Band 
Zweyter Theil [2].
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Rai) l, x.

hätte» entlehne» mögen, um ihre Gedanken aus-zudrücken , so hätten sie den (einigen gewählt.Da er aber fühlte, daß neben den ihm eigenthüm-lichen Gaben (die schon das Lex. bemerkt) nochein Mehreres nöthig sey, um die eigentliche Ge-schichte zu behandeln, so schränkte er sich nleist auflaunigke Gegenstände, Doi(Hochzeiten, und dannauf historirte Bildnisse ein. Inzwischen war erauf den Titel eines Geschichtmalers so eifersüch-tig, daß er für kein Geld ein bloßes Brustbildgemalt hätte Eines seiner schönsten historirtenist dasjenige seines Gönners, des Großpriors vonNendome, in ganzer Slacnr, mit seinen Attribu-ten und einer sehr guten Landschaft staffirt. NachSpanien zu gehen, hatte der Kardinal Düboisihm vergebens vorgeschlagen; um 172». zog er eineReise nach England vor, von welcher er aber,schwächlicher Gesundheit wegen, bald wieder zu-rückkehrte und in seiner gewohnten Gattung emsigzu arbeiten fortfuhr. Orapperie und Schmuck ge-langen ihm ganz vorzüglich; die Atlasse wetteifer-ten oft mit Netschers seinen. Für den Kurfür-sten von der Pfalz lieferte er jetzt auch ein Paargroße wirklich historische Bilder: Die Enthaltsam-keit des Scipio, und Alexander mit seinem Arzt;so wie für den Herzog von Orleans Telemach,der nach seinem.Schiffbruch auf der Insel derCalypso anlangt; zum Bilde der Eucharis hatteihm eine arme Tochter gedient, die er eines Tagsin der Kirche erblickte, und deren Mutter schwerzu diesem Dienste zu bereden war. UeberhauptMiethen ihm Damenbildnisse am Bcßten. Unterden männliche» nennt man noch besonders das-jenige des H. Bonier de la Mosson als Jäger,von dem dieser sagte, daß ein darin liegenderHaase ihn am meisten gekostet hätte, weiter demKünstler über Hunderte dergleichen liefern mußte,um den Einen recht genau nach dem Leben zumalen. Raoux Kunst war sein einziges Vergnü-gen ; in dieselbe legte er Alles, was sein Geistund seine Kenntniß der Geschichte, Fabel undAllegorie ihm an die Hand geben, und was be-sonders dem Auge schmeicheln konnte. Das eigent-lich Poetische der Malere» indessen ward von ihmselten zu Rath gezogen; und wahr ist s, daß seinGegenstand solches selten erheischte Auch um denAusdruck kümmerte er sich wenig. Noch kannman ihm endlich, wie schon erwähnt, Mangel anCorrektheit und allzuöflere Wiederholungen vor-werfen, wenn er gleich keinen Anlaß versäumte,sich neue Modelle M zu verschaffen Bey LDa-reler heißt es von ihm: „Erbesaß den gutenGeschmack, der ein Gefährte der Einfachheit ist.Seine, ein wenig runde Zeichnung, harmonirterecht gut mit weiblichen Figuren. Sein Koloritwar lieblich, vielleicht ein wenig zu geleckt. Einneuerer französischer Kunstrichter dann, Gaulrde Sr. Germain (S. 212—rf.) erzählt vördersivon ihm, wie er in seiner Jugend den großenPreiß davon getragen, alsdann nach Italien ge-gangen, und hauptsächlich zu Venedig nach Titian und P. Veroncse studirt habe. Ueber seine Auf-nahme in die Akademie scheint er zu rügen: Daßder Reiz, den er in seine kleinen Bilder zu legengewußt, ihm denn doch diese Ehre, mit seinembekannten Pygmalion, und zwar in der Eigenschafteines — Geschichtmalers erworben habe. Alsdanncharakterisier er ihn, wie folgt: „Raoux warwirklich mit dem Gefühl der Grazie und einemauserlesenen Geschmacke geboren, welche, ohnesein schwächliches Temperament, das auch in sei-nen Arbeiten sichtbar ist, ihn viel weiter gebrachthätte. Eine getreue Nachahmung schöner und an-genehmer Natur, dies war eigentlich seine Sache.Unter allen französischen Malern ist er der erste, des-sen Bilder die Verglejchung mit jenen Meisterstückender flamändische« Zierlichkeit und Fleißes aushal-ten mochten, welche der größte Theil unserer da-maligen Dilettanten mit Leidenschaft liebte Die-ses Talent machte Raoux sein Glück; man nahmseine Arbeiten mit Enthusiasmus auf, sie wurdenin die rxfchsten Kabinette gestellt, und noch bey

