Band 
Zweyter Theil [2].
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Aamberg.

Handel. Dort lebte und arbeitete er noch i8ll.wo in öffentlichen Nachrichten besonders sein alle-gorisches Titelblatt ;um Taschenbuche der Minerva für gedachtes Jahr sehr gerühmt wurde. In demmehr angeführten Meuselschen N. R L.heißt er »Historien- und Bildnißmaler, mir demCharakter eines Hofmalers und Mitglieds derPhilotechnischen Gesellschaft zu Paris ". Nochfinden wir in einer unserer Handschriften, daß der-selbe seiner Zeit mit einer Zeichnung auf des PrinzenLeopolds von Braunschweig bekannten heldenmü«tbigen Tod in den Wellen, den Preiß davon ge-tragen , und seine Arbeit auf Unterschrift ehe» zulassen im Ginne hatte. Ob das Blatt wirklicherschienen sey, ist uns unbekannt. In der Schrift:winkelmann u. f Jahrhundert S. ö2j. wirdunser Künstler wahrend seinem (hier heißt es:kurzen") Aufenthalt in Rom (um 1790.)ein viel-versprechendes Talent, doch ohne ganz vorzüglicheKenntnisse" genannt;und der, wie mehrere sei-ner Zeitgenossen, mit der Kunst etwas Gauckel-spiel getrieben habe". Auch von seinen neuestenArbeiten für die Buchhändler liest man in einemgeharnischten Aufsätze über die deutschen Alma-nache in der Bibl. d. redenden u. bildendenRünste II. (2.) S. 212 das Urtheil:Daß er,bey reicher Erfindungsgabe und schnellfertigerAusführung, oft höchst nachlaßig und gemein er-scheine". In frühern Tagen gab der Ober-Kriegs -und Ober-Proviantcommissair I. L. ldeumannzu Dresden (8". 792 in des Verf. Selbstverlag)eine Schrift: Ueber Rambergs Runst undKunstwerke, worin besonders von seinem ZugeAlexanders über den Granikus gesprochen wird.

Ramberg ( ). So heißt auch ein Schrift-und kandkartenstecher zu Berlin , der dort um 1760.gearbeitet hatte.

Ramberr-Dumarest ( ), ein Etern-

pelschneider zu Paris , neuester Zeit (erscheint schonoben unter dem unvollständigen Namen Düma-reft). In 1810. theilte er mit Galle den soge-nannten Dezennalpreiß, durch seine Schaumünzenauf den Frieden von Amiens , auf Niclaus Pous-fin, einen Minervenkopf für's Institut, und na-mentlich durch den kleinen Medaillon für die Arzt-neyschule.

* Rambouillet (Dupleffis). So, odervielmehr Duplessis - Rambouillet , heißt beyGauir de Gr. Germain, ohne Weiteres, einfranzösischer Kunstdilettante d. X VI. Jahrhunderts.

Ramdohr (Friedrich Wilhelm Basilius von),geb. zu Drübber in der Grafschaft Hoya 1702.ehemals Gerichtsassessor zu Hannover und spälher-hin Appellationsrath zu Celle . Von ihm kenntman verschiedene geistvolle Kunstschriften: UeberMalerey und Bildhauerey in Rom , Z. Th.gr. 8°. Leipz. 787. Studien zur Rennrnißder schönen rdarur, der schönen Rünste u. s. f.auf einer Reise in Dänemark , I. Th. 8°. Han-nover 792. Beschreibung der Gemaldegal-lerie des Freyherr» von Brabeck zu Hildes-heim, nebst einer Abhandlung über die L>mst,das Schöne in den Gemälden der Nieder-derländischen Schule zu sehen, gr. 4 °. Eben-daselbst 792. Charts, oder über das Schöneund die Schönheit in den nachbildenden Kün-sten, 2. Th. 8 °. Leipzig 792. Um 18 . . hatteer einen unangenehmen Streit mit verschiedenenDresdner -Künstlern, ausVeranlassung einer starkenRüge, welche er über das Landschaftsbild einesderselben (Friedrichs) der Zeitung für die ele-gante Veit beyaerückt hatte. S. steise m. 6.Armee 1809.1. S. 6476. u. 27789. Derselbebeschäftigte sich auch praktisch mit der Kunst, zeich-nete und malte sogar Bildnisse in Oel und Pastel.Seitdem sein politischer Berufskreis in Celle auf-gehört hatte, lebte er (1808.) bey dem Domherrnvon Bodenhausen in Merseburg , und gedachtedamals wieder nach Italien zu gehn, was dennin 1S1». wirklich geschah; aber (was wir aus

Ramenghi.

seinem eigenen Munde wissen), nicht (wie esirgendwo heißt)um dort den Rest feiner Tageru beschließen", sondern um eine unpartheyischeRevision seiner eigenen Grundsätze über Kunst-ästhetik u. s. f. anzustellen, und Data zu einemneuen kritisch-geschichtlichen Werke über die Ma-lerey zu sammeln.

