Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1161
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Praxiteles.

geraubt hatte, und Alexander ihnen wieder zurück-stellte; einen Apollo Sauroctanos; eine weinendeMatrone, und ein Mädchen, welches Fröhlichkeitausdrückte. Diese letztre halt man für Phryne,und glaubt an ihr die ganze Liebe des Künstlersfür sie, und zugleich den Lohn einer Buhlerin zuentdecken. Aber die erste Bildsäule" (fahrt dannplinins fort) „ nicht bloß von Praxiteles, son-dern in der ganzen Welt, ist seine Venus von Mar-mor, welche zu sehen, so Viele eine Reise nachGnidos unternahmen. Er hatte noch ein Bilddieser Göttin in Marmor gemacht, die in etwasverschleyert war. Die Einwohner von Eos, welchezwischen beyden die Wahl hatten, kauften die letztre.Den Gnidiern anerbot der König Nicomedes fürdie ihrige, ihre Stadtschulden zu bezahlen; alleinsie wollten sich lieber Allem aussetzen, als ein sol-ches Kleinod veräussern. Der Tempel worin siesteht, ist überall offen, daß man sie also von allenSeiten sehen kann. Die (argen) Gnidier glaub-ten, dies würde der Göttin — nicht mißfallen.Man betrachte sie von welcher Seite man wolle,so erweckt sie gleiche Bewunderung. Man sagt,es habe sich einer in diese Figur verliebt, sich ver-steckt, und sie die Nacht hindurch genossen; einFleck an ihr soll noch seine Leidenschaft verrathen".Fast eben so berühmt war sein Cupido zu Parium,gegen welchen ein Rhodier auf dieselbe Weise ent-zündet wurde; und dann ein zweytes Bild dieses Got-tes zu Thespiae, welches Cicero dem Verres vor-wirft, gestohlen zu haben (und das nachwerts nochzu plinius Zeiten im Porticus der Octavia stand).Dort sah man noch in denselben Tagen: Eine Flora,einen Triptolem und eine Ceres in den Gärtendes Servilius; den Bonus Eventus und die BonaFortuna, im Kapital; Maenaden, Thyaden undCaryatiden, Silene; und endlich einen Apoll undNeptun unter den Denkmälern des Asinius Pollio .„Vielleicht (bemerkt dann wareler) hatte Pra-xiteles feine berühmte Venus noch nicht abgebil-dee, als er (man s. die Anekdote im Lex.) seinenAmor und Satyr allen seinen übrigen Werkenvorzog. Daß man die Medizaeische Venus füreine Copie, oder doch für eine Nachahmung derGnidischen halte (die man noch zu Tbeodostus Zei-ten zu Konstantinopel sah), ist bekannt; und ebenso, daß Winkelmann vermuthet, der wunder,schöne, fünf Palmen hohe Apollo Sauroctonosder Villa Albani in Erzt sey vollends ein Origi-nalwerk des Künstlers. Jener Amor dann, wel-chen einst die Prinzessin Jsabella von Este zu besitzenwähnte, soll, nach Andern, gleich ckner seinerLiebesgöttinnen, in einem Brand zu Rom unter-gegangen seyn, und Lllenodor den Thespiern(welchen er zum zweytenmal von römischen Kai-sern weggenommen wurde) eine Copie davon ge-bildet haben, die noch zu pausanias Zeiten beyihnen ersichtlich war. Zwey Starüen seiner ge-liebten Phryne sah man zu Delphi und Thcspiä.An dem Wege vom Pyräus nach Athen danneinen Reuter bey seinem Pferde, von welchem manvielleicht auf einer Gemme des Herzogs von Marl -borough eine Nachahmung findet, und der dorten,Alexander heiß«. In dem Tempel der Ceres zuAthen standen die Bilder dieser Göttin, ihrer Toch-ter, und eines Bacchus mit der Fackel; in einemder Tempel an der Straße, welche man die Drey-fuße nannte, sein berühmter Satyr; in dem Quar-tier Brauron (wo die Dionysiaca gefeyert wurden)die Diana; im Apollotempel zu Megara dieserGott, Diana und Latona; im Bacchustempelwieder ein Satyr; in dem der Diana wurden diedortigen Statuen der zwölf großen Gottheitenebenfalls ihm zugeschrieben; im Bacchustempelzu Elis diese Gottheit; zu Plataa eine Juno,und eine Rhea wie sie dem Saturn den inWindeln gewickelten Stein übergiebt; im Haynedes Trophonius ein Aesculap; zu Anticyraeine Diana, die Fackel in der Hand und denHund zur Seite; zu Mantinea Juno auf demThron, Minerva und Hebe ihr zur Seile; fürdas Pantheon zu Athen zwey Pferde über dem

