n4o Porpyyriogenitus.
Porphyr logen ltus (Constantin), der Kai-ser, s. Lonstantlnus in den künftigen Zusätzen.
* Porpora (Paul). Vom Bataillenmalenging er zum Frucht- und Thiermalen über. AmBeßten gelangen ihm Fische, Conchylien u. a.Meerprodukte; Früchte und Blumen minder.
I. 222—ZZ.
*porporatl( ) hieß Carl, geb. zu Tu rin 1740. Derselbe ging nach Paris , um sich inseiner Kunst zu vervollkommnen, und begab sichunter die Leitung von Beauvarlet, wo er in kur-zer Zeit große Fortschritte machte. Seine Talenteerhoben ihn (1772.) zu einem Mitgliede der Pa-riser-Akademie- Sein Aufnahmsstück (welches Hei-necke irrig Carmona zuschreibt) war: Susanns imBade, ebenfalls nach einem Receptionsbilde vonI. B. Santerre. Nach mehreru andern schönenArbeiten ging er nach Turin zurück, wo er eineKönigl. Pension genoß und den Titel eines Lon-servstork «le äells Keule cii Dorlno trug.
In 180 s. lebte er noch daselbst und wurde da,mals zum correspondicenden Mitgliede des Ratio,nalinstituts ernannt. Die Schönheit seines Grab-stichels macht seine Blatter sehr kostbar und vonKennern geschätzt. Rost IV. 228—29.
L6. sec. M§c." Dort werden von ihm, »ebenObigem, angeführt: Venus liebkost den Amor,nach P. Battoni; die natürliche Mutterpflicht, nachCignani; die Verstoßung der Agar, nach dem klei-nen Vandyck; die mitleidige Priesterin, nach Gi,belin, geschabt; ein Mädchen mit einem Hunde,nach Greuze ; der lauernde Amor ä Vous),
nach A. Kaufmann; le Ooucker, nach Vynloodem Vater; der Zweykampf von Tancred und Clo-rinde, und das Gegenstück: Herminia^dle einenSchäfer um Zuflucht bittet, nach C. Vanloo;der Tod Abels, und Paris und Oenone, beydenach van der Werff, sehr schön in Schwarzkunst;das erstere mit der Devise von I. I. Rousseau:Vrrma mors, prlml parerites, primus luctus ! —Noch nennt die Allgem. Runftzeirung 8°. 180Z.S- i^ 8 - 5 i. ganz besonders seine Ruhe in EgYP-ren (die sogenannte Zingarella- von Correggio ,nach der Zeichnung von Girgenti . Dort wirdsowohl von dem Urbild als von dem Stiche lesens-werlhe Notitz gegeben, und von letzterm insbe-sonders bemerkt: Porporans Grabstichel, reinund zart, ist hier besonders mit Mäßigung undVerstand geführt; Allegri's Geist hat sichtbarlichseine Hand beseelt, und wir stellen dieses Blatt,ohne Bedenken, zu den wenigen vorzüglichen,welche nach ihm gefertigt sind. Porporan ge-hört nicht unter den mechanischen Haufen, der fürjeden Meister nur eine und dieselbe Manier hat.Schade! daß seine Blätter so selten und so kost-bar sind". Nach Mengs soll sich das wahreUrbild zu seiner Zeit in Capo di Monte befundenhaben. Andern Nachrichten zufolge wäre es ver-loren gegangen und nur noch in einer Copie vonH. Carracci vorhanden.
* porro (Hieronym.), Formschneider, Kupfer-
stecher und Kupferetzer, geb. zu Padua um 1720.arbeitete zu Venedig und in andern Städten Ita liens . Neben dem im Lex. genannten kennt manvon ihm: An die hundert mit vielem Geschmackund Fleiß geetzte Verzierungen zu CamlUo Lasmilll's Imprssi cle^ll oomini illustri; dannr8 Bl. Bildnisse der Herzoge von Mailand zudem Kommurio seile vite se Ouclci öl lUilia-no, raccolto cln M. ä'crProrre ä'ocmo.
lol. Venet. 574. Zu Parma dann wird noch einBlatt von ihm aufbewahrt, das einen Christusvorstellt, ein Meisterstück von Geduld und Fleiß,aus der Paßion nach Johannes componirt, unddie Schrift darunter so äußerst klein ist, daß mansie ohne Vergrößerungsglas für bloße Strichehält. Dieser Künstler war - einäugig und übelgestaltet; aber dafür um so viel reichlicher mitGeist begabt, ein guter Mechaniker, und der er-ste, der eine Art Wagen erfand, auf dem an die
Porter.
