Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1133
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Pont e.

Ponte. nzz

ban, eine Anbetung der Hirten, und einen Markt;letztres ein Bild von über Breite und über 7^Höhe. Potsdam oder Ganssoucy ebenfallseine Anbetung der Hirten. Gestochen nach ihm ha-ben: P- Chenu den eben erwähnten Gegenstand,aus der Dresdner Galerie; I B. Jackson Melchi-sedecks Zusammenkunft mit Abraham, ein prächtigesBlatt, in Helldunkel; W. Kilian eine Auferstehung;F. A. Lorenzini die Marter von St. Catharina;I D> Picchianti eine gebirgigte Landschaft aus derGalerie zu Florenz ; D. Rossetti und A. Zucchi: Zweyder erwähnten historischen Bilder im Großen Raths-saale zu Venedig : llotta elata 6a 6. Oornaro e k.ä'^lviano slla ^cnte'pellesca, und: prima cksmonts il Doge Äani la Oalsra per anclsr contrakecieri^o, le vien llonstc» lla! pontekice lo stoc-co denecletto. Endlich Th. van Kessel für die Ga-lerie Teniers : Anbetung der Hirten und der Weisen,Kreutztragung und Auferstehung. Von Franz so-wohl als von seinem nachfolgendem Bruder Lean-der befindet sich auch einiges in dem Harro ui Ve-ne2ia von Louisa.

* ponre (Hieronymus da), Bassano ge-nannt, des nachfolgenden Jacobs jüngster Sohn.Von ihm findet man Arbeiten zu Venedig , zu Bassa-110 und in dortiger Gegend, welche mit derjenigenseines Bruders Leander viele Ähnlichkeit haben.Man kann ihm eine gewisse Grazie in den Köpfenund im Colorit. selbst in Bildern von der gemeinstenComposition, nicht absprechen. Lausr n. 122.

* (Jacob da), Bassano genannt,

Franz des ältern Sohn. Seine frühesten Arbeitentragen noch den Charakter der von seinem Vater,einem Quatrocentisten, erhaltnen Bildung. Als ernach Venedig kam, wurde er dem Bonifacius em-pfohlen, einem Meister, der auf seine Kunst nichtminder eifersüchtig, als die Litiane und Tintorettewar, so daß der Jüngling ihn nie anders als durch dieThürspalte arbeiten sah. Er blieb daher nur kurze Zeitin Venedig , und brachte solche mit ämstgem Zeich,nen nach Parmegianino und Copiren nach seinemLehrer und nach Titian zu, bey welchem er, nachEinigen, selbst zur Schule ging, was man freylichdaraus (doch nur unsicher) vermuthen sollte, weilsein zweyter Styl wirklich ganz titianeskisch ist. Inseinem Vaterort Bassano sieht man zwar dergleichenJugendliches nur Weniges von ihm, was aber völ-lig diesen saftigen Charakter trägt; wie z. B. eineFlucht in Egypten bey St. Hieronymus, und eineGeburt bey dem Dr. Larber. Nach dem Tod seinesVaters ging er nach dem anmuthigst gelegenen,Vieh- und Marktreichen Bassano zurück. Aus sol-chen Umgebungen entstand ohne Zweifel allmälig seinbekannter dritter Styl , welcher ganz Natur, Einfaltund ländlicher Grazie ist, und hierin dem Flammändi-schen (meint Lanzi) gleichsam vorangieng. In derFührung seines Pinsels scheint Jacob zwey Wegeeingeschlagen zu haben. Der erste bestand in einemschönen Farbenverein, auf welchen er kecke Pinsel-striche warf. Der zweyte Weg, auf den man abernie anders, als durch den ersten gelangen kann,waren bloße Pinselhiebe mit schöner heiler Farbe,mit einer wie achtlosen Meistcrhaftigkeit aufgetra-gen, welche in der Nähe wie ein ganz verworrenesGemisch, vonFerue ober als die angenehmste Magieerschien. Aufbeydcn Bahnen zeigte er eine Origina-lität des Styls, welche aber hauptsächlich aufeiner geschmackvollen Composition, bald im Drey-eck, bald in der Runde, und dann auf gewissenContraposien berührte, so daß, wenn wir die eineseiner Figuren von Bornen erblicken, die andre unsden Rücken zukehrt; und daß man auf derselbenLinie immer mehrere Köpfe, oder dann, in Er-mangelung derselben, irgend einen andern Gegen-stand von gleicher Höhe gewahr wird Die Lich-ter betreffend, so liebte er die geschlossenen, be-diente sich derselben als vollkommener Meister,

