Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1208
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i2og Rasch.

(der Verfertigte mithin wohl ein Goldschmied) der,statt des Reverses, ein mit dem Grabstichel ein«gegrabenes Roß trug. Die Umschrift lautete:

7 (a/s/io/t X. ?. knta viam inveniunt.«Wahrscheinlich das Wappen, der Name, Va-terland und Symbolum des Künstlers". ^/§c.

Rasch (Johann), Kupferstecher und Buch-drucker zu Frankfurt am Mayn, wohnte dort i562.In diesem Jahr gab er, gemeinschaftlich mit D.Feyerabende und D. Zöpstin, Summarien überdie Bibel von Veit Dietrich (Fol.) mit i66. Holz-schnitten von Feyerabende, Bocksberg und Solisgeziert, und i 5 /g. mit Zöpflin eine ganze Bibel.Husgen zJ. A. S. 70.

( ) ein junger Miniaturmaler von

Kopenhagen , studirte zu Paris ; da er aber aufder Heimreise war, starb er zu Zweybrücken 1744.Man kann seine Arbeit neben andere, sehr gutestellen. Hennings S. 45 .

Raschig (Friedrich August), geb. zu Lauter-bach bey Stolpen in Meißen 1787. hielt sich noch1811. als Student der Jurisprudenz zu Witten -berg auf. Derselbe verdient eine Anführung, weiler ein ganz vorzügliches Talent besitzt, das In-dividuelle eines Jeglichen aufzufassen und dann inWasserfarben, freylich von schlechter Ausführung,darzustellen. Eben so weiß er auch Profile undBildnisse von Personen, die er nur einmal sah,aus dem Gedächtnisse richtig zu entwerfen.

*Rasciotti, auch Rascichotti (Do-nat). Von ihm kennt man eine Geburt der H.Jungfrau nach Allegri, eine H. Familie von vierFiguren nach Raphael, und etwas (uns Unbe-kanntes) nach Mr. Rosso. Gandellini nennt ihnauch Buchdrucker, so wie eine Kreuzigung nachTintorett, mir der Bezeichnung: Don irsseiottlFor-mir 1689. auf ihn als Kunstverleger deutet.

Rask ( ), ein Maler und Eigner der Kirche

zu Hobbels unweit Spydeberg. Man steht in ge-nannter Kirche das Bildniß seines in 1760. ver-storbenen Oheims, des Probstes Lars Rask, wasauf ihn vermuthet wird. Ts/ec.

Rasp (Carl Gottlob), nicht Raspe, wie esim Lex. und bey Mensel II- heißt, geb. zu Dres­ den 1762. Sein Vater, Kurfürst!. Rüstkammer-bedienter und Schwerkfeger, bestimmte ihn zu die-sem Berufe, wobey er auch einige Jahre arbeitenmußte. Da er indessen dazu das Zeichnen unum-gänglich nöthig hatte, so besuchte er die Akade-mie der Künste zum freyen Unterricht im Zeich-nen. Hier entwickelten sich seine Talente. Einaußerordentlicher Fleiß erwarb ihm die Liebe seinerLehrer, die ihn nun ermunterten, sich ganz derKunst zu widmen. In 1771. kam er zu dem Pros.Zucchi, d. Knpferstecherkunst zu lernen, und erhielt imfolgenden Jahr die akademischen Stipendien. ImGanzen halte er seine Bildung vorzüglich sich selbstzu verdanken. Unermüdet studirte er die beßtenMeister, machte alsdann einige wissenschaftlicheReisen, und ward nach seiner Rückkunft 1779.bey der Akademie der Künste angestellt. Auch er-hielt er einige auswärtige Rufe, besonders in 179«.nach Polen , bey welcher Gelegenheit ihm der Kö-nig eine goldene Medaille überreichen ließ; alleindie Anhänglichkeit an sein Vaterland bewog ihn,dasselbe nicht zu verlassen. Er starb zu Dresden 1807. Ein mit: C. Mieter/« pinx., 0 . 6.Kmp sc. bezeichnetes Blatt, welches sein eigenesBildniß (ohne seinen Namen, wenigstens in demvor uns liegenden Abdrucke) darstellt, mag zuseinen frühesten Arbeiten gehören. Die beßte Litte-ratur seiner Blatter findet sich in Meusel's zJ.R L. Sein vorzüglichstes Blatt ist: Olivier Cromrwell nach Vandyck, zum III. Bande der Kurf. Gal-lerte. Dann nennt man noch den sitzenden Greismit dem Ungarschen P§lze, nach Ebendemselben;Christus erscheint der Magdalena als Gärtner, nachMietzsch; Mädchen mit Hühnern und Tauben, nachA. Pesne, ebenfalls für's Galleriewerk; zwey große

