Band 
Zweyter Theil [2].
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1164
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1164 Prenn er.

punktirt, als sein beßtes Blatt an. Bey Gan-dellini herrscht, wie schon zum Theil das Lex.bemerkt, in seinem Art. prenner eine vollzähligeVerwirrung. Vörderst nennt er unsern AnronJoseph, Georg; erwähnt dann ebenfalls einenAnron, welches wieder der unsrige ist, und eig-net diesem, nebst der Wiener-Galerie, Blätternach Giordano, Tintoret und Spangnoletto zu,und will endlich einen E. van prenner kennen,der nach dem ältern Palm« das Bildniß einertürkisch gekleideten Frau mit einem Page, undnach van Aachen die Marien beym Grabe vor-rreflich gestochen habe. Welchem der drey Bren-ner des Lex. nun eigentlich die eben gemeldtenBlätter gehören, ist uns unbekannt. Rost II.71—74. Mrc.

* prenner (Georg Caspar von), ist zugleichder im Lex. unter dem Art. Anr. Josephs an-geführte Joh. Joseph, und der dort, nach Gan-dellini, genannte Georg. Dieser war es, nachdem Katalog von winkler, welcher jung nachItalien gieng, fürs Museum zu Florenz arbei-tete, die Villa Caprarola gab, und in 1766. zuRom verstorben war. Seinen Namen GeorgGaspar tragen z. B. ausdrücklich zwey geetzteBlätter: Ouiäo karne 8 lU 8 , prinoipaku 8 U 8 -cepto, laboranti intestinis <jl80orciil8 olvitati,trsn^uliitstem re 8 titult, und ein Reutergefecht,zwey Pendants mit: Koma 1746. datirt, undein drittes großes: Den in i 5 Z 8 . zwischen CarlV. und Franz l. geschloßnen Frieden.

Ob, wie der Verwirrungs-Rath Basan (Lä.8ec.) von Anr. Joseph sagt, dieser GeorgCaspar 1701. zu Strasburg geb. und (nach ihm1761.) zu Rom gestorben sey, ist uns unbekannt.

presle (Herr von). Einen solchen zählt»Gaulr de Sr. Germam (trois 8iecle8 äs?sinture sn I'rsnce p. Z20.) unter die französi-schen Kunstliebhaber des XVIII. Jahrh., welcheGemäldesammlungen besaßen.

preßel (Jacob Michael). So heißt imLeipziger-Adreßkalender ein Münzeisenschnciderund Graveur auf der Pleißenburg zu Leipzig 1760. Ob er vielleicht der Nämliche seyn dürftemit dem gleich folgenden

presse! oder preise! ( ), von Heil-

bronn, seines Handwerks ein Kupferschmied; daer aber Anlagen zu einem Künstler hatte, ver-suchte er es mit glücklichem Erfolg, Petschafte inEdelsteine und Stahl zn schneiden. Er blüheteum 1780. Mensel Misc. XV. 18g.

preßer (Heinrich). So heißt in: Vreri^rcliitectU 8 ^enen 8 l 8 p. 76. ohne Weiteres einMaler zu Jena in 1641.

prest (Gottfr.), ein Bildhauer, unter der Regie-rung Richard II. in England, der gemeinschaftlich mitzJicol. Broker, eine bronzene Statüe verfertigte,worüber sich der Contract in Rymers koeäeruVII. 797. findet. Dort werden beyde cltezmsanä Loyer8M)'thle8 äs Hounärs8 genannt.

* Presiel (Johann Theophil oder Gottlieb).Zu Venedig nahm sich Nogari besonders seineran, als er ihn nicht lange nach seiner dortigenAnkunft in einer Kirche fand, wo er eins seiner

Prestel.

