- Rekhardt.
Rekhardt (Michael). Auf einem vor unsliegenden alten Staminbuchsblatte, was einen mitder Federleicht entworfenen Christuskopfpräsentirt,lesen wir: „Michael Reckbardr" (allenfalls könntejedoch der letztere Name, bey etwas undeutlichenBuchstaben,Eckhardt ausgesprochen werden), „Ma-nier in Torgau , geschen in Dresden Sept. 1602."
* Rem (Caspar), s. Rems.
— — (Matthäus), s. Rembold.
* Remb( ). Derselbe hieß Franz Carl
Remp und lebte um das Ende des XVIl. oderAnfang des folgenden Jahrhunderts. In derKirche der Abtey Kremsmünster steht man von ihm,als Altarblatter: Den Tod des H. Benedict unddas H. Kreuz; dann an den Pfeilern mitten durchdie Kirche i 3 . historische Gemälde, jedes 9. Fußhoch und 5 . Fuß breit.
Rembold (Joh Christoph), ein Silberdrex-ler von Augspurg, arbeitete und starb zu Berlin .In 1710 gab er ein Werk von der Perspekttv ansLicht. von Sreeren Br. X.
* — — (Matthäus), lebte noch um 1667.Zwischen 16Z0. u. 45 . arbeitete er Vieles für dieBuchhändler; dann namentlich auch zu Stuttgart .Dort sah man von ihm Bildnisse der Herzoge vonWürtemberg, ohne andern Namen als den seini-gen. Ferner ein historirtes des Baumeisters Jos.Furkenbach, nach I.I. Campanus, (ohne Zwei-fel als Titulblatt zu dem Architekturwerke diesesletzter», in welches er ebenfalls gearbeitet hatte)und des Theologen Schubal, nach List. SeineBlätter bezeichnete er gewöhnlich mit IVl. k. BeyMalpö u. a. heißt er irrig Ren,.
Rembrandr van Rbpn (Paul), Maler,Kupferstecher und Kupferetzer, geb. in einer Mühlean dem Ufer eines Kanals, den das Rheinwasserzwischen den Dörfern Leyendorp und Koukcrk beyLeyden bildet, und der Sohn eines dortigen Mül-lers, Namens Hermann Gerretz, von seinemWohnort genannt van Rbpn. In der Taufe er-hielt der Sohn den Namen Rembrandr (?)van Rhyn (so heißt es bey Rost VI. 3 .) Wo er-hielt er dann den Namen Paul? Sein Vater,der ein feuriges Genie an ihm bemerkte, wollte An-fangs einen Gelehrten aus ihm bilden, und ließ ihnzu Leyden Latein lernen. Aber ein leidenschaftli-cher Hang für die Kunst machte, daß er bald wiedernach Haus kehrte. Jetzt wurde er bey Jacob vanZwaanenburg, einem sonst fast unbekannten Ma-ler*), in die Schule gethan, bey welchem er dreyJahre blieb, und Fortschritte machte, die wahr,scheinlich seinen Meister selbst vornehmlich in Er-staunen setzten. Dann kam er zu Peter Lastmannin Amsterdam , durch seine historirten Landschaftenbekannt, wo er sich aber nur sechs Monathe auf-hielt, und ungefähr eben so bey Jacob Pinas (a. K.Johann pinas, wie z. B. das Lex.). Andre ga-ben ihm einen dieser pinas zum ersten Lehrer, sowie hinwieder S.Leerven, in seiner Beschreibungvon Leyden, den Geschichts-und Bildnißmaler G.Schooten eigentlich zu seinem Meister macht. Wiedem immer seyn mag, so waren ungemeine Natur-gaben die wahren Lehrer dieses wunderbaren Kunst-genie's, und die Mühle seines Vaters lange seineeinzige Werkstatt«. Hier führte er bereits Bilderaus, deren hoher Werth ihm selbst unbekannt blieb,bis ihm eines Tags ein Liebhaber in Haag für einsolches iuo. fl. bezahlte, was dem Jüngling fast denKopf verrückt machte. Man muß das lustige Eben-theuer seiner Heimreise bey Descamps (ll. 86.)lesen. Um i 63 o. schlug er denn doch seinen Sitz zuAmsterdam auf, und nahm viele Schüler an. Zudem Ende miethete er sich ein großes Magazin, undgab darin jedem derselben eine abgesönderte einge-schlossene Stelle ein, um so, sie und sich selbst destominder zu zerstreuen. Fast alle ließ er sogleich nachlebende» Modellen zeichnen. Jetzt nahm er eine
2) Den Taillasson Yanz-Waan-Enburg schr
Rembrandr van Rhyn. 1237
