Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1139
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P o r b u s.

Davon zu Genk. S. dasselbe im Umrisse bey Lan-den'« l. c. In Deutschland dann befinden sich,unsers Wissens, von ihm einzig: In der Kaiser!.Galerie zu Wien 3 . männliche und i. weibliches,unbekannte Bildnisse, Halbfiguren in Lebensgröße;und in derjenigen von Lichtenstein »2. weibliche undi. männliches. De Foneenai glaubt, daß es die-sem Künstler an einem höher» Grad von maleri-schem Feuer gefehlt habe.

* porbus (Franz) der jüngere, des obi-gen Sohn. Derselbe kam jung nach Paris , woer ein Schüler des nicht viel ältern M. Fremi-net's war, den er bald übertraf. Von Geschicht-lichem besaß das Rathhaus zu Paris zwey Bil-der, die sich auf die ersten Ereignisse der Regie-rung Ludwig XIII (dessen Minderjährigkeit undMündigkeit) bezogen. In der jetzigen Galerie desMuseums befindet sich von ihm ein ganz vortref-liches Abendmal^ und ein St. Franzisc, der dieStigmate empfängt. Letzteres giebt Landen(Annal. IX. iZg.) im Umrisse, und urtheilt da-von, es sey nicht von großer, aber von einfacherund angenehmer Wirkung, nicht in hohem Styl,aber doch correkt gezeichnet, und nicht ohne Aus-druck ; die Drapperie sey breit geworfen und dieganze Ausführung leicht und markige, nur daßsich der Vorgrnnd nicht genug hebe. Die Figurenwenigstens Lebensgröße. Auch Maeeler nennt vonihm das schon bemerkte Abendmal, ehemals amHochaltar der Abtey Gt. Leu, weit vorzüglicher(nicht weit größer, wie H. superieur giebt) alseine Verkündigung bey den Jakobinern in der StraßeSt. Honorö, welches zwar ebenfalls Detailschön-heiten habe; dafür aber mangle es ihm an Wärme.(Diese porbus alle mögen etwas kalte Min Hee-ren gewesen seyn!). Im Cabinet des Königs be-fanden sich zwey Bildnisse von dem wahrhaftGroßen Heinrich IV. In Deutschland besitzenvon unserm Franz: Die Wienergalerie ein Frau-enzinimerbildniß mit Handen; die Münchner zweymännliche und ein weibliches; diejenige zu Dresden ein weibliches; die zu Pommersfeldenj ein männ-liches und ein weibliches, nebst einem Familien-biide (Mutter, Sohn, Sohnsfrau, nebst dreyKindern), Kniestück in Lebensgröße; die zu Schleis-heim endlich ein 2^ hohes Bild: Den Gekreuzig-ten mit drey Engeln, die sein Blut in Kelche auf-fassen. Den meisten Anzeigen zufolge (aber zumTheil offenbar irrig) gehören alle nach einem Franzporbus gestochenen Blatter, dem unsrigen zu.So z. B. von Bildnissen (nebst seinem eigenen inder Galerie zu Florenz , von P. A. Pazzi), dasvon Heinrich I V. von Mehrern (St. Aubin, Chenu,Marcenay und A. Tardieu); das schöne von Sully,von P. Frieselhelm (colorirt), und das nämliche,so wie auch dasjenige des Kanzlers de l'Hospital,von Marcenay zart und doch hart geätzt; das an»muthige der Gabrielle d'Estrees , von le C . . . .(colorirt), eines ungenannten Frauenzimmers (ausder Wiener -Galerie) von Premier. Dann von Ge-schichtlichem: Die keusche Susann« von C. de Paasaus Sadclers Verlag i582. (2. h. ihis.). EinChrist von van Haecht, und eine Bekehrung Pauli(diese schreibt wareler dem Vater zu) und dasMartyrthum desselben, beyde von I. Sadelcr(i 58 c>.); der Genius des Todes, von H. de Hondt;endlich eine Landschaft (im Vordergrund Bauern-häuser, vor welchen man tanzt). Diese letzterewahrscheinlich, und die beyden Geschichtlichen vonSt. Paul, doch gewiß von Franz dem ältern,da der jüngere in i 58 o. nur zehn Jahre zahlte.

et

* (Peter) der ältere, dessen im Lex.im Art. seines Sohns gleichen Namens kurze Er-wähnung geschieht,, nach von Mecheln geb. zuGouda um iHLZ. Von ihm besitzt in Deutschland ,unsers Wissens, die einzige Wiener -Galerie zweylebensgroße Bildnisse, ein männliches und ein weib-liches (beyde in ganzer Statur); dann ein drittesMännliches, Halbfiznr.

