H78 Prün.
vrün (C- P.), ein Künstler zu Anfange desXVIII. Jahrhunderts; vielleicht zu Sorau inder Lausitz . I. G. Mcnhel hat zu Grosser«Laufiizischen Merkwürdigkeiten Ansichten ob-gedachter Stadt nach ihm in Kupfer gebracht.
* prunari (Michel Angelus), des nachfol-genden Sanro p. Sohn, der im Lex. unterdem Art seines Vaters erscheint. Von ihm heißtes bey Lanzi II. 220. welcher Spuren über ihnbloß bis 1717. findet, ganz kurz: Er trat indie Fußsiapfen seines Vaters, so gut er's ver-mochte. Zu Verona in St. Hiacinth del Padresieht man von ihm ein Bild, wo man seineKunst mit derjenigen seines Vaters messen kann.
* — — (Santo). Um einen correctcrn
und graodiosern Styl zu erreichen, als er's beyseinen venetianischen Meistern nie erzielt hatte,ging er nach Bologna , wo er auch einen wah-rern und pastosern Geschmack im Colorit an-nabm. In der Zeichnung und dem Charakterseiner Köpfe scheint er jedoch mehr Naturalist?,als seine Zeitgenossen, Marchestni und Balestra,gewesen zu seyn, und überhaupt erhielt die Vcro-nesische Schule neues Leben durch ihn.
II. 187. und 220.
* pruneau (Nicole oder Roel), Zeichnerund Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel,geb. zu Paris 1751. Schüler von A. de St.Audi». Derselbe erscheint im ^Imsnack üesUeaux-^lt8 von 1803. wenigstens unter den da-mals noch zu Paris lebenden Künstlern nichtmehr. Rost VIII. 5Z7. führt von ihm einige,theils nach eigener, theils nach Andrer Zeichnunggestochene Bildnisse en Medaillon, wie z. B. vonBoerhave, Haller, van Swieten u. s. f. (wie esscheint für eine Folge von Aerztebildnissen), Ro-salie le Vasseur, dann: 8elitilnens reli^ieux,und Uestexions bscolngues, als Pendants,beyde nach Julien von Toulouse an. Anderwärtsfinden wir noch: I'^mour L l'Lspaßnol. diesgemeinschaftlich mit seinem Meister, nach le Prince.
pruneau ( ). So heißt im Almanach
äes kertux - Hrt5 180Z. ohne Weiteres ein da-mals zu Paris lebender Baumeister.
psa Inner (H. G. ) äel. Diesen Namenfindet man auf einem von I. Bvcklin gestochenenBildnisse in 4 °- des Churfürsten Friedrich III.von Brandenburg. Sehr wahrscheinlich mit demgleich nachfolgenden I. G. Psolimar dernämliche.
psolimar (David), ein Wachspoßirer, ar-beitete 1634. und i 65 o. an dem churfürstl. Hofezu Berlin , wo er Bildnisse und — Schauessen ver-fertigte. LJicolai.
— — — (Joh. Georg), vermuthlich desObigen Sohn, ein Dildnißmaler, blühete um1660. Ebendas. S- gleich oben psalimer.
* preras. Der antike Baumeister. „Manbehauptet" (heißt es bey Milizia Ls. ter?. I.17 — 18.), daß die erste zu Delphos zu EhrenApollo's errichtete Kapelle aus Lorbeerästen be-stand, die man von Tempe geholt hatte, und so-mit eine bloße Hütte war. Dieser Kapelle nunsoll preras eine bessere Gestalt gegeben haben;und da sein Name einen Flügel bedeutet, so hießes gar, die Bienen hätten ihn mit ihren Flügeln— also aus Wachs? — erbaut. Hierauf fügteder Künstler, damit man nicht weiter dergestaltmit seinem Namen spiele, demselben eine Dor-stecksylbe bey, und baute nun, als Apreras,eine ganze Stadt in Creta ". Alle dieses, undnoch mehr Wunderbares von den wettern Schick-salen des Tempels zu Delphos erzählen uns hoch-berühmre Geschichtschreiber des Alterthums.
publius Helvius, s. perrinax in dengegenwärtigen Zusätzen.
