Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1137
JPEG-Download
 

Ponz.

ter und Kunstnachrichten, welche unter dem Titel:Via^e sie Lspanna im Druck erschienen, bis auf17. Oktavbände angewachsen war (einen achtzehn-ten gab späterhin sein Neffe, Joseph Ponz).Carl III. der ihn sehr schätzte, schuf ihn sodannzum Sekretair oberwähnter Akademie, und end-lich zum Königl Rath. Er st. 1792 SeinerBemühung hatte man auch die Ausgabe einerHandschrift des Don Philipp de Guevara (Oo-mentgrios sie la pintnra) zu verdanke». Viorillo

iv. 41719.

Ponz (Don Joseph). S. den gleich vor--hergehnden Art. Ob derselbe ebenfalls ausüben-der Künstler war, ist uns unbekannt.

(Moses Jayme), ein spanischer Ma-ler aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrh,gebürtig aus Vales im Erzbisthum Tarragona ,suchte die Manier der Juncosa's nachzuahmen,und zeichnete sich rühmlich aus. Nachdem er dasGewand eines Geistlichen angenommen, malte ertheils für seinen Geburtsort, theils für die be-nachbarten Städte in ziemlich reinem Geschmack.Fiorillo IV. 38 1.

* ponzanelli (Jacob Anton), der Bild-hauer und Baumeister, geb. 1649 Mrc. DieGalerie von Lichtenstein zu Wien besitzt von ihmdie Büsten von Ceres, Flora, Venus, Endy-mion, Diana und Mars; dann eine 4^ hohe Sta-tüe der Venus, die dem Bad entsteigt, und einliegendes Grupp: Venus und Amor, von eben soviel Länge, alles aus carrarischem Marmor. Obauch schön, ist uns unbekannt.

*pon;ius (Flaminius). Für das HausBorghese baute er in St Maria Maggiore diePaulinische Kapelle, der Sixtinischen gegen über,nur daß die seinige reicher von Steinen, Sculp-turen u. s. f. und somit verworrener war. Auchdie Sakristei) in gedachter Bastlica ist von ihm;ferner die große doppelte Stiege, welche zum Qui-riual führt, und nach Milizia (Ls. terr. II. 159.)eben kein Meisterstück ist. Desto mehr preißt die-ser bewährte Kunstlichter seine Fa<;ade des Bal-lastes Sciarra, das schöne Ebenmaaß in der Ein-theilung der Gemächer und Lichter; die einneh-mende Einfalt und zugleich Pracht der Verzierun-gen; die große reine correkte Manier und Einheitdes Ganzen, kurz Alles bis auf das Einfahrpor-tal, das sonst am meisten gerühmt wird, weil esaus Einem Stück zu seyn scheint, ponzius st. 45 -I. alt. Seine Arbeit am Quirinal findet sich ab-gebildet in mehrern Werken über die Palläste zu Rom.

* ponzone (Matthäus). Lanzi II. i 54 -nennt ihn einen Dalmatier und Gehülfen seinesMeisters Peranda in den weitschichtigen Werkendesselben zu Mirandola . Späterhin nahm er eineneigenen originellen Styl an, der an Mürbigkeitwohl, aber nicht an Eleganz den seines Lehrersübertraf. Die Natur studirte er emsig, gab sichaber wenig Mühe, dieselbe zu veredeln. Nach ihmkennt man eine H. Familie, von V- Green inSchwarzkunst geschabt.

ponzoni (Johann de). S» nennt LanziH. 096. einen um i 45 o. lebenden Maler zu Mai­ land . Von ihm sieht man noch in der Kirchedella Samaritana, nahe bey der Stadt, einenSt. Christoph.

* Pool (Jurian). Von ihm selbst geschabtkennt man die Bildnisse der Aerzte A. Cyprian undF. Ruysch , letzteres auch nach ihm von Schenk,und von eben diesem und I. Gole dasjenige vonJacob de Beaulieu.