* Raine (Franz de la) arbeitete in England.-Ikrc. Von ihm kennt man die Bildnisse der Eng­ lischen Königinnen Maria I. und Elisabeth, danndes Arztes Match, von Löbel.

Rameau (Louis du). So heißt ein wenigbekannter französischer Geschichlsmaler, der um1760. zu Paris blühete-und in 1779 die Stelleeines Professors - Adjunkts bey der Akademie mParis bekleidete. Nach ihm nennt der wink«lersche Gantkatalog eine Rückkehr Belisars inden Schooß seiner Familie, von I. C. le Vasscur.

* (Mademoiselle). Nach ihr hat Fr.David das Bildniß der Kaiserin Catherina II. ge-stochen. Oben erwähnte Rückkehr Belisars in seineFamilie wird irgendwo auch ihr zugeschrieben.

Ramee ( ), Architekt in Hamburg . Ob

vielleicht ein Nachkömmling des unten folgendenP. Raumes? Architekt im Hamburg , baute um180Z. die dortige Börsenhalle, zu allgemeinem Bey-fall mit vielem Geschmacke, zumal der innern Ver-zierungen. Xouvvlis!- lies III. 185. DurchEbendenselben hat auch der verstorbenen Großfür-stin von Rußland , vermählten Ebrprinzeffi» vonMeklenburg-Schwerin, ihr Gemahl 1806. ein Mau-foläum von Stein <7^ lang, 44 ^ breit) bey Lud­ wigslust errichten lassen, zu welchen zweymal desJahrs griechische Priester gehen sollen, um darineine religiöse Todtenfeyer zu halten. Eine Abbil-dung und Beschreibung davon s. Zeitung fürdie elegante welr 1806. N°. 5 Z.

* Ramenghi (Bartholomö), der ältere,il BagnacavaUo, auch il Bologna genannt,nach Einigen geb. zu Bologna r-jgZ- und gest.ihhi-, aber, wie Barusfaldi nach Handschriftenbeweist, richtiger, geb. zu Bagnacavallo 1484.und gest. 1542. »Unter Raphael" (heißt es beyLanzi II. 2. 40.) »studirte er gewiß nicht ohneNutzen. In der Zeichnung kam er freylich Pipioder del Vaga nicht bey, wohl aber im Kolorit,wenn er sie nicht erreichte, sehr nahe, und über-traf sie in der Grazie seiner (besonders der Kin-der-) Köpfe. In der Komposition hielt er sichsehr an seinen Meister, wie man z. B. in sei-ner berühmten Disput» von St Augusiin, agliScopetini zu Bologna ersehen kann, wo dieMaximen von Sanzio's Schule von Athen u. a.seiner Meisterwerke deutlich durchblicken. Biswei-len that er freylich nichts Anderes, als derglei-chen fast zu kopieren, und sagte dann etwa: Eswäre wohl thörigt, es besser machen zu wollen,was ihm wahrscheinlich in vasari's Urtheil Scha-den brachte, welcher fand, daß ihm zwar derRuhm eines guten Practikers, aber desto minderder eines in der Theorie gegründeten Künstlersgebühre. Von eigener Erfindung indessen warenseine Arbeiten zu St. Michele in Bosco (die Ver-klärung, auch diese in etwas aus Raphael geborgt,s. Frorillo I. 1Z4.), zu St. Martin und St.Maria maggiore (zu Bologna ); immer aber wür-den gewiß L. Carracci, Albano und Guido seineArbeiten nicht mit so viel Fleiß studirt haben,wenn sie nicht eine Meisterhand daran gefundenhätten» Daß er an den Loggien im Vatikan odersonst etwas in Rom gearbeitet habe, scheintungewiß zu seyn (l. c. I. 44b.): Denn nicht allaPace, sondern in der zur Kirche St. Petronius zu Bologna gehörigen Kapelle, gleichfalls alla Pacegenannt, war es, wo er mit den Römern wett-eifern wollte. Leider aber hat die Zeit oder viel-mehr ein Mäurer (^/Farottr wettere Sulla ?it-rurs) die letztgenannten Meisterwerke, neben An-dern, einen gigantesken St. Christoph zerstört.