Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
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Pnffriel.

so viele seines Gleichen, welche in gegenwärtigemEuplcmentc erscheinen, zugleich selbst ausübendeKünstler waren, ist uns meist unbekannt.

puffriel ( ). Nach einem uns sonst

unbekannten Künstler dieses Namens hat I.Driot den auf seinem Paradcbett liegenden Heimrich IV. von Frankreich gestochen.

pug» (AntoM, ein spanischer Maler, bildetesich unter Anleitung des Velasquez, und machtesich, neben Andcrm, 5 Z. einen Namen durchsechs Bilder, die sich im Besitze des D- SilvesterCollar y Castro befanden, hielt sich aber zu sehr andie erste Manier seines Lehrers. Fwrillo I V. 2hZ.

Duger (Franz), des nachfolgenden PetersSohn, unter dessen Namen er im Lex. erscheint.Nach ihm haben H. Cvussin, C. Dupuis, E-Jeurat, und Noblin Bildnisse (Jeurat dasjenigeseines Vaters) gestochen.

* (Peter Paul). Derselbe war der

dritte Sohn eines, wie es scheint, wenig bekann-ten Bildhauers und Baumeisters, Simon Pu-ger's. Von Kindheit an zeigte er ungemeineAnlagen für die bildende Kunst, und kam schonin seinem Vierzehnten in die Schule Romans,eines mittelmäßigen Bildhauers, der Galeren er-baute, und half ihm, dieselben mit Sculpturenverzieren. Kaum ein Jahr nachher ging' er inItalien ; und man muß in der eigentlichenKunstgeschichte nachlesen, wie er sich dort, inFlorenz zumal, mit genauer Noth durchbracht,und mit seinen Talenten sich besonders dieFreundschaft von P. von Cortona erwarb. Ini 64 Z. kam er nach Hans. Dort war seine ersteArbeit, aus Auftrag des Herzogs von Breze,Admirals von Frankreich, in Toulon das Modellzu dem schönst möglichen Kriegsschiffe zu liefern;und damals war es, wo er jene herrlichen Gale-rien erfand, welche nachwarts so oft für Fremdeein Gegenstand von Bewunderung und Nachah-mung geworden sind. Dann kehrte er neuer-dings auf sechs Jahre nach Rom zurück, wo erbald alle vorzüglichen Kunst-Merkwürdigkeiten inZeichnung brachte. Bey seiner abermaligen Rück-kehr ins Vaterland (r 65 Z,) beschäftigte er sich inMarseille , Toulon , la Dalette und Aix meist mitder Malerey, als eine gefährliche Krankheit(rhhx.) ihn vermochte, auf den Rath seiner Aerz-te, den Pinsel ganz bey Seile zu legen. Vonda an beschäftigte er sich einzig mit der Bild-hauer- und Baukunst. Und hier geht die eigent-liche Epoche seines Ruhmes an. Zwey Termen,die den Balcon des Rathhauses von Toulon stü-tzen, machten ihn als Bildhauer zuerst bekannt;dann ein Hercules und die Erde mit dem Janus,der sie mit dem Oelzweige krönt, für des H.Girardinö Schloß zu Vaudreuil in der Norman-die, 8^ hohe Statücn, welche le Pautre bewun-derte, der ihn sodann dem Minister Fouguet em-pfahl. Allein die bald darauf erfolgte Ungnade diesesletzter», welcher ihn »ach Genua sandte, um dort fürdie Sculpturen von Vaux le Vicomte die schön-sten Marmorblöcke auszuwählen, veranlaßte, daßer in gedachter Stadt verblieb, und dort mehreretrefliche Kunstwerke zu Stand brachte; wie z. B.die beyden hohen Bilder der HH. Sebastianund Alex. Soli unter der Kuppel der KircheNotre-Dame von Carignan, von welchen es beyd'Argeusville G. r8». freylich etwas rhetorischheißt: Nur ihr Gegenstand behindere, sie nichtfür Antike zu nehmen. Dann erzählt eben dieserSchriftsteller die Anekdote: Wie unser Künstlereine Statüe für einen Genuesischen Nobile (dersolche bestellt hatte, dem die Arbeit gefiel, der sieaber nicht mit dem geforderten Preiß bezahlenwollte), mit einer ziemlich derben Apostrophe, vorseinen Augen in Stücke zertrümmert, und ihmdamit zu beweisen versucht habe, daß er ei»immer so guter Edler als jener sey. Mittlerweilehatte er auch für den Herzog von Mantua eineHimmelfahrt in Basrelief gemeißelt, welche dem

