Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1138
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nz8 Popelieren.

nen hatte, kaufte er sich ein Haus zu Twicken-Hain, wohin er sich nun begab, und wo er das ersteMuster des jetzt allgemein herrschenden bessern Ge-schmackes in der Gartenkunst gab. Er legte da-selbst einen (sogenannten englischen) Garten an,von dem er zu sagen pflegte, er sey unter allenseinen Werken dasjenige, womit er am meisten zu-frieden wäre. Dieser große Mann stammte auseiner alten Familie der Grafschaft Oxford , war1688. zu London geb. und st. 17-44. auf seinemerwähnten Landgute. Grohmanns biograph.Handwörterbuch.

Popel ieren (Johann von den), ein Gold-arbeiter und Edelsteinschneider zu Frankfurt amMayu. Derselbe schrieb ein Buch von dieser letz-ter» Kunst und allen dazu dienlichen Werkzeugen,welches er aber niemals wollte drucken lassen, son-dern seinen Erben in Handschrift hinterließ, undin der Vorrede ihnen scharf verbot, solches zuveräußern, oder anders als gegen Erlegung von10. Rthl. eine Abschrift davon nehmen zu lassen.Er st. 1640. 66, I. alt. H. G> Hüsge» Ä.S- 7980. wo es indessen heißt, daß erwähnteSchrift (1790.) noch bey einem sichern Liebhaberaufbewahrt liege.

* Popels (Johann), Maler und Kupfer-ätzer zu Tournay um 16Z0. Gemälde von ihmsind wenig bekannt. Mehrere seiner für das Brüßler-Cabinet dürftig genug gestochene Blätter führt RostVl.igb., andere ein Verzeichniß meines sel. Vatersan. Sie hier herzuzählen, lohnt sich nicht derMühe. Noch kennt man überdies von ihm: EinenTriumph des Bacchus nach Rubens , der seltenseyn soll; das Bildniß eines niederländischen Kauf-manns und Kupferstichliebhabers, I. Stop's u. a.

Porbus.

Mensel R L- LZ. A- nach B. von G»e-bold's artist. litrerar. Blättern von und fürFranken 1808. N". 6.

* Popp (Cornelius), der im Lex. unter demArt. des nachfolgenden Heinrich Popp's erscheint.Von ihm in Schwarzkunst geschabt kennt man, ne-ben Anderm, das Bildniß der Malerin und Kupfer-stechern, R. Corvina, vermählte Spitzel.

* (Heinrich). Nach ihm kennt manbloß Bildnisse, meist dunkeler Männer, von denschon im Lex. bemerkten Stechern; dann von I.Meyer und C. N. Schurz. Von ersterm JohannAbondi's, Barons von Somigliano, auf einemParadebett.

Ein Künstler aus Coburg ,

empfahl sich , 8 o 8 . in öffentlichen Blätterneinemkunstliebhabenden Publikum mit mancherley neuenund geschmackvollen Kunstarbeiten von Papier-mache, Zinn , Blech, Holz u. a. festen Mas-sen; als Statuen und Figuren für Zimmerver-zierungen bis zu 5/ Hohe, nach den beßten Mo-dellen verfertigt; ferner Costümes und mancherleykleinere, fein gemalte und lakirte Figuren, inn-und ausländische Thiere, Urnen, Vasen' u. s. f. u. f.Alles mit weit Mehrerm. Tüb. Morgenbl. 1808.Int. Bl. S. 56 .

Poppel (Thomas), von Schneeberg gebür-tig, war Rektor der Schule daselbst, und dabeyauch einer der Gerichten, und Mühlenherr. Vonihm wird gesagt, daß er der Stadt, sonderlichbeym Kirchen-Graben und Mühlendaue, viel ge-nutzt habe, auch ein guter Componist gewesen und,573. 76. I. alt zu Schneeberg gestorben sey.Melzer Schneeberg S. 222.

* poptiere (Peter), der Miniaturmaler,heißt anderwerts auch Poplier.

Popma (Alardus de). So nennt eine unsererHandschriften einen Hofkupfrrstecher zu Madrid um,62g. von dem man mittelmäßige Titelblätter findet.

Popoli (Hyacinth de). Lanzi I. 621. rühmt,nach Domemci, seine Copositionen mehr als seineFiguren.