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der Versteigerung des Kabinets Boisset z. B.seine Dibutades, die das Bildniß ihres Geliebtenmalt, für 6999. Livr zwey Frauenspersonen,die Musik machen, für und bey der Ver-steigerung Conti das Innere eines Priaptempelsfür Z299. (lauter kleine 2—Z' hohe, und nachVerhältniß breite Kabinetstücke), andere für 8c>c».Livr. u. s. f. verkauft. Seither sollen dann frey-lich diese Preise merklich abgenommen haben. Nochnennt G d. Sr. G- als Bilder, welche den Rufunsers Künstlers vornehmlich begründet hatten:le lkonlleL-vous ggröable von I. S. Beauvarlet,Repos <lo Venus und le§ 6races au bain vonDaulle (schön); David, der Bathseba im Badebeschaut, von I. Chereau dem jünger»; Telemachin der Insel der Calypso, wieder von Beauvarletgestochen. In Deutschland besitzt von ihm, unsersWissens, die einzige Gallererie zu München einganz kleines Staffeleybild: Judith mit dem Hauptedes Holofernes. Nach ihm führt ein Derzeichnißmeines seligen Vaters, neben obigen, an die3 n. Bl. von ff. Stechern an: Als das einzig ernst-hafte, Carl I. im Gefängnisse von Epiciö; dannAngelica und Mcdor von Dclaunay, und die Ve-stalinen von P. H. Jonxis (beyde bey Brandesschön genannt); die vier Alter von Moyreau: Allesübrige mythologische und Gattungs-Galanterie-stücke, mit den damals hochbeliebten Etiquettes:la jeune Loguetts, le Vieillarcj surverllant,zeune kille tirsnt riäsau sur ses atrraits u. s. f.Ferner einige Bildnisse, wie z. B. Johann vonEoanes, Bischof von Senez, und C. I. Colbert,Bischof von Montpellier , beyde von Balechou.Dann Mancherley von Berlin , L. Cars, Che-villet, L. Delaunay, C. und I. Dupuis, 8. Ma-rie, F. und I. B. Poilly, und Voye; dem jüngern.

* Rapini oder Rappini (Cajetan), einBaumeister zu Bologna , der um 1777. (a.k 1780.)von Pabst Pins VI. (wie bisher so viele, vergebens)den Auftrag erhielt, unter Aufsicht des KardinalsPalotta, die Austrocknung der Pontinischen Sümpfevon Neuem zu versuchen. M?c.

* — — (G.). Gandellini nennt ihn einenBolognesc und datirt daö im Lex. angezeigte Werkdes Guidorri von 1760. woraus wir schließen,daß derselbe mit dem gleich vorhergehnden L. (ital.Gaerano) Rapini Einer seyn dürfte.

Rapp (Direktor), ein angesehener Kaufmannzu Stuttgard, und vorzüglicher Kunstdilettante, gabin ittio. bey Cotta in Tübingen : Das Geheim-niß des Steindruckes in seinem ganzenUmfange, praktisch und ohne Rückhalt be-schrieben , und mir eigenen proben des Ver-fassers begleitet; eine äußerst merkwürdige Er-scheinung, von welcher es im Tüb. Morgenbl.von 18lc>. S. g 5 c>. heißt: „Mit seltener Liberalitätwird hierein von H. Dr. ssorra und dem Derf. dieserSchrift theuer erkauftes, und durch viel mühcsame,aber gelungene Versuche des letztem vervollkomm-netes Geheimniß dem Publikum mitgetheilt".

— — ( ) So heißt auch ein Maler aus

Curland, der um i8u8. zu Dresden seine Studienmachte. Auf der dortigen Ausstellung des gedach-ten Jahrs sah man von ihm einige nach der Naturin Pastcl und Del gemalte Bildnisse. ssL-c.

Rappolt (Johann). So heißt in I. Sei-fert'« Stammtafeln gelehrt. Leute (Th ll.Familie prasch, bitt. 6en. 7. 2.), ohne

Weiteres, ein Goldschmied zu Nürnberg in derersten Hälfte des XVH. Jahrhunderts.

— — (Sever). Der Leysersche Münz-karalog (Leipzig »79«- S. H29. N°. n.) führt einbesonderes Exemplar derjenigen undatirten (unge,fähr aber um i 56 c>. gefertigten) Schaumünze,auf den Herzog Johann Friedrich > 1 . von Gotha ,an, welche Teufels Sächsisches Medaillen-kabincr fk. l. 'I'ub. ib. dl°. r.) abbildet. Das-selbe war nämlich ein bloß überarbeiteter Guß,

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