Band 
Zweyter Theil [2].
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1123
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Po elemburg.

Finsteres und Mystisches bekommen, welches jedochdem , der ihn zu behandeln weiß, nicht unangenehmist. Seine Kunstwerke gehen an die benachbarrenHöfe und in verschiedene Gegenden Deutschlands .Besonders sind ihrer viel nach Weimar und nachBerlin gekommen. Am letzter» Orte hat der sel.Martini die stärksten Verschreibungen gemacht. Auchnach England sind einige seiner Sachen gelangt.Einige Jagdstücke, und, wo ich nicht irre, auchzwo menschliche Figuren von ihm werden in derKunstkammer in Gokha aufbehalten, und von jedemKenner bewundert. Auch die Boutinsche Familie inErfurt hat eine Sammlung seiner Werke". Nochfolgt in dem so eben extrahirten Aufsätze ein Verzeich-niß der Preise seiner Kunstsachen. So z. B. diemenschliche Figur 67" hoch, von Lindenholzi. Thlr. oder von Hirschhorn oder Bein (die Drap,perie von Nußbaum) 1. Duk. Thiere, 4 " hoch1. Lhlr. Größeres oder Zusammengesetztes,nach Verhältniß. Sammlung von Vögeln dieim Schwarzenburgischen nisten (140. Stücke), dasStück für 12. Gr. Sammlung von 44 - Schmet-terlingen in Holz und nach der Natur gemalt,von einem Flügel das Obertheil, von dem anderndas Untertheil, das St. zu 8. Gr. Eine ähn-liche Sammlung von 94. Insekten, das St. zu6. Gr. mit der etwas seltsamen Bemerkung desgemeldten Verzeichnisses: »Diese künstliche Insek-tensammlung hat vor einer natürlichen den Vor-zug, daß der Puder nie verfliegt und die Mot-ten sie nicht fressen". Um 1/82. hatte endlich unserpoehlmann ein Werk in Handschrift und Zeich-nungen fertig, wozu er damals einen Verleger suchte.Es enthielt 42. Stellungen des Hirschen, in allenLagen dieses merkwürdigen Geschöpfes, wovonKenner und Jäger versicherten, daß sie richtigerals die Riedinaerschen seyen. Bey denselben warzugleich der Baumschlag angezeigt, und eben soauch die Zeit, in welcher eine solche Stellung ge-schieht. Am Laub sollte man erkennen, ob derHirsch im Winde oder außer dem Wmde steht;aus der Fährde, wie er am Wilopret beschaffensey. Dieses Werk schätzte er für den geringen Preißvon it>8. Lhlr. Damals harre man sich deswegenentweder an Poebier selb,!, oder an H. LbriftianFriede. Timme in Erfurt , oder an die Lay-sersche Buchhandlung zu wenden. Spater ist unsnichts von ihm bekannt, außer daß Einige seinenTod in 1784. andere in 1786. setzen.

* poelemburg (Cornelius) , genanntBrusco oder Saryro. Von ihm heißt es beywaceler: »Zu Rom studirte er auch nach Ra-phael, ohne es je dahin bringen zu können, zueiner richtigen Zeichnung zu gelangen. Endlichbildete er sich eine ihm eigene Gattung und be-schränkte sich darauf, die Natur im Kleinen dar-zustellen; sobald er zu größern Maaßen überschritt,wollt' es ihm nicht mehr gelingen". »Seine Ma-nier" (sagt Descamps) »ist lieblich und leicht;Natur findet sich überall in seinen Bildern, aberüberall unbestimmt (va^ue) und mit Aufwand vonwenig Arbeit; doch retouchirte er gerne, und auchdiese Vollendung geschah mit Leichtigkeit. Er wähltesich angenehme Fernen, die er mit Gebäuden ausden Gegenden von Rom staffirte. Das Helldunkelverstand er gut und gab den Gegenständen im Vor-grund Hintergründe, welche die Harmonie der er-ster» unterstützten. Sein Nacktes ist wohl colo-rirt; besonders gern malte er Frauenbilder SeineTouche ist voll Geist; aber seinen Zeichnungenmangelte die Feinheit, welche hingegen sein Pinselhatte. Mit alle dem gefiel er auch zu Rom undFlorenz, wo Fürsten und andere Liebhaber ihnsuchten und reichlich bezahlten. Dessen ungeachtetzog er die Rückkehr zur süßen Heimath vor, woRubens ihn schätzte und sein Cabinct mit seinenBildern zierte. Nur nahm er bekanntlich noch füreine Weile den Ruf nach England von Carl I. an,der ihn ungern wieder entließ. Dort besaß von ihmein merkwürdiges Bild der Graf Poulet zu HinronSt. George, welches eine Ansicht des Innern von

