Anton). So heißt irgendwo einflamändischen Künstler (vielleicht Baudoum), nachwelchem H. Roßi das Bildniß des Kardinals Aug.Cuzzani-gestochen habe.

* poel (Albert oder Egbert) blühete um 1647.In der Galerie zu Wien zeigt man von ihm dieAnsicht eines niederländischen Dorfes, mit diesemDatum bezeichnet, und eine Feuersbrunst; in der-jenigen von Lichtenstein ein holländisches Bauernsiück(im Katalog dieser Galerie findet sich die einzigeuns bekannte Charakteristik dieses Künstlers, dieauch das Lex. anführt). Auch ein Bild von ihmin der Galerie von Salzthalum wird wohl imRegister des Katalogs derselben nachgewiesen, aberim Karalog selbst nicht angezeigt.

poebler od. Boehlec (Georg), Königl.Sächsischer Hofbildhauer, lebte zu Dresden -706.Lebend. Romgl. Dresden .

(Johann Fnedrich), geb. zu Arn-

stadt 1713. eines Müllers und Zimmermanns Sohn,lernte anfangs dieses Handwerk, hegte aber schonfrühe eine starte Neigung zur Zeichnungskunst undzum Bildschnitzelu und brachte es i» beyden, un-ter fast steten Hindernissen, durchatiirliche Ta-lente und uuabläßigen Fleiß und Uebung weit mehr,als durch den Unterricht etlicher schlechter oder eigen-nütziger Meister, endlich so weit, daß er, vorzüg-lich Gewiiv und ganze Jagdstücke, in kleinen Figu-ren mit so unnbertrefllcher Wahrheit in Holz lie-ferte , daß seine Arbeit in berühmten Kunstkammernin und außer Deutschland aufbewahrt werden. Un-gemein Icsenswerlhe Nachrichten von seiner Selbst-ausbildung und dem edeln Muthe, womit er, vonJugend an bis an seinen Tod, fast lauter ungün-stige Schicksale bestand, s man in Meusel'sMus. X. 190219. Hier das Wesentliche davon.Eine besondere Deranlaßung zum Hang für dieihm eigenthümliche Kunstgattung war seine Be,kanntschaft mit einem Jäger. Zwey, dem da-mals vierzehnjährigen Knaben geschenkte akade-mische Studien, einer mäniichen und einer weid,lichtn Figur, zeichnete er so unzählige Male ab,daß er sie zuletzt mit verbundenen Augen richtigwürde getrosten haben. Durch diese wurde er be-lehrt, daß jedes Geschvpr seine bestimmten Ver-hältnisse habe; dieselben suchte er nun auch an denihm vorzüglich werthen Thieren z» finden und sol,che seinem Gedächtnisse einzuprägen. Durch dieseaußerordentliche Uebung seiueö Augenmaaßeö undseiner Phantasie erhielten beyde eine solcye Scharfeund Stärke, baß er auch den ungewöhnlichsten Ge-genstand nur Einmal sehen durfte, um ihn auchlange nachher mit der größten Genauigkeit aufzu,zeichnen. Wieder durch die zufällige Bekannt-schaft mit einem jungen Menschen, welcher linrerDdddddd