Poronese. nzg

* porbus (Peter) der jüngere. DerselbestarbzuBrügge, nach vonMechel/o. I. alt i 58 Z,Sein berühmtestes Gemälde, St. Hubert, stelltwaeeler in die Hauptkirche zu Gouda , de Fon-renai in diejenige zu Gent . Die Galerie zu Wien besitzt von ihm drey Bildnisse, zwey männlicheund ein weibliches, zwey davon unter Lebensgröße;diejenige zu München einen Frauenkopf, und einbey Männlich im Register unrichtig nachgewie-senes. Nach ihm finden sich Bildnisse in: /H.

Küi^ies XlMlI. virorum cioccorum etc.-Zntwerp. 1672. So z. B. des B. A- Monta-nus, von Galle gestochen Möhsen's Sannnl.von Aerzreblldnissen S. 191.

* porcelrus oder porzelius (Ellas).Seine Bibel, von welcher das Lex. spricht, 144.Blätter des Alten und 68. des Neuen Testaments ,in Queerquart, gehört zu dem (minder bekannten)Beßren der neuern Formschneidekunst. Malpäsetzt seine Geburt, wohl irrig, in 1679. nennt ihnverstümmelt porsel, kennt ihn nicht als Holzschnei-der, sondern als Stecher (woran wir zweifeln),und führt von ihm ein Paar Monogrammate an.

porchalion (Thomas), ein englischer pla-stischer Künstler, blühcte gegen die Mitte desXV. Jahrh. Nach seiner Zeichnung und Modelleließ die prachtliebende und fromme Gräfin Jsarbella von Warwick ihre Statüe, ganz nacktmit herabhängenden Haaren verfertigen. FioriUyV. 168.

porcher ( ) wird unter die Glasmaler,

welche für die St. Paulskirche zu Paris gearbei-tet haben, gezählt, le /^rei/ I. 0. 17.

porenr ( ), ein geschickter französischer

Bildhauer in Holz, Pensionair des Köniqs, wirdvon Meusel (Miscell II. 61.) angeführt.

poretta (Anton), ein italienischer Kupfer,siecher, von dem wir im: Journal für bil enlisKünste 8. 108iu. eine Landschaft nach Claude Lorrain angezeigt finden, die derselbe 1794. unterVvlpato'S Leitung zu Rom geliefert hatte, eingroßes sr /r" breites und ih f, hohes Blatt,das in Deutschland 5 . fl. 3 o. kr> kostete.Esscheint derselbe" (heißt es dort)ein junger Künst,ler zu seyn, dessen Manier noch nicht bestimmtgenug ist, und sich daher nicht in allen Stellenseiner Arbeit, selbst von der nämlichen Art, ganzgleich bleibt. So finden wir z. D. einige Bäumesehr gut, und, wenigstens parthienweise im Wool-let'schen Geschmacke, andere mehrere hingegen ineiner eioenen, der Natur eben nicht gemäßen Ma-nier bearbeitet. Noch hätte er sich kaum an einenMeister, wie Gelee, wagen sollen. Am Beßrenscheinen uns der Vorgrund und einige Parlhiendes Mittelgrundes bearbeitet zu seyn. Dann aberfehlt der zarte Schmelz, den Claude über seineGefilde zu hauchen wußte, und die erforderlicheHaltung. Die Zeichnung der Berge ist gezwungenund sehr hart. Die Luft ist für s Mechanische gut,aber nicht mit hinlänglichem Geschmack bearbeitet.Die Figuren sind, bis auf einige Kleinigkeiten,wohl gezeichnet und noch besser gestochen". Spä-terhin haben wir von unserm Künstler nichts wei-ter vernommen.

* porfirio; ein Beyname von Bernardi»da Leccio.

porger (F.). Nach einem Künstler diesesNamens hat Poilly das Bildniß des Bischofs vonNantes , Egid. de la Baume le Blanc gestochen.

* porinos. MlllZia (Kcl. terL. I. 28.) setztdie Blüthezeit dieses Baumeisters 555 . I. ». Lkr.

* porlicia (Jacob da), l. im Lex. stattporricia.

poronese! )- So heißt irgendwo, ganzohne Weiteres, ein italienischer Kupferstecher, derum 1778. verstorben sey.

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