Poelemburg. n2Z

Theobalds mit den Figuren des Königs, der Kö-nigin und der beyden Grafen von Pembrocke undMontgomery darstellte; das architektonische Bey-werk höchst wahrscheinlich von Steenwyck, demer hinwieder eben mit seinen Figuren aushalf.Andere indessen schreiben dieß Gemäld van Bas-sen zu, und hält man daneben die Bildnisse darinfür Copien nach Vandyck. In dem Katalog Carls I.werden drey Bildnisse dieses Königes, und dieje-nigen der Kinder des Königs von Böhmen vonseiner Hand bemerkt. Jacob I. besaß acht Stückevon ihm, und Jacob ll. doppelt so viel. Seinschönstes aber in England hing jm Wohnsitze desDiscount Midleton. Im Cabinet des Lord Or-ford bewunderte man ehemals von ihm die Bild-nisse des Künstlers und seiner Gattin, beyde aufkleine kupferne Ovale gemalt, und zumal seinKopf mit keckem Pinsel ausgeführt, aber dabeyungcmein zart und lieblich colorirt. FioriUo V.222bb. nach N)a!pole (S 229. u. ff.). AuchDallarvay I. 266 faselt etwas (uns Unverständ-liches) von einem Cabinet von Ebenholz (das erdenn sofort wiederein kleines Kästgen" nennt,worin sich Schubladen für Juweelen u. dgl. be-fanden), das von Polenburg und van Bafsan(Poelenburg und van Bassen) gemalt war, undin 1720. bey der Versteigerung des Kunstnachlas-ses des Lord Arundels vom Grafen von Oxford für 210. Pf. Sterlinge sey verkauft worden. InDeutschland besitzen von ihm: Die Galerie zu Wien eine Landschaft und eine Verkündigung; diejenigezu München eine Anbetung der Hirten, die baden-den Mädchen, eine nackte Frauensperson, derihre Magd das Gewand halt, und eine Land-schaft ; Schleißheim vier Landschaften und einjüngstes Gericht von Brette und 2^4" Hohe,(wohl eines seiner größern Bilder); Dresden eineAnbetung der Weisen, die Himmelfahrt der H.Jungfrau, den Parnaß mit den Musen, Dianamir ihren Nymphen und Aktaon, und eine Land-schaft, mit irgend einer Liebesgeschichte staffirt;Salzthalum eine schlafende Venus, Clelia am Uferder Lyber, und fünf Landschaften, verschiedentlichstaffirt (eine gemeinschaftlich mit Zachtleeven, einezweyte mir Kcruncx); Saussoucy eine Anbetungder Könige. Die beßte Litteratur von an die20. Bl. nach ihm findet sich im Winklerschen undBrandes'schen Katalog. Dort werden besondersi t. als schön genannt: Die alte Wasserleitung vonPrcneste von le Bas; der versteigerte Sclave von F.Basan; die Theilung der Heerden zwischen Jacobund Laban, und die Lystrier, welche St. Paulund St. Barnabas opfern, von I. G. Blecker;Ruinen von I. G. Bronchorst; eben dergleichenvon Daudet; eine Flucht in Egypten von W. El-liot; die vorsichtigen Mädchen von Goumaz;der kleine Schüler von I. S Klauber; eine Ruhein Egypten von P. S. Lambore; Ackäon undDiana von B. Lens; die Einsiedeley bey Florenz ,von Michel; wieder eine Ruhe in Egypten vonI. Pye; die Badenden von P. Schenk; eine Ver-kündigung an die Hirten von W Vaillant; dieFreuden der Satyren von C- le Vasseur; dieRuinen (rnasures) und die flammändischen Ba-denden, von Verendrent, und die Spuren alt-römischer Denkmäler, von Weißbrodt geätzt undvon le Veau vollendet. Noch Andere, die nachihm gestochen und geschabt haben, sind: C. F.Boekiuö, I. Chambcrs, I. Coelemans, Colibert,Dambrun, F. V. Durmer, I. E. (Episcopius),I. C- Krüger, Martini I Morin, M. Mozin,Perelle, Premier, W. Smith, Waumanns <dcsKünstlers Bildniß). Von seinen sclbstgeätzten Ar-beiten finden wir keine mit seinem Namen bezeich-net. (Lststalpö sagt jedoch das Gegentheil, führt0 . ?. oder gar L. ?. s. als sein Zeichen an,und macht über diesen Künstler die Bemerkung:»Wenn man behaupte, daß andere ihm die Figu-ren in seine Bilder gemalt, so sey nicht zu vcr,geffen, daß dieselben in den von ihm geatzten Blät-tern doch eben so schön, als in seinen Gemälden seyen).Zwey, ganz ohne Namen, sind: Eine AnbetungDdddddd L