Popp (Andreas), Rechtspraktikant, dabeyZeichner, Miniatur- und Bildnißmaler zu Bam-berg, geb. daselbst ,774. Von seiner Geburt anwar seine rechte Hand lahm, klein wie eine Kin-deshand, und die linke so entstellt, daß jeder Fin-ger zu seinem übrigens gut gebauten Körper sichwie 5 . zu 8. verhalt. Mit dieser Hand fing erals achtjähriger Knabe zu schreiben an, und brachtees in drey Jahren so weit, daß er nicht nur sogeschwind, wie seine Mitschüler, schrieb, sondernauch seine Buchstaben mehr gestochen als geschrie-ben zu seyn schienen. Jetzt wagte er sich an Buch-staben, einen halben Schuh im Quadrat, die ersehr geschmackvoll auszierte. Drey Jahre hintereinander erhielt er den gewöhnlichen Preiß. Inseinem Zwölften dann legte er sich vollends aufdie Zeichenkunst, worin er, ohne Anweisung , bloßdurch Studium der beßten Kupferstiche, einen sohohen Grad von Feinheit, Ausdruck und Haltungerreichte, daß er allgemeines Erstaunen erweckte.Bald lieferte er schon Originale, Vignetten zu Ka-lendern, Lese- und Gebetbüchern, nahm die merk-würdigsten Gegenden um Bamberg mit überra-schender Genauheit auf, uud erfand Landschaften,worin sich sein schöner Baumschlag vorzüglich aus-zeichnete, mittlerweile er zugleich Miniaturgemälde entwarf, welche allgemeinen Beyfall erhielten;darunter einen Amor, der von Mädchen mit Rosengepeitscht wird. Alsdann ging er zum Pastel-und endlich zum Portraitmalen mit solchem Glückeüber, daß er gegenwärtig allen andern Bildniß,malern in Bamberg vorgezogen wird. Eine sei-ner beßten Zeichnungen ist die Copie eines Bild-nisses Luthers, nach Cranach , die der Besitzer desUrbildes kaum von diesem unterscheiden konnte-

Po quer, s. Bocquer.

* por (Daniel de), genannt da Parma , starbzu Rom . Lanzi II. Z>7. bemerkt, dieser Künstlermöge wohl von Correggio und Parmegianino einigeMürbigkeit erlernt haben, übrigens eher ein Hand-langer als wirklicher Schüler des erster» gewe-sen seyn. Dann aber hätte er hinwieder dem Tad-däus Zuccaro mehr mit seinem Unterricht als mitseinem Beyspiel genutzt. Von ihm führe vasarinichts weiter als ein al Fresco zu Vito bey Soraan, wohin er ebenfalls den Zuccaro mit sich genom-men habe.

*porbu«, poerbus oder pourbus(Franz) der ältere, Einige, wir glauben unrich-tig, geben ihm bey seinem Tod 58 . Jahre. Der-selbe übertraf seinen Vater, perer den jünger»,und seinen zweyten Lehrer, Franz Floris, anFrisch-heit und Leichtigkeit des Colorits. Thiere undLandschaft malte er besonders treflich. Indeß ge-langen ihm auch Geschichte und Bildniß. Er warzuerst mit einer Tochter von Corn. Floris vermählt.Nach ihrem Tode hinderte ihn eine zweyte Heu-rath, die Reise nach Italien zu thun, welche ersich sonst vorgesetzt hatte, und wo er sich wohleine größere Manier und richtigere Zeichnung er-worben hätte. Ueberhaupt mangelte es ihm anWärme. Landon's Annal. XVI. iZ 14 -Die Galerie des Museums zu Paris besitzt vonihm ein einziges sehr großes Gemälde, Christusunter den Lehrern, mit an die -jo- fast lebens-großen Figuren, die sehr sorgfältig gezeichnet sind.In den Charaktern herrscht viele Abwechselungund große Wahrheit. Jeder Kopf scheint einBildniß zu seyn; die Drapperie ist weit, leicht,und für den Geschmack und Styl dieses Mei-sters noch ziemlich gut angeordnet; die Ausfüh-rung etwas trocken, das Colorit aber fein undlieblich; die Farben der Gewänder sind nicht ge-nug gebrochen, und das Licht allzngleich überdas Ganze ergossen. Dennoch ruht das A»wüberhaupt nicht ungerne auf dieser weitsch-ü)"/gen Zusammensetzung, in welcher jev--- Lhen mnviel Genauheit und behandelt ist.

Dieses Bild stand ehemals in der Kathedrale St.