Band 
Zweyter Theil [2].
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Nürnberg .

sogleich zu dessen Nachahmung zu reizen. SeinVater sprach mit ihm einst von Gobelinstapeten,die einen italienischen Jahrmarkt nach einer Zeich-nung von Boucher darstellen, und beschrieb ihmdenselben mit einer solchen Genauigkeit, daß das?Kind mehrere Zeichnungen davon verfertigte, vondenen sich einige dein Originale näherten. Einso entschiedenes Talent machte es nothwendig,es an erhabener Arbeit zu üben. Man brachtedie beßten Gypsabdrücke zusammen, die man nurimmer ausweiden konnte. Der junge Heinrichmachte sich die Sorgfalt seines Vaters beßtenszu nutze»; aber nie konnte man ihn dahin bringen,daß er kopierte. Dieser in seiner Erziehunasge-schichte charakteristische Zug sticht auf's Starrsteaus allen seinen Arbeiten hervor. In seinem rüs-ten Jahre malte er in Oel, außer einem Stück,das einen jungen Menschen mit einem Windspielvorstellte, den Tod und das Lebewohl des Ger-maniens , wie auch Hero und Leander . Aber erfuhr auch zugleich fort, Zeichnungen von eigenerErfindung mit der Feder, und ohne Entwurf, zuverfertigen, und aus dem Stegereif Figuren hin-zuzuzaubern, deren Sauberkeit nicht weniger Be-wunderung verdiente, als die Fertigkeit, mit derer dabey zu Werke gierig. Im I. 1780. machteer wahrend einer Reise auf den Harz in wenigTagen mehr als ein Dutzend Bister-zeichnungen,welche die romantischsten Ansichten, die diese Ge-birge gewahren, darstellen. Sie wurden von demHannoverischen Minister zu St. James dem Kö-nige vorgelegt, der ihm dann zugleich die Kostenzu einer Reise nach London auszahlen ließ, fürseinen Unterhalt sorgte und ihm eine Stelle inder Malerakademie gab. In dieser vervollkomm-nete sich der junge Künstler 9. Jahre lang undverfertigte eine Menge Zeichnungen, mit denendie geschicktesten Kupferstecher Englands, nament-lich Murphy und Bartolozzi , eS sich zur Ehreanrechneten, ihre Platten zu beleben. Auch erhieltmau von ihm mehrere Oelgemalde. Er verfertigtereligiöse Stücke füs- die Königl. Kapelle zu St.James, Schildereyen für die Shakspear-Galleriedes Alderman Boydell, für den Poctcnsaal, wieauch das große Stück: Den Uebergang Alexan-ders über den Granikus, für Carletonhouse, denPallast des Prinzen von Wallis . Der König fandselbst oft Vergnügen daran, seiner Geschwindig-keit im Zeichnen zuzusehen, und schickte ihn lmI. 1788. nach den Niederlanden und Italien . Rbereiste alle Städte, wo damals noch Meister-stücke der-niederländischen Schule aufbewahrt wur-den, begab sich nach Leipzig, hielt sich in Dres-den auf, wo der berühmte Schulz das Bildnißdes Dichters Gleim, das er dort verfertigte, inKupfer stach, und blieb eine Zeit laug zu Prag und Wien, wo Fürst Kaunitz ihm Beweise vonHuld und Achtung gab und ihn bey sich zu be-halten suchte; aber das Verlangen, Italien zusehe», machte ihn gleichgültig gegen alle Reitzun-gen des Glücks und der Ehre. Zu Venedig knüpfteer die innigste Verbindung mit Denon, dem jetzi-gen Generaldirektor der französischen Museen.R- malte Denon, und dieser stach dessen (d. h.sein von Ramberg gemaltes) Bildniß in Kupfer.Er besuchte hierauf Bologna , Parma, und hieltsich ziemlich lang in Rom und Neapel auf. Nach-dem er die merkwürdigsten Alterthümer dieser Stadtgezeichnet hatte, so kehrte er nach Hannover zu-rück, wo ihm der König das Diplom als Hof-maler zuschickte. Es giebt wenig Zeichner undMaler, die so viel gearbeitet haben als er. Mehtals fünfzig Kupferstecher in Deutschland und Eng-land haben der Fruchtbarkeit seines Pinsels kaumnachkommen können. Vorzüglich excelliert er inder Karrikatur". Außer den schon erwähnten Bil-dern nennt dann das Meuselsche Lex. nochvon ihm: Christus am Oelberg und die Auferste-hung (zwey Altarqemälde in der Königl. Deut-schen Kapelle zu St. James), von Murphy inSchwarzkunst geschabt die Königin von Eng-land und die Prinzessinnen, nach dem Leben ge-

