Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1129
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Polo.

gos, Schüler von P. Capes, hattr ein reizendes Co-lorit. l. c. 22Z.

* Polo (Diego di), der jüngere, ein Neffedes Obigen. Derselbe gab seinen Bildern einen ge-fälligen Farbenton. Madrid ist im Besitze seinerHauptwerke, worunter sich, neben der schon be-merkten Taufe Christi, eine Verkündigung an derKuppel der Kirche St. Maria auszeichnet, l. o.

* polonio, s. poUini.

polonius (Thomas), ein Schüler Raphaels,von uns unbekanntem Ursprünge, hielt sich um2620. zu Antwerpen auf, wo er den damals anwe-senden Albert Dürer zu sehen suchte, und sich vor-nahm, wieder nach Rom zurückzukehren. Murr VIk. 77. u. f. f.

polvere ( ) und Regoli, waren um

177». die geschicktesten Musivarbeiter zu Rom . Sieverfertigten das Bildniß Joseph II. nach einem Ge-mälde von P. H. Battoni. Dasselbe war vom Pabstder Kaiserin -Königin Maria Theresia zum Geschenküberschickt. Bioernstael II. 93.

* polykles. Gerade umgekehrt mit dem Lep.schreibt plinius demjenigen Bildhauer dieses Na-mens, welcher um die 102. Olympiade lebte, einenHermspürociituin nobilems!), und, wie es scheint,das erste Kunstwerk dieses Namens zu, von welchemderjenige in der Villa Borghese (jetzt in Paris )wohl eine Nachahmung seyn mag. Einer derbeyden Bildhauer dieses Namens, von welchen dasLep. spricht, soll zwey Söhne gehabt haben, welchegleiche Kunst übten, und gemeinschaftlich mit ihmarbeiteten. Mate/et.

*polycleeus. Der Bildhauer von Sicyon,Schüler des Agelades. wareler glaubt wohl nichtohne Grund, daß plinius denselben mit einemderpolyclere von Argos verwechselt habe, und dasmeiste, was er jenem zuschreibt, einem von diesengehöre. Der unsrige blühete ungefähr 5 oo. I. 0 .Was auch daraus erhellt, daß plinius selber sagt,Phidias habe vorpolycter gelebt, was in Absichtauf den unsrigen ganz unbegründet wäre. Also,nach Wareler, wäre dieser ältere es, der, wie unswenigstens varro berichtet, seine Etatüen nochviereckig machte, so daß alle sich gliechen, und dererste, der solche auf ein Bein zu stellen wagte, viel-leicht auch diejenige Figur, welche man die Regelnannte; denn man hat Beweise, daß die Alten we-nigstens die Längen - Verhältnisse früh genug ent-weder selbst entdeckt, oder aus ihrer Gemeinschaftmit den Acgyptiern geschöpft hatten. Stosch S. s7-bemerkt, daßdieser große Künstler es nicht verschmähthabe, die kleinsten Figuren in Stein zu schneiden.

* Der berühmteste Bildner dieses

Namens, nach wareler einer der beyden von Ar-ges, blühete ungefähr H 5 o. I. H. L. Ihm wärenalso (s. den vorhergehenden Art.) zuzuschreiben,was plinius hingegen dem Polyclet von Si-cyon giebt: Jener Diadumenos (Figur einesJünglings, in welcher er die Weichlichkeit aus-drücken wollte), welcher dem Künstler mit 100.Talenten bezahlt wurde; eben so jener Doripho,ros (der Knabe, in welchem er die Stärke vor-stellte); dann der Held, der zu seinen Waffengreift, um zur Schlacht zu eilen; und endlich diebeyden Kinder, welche mit Würfeln spielen, dieman für sein vollkommenstes Werk hielt, undwelche noch zu plinius Zeiten im Pallast desKaisers Titus standen. Sicher dann war einsseiner Meisterstücke: Die Statüe der Juno, inihrem Tempel zu Mycene, von Gold und Elfen-bein , die, nach dem Urtheil der Alten, den Arbei-ten des Phidias in nichts weiter weichen durfte,als daß sie weniger colossalisch war. Von ihmwurde ferner, zu den Zeiten, des Cicero, ein Her-cules bewundert, der die Hydra tödtet, und dievollendete Kunst an seinen zwey Kanephoren