*- (Matthias oder Matthäus), Zeich-^ und Stecher mit der Nadel und dem Grab-u'chei, «eh. 1670. Nach Malpe 1697. SeinGeschmack i.« riechen (heißt es bey Rost VI.209.) gleicht dem vo.. B Pjcart. Uns scheintderselbe weit meisterhafter zu seyn; wenigstens in

Pope. uz?

den drey vor uns liegenden großen Blättern,welche die burlesken Ceremonien bey Aufnahmein die sogenannte Schilderbent der holländischenMaler zu Rom , nach dem Gemälde des Dom.von Wynen, genannt Ascanius, und der Zeich,nung von Pools Schwiegervater, B. Grast,darstellen, und in ihrer Gattung nichts zu wünschenübrig lassen. (Basän glaubt, wohl irrig, derD- N). Ascanius oder Aescanius sey bloß derBentname von Barenr Grear selber). Dann füh-ren ebenfalls Rost l. c. und andere, von ihm (aus-ser dem schon im Lex. erwähnten), neben Andern,,an: Etliche Bildnisse, wie z. B- Raphaels undseines erwähnten Schwiegervaters (in der That sehrunbedeutend); dann von Geschichtlichem: Amor,von der Zeit im Netz gefangen, nach Barbieri;Hagar , der ein Engel befiehlt, zu Sara zurückzu-kehren, nach Berettiiii (in England), das auchFüßli l. 65 anführt, dabey aber bemerkt, daßMichel ebendasselbe für die Boydellsche Samm-lung noch besser gestochen; den Plafond der Ga-lerie Lambert nach le Brun; Jupiter von der ZiegeAmalthea genährt, und Herkul und Omphale ,nach B- Grast; 2Z. Dl. nach A. Houbracken, füreinen Virgil; den Tod des Seneca nach G. Lai-reffe; Titelblatt, Münzen u. s. f. nach D Overrdeck, für dessen in drey Theilen bestehendes Werküber die römischen Alterthümer; allerley Kleinig-keiten für Buchhändler, nach B Picart; VenusUNd Adonis, Lupiciines Venerls <Ieken8c>res,ein Bacchanal und Landschaften, nach Poussin ;ra. Blätter nach Zeichnungen von Rembrandt ;eine Lucretia, von Cupibo begleitet, nach R.Sanzio; eine Frau mit dem Glas in der Hand,nach C. du Saart. Das Lsbiner lle l'-»rt stellnLculpture sts hat io 3 . Blatter und

erschien 1727. Ein Monogramm, das er biswei-len gebrauchte, findet sich bey LTlalpe.

( van). So heißt in VNeusel'sArch. II. 4 - 52 . wie wir besorgen nicht allzurich-tig, ein Künstler, vermuthlich niederländischen Ur-sprungs , von dem sich auf dem Pariser-Salon1806. einige Blumenbilder (wie wir's verstehen)durch Kraft, Wahrheit des Colorits und markigteBehandlung rühmlich auszeichneten.

* poorrer (Wilhelm). In Deutschland be-sitzen von ihm: Die Galerie zu Dresden eine Damevor dem Bett eines kranken Königs; zwey Frauens-personen unterreden sich zur Seile. Dann diejenigezu Salzthalum: Esther, Haman knieend vor ihr,Ahasverus hinten voll Unmurh; und ein Still-leben: Harnisch, Schild, Trompete, Fahne, Krön'und Scepter, und ein Lodtenkopf, lauter kleineBilder.

* Poost (Franz), s. Post.

Pope (Alexander). Dieser berühmte Dichterführte auch bisweilen den Pinsel, aber, wie erselbst bekannte, nicht mit dem glücklichsten Erfolg:»Ich habe" (sagte er einst und welcher Stüm-per von Handwerk ahmt einer solchen Bescheiden-heit nach?) »Christum zum zweytenmale gekreu-zigt, und die Jungfrau Maria so alt gemachtals ihre Mutter Anna. Ich habe sogar es ge-wagt, den Evangelisten Lucas nachzuahmen. Mansagt, es sey einmal ein Engel zu diesem gekom-men und habe eines seiner Gemälde vollendet;sieht man dagegen meines an, so möchte manschwören, der Teufel habe die letzte Hand darangelegt. Was mich aber noch tröstet, ist, daß ichnicht gegen Gottes Gebote sündigte: Meine Bil-der gleichen keinem Dinge, weder denen die imHimmel, noch die auf Erde, noch unter der Erdesind. Ich habe daher nicht zu befürchten, daßsie jemand anbete, es müßte denn von denjenigenIndianern geschehen, welche verlangen, daß ihrePagoden- und Götzenbilder, und zwar nur geradeihrer Häßlichkeit wegen, göttlich verehrt werdensollen". Um 1715. nachdem er durch die Ueber-setzung der Jliade gegen 100.000. Thaler gewon-

Fffffff