Ramberg

zeichnet, und von verschiedenen Meistern gestochen die beyden Prinzen Eduard des I V. der GewaltRichard deS III. übergeben, von Bartolozzi gesto-chen (noch kennt man 14. andere größere und klei-nere Blatter von diesem letzter» nach ihm; wiej. B. 8orrvwks of ^Verrker) Dann die Exhi-bition in Sommersetshause, wo aber nur die Fi-guren von ihm, das Uebrige von Martini undMalron seyn soll, in s. Bl> gestochen (wahr-scheinlich dieselben, welche wir anderwerts kurz:Der Londner-Salon, von P. A. Martini gesto-chen, angezeigt finden) Ein 2^ breites und16' hohes Bild, verfertigt in Hannover zur Feyerdeswegen derWiedergenesung des Königes (1790.)angeordneten Festes (eine ausführliche Beschrei-bung dieses Bildes s. im Meuse Ischen Mus.XVI. 229Zs.X Wieder ein anderes Bild,von dem Künstler Pharao genannt, das einSpielzimmer mit 40 Personen vorstellt. Ueberall' Obiges kennen wir nach ihm, in England ge-stochen: Von Tb. Gaügain in getuschter Manierzwey Blätter: Der Maitag zu London , wie ervon den Milchmädchen, und dann wieder vonden Schornsteinfegern gefeyert wird; von Ogborn:6oocl news LarriLgture und 6s6 news Lar-ricature; von Ryder aus Shakespcars Drey-Königs-Abend (III. Act. 4 - Sz.): Malvoglio, derdie Olivia überrascht, wovon es im: lournsl fürbllüenüe Künste 8. 9H97. heißt:Malvoglioist eine gute Carricatur. Der Charakter der Oli-via ist gut und schön; das Kammermädchen eineliebliche schalkhafte Figur. Die Personen, diehinten herein sehen, sind aber unerträgliche Car-ricaturem Die Gewänder sind in einer kleinlichenManier. Die Scene war keines Gemäldes undkeiner fleißigen Behandlung, sondern nur der Ra-diernadel werth". Von P. W. Tomkins: ksvi-nia anä IVlotKer; von einem uns Unbekannten tDer Park von St. James. In Deutschland vonP. Gauz in Zeichnungsnianier: Oemetrius ?o!ior-cetes tacite; consulens smico, nach Plutürch.Bey Rambergs Rückkehr ins Vaterland gab erdann , neben Andern,, auch die Zeichnungen zuden sämtlichen mehr berühmten als schönenBlättern der Prachtausgabe von Wielands Wer-ken. Er selbst endlich etzte für zwey Bände dieTitelkupfer; das eine mit der Unterschrist: Jdris.Ferner zwey sehr angenehme gefärbte Blätter nacheigener Erfindung: Die Treu und die Unbestan,digkeit (Kinderspiele); eines davon etwa dasnämliche, was anderwerts rubrizirt ist: --Zwey,Einer dem Ander» Kirschen ins Maul steckendeJungens, unten, als Basrelief, badende Kinder(gr Fol.); dann die Köpfe des Alexanders, Spi-tritates und Clitus, aus seinem Ucbergange deserstem durch den Granikus gezogen (gr. Fol.);Siegfried von Lindenberg (Act. III. Scene II.)nach der Vorstellung des Dresdner Societals-Lheaters (qu. Föl); ein Herr vor einem Tischesitzend, auf welchem ein Buch liegt (Fol); einin eine Haut gehüllter und mit einer Keule be-waffneter Wilde (in 40.); ein Junge, der einenHund trägt (8°); ein Junge und ein Mädchendie sich küssen (8°). Die wenigsten dieser Arbei-ten mögen wohl in den Kunsthandel gekommenseyn. Ferner, fünf raditte und illuminirte schöneBlättchen zu dem Taschenbuche: Sr. Schützeabenrl'eutliche Wanderungen von Weimar nach Earlsbad (Leipzig 1809. Zweyte wohlfeileAufl. das. 1810.). Noch waren bey dem Königl.Kurfürst!. Jntelligenzcomptoir z» Hannover in1800. zu haben: Zwey schön illuminirte Prospektevon Hannover , vom Hofmaler (R.). Preißt5 . Rchthr. Ob ihm aber hiervon Stich oder Zeich-nung, oder beydes angehöre, ist uns unbekannt.Fast scheint eS uns, hätte dieser wackere Mannsich auf GattungSmalercy beschränken wolle», sowürde er ohne Zweifel »och zu dauerndem, Ruhmegelangt seyn, als ihm wenigstens das oben äuge,führte pausbackigte Encomium von Mangourirkaum verschaffen wird. Seit 1804. zeichnete erin seiner Vaterstadt Hannover meist für den Buch-Ooovooo 2