Polygnorus. H29

(Korbtragerinnen), deren Schönheit Kenner undNichtkenner entzückte, und von welchen ebenfallsCicero eine so reißende Beschreibung macht. Sonannte man ferner seine Statüe des milden Ju-piters (Mylichius), von weißem Marmor, unddiejenigen des Apollo, der Latona und Diana inihrem Tempel auf dem Berge, der von Argosnach Tegaea führt; seine Venus zu Amiclae; feinenAlcibiades, mit den verstümmelten Händen, denman noch zu den Zeiten des Dio Chrysostomus sah.Eine Nachahmung seines Diadumenos glaubteWinkelmann in einer Bildsäule unter Lebens-größe in der Villa Farnese , eine andre der Kane-phoren in einem bis auf »ns gekommenen Basre-lief, und eine dritte der Würfelspieler in einemzerstümmelten Marmor-Grupp im Pallast Barbe-rinizu erblicken(IUc>num. ine8.II.,gtz.), welches sichseit 1786. in England, im Kabinct Townley be-findet. II. 22.

*polyclerus. Einen zweyten Bildhauer diesesNamens von Argos nennt pausanias, den erausdrücklich von dem Bildner der Juno unter-scheidet, und der, um 5 n-jo Jahre jünger als je-ner, ein Schüler des Nauc^des war. Von ihmführt man eine einzige Bildsäule, die den Agenorvon Theben als Sieger in den olympischen Spie-len darstellt. Dieser ist wahrscheinlich der näm-liche, den auch das Lep. als Bildhauer und Bau-meister nennt.

*, der Edelsteinschneiber. Auch ,'mGroßherzogl. Museum zu Florenz befindet sichvon ihm ein mit seinem Namen bezeichneter Ca-meo, Amor, der die Leyer spielt, abgebildet im:

6emmse antiq. 1. II. 5. i.

* polycrares. Der Stein von diesem alte»Edelsteinschneider, den das Lep. unter dem Art.polykrares des Bildhauers anführt, war einerder schönsten Granate, welcher Psyche vorstellt,der Amor ihre Neugierde vorwirft, und befandsich ehemals im Kabinet des Marquis von Gou,vernet zu Paris , -ie

* polygnorus, von Thasos .Derselbe"(heißt es bey wareler) . lebte fast §2N. I, vorunsrer Zeitrechnung, plinius sevt bey der Lob-preisung, die er von diesem Künstler macht, alleseine Vorgänger herunter, und macht sie zu Bar­ baren . Er ist der erste (sagt er), der die Frauens-personen mit glänzenden Stoffen zu bekleiden, unddie Farben ihres Hauplschmucks abzuändern ge-wußt; der erste, der den Mund seiner Figurenoffen gelassen, die Zähne erblicken ließ, und diealte Steifheit der Mesichter gemildert hat". Wasdenn doch fast unverdaulich zu hören ist von einerZeit, wo Phidias die Sculptnr bereits zu ihrerVollkommenheit brachte. Zu seinen vorzüglichstenGemälden gehören die beyden zu Delphi, wel-che pausanias beschreibt: Das eine stellte dieEinnahme von Troja, und den Abmarsch derGriechen dar; das andere das Hinabsteigen desUlysses zur Unterwelt. Aristoteles , der des po-lygnorus Zeiten näher war, und in der Stadtwohnte, wo sich der größte Theil seiner Arbeitenbefand, und dabey wohl mehr Empfindung alsPlinius und Pausanias hatte, räumt unsermKünstler ein, daß er sich im Ausdrucke hervorge-than ; denn in diesem Sinne glauben wir dasgriechische(Sitten) nehmen zu müssen. <Ouin-rilian tadelt an ihm die Schwäche der Farbe.Und doch hatte er diecsassandrain dem Augenblick,wo sie von Ajax entehrt wurde, gemalt; und mansah die Nöthe der Prinzessin durch den Schleierschimmern, in welchem sie ihr Antlitz verhüllt.Dieses Bild war noch zu Luciano Zeiten einGegenstand allgemeiner Bewunderung. Daß ereinen Sclaven an die Tortur gebracht, um nachseinen Zuckungen die Leiden des Prometheus zuschildern, wird wohl zu den tausend Fabeln inalter und neuer Kunstgeschichte gehören. Im Poe-

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