Pregißer. n6r

großen Portal. Virruvius endlich zahlt den Pra-xiteles unter die Künstler, die an dem Grabmaledes Mausolus (starb im I. iV. der 106. Olym-piade) arbeiteten. In der Sammlung des Barornet Richard Worsley auf der Insel Wight glaubtman (und, was glaubt man nicht?) in dem Bas-relief einer jungen Frau, welche Tauben liebkost«einen Ueberrest aus dem Tempel der Ceres zu Pa-ros, und die Arbeit des Praxiteles zu finden.Dallare-a-/ il. ,,h. Mehreres über Copien, Nach-ahmungen , Wiederholungen seiner Werke s. man— gedahlt (ib. I. 2,4—17.).

* Praxiteles derjenige, welcher unter demArt. besgriechischen Bildhauers, als zu Pompejus Zeiten lebend erscheint. Derselbe war aus Neapel gebürtig, hatte aber in Rom das Bürgerrecht er-halten. Jloecher.

prchal (Johann Wenzel), Bildhauer zu Jg-lau in Mähren , geb zu Kremster, 744 - Derselbelernte die Kunst bey seinem Vater, Bildhauer desBischofs von Olmütz im Kremsier, besuchte als-dann die Akademie der bildenden Künste zu Wien ,und kam 1774 "ach Jglau. Er lebte noch um ,809.arbeitete in Holz, Stein und Stukatur, und staf,firte (?) seine Arbeiten meist selbst. LNeuselN. R. L.

pro (Abraham du). Ein solcherwird irgendwo,ohne Weiteres, unter die französischen Stahlschnei-der gezählt.

— — (I. du), verfertigte einige Bildhauer-arbeit in der Felsengrotte bey Freyburg in derSchweiz , und st. ,708.

* — — (Wilhelm du). In mehrern Notizzenvon ihm erscheint er unter Dupre. Derselbe sollnoch um den Anfang der Regierung Ludwig XI V. gelebt haben. ^c.

— — ( ). Nach der Zeichnung eines uns

sonst unbekannten Künstlers dieses Namens, hatDaret die Bildnisse des Renat Crosiaquis und deSDichters Renat H. von Espine, und Desrochers(17,1.) dasjenige des Augustiners Leonhard vonSt. Catherina von Sieng gestochen.

preaudau (L). So nennt abermals dereinzige Basan (Lcl. sec.) einen Kunstliebhaber,der in ,76b. den Tod von Duguesclin nach eige-ner Erfindung gestochen habe-

preaux ( ), ein Künstler dieses NamenS

in England. Von ihm kannte man um ,8oZ.eine Anficht von der in der neuern Geschichte soberühmt gewordenen Stadt St. Jean d'Acre inEgypten, welche er sehr gut darstellte. Vorzüglichthun die hohen Gebirge im Hintergrund eine schoneWirkung, wie man schon aus dem Blatte vonJuker nach diesem Bilde sehen kann. /iorillo V. 7Z7.

precht (Durchard). So hieß ein Bildhauerin KSnigl. Schwedischen Diensten um den Anfangdes XVUI. Jahrh. Nicol. Kcder hat eine Me-daille auf ihn prägen lassen, die selten ist. idiäh-se n's Bert. Medaillens. l. Th. S. 226.

predkoj, s. piedkoj.

preel ( du), s. oben Dupreel. Auch für'sLXXl. Heft des Musee Napoleon lieferte er (1809 )die beyden Schmaucher von Tcniers dem jüngern,nach der Zeichnung von ls Guiche.

pregel (Michael). Einzig mit diesem Na-men bezeichnet wird irgendwo ein Blatt angeführt,das den Tod vorstellt, der den (Einen) Eeitzhalserwürgt.

preger ( ), ein Maler zu Eisenach , malte

»7,9. die Kirche des gothailchen Dorfes Peutle-ben für 12Z. Thaler aus. Gorhaisch. Kirchen-und Schulstaar l. Thl. 8. St. G. 26.

pregiyer (Lucas), ein Kunstmaler, ver-muthlich von Bregen; am Bodenfte gebürtig. ZuJiiiiii