Puettner.
*pucci (Joh. Anton), studirte zu Rom 1716.Derselbe war auch Dichter. I. 257.
* Pucciardi-Barberi (Peter). Derselbewar gebürtig ^von Fosdinovo , und lernte zuBologna bey Joh. Joseph dal Sole. Er starbzu Rom als Secretar der dasigrn Akademie vonS. Lucas. Dieser Künstler malte die prächtigeKapelle Casoni der Domkirche zu Sarzana mitgeschmackvoller Fresco-Arbeit. Kattr Gestochennach ihm hat Frezza St. Margaritha von Cor-tona auf den Knieen vor der H. Jungfrau ineiner Glorie.
puccini ( ). So heißt in der Gotb.
gel. Zeit. 1793. Ausl. Lirrerar. S. 375. u. ff.ein großer Kunstdilettant (ob selbst ausübenderKünstler, wissen wir nicht), anfänglich ein Rechts-gelehrter, der um genannte Zeit die Aufsicht überdie Galerie zu Florenz führte, äußerst zuvorkom-mend und höflich gegen Fremde, und besondersgegen—Engländer war, wie dies ein solcher dortselbst bezeuget.
* — — s. auch pucini.
puchler ( ), ein Künstler dieses Na-
mens verfertigte mit der Feder punktirte Bild-nisse, wovon der Ueberrest aus einer sehr zartenSchrift bestand. Hinwieder kennt eine unsrerHandschriften ein kleines gestochenes Bildniß vonM. Luther , welches mit: ?ücbler fec. bezeichnetist, und dessen Manier auf den Gedanken führenkönnte, daß solches von diesem Künstler selbst,oder doch nach ihm und in seinem Styl wäregefertigt worden; mit der weiteren, nicht unge-gründelen, Vermuthung, daß derselbe mit demF. G- Büchler in den gegenwärtigen ZusätzenEine Person seyn dürfte.
* pucini oder puccini (Blasius). AlsMaler hielt mau ihn für einen guten Praktiker.
I. 555 . Gestochen von ihm kennt maudas Bildniß des Abts B. Aegidius, und eineMadonna mit dem Kinde Jesus, St. Franciscund den Engeln. Letztrcö führt Gandellini (s. v.Lra§ro /Äccrm) an.
* pudens, s. Felix den Freygelaßnen, inden künftigen Zusätzen.
pudor ( ), königl. französischer Bauin-
spektor zu Strasburg um 1770. wo er viele künst-liche Arbeiten, als Freytreppen, schräge Brücken,irregulaire Bogengewölbe rc> bey seinen Bautenanbrachte s. Bläbens Dresden S. 5 o.
püchler, s. puchler.
Pückle (Joh Martin), s. Bückle in dengegenwärtigen Zusätzen.
pueschel, püschel oder Bueschel (Jo-hann Christian), ein Kupferstecher zu Leipzig von1743—71. wo er vermuthlich gestorben ist. Flo-rir. Leipzig und Adreßkalender. Dieser ist esohne Zweifel, der anderwärts püschel, Kupfer-stecher zu Leipzig um 1765. heißt, welcher, nebsteinigen Bildnissen, eine Anweisung zu Einfrie-dung der Ländereyen gestochen habe.
— — — (Johann Joachim ), geb. zu Leip zig , ging 1716. nach Halle im Eaalkreise, undstarb dort 1720. Don ihm kennt man schlechteBildnisse, wie z. B. Kaisers Franz I. Sicul'sAnnal . und Dreyhauprs Beschreib, d.Gaalkreises II. 59.
— — s. unten auch püschel.
* Pütt (Johann van der). Derselbe lerntebey Heinrich Reitz, war aber kein geborenerNürnberger , sondern wohnte nur geraume Zeitdaselbst. Mec.
Puettner (Peter), wurde in i 5 go. als land-grafl. Hessisch. Münzwardein angestellt. HirschD- Münz-Arch. VII. 275. Ob dieser, und