artige Bäuerin von Rarep oder Ransdorp zur Frau,die man bekanntlich oft von ihm abgebildet findet.Damals führte er noch seine Bilder, gleich einemMieris, ans. So z. B. seine Barke von St. Peter,sein Heman und Ahasverus, das ehebrecherscheWeib, sein in Camajeu gemalter St. Johann inder Wüste, und andre solche Arbeiten aus der wah-ren Blüthezeit seiner Kunst, welche Starke, Feuerund die größte Vollendung in sich vereinigen. Spä-terhin machte dann der Geitz, der bey ihm, sowie er reicher und älter wurde — nach Gewohnheitstets zunahm, schon mehr den Practicanten ausihm, was er sich nicht bloß ernsthaft vorwerfenließ, ohne sich zu bessern, sondern es sogar leidenmochte, wenn seine Schüler den Spaß mit ihm hat-ten, ihn auf Karten gemaltes Geld zusammenkra,tzen zu machen. Ueberhaupt war er in allen Din-gen, und so auch jn seinem Hauptgeschäfte derKunst, ein Erzsonderling. So arbeitete er z. B.zum öftersten gerade die unbedeutendsten Theile sei-ner Bilder mit größter Sorgfalt aus, bürstete da-für die Hauptsachen ganz nachläßig hin,ttrnd be-antwortete die dießfällige Rügen mit dem losenMachtspruche: Ein Gemäld sey vollendet genug,wenn der Maler nur damit seinen Zweck (wohl denLohn!) erzielt habe. Bisweilen gab er auch, ganzehrlich, das, was bloß Wirkung seines Eigensinneswar, für eine löbliche Maxime aus. Als er einesTags, während dem er an einem Familienbild ar,bettete, erfuhr, daß sein Leibaffe Todes verblichenwäre, malte er denselben unter die übrigen Perso-nen hin, und wollte lieber das Bild behalten, a Sseinen Freund wieder auslöschen. Daß er, wiede pries u. a. nach ihm behaupten, einmal (i 635 .oder 36 .) in Venedig gewesen, ist ein Irrthum, derbloß daher rührt, daß er einige feiner geetzten Blät-ter von dort datirt hatte, um solche verkäuflicherzu machen. Eine ähnliche Fabel ist's, daß er sicheinige Jahre in Schweden aufgehalten, als er inAmsterdam seine Schulden nicht bezahlen konnte;und eben so, daß er um 1661. in England gearbeitethabe. Wohl drohte er oft, Holland zu verlassen,damit die dortigen Liebhaber sich beeilen, noch et-was von ihm zu erhallen, womit er dann zum Ueber«fluß noch sehr kostbar that. Es war eine ordentlicheModemnth, etwas von ihm zu haben, und manmachte sich fast lächerlich, wenn man von Rem«brande nichts, wenigstens seine Juno mit und ohneKrone, seinen kleinen Joseph mit dem weißen undmit dem schwarzen Gesichte, die Frau bey derHenne, mit und ohne Mütze besaß. Seit i 63 c>.hatte er Amsterdam nie mehr verlassen, und fanddort mehr Arbeit, als alle übrigen Künstler zusam-men. Dann zog er großen Gewinst von seinen zahl-reichen Schülern, deren Unterricht er sich fördersttüchtig bezahlen ließ, »nd dann noch alle ihre, vonihm ein wenig ritvccirten Kopien für eigene Rech-nung zu verkaufen gewohnt war. Aandrarr be-hauptet, daß schon dieser Trafic allein ihm jährlichan die sboo. fl. eintrug. Dabey lebte er äußerstsparsam, gieng nur mit dem gemeinsten Volke um,mit Leuthen aus höher» Standen hingegen bloß,um sie auszuplündern, und war dann noch fürdiese kurze Zeit sehr verlegen mit ihnen: „Wennich ausruhen will" (war dann seine — nicht ganzunscheinbare Entschuldigung), „so such' ich nichtden Zwang bey den Großen, sondern die Freyheit,wo ich sie finde". Vergebens suchte der Bürger-meister Six, sein besonderer Gönner, ihn auf alleWeise, aus solchem Schlamm zu heben. Er bliebfest darin stecken, bis an seinen Tod. Rembrandchinterließ einen einzigen Sohn, Tttus, der seinSchüler war, aber in völligem Dunkel gelebt hat.Derselbe war der Erbe seines großen Vermögens,zahlreich hinterlassener Kunstwerke, und zum Theilauch wirklich seiner Kunst, oder wenigstens seinesRufes; denn nach Houbraken sollen auch seineBilder sehr theuer bezahlt worden seyn, was frey-lich ein wenig im Widerspruch damit sieht, wasuns Ebenderselbe berichtet, daßLirus, der, gleich