und brachte durch ihre Seltenheit, dann durchhäufige Mitteltinten und gänzliches Vermeidenstarker Schatten eine Harmonie auch der entge-gengesetztesten Farben zuwege. Alle seine Schat-ten ließ er von dem Mittelpunkte seiner Figurengegen die äußern Theile sich abstufen, und warfauf dieselben wenige, aber kühne und fröhlicheLichter, da wo solche Winkel bilden, wie aufSchultern, Ellenbogen, Knieen; zu welchem Ender sich öfters eines solchen Faltenwurfs bediente,welcher sehr natürlich schien, und doch ganz künst-lich war. Die Verschiedenheit der Stoffe drückteer mit einem Verstand, wie Wenige, aus. SeineFarbe leuchtete oft wie ein Edelgestein; sein Grünbesonders war ein wahrer Smaragd - Wer nochmehr von dem Mechanismus seiner Kunst kennenwill, s. vereis Notizzen über die Künstler vonBassano. Anfänglich zielte unser da ponre nacheinem grandiosen Styl, und zeigte Anlagen dafürin einigen Arbeiten, die man noch jetzt an derFa<;ade des Hauses Michieli zu Bassano findet,wo man besonders einen Eamson im Kampfemit den Philister» lobenswerth, und darin Buo-narotische Kühnheit erblickt. Aber sey es yunNaturell oder Ueberlegung rierhen ihm, sich aufeine niedrigere Stufe zu beschränken. Dahersind seine Figuren, selbst auf Altarblattern, meistziemlich unter natürlicher Größe, und nie vonstarkem Leben, so daß Einige urtheilten: BeyTintoret seyen selbst noch die Greisen voll Geist;bey da ponre hingegen wären schon die Jüng-linge stumpf. Eben so bemerkt man bey ihmnicht jene edle Architekturen, durch welche schonallein die Bilder der Venetianischen Schule sogroß erscheinen; sondern, wie wir schon anfangsbedeutet haben, ihm genügte die treue Nachah-mung der gemeinen, aber anmuthigen Gegen-stände, die er täglich vor Augen hatte, und inseinen zahllosen Staffeleygemälden lieferte, welcheer sodann nach Venedig und auf andre großeMärkte zum Verkauf sandte. Daher rührt esauch, daß man's einer Galerie minder zur Ehrerechnet, wenn sie einen Bassano, als freylich zurSchande, wenn sie keinen hat Daß er hier-nächsi zum Oeftern dieselben Gegenstände wieder-holte, versteht sich von selbst. Meist waren esbiblische Geschichten alten und neuen Testaments:Die Gastmale bey Martha, beym Pharisäer,beym reichen Schlemmer; die Arche Noä, Ja-cobs Rückkehr; die Verkündigung der Engelan die Hirten (dieß denn freylich mit vieler Ab-wechselung des Viehes); die Königin von Saba;die Weisen aus Morgenland, prächtig in Sammtund Seide; die Gefangennehmung im Oelgartenund die Grablegung beym Fackelschein; oderdann, wenn's Ihm wieder nach Profanem gelü-stete: Vieh- und Krautmärkte; der Bauernge-werb, nach den verschiedenen Jahrszeiten; bis-weilen auch ohne menschliche Figuren: Eine Kü-che, ein Hühnerhof u. d. gl. Auch nicht bloß imGegenstand, sondern selbst in den Köpfen wieder-holte er sich gerne, entlehnte solche aus demKreis seiner eignen Familie, und kleidete zu demEnd eine seiner Töchter bald in eine Königinvon Saba, bald in eine Magdalcna, und dannwieder in eine Hühnermagd. So legte er frey-lich zahlreiche Beweise von Dürftigkeit seinerEinbildungskraft ab; wobey er aber nicht bloßökonomisch seine Rechnung fand, sondern auchdurch häufiges Darstellen des Gleichen, oder dochdes ganz Aehnljchen, demselben zuletzt alle Voll-kommenheit gab, deren es fähig war. So z. P.in seiner Geburt Christi zu Bassano , welche nichtbloß sein Hauptwerk, sondern vielleicht, wasStärke des Kolorits und des Helldunkels betrifft,das Meisterstück aller neuern Kunst ist. So inseiner Grablegung Christi im Seminar zu Padua ,welche so ganz Andacht und heilige Schauer arh-'met*). So in seinem Opfer Noä in St. Ma«

«) So fand es LaroUna Patt», und ließ dabtr dieses Bild ihren Zsi-utt- -eiecli;, aber ftevli» jämmerlich-einig, pon N. R. Evchin gestochen, bedrücken.