Rastrum.

historische Blätter nach Zeichnungen des polnischenZeichenmeisters Sinnglewicz. Bildnisse hat er ge-stochen nach Füger, Ganz, Graf, Juel, Kobold,Marteau, Schmidt, I. W. Tischbein, Schmidtu. a. Rost II. Z21. der überhaupt bemerkt, manzähle ihn zu den beßten deutschen Stechern, nenntbesonders sein Bildniß des H. Kurfürsten, jetzigenKöniges, nach Graf, welches beweise, daß ersein Urbild mit festem Grabstichel treu darzustellenwisse. Von Leibnizens, nach Scheits, inRlern' sLeben großer Deutschen, hieß es (1790.) inMeusel's Mus. XII. 56 i. ebenfalls, es seyein recht guter Kopf, mit herzhaftem Grabstichelbearbeitet; aber bis zu Banse, Wille, oder garMüller sey noch eine weite doch nicht uner,reichbare Strecke. Irren wir uns nicht, so wa-ren die meisten seiner Bildnisse, wie z. B. Geß-ner, Gegner, Bonnet, Sturz, Eichhorn, Mengsu. s. f. für den Buchhandel gearbeitet. In denneuesten Lagen hatte man, bis an seinen Tod,wenig mehr von ihm vernommen. /I/Lc.

Rasp (Joh Peter). Ein solcher wurde 1760.als Herzogt. Wärtembergischer Münzmeister derMünze zu Stuttgard, vom Reiche verpflichtet.Hirsch deutsch. Münzarchw VIII. 248. u. I02.

* Raspantino (Franz). Nach seiner Zeich-nung hat z. B. P. del Po eine unbefleckte Em-pfangniß, dann eine Madonna mit Et. Lucasund St Petron, beyde nach Zampieri gestochen.Wahrscheinlich studirte er sein Urbild aus demGrund; denn ihm dem Glücklichen! hatte der-selbe eine ganze Sammlung seiner u. a. großerMeister Zeichnungen hinterlassen, welche nachwertsan Carl Maratti, und spätherhin Gott weißwohin! kamen. Auch Gandellim scheint zu glau-ben, Er selbst habe nach Dominichino geetzt.

Raspel!, s. oben Raespell.

Rasser (Lorenz), Münzmeister des Grafenvon Brunckhorst zu Battenberg . Das deutscheReich nahm ihm seine Verpflichtung dieserwegen1618. ab. H1 r sch deutsch. Münzarch. VII. 444.

Rast (Joh. Peter). So findet man auch denoben angeführten Münzmeister, Joh. perer Rasp,geschrieben,

Rastaine (Franz), Kupferstecher zu Rom ,gab 1780. auf 400. Kupfertafeln die genaue Vor-stellung aller äußern und innern Theile der St.Peterskirche und der neuen Sakristei), ^kc.

Ra stakn, (Franz). So soll ein Künstler heis-sen, der nach eigener Zeichnung die MaitresseRaphaels, nach dessen Gemälde, in Fol. gesto-chen hat. Höchstwahrscheinlich mit obigem Ra-staine derselbe.

Rastrelli ( . . . Graf), ein italienischerBildhauer, arbeitete unter Peter dem Großen inRußland , wo er 1718. auf Befehl dieses Fürsten das Brustbild des Artilleriemajors Sergej Leon-tiew Buchwostow in Lebensgröße in Metall ver-fertigte Dieses Stück wird in der akademischenKunstkammer gezeigt. Er verfertigte auch dieVerzierungen des Sommerhofgartens zu Peters­ burg , und die bleyernen Statüen im Palaisgar-ten und zu den Fontainen in Peterhof . SeinSohn ward Oberhofbaumeister. Derselbe bautedas neue Schloß Garskoe-Selo, den neuen Bauzu Peterhof, den neuen Winterpallast u. s. w. undst. 1771. Meusel's Misc. XI. 274. Dieserletztere ist ohne Zweifel derselbe, der auch in derZeitschrift: Ronstanrinopel und St. Peters­ burg i8c>5. VI. 196. ein berühmter Architekt heißt,der, unter der Regierung der Kaiserin Elisabeth,das Gräfl. Stroganowsche Hotel zu Petersburg erbaut habe. S. auch von ihm: Neuestes a. d.anmurhig. Gctehrsamk. Lenzm. 1729. (Leipzig 8°. S. 21b.).

* Rastrum (Margare'ha). Diese Künstlerinvon Medaillen und geschnittenen Steinen dienlich ist.