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gerade damals nach Frankreich reisenden Ber-nini so wohl gefiel, daß, auf dessen Zeugnißhin, der Minister Colbcrt ihn, nach neun JahrenAufenthalts zu Genua , wieder nach Frankreich berief, wo er sofort, in der Eigenschaft einesBildhauers und Direktors der Schiffzierathen,wie man weiß, ein Jahrgeld von 12U». Lh. er-hielt. Bey seiner Ankunft zu Toulon (1669.) be-schäftigte er sich eine Weile mit einer MengeMarine-Zeichnungen (deren auch das Lex. ge-denkt), mit einer solchen Feinheit auf Velin aus-getuscht, daß man dergleichen bisher nichtsAehnliches erblickt hatte, und dieselben noch lan-ge von den Liebhabern eifrig gesucht wurden.Hierauf fing er ein i8^ hohes Basrelief, welchesAlexanders Besuch beym Diogenes zum Gegen-stand hat, für den König an, das aber erst kurzvor seinem Tode vollendet wurde; diesem folgtedas Modell einer Kirche für Genua , welchesaber ebenfalls nicht ausgeführt wurde, und einBaldachin für den Hauptaltar der Kirche zu Ca-rignan, der (aus uns unbekannten Gründen) sichnoch heut zu Tage in Marseille befinden soll.Beyde nennt d'Argensville S- 189. Beweise sei-ner großen Kenntnisse in der Baukunst, mit demBeyfügen: puger habe sich oft (wohl etwasseltsam) geäußert: Es sollte ihm leicht seyn,der Architektur noch eine fünfte Ordnung beyzu-fügen; und, wenn er das Glück hätte, Architektdes Königs zu sey», wollte er Werke liefern, dieden schönsten des Alterthums gleichkommen müß-ten. Für Versailles war seine erste Arbeit sein8 9, hoher vortreflicher Milon, auf den er einso eifriges Studium verwandt hatte, daß er-zählt wird: Als ein Fuß dieses unglücklichenAthleten, an welchem er den großen Schmer; des-selben auszudrücken suchte, lange nicht gelingenwollte, er im Unmuch den »einigen mit hefti-ger Bewegung einem seiner Schüler darreichte,der davon gerade das Modell nahm, dessen seinLehrer bedürftig war. Als Pendant folgte dasGrupp Perseus und Andromeda, an welchem erfünf Jahre arbeitete; dann die Ritterstatüe Lud-wig XlV. für die Stadt Marseille . Erst in1688. ging er nach Paris , und ließ sich zu Fon-tainebleau dem Könige vorstellen, der ihn sehrgnädig aufnahm. Aber le Brüns Herrschsucht,welche auch dem Bildhauer Regeln vorschrei-ben wollte, so wie nachwarts Girardons ähnli-cher Szepter, trieb ihn bald wieder nach Mar­ seille zurück, wo er sich auf einem Rebhügel nahebey dem Römerthor ein geschmackvolles Lusthaus(mit dem edeln, über dem Eingänge stehendenMotto: Reine Arbeit ohne Mühe'», so wiespäterhin die dortige Capuzinerkirche baute, undzu derjenigen der Charitö die Risse gab. Vonihm ist auch das Portal der dasigen Karthaufc,welches Grandiosität mit edler Einfalt vereinigt,so wie seine Kapelle St. Louis in der Anon-ziate zu Genua . Die erstre zierte er auch mitmehrern Gemälden, von weichen sich ein St.Bruno vornehmlich auszeichnet. Jetzt legte erdie letzte Hand an das schon erwähnte Basreliefvon Alexander und Diogenes , und sandle esnach Paris ; aber seine Neider wußten es zu ver-hindern, daß solches nicht aufgestellt wurde; undnoch zu d'ArgensviUe's Zeit befand es sich imAntikensaale des Louvre Kenner konnten dessenSchönheit nicht genug bewundern; bloß fandensie, daß er die Natur des Pferdes wenig studirthabe. Seine letzte Arbeit, die er aber nichtganz vollenden konnte, war ein Basrelief, wel-ches die Pest von Mailand (anderwärts heißtes, wohl richtiger: Die Marsciller - Pest) sehrrührend, doch schwach gezeichnet, darstellte, undin letztrer Rücksicht, daS Alter des Künstlersverrieth. dArgensville zufolge, sollte es inder Kapelle der Gesnndheits-Jntenden; zu Mar­ seille noch ersichtlich seyn. In seiner^ guten Zeitarbeitete puger mit einer fast überknhnen Leich-tigkeit. Oft "war ein kleines Modell (Dluguetro)sein einziges Vorbild; seine Zirkel, RichtscheitLlIllll 2