3 o. Personen durch — die Luft fahren sollten (S.die Vorrede zu den kuneru^ll se^li Hntlcki,Venet. 591.). Rost III. 186 — 88. 4/sc.
p 0 rr 0 (Thomas od. Maso), st. nicht lange vor1668. InToscang arbeitete erMehreres.i.anLil., 65 .
* porsel, s. porcelius.
* porra (Andreas), lebte noch 1718. LanziII. 466. — 67. nennt ihn den noch schwächer»Schüler eines mittelmäßigen Meisters (Caesar'sFiori), der dann freylich dem bessern St. Leg-nani nacheifern wollte.
* — — (Baccio della), Barrholomeo dlSt. Marco genannt. -Della porra hieß manihn anfangs, weil sich sein Studium bey einerder Stadtpforten bey Florenz befand. Währenddem er noch bey Roselli studirte, wurde er vonda Vinci's Kunst im Helldunkel ganz bezaubert,und von dieser Zeit an trachtete er beständig, die-sem nachzueifern. Zu demselben Zwecke muß erauch, gleich seinem Freunde Albertinelli , antike Bas-reliefs copirt haben. Aus dieser seiner ersten Zeit besaß(noch zu Lanzl's Tagen) die Galerie von ihm eineGeburt und eine Beschneidung, zwey kleine, mi-niaturähnliche, äußerst graziöse Bildchen; undwahrscheinlich aus derselben Epoche ist sein eige-nes Bildniß in ganzer Statur, noch in weltlicherKleidung, auf kleinem Raum sehr künstlich ge-wandt, in der treflichen Galerie Montecatini zuLucca . In seinem Ein und dreyßigsten ging erins Kloster. Das um diese Zeit sich ereignetetragische Schicksal des Märtyrers Savonarola ,den er kannte und verehrte, hatte sein Gemüthgau; finster gemacht. Vier Jahre lang rührte erkeinen Pinsel an. Aber wie er in den dreyzehnbis vierzehn folgenden stets zur Vervollkommnungfortschritt, ist fast ohne Beyspiel. Seine ersteBekanntschaft mit Raphael machte er 120^. zuFlorenz , und ging nun nach Rom , wo theilsdieser, theils Michel Angelo seine steten Vorbilderwaren; hauptsächlich aber der erstre, in der ver-einigten Grandiosttät und Grazie seiner Köpfe,und ganzen ZeichnungSweise. Aus dieser Epochehinterließ er im Quirinal die beyden Apostel St.Paul und St. Peter (den letzter,, vollendete nochRaphael); einiges Anderes, das erst »och von Pius VI. im Vatikan aufgestellt wurde, und eine H.Familie, vielleicht seine schönste (jetzt in der Ga-lerie Corsini). Dann zog sich der bescheidneMann, gleichsam wie bestürzt und beschämt, sooft er sich mit jenen beyden Kunstgestirnen ersterGröße vergliech, wieder nach Florenz zurück. Unddort findet sich in der That sein mcistes Vorzüg-liches. Seine Composition war freylich noch diezu seiner Zeit in allen Schulen — selbst der Rö-mischen — gewöhnliche: Eine Madonna mitdem Gotteskindc, unter mehrern Heiligen; aberdann unterschied ihn von so vielen Ändern dieherrliche Staffage seiner Architekturen u. s. f.Vornehmlich aber die Kunst, womit er seine un-muthigen Gruppen von Menschen und Engelnordnete. Diese letzter,, führte er, bald mustzi-rend und jubilirend sitzend ein, bald wie sie sichauf ihren Flügeln heben, und ihrem König undihrer Königin zum Hofstaat diene»; einige dieSchleppe ihres Mantels tragen, andre den Bal-dachin ihres Throns umschwebe». Bisweilengieng er dann wieder von solcher Darstellungs-weile ab. So z. B. in seiner sogenannte» H.Mutter der Erbärmde in St. Romano zu Lucca ,wo dieselbe,^ auf die unmuthigste Weise, eineMenge Andächtiger, vor dem Zorn des Himmelsunter — ihren Mantel verbirgt. Zu zwey an-dern Bildern veranlaßten ihn zwey Vorwürfeseiner Neider. Den einen: daß er keine großenFiguren malen könne, beantwortete er mit sei-nem wunderschönen St. Marcus (jetzt im PallastePitti), von dem irgendwo ,die Albernheit- gesagtwird: Derselbe sey eine in Gemäld verwandeltegriechische Statüe. Den zweyten, er verstehe denKörperbau nur wenig, widerlegte er mit seinem