Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1146
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n46 Pokesta.

dir Anbetung der Hirten, weiches mit keinem an-dern Namen als dem (einigen:

inven. er pinx. pro ke§e Lstkolico ktii-iippo etc. bezeichnet ist.

* poresta, s. podesta.

*potgiesser( ), gebürtig von Kölln.Von ihm heißt es bey Männlich: Er habe inM. A. Carravaggio's Geschmack mit keckem Pin-sel und kräftigem Colorit Geschichte u. a. gemalt.Eines seiner Bilder soll sich in der Galerie zuSchleisheim befinden.

* porhoven (Heinrich). Nach ihm haben

I. Folkema das Bildniß von D. M. Varlet, Bi-schof von Babylon, I. Houbracken des Prin-zen I. W. Friso von Oranien, Daniels de Dieu,des Kupferstechers S. Fokke, sein (H.) eigenes, undR. Vinkeles, des Ritters van Kinsbergen, gestochen.

Porters ), ein französischer Maler, nachwelchem F. Langlois 1678. das Bildniß des Arz-tes M- Charas, und N. Poilly dasjenige desBischofs Peter Nebout von Leon in Fol. gestochenhat. Möbsen S- 25 . Mrc.

p 0 rIn ( ). So heißt in der Zeitschrift:

Italien und Oeutgclilsnll von Morit-r uns

II. 71. ein französischer Künstler, von welchembey der Kunstausstellung der Akademie dieser Na-tion zu Rom in 178g. ein ruhender Jäger ersicht-lich war, von dem es dort heißt: »Der Leib istschön in Form und Zeichnung; die Farbe aberhat durchaus einen harten Ton, der ins Ziegel-rothe fällt". »Noch sah man von ihm auf demnämlichen Salon" (heißt es I. c.) »eine schwacheCopie nach einem eben so schwachen als berühm-ten Gemälde Poussins, seinem Kindermord näm-lich in der Galerie Giustiniani".

potiolus. So nennt Winkelmann (Ob.äe 8 tosck) S. 499. einen alten Steinschneider,von welchem er eine aus vier Masken zusammen-gesetzte Vase mit Henkeln auf einem rothen Jas-pis anführt.

* p 0 tma (Jacob). In der Galerie zu Salz«thalum befindet sich von ihm: Ein alter Schul-meister, der einen Knaben im Lesen unterrichtet,Kniestück in Lebensgröße.

potrelle oder porrel (Joh. Ludwig),Kupferstecher, geb. zu Paris , Schüler von Des-noyers und Tardieu, erhielt in 1806. (damals18 -r. I. alt) von dem Nationalinstitut zu Paris den zweyten Preiß im Fache der Kupferstecher-kunst. Die Aufgabe war: 1.) Eine nach der An-tike gezeichnete Figur. 2 ) Eine nach der Na-tur gezeichnete und gestochene Figur. In dem-selben Jahre sah man von ibm auf dem Salonzu Paris das Bildniß des Jul. Romano nachseinem eigenen Gemälde im Museum Napoleon .Von diesem Blatte heißt es im ?Iutarc!ie bran^isp. 5. »Dieser Künstler hat den Geist und dieWirkung des Urbildes sehr gut gefaßt, und siehtman wohl, daß es ihm mehr darum zu thun war,den Charakter und die Farbe desselben wiederzu-geben, als bloß reinlich und kalt zustechen".

( ), vielleicht der Vater des

Obigen, wird im Mmanack lies Lesux-Artg180Z. unter den damals zu Paris lebenden Ku-pferstichhändlern genannt.

* potschild, s. Bottschild.

Pott ( ). So nennt der einzige Lasan

(. sec.), der Himmel weißt, wie irrig oderverstümmelt, ganz ohne Weiteres, einen englischenStecher.