Altarblätter kopirte. Er nahm ihn hierauf insein Haus, bezeugte ihm ein vorzügliches Ver-trauen, wünschte ihn auf immer in Venedig zuhaben, und trug ihm eine junge Verwandtin, dieer zu seiner Erbin bestimmt hatte, zur Frau an.Er schlug — wie glücklich für letztre! Allesdies aus, und Nogari ward darüber so aufge-bracht, daß er ihn mit einem: In^raw Neäes-co von sich stieß. Auf Wagners Rath verließer sofort Venedig, ging nach Rom , von da nachNeapel, und dann wieder nach Rom , wo er sicheinige Jahre aufhielt, die alten und neuen Schä-tze der Kunst studirte, und die vorzüglichsten Künst-ler fleißig besuchte. Im I. 1766. hielt er sicheine Zeitlang zu Florenz und Bologna auf, und kehr-te alsdann nach Deutschland zurück, wo er eineWeile zu Augsburg, und hierauf (1769.) zu Nürn-berg arbeitete, wo er sich sowohl im Oel- alsPastellmalen rühmlich zeigte. Hier lernte er einejunge interessante Person, Maria LarharinaHöllin kenne», die er im Zeichnen unterrichtete,und sich nachwerts mit ihr verheyrathete. DieseTochter war fähig, ganz sein Glück zu machen;allein sein sonderbares Betragen und sein unruhigerGeist waren Ursache, daß sie bey ihm unendlich vielKränkung erfahren mußte. Im I. 1775. hielt ersich einige Zeit in der Schweiß, meist in Zürchbey Lavater auf, durch dessen Empfehlung erviel mit Bildnißmalen verdiente. Die Unbestän-digkeit seines Charakters war Schuld, daß erdiese Gattung, worin er am glücklichsten war,ganz verließ. Bey seiner Rückkehr nach Nürn-berg ergriff er jetzt, statt des Pinsels, den Grab-stichel. Seine erste Manier waren nur Umrisse,ohne Schatten und Licht, womit er sich aber we-nig Beyfall erwarb. Alsdann legte er sich aufdie Röthelmanier und das Aetzen, nebst derTuschmanier, aus welch Allem zuletzt die Hand-zeichnungsmanier entstand, die er so glücklichnachzuahmen wußte, daß seine treflichen BlätterAlles übertrafen, was bisdahin Engländer undFranzosen in diesem Fache geleistet hatten. Be-weise davon sind: Der Wald, nach Schütz;die Brücke, nach Dietrich; der Morgen, nachH. Roos; und der Sonnentempel, nach Ma.ratti. Von der Frau: Der Abend, nach Ph.Roos (Rosa von Tivoli). Unglücklicherweise warNürnberg nicht der Ort, wo ihre Arbeit vieleAbnehmer fand, wozu aber auch des MannesEigensinn vieles beytrug, der ihn dann in aller-hand schwere häusliche Verlegenheiten brachte.Jetzt war ihm der bekannte Kunsthändler Hüs-gen vornehmlich behülflich, daß er Nürnberg ver-lassen, und sich (1780.) mit seiner Familie zuFrankfurt am Mayn niederlassen konnte. Seinesehr geschickte Frau, die von jeher so viel mitihm ausgestanden hatte, verließ ihn endlich 1786.nnd ging nach London , wo sie eines großen Ru-fes genoß, und dann 1794. verstorben war. Erselbst fand das Ziel seiner — selbst verschuldetenmühesamen Laufbahn »808. zu Frankfurt *). Men-sel sI. R. L-, wo sich die ausführliche Litteraturvon seiner und seiner Gattin Arbeiten befindet.Eine andre von 89. Bl. aus seinem Verlage,meist seiner eignen Arbeit, mit den Preißen undgenauer Beschreibung, erschien in einem besondernKatalog 1806-7. Die Meister, nach denen diesseltene Künstlerpaar geetzt, und auf Röthel- und

») Im Cüb. Morgenbl. >808. S. 1012. wo sein Tod angezeigt wird, heißt es: „Seine Söhne und Tö-Hter,nebst ihm, bildeten zu Frankfurt eine Künstlerfamilie, die den dortigen Kunstsinn und Vertrieb in regerKraft zu erhalten beytrug". Und l. c. S. -152. „Presiel war mit dem Entwurf eines Gemäldes fürden Fürsten beschäftigt, als ihn der Schlag rührte, und seinem Lebe» am 5. Lcr. ein Ende machte. DaSFrankfurter -Museum feyerte sein Andenken durch eine Trauermusik, und durch eine Rede, worin H. RarlRitter sein Leben und seinen Charakter als Künstler und als Mensch meisterhaft darstellte. Es ist zu wün-schen, daß diese Biographie durch den Druck bekannt gemacht werde". Eine besonders naive und anschauli-che Darstellung des — denn doch fast unerträglich seltsamen Käuzen s. man auch be» Hüsgen N- A. S.410—-ü. nebst ebenfalls einer guten Litteratur seiner Arbeiten bis um 179°. Dort liest man neben Andern,,daß er um - 789 . mit seiner Frau die Kinder getheilt, und sie nämlich »wey derselben mit sich nach Englandgenommen. Von dem Schicksal dieser letzter» sowohl als der Zurückgebliebenen ist uns nichts bekannt. ImMeuselschen Archiv l- -. werde» die drey berühmten Ruysdaele in der Galerie von Söder (ZweyWasserfalle und der Wald) als herrliche Blätter des Vaters, von Mamsell prestel in Oel illumnn'rt ge-nannt. Bey Hüsgen (l c.) endlich verdient noch nachgesehen zu werden, was von prestel's ganz vorzüg-licher Kupfcrpresse gesagt wird. Die gegenwärtigen Besitzer seiner Platten so wenig als derjenige» seinerGattin wissen wir (wie so Vieles) nicht anzugeben.