* Porter (Paul). Seine Voreltern hattendie ehrenvollsten Aemter in seiner GeburtsstadtEnkhuysen verwaltet. Lange wollte der Baumei-ster Balkenende seine Tochter keinem bloßenViehmaler geben. Auch schlug am Ende diese Heu-

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rath eben nicht sehr erwünscht aus, so daß ereines Tags seine Frau mit einem ihrer Liebhaber,nach Vulkans Vorschrift, in einem Netze fing,das sonst dazu diente, seinem Pferd die Fliegenabzuwehren. Neben seiner Kunst hatten sein lie-benswürdiger Charakter und sein unterhaltenderUmgang ihm überall Gönner und Freunde erwor-ben. Feinde hatten ihm bloß der Neid erweckt.Als er aus dem Haag nach Amsterdam kam, malteer anfangs besonders für den dortigen Bürger-meister Tulpen, und arbeitete überhaupt unermü-det Großes und Kleines, selbst zu Nacht bey derKerze. Die einzige Zerstreuung, die er sich er-laubte, war ein Spatziergang ; und auch diese be-nutzte er, um neue Entwürfe in Hefte, die er im-mer bey sich trug, einzutragen. Dergleichen wer-den noch bey den Liebhabern gefunden. Anderemale atzte er, zu seiner Erholung, nach seinenStudien, die bekannten treflichen Blätter Einso Ermüdeter Fleiß zog ihm eine Schleichkrank-heit zu, welche schon in seinem Neun und Zwan-zigsten seiner Laufbahn ein Ziel setzte. Sein Ruf,schon groß bey seinen Lebzeiten, vermehrte sich immermehr nach seinem Tode, und er wurde bald allge-mein der Raphael unter den Thiermalern genannt.Eine meisterhafte Charakteristik von ihm giebt Tail-lasson (S. 8871.). Hier das Wesentliche davon:»Sein unterscheidender Charakter") ist, die Ein-falt, und man möchte sagen die Gutmülhig-keit (bonkomic) der Natur, in seinen Werkendargestellt zu haben Vielleicht ist er vörderst un-ter allen-Künstlern der, welcher das glänzendeGrün der Felder am Bcßten (oft nur mit zu wenigAbstuffung- zu schildern wußte, und nicht, wiedie mehrern Neuern, zum seltsamen Grundsätze an-nahm: Daß eine schöne Landschaft rothe, graue,schwarze, kothige, nur keine grüne Baumeund Rasen ausweisen müßten. Hätte porrerlanger gelebt, so würde er wahrscheinlich auchin dieser Gattung zur höchstem Stuffe der Kunstgelangt seyn wurde doch sein Hauptwerk, dieberühmte Kuh, a.8. junge Stier, 1847. verfertigt(jetzt im Museum Napoleon ), einst von dem PrinzStatthalter mit 20,000. fl. bezahlt, und sein fasteben so berühmter Wald im Haag, bey der Ver-steigerung des Cabinets Chviseul für 27,000 Livr.und erst noch 2808. bey derjenigen des Gemälde-nachlasses des H. van der Pot in Amsterdam einViehstück von ihm für 10,080. Livr. verkauft. In-dessen war die Landschaft bekanntlich nicht seineHauptgattung, sondern meist nur das Beywerk,um seine schönen Thiere, vornehmlich seine Vieh-weiden noch mehr herauszuheben. Hier ist er un-streitig der erste von Allen. Richtige Zeichnung,naiver Ausdruck, Wahrheit in jeder Bewegung,kräftiges Colorit, Energie in der AusführungAlles findet sich bey ihm vereinigt. Auch anderehaben Ochsen, Kühe, Schaafe richtig gezeichnetund schön gefärbt; aber er allein wußte sie, jedesmit der seiner Gattung" (und selbst dem Indivi-duum) »eigenen Physiognomie und dem Charak-ter ihres Instinkts rührend vorzustellen. Manerkennt an ihnen bis auf die Sorge, die sie fürihre Haare und Wolle tragen, an die sich biswei-len etwas Dünger hängt; und bey langer Be-trachtung meint man bald gar, auch diesen letz-ter» zu riechen. Durch Bestimmung und Schmuckstolze Schlachten - und Reuterrosse hat er bekannt-lich nicht gemalt; aber dafür mit der anziehend-sten Genauheit jene guten nützlichen Bauernpferde,deren Haar freylich nicht unaufhörlich mit eiser-nen Striegeln glänzend gemacht wird, sonderndie lediglich den einfachen Anstand und die Sit-ten ihrer Meister verrathen. Figuren sind beyihm nie zahlreich und nicht immer glücklich;keine arkadischen Hirten, sondern gute ächte Flamsmänder, das versteht sich. In seinen Lüften er-scheinen freylich nie jene breiten und schönen Wol-kenformen, und ihr« kühnen Spaltungen, wie beyLernet; meist sind sie weich und wolligt, aberimmer im richtigsten Farbemon, und ihre Weich-heit selbst trägt das ihrige bey, seinen Hauptgegen-