I2g6 Riffus.
Schule der Malerey, Sculptur und Architekturzu Paris bekleidete — in dem ^Imanacü 6eskesux Lrts von i8nä. unter den damals zu Paris lebenden Architekten nicht mehr erscheint, und docherst 1806. durch Rondelet ersetzt wurde. ^cni//.
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Riffus (Walther, Hermann und GualtherusHcrrmann), s. unten Rivius.
Riga ( ) und Mutis , zwey ausgezeich-
nete Künstler zu Santa-Fö in Neu-Grenada inSüdamerika , ihrer Vaterstadt. Man hatte diesel-ben auscrsehen, die in dem Nachlasse des dort ver-storbenen Don Joseph ssölestin Mutis (ausdessen Familie vielleicht obiger. . . Muris war)befindlichen unvollendeten und von eingebornenKünstlern angefangenen botanischen Zeichnungen zubeenden. Dieselben waren zu der Flora de Bogota bestimmt, die, nach dem Auftrage der Regierung,der Neffe des Verstorbenen, ein gewisser DonSin-sorosa Muris, vollenden sollte. Joseph Lül.Muris verstand die zeichnenden Künste ebenfalls,und zog sich seine Maler selbst zu; nachdem er sichho. Jahre mit der Botanik in Amerika beschäftigtund sich hierin berühmt gemacht hatte, starb er zuSanta-Fe 1809. als Königl. Spanischer Botanikusund Astronom. Schrader's neues botani-sches Journ. Dd. IV- St. 1. u. 2. (Göttingen 1810. 8. E. 281.) u. a. m.
— — ( ), ein Lütticher, malte für die
dasige Franciscaner-Kirche ein Marienbild (XürreDame <les Ln^es), worauf selbst der größte Ma-ler stolz seyn könnte. Meusel's Misc. X V. 148.
Rigaud (Francis Jnigo), aus der französi-schen Schweiz gebürtig, der aber bereits seit 1770.als geschickter und fleißiger Geschichts- und Tild-nißmaler in London arbeitet, auch der dortigenAkademie einverleibt ist, hatte sich indessen zuerstum 1789. auf der sogenannte» Maklinschen Gal-lerte, durch ein Bild der Konstantin, nach Chaucer ,ungemein rühmlich bekannt gemacht. Ohne vieleAnsprüche malt er mit einem kräftigen wahrenPinsel, der die Kunstgriffe seiner akademischenMitbrüder verschmäht, und vielleicht eben darumdas Aug' Anderer nicht auf sich zieht, die sichnur von dick aufgetragenen Lichtern und grellenKontrasten blenden lassen, dabey der Zeichnunggetreuer als so mancher seiner Kunstgenossen bleibt,dessen kühne Uebertrekungen die Unwissenheit fürGeniestreiche hält. Seine wichtigsten Arbeitensind: Ruth und Boas; Gualther und Griselda;und letztre die zu ihrem Vater zurückkehrt, beydenach Chaucer ; das Bildniß des John Brand(Jayadanega) in der Kleidung, in welcher er denfünf Nationen den letzten Frieden zwischen Englandund den Amerikanern ankündigte; sechs große hi-storische Darstellungen, welche Bartolozzi gesto-chen hat: Dortiger und Rowena; König Johann' von Frankreich wird gefangen vor Edward lll. ge-bracht ; die Herzoge von Northumberland undSuffolk , welche Jane Gray bitten, die Krone an-zunehmen; die Wittwe Eduard IV. nimmt vonihrem jüngsten Sohne Abschied; Jeanne von Flan-dern zu Nennes; die Kaiserin Mathilde, welchedie Gemahlin des Königs Stephan mit Stolz zu-rückweist: Alle diese von 1789. In 1790. wurde,nach dem Plan dieses Künstlers das Haus derMistriß Montague in Portman.- Square in seinemInnern so verschönert, daß es für das Zierlichsteund Geschmackvollste im ganzen Reiche gehaltenwird. Besonders bewunderte man das sogenannteFedernzimmer, das, anstatt der Tapeten, mitFedern aller Farben, in künstlich zusammengesetztenBlumengewinden, nach der Natur bis zur Täu-schung verziert war, und zu dessen Schmuck dieVögel aller Welttheile beygetragen hatten. SeineGehülfen für die Verherrlichung des Aeußern undInnern dieser Baute waren der ArchitektBonomi,der Bildhauer Wesimacorr, der Bildschnitzer Nel-son , und der Vergolder Borgnis. Aus denStichen zu urtheilen, welche nach mehrern von
Rigau d.
Rigaud's Gemälden in der Shakspeare-Gallerie,geliefert worden, scheint übrigens derselbe in sei-nen Kompositionen sich sehr zum Theatralischen zuneigen, und dabey doch zuweilen ins Mcsquinezu verfallen; so wie z. B. die Scene aus HeinrichIV- in dieser Rücksicht wirklich sehr mittelmäßigbehandelt, nnd es ebenfalls seltsam genug ist,wenn Förster (Ansichten lll. 176. cons. 180.)das Blatt aus der: vf Lrrors genom-
men, sehr edel komponirt, und Kostüme und Fi-guren schön nennt. Ueberhaupt soll, einigenNachrichten zufolge, Rigaud durch seine letztenArbeiten viel von seinem Ansehn verloren haben.Ein Simson, den er vor mehrern Jahren aus-stellte, machte viel Aufsehn; in 1806. gab er den-selben in sehr verjüngtem Maaßstabe. Die Spöt-ter lachten darüber, und behaupteten: Er könnenichts mehr als seinen Simson malen. Indessenhaben doch auch von seinen letzten Arbeiten, wiej. B. ein Bildniß des bekannten Franzosen-Geiß-lers Mallet's du Pan, eine Vestale, und ein Et.Johann auf Patmos , ihr unlaugbares Verdienst.Endlich bemerken wir noch, daß man von ihmeine nach der bekannten Französischen bearbei-tete Englische (Übersetzung der berühmten Kunst-abhandlung von Leonardo da Vinci , mit ei-ner Biographie dieses letzter» von dem AntiquarHarvkins (8. Houclon 806. mit 2ä. Kupfert.) kennt.Fiorillo V. 678—81. Auch aus dem Zürchec-Salon 1806. sah man von ihm mehrere Bilder,welche sich im Besitze seiner Familie zu Divis befin-den: Die Hoffnung, welche die Ehrliebe, inGestalt eines geflügelten Kindes, an ihrer Bruststillt, in lebensgroßen Figuren (meisterhaft); dasBildniß Raphaels und seiner Geliebten, nach Ur-bildern (übelgerathen); ein Eesellschafksgemälde(den Künstler selbst, von seiner Familie umgeben,im Arbeitszimmer), recht gut. Er st. 1810. Ge-stochen nach ihm haben, neben den schon gemeld-ten sechs Blättern von Bartolozzi : Bettelini eben-falls einen jener Gegenstände: Elisabeth, WittweEduard IV - übergiebt ihren Sohn, den Herzogvon Nyrk, seinem Oheim; Pastorin! (unter Bar-tolozzj's Leitung): Gualther und Griselda, und 'diese, die zu ihrem Vater zurückkehrt; alle dreyschöne Blatter in punkkirter Manier. Dann I. R.Smith die Bildnisse des Bildhauers Carlini, Bar-tolozzi's und des Malers Cypriani, in Einem sehrschön geschabten Blatt; und endlich ebenfalls schöngeschabt I. Walker seinen Boas und Ruth, nachder Hebräischen Idylle dieses Namens, Kap. III.
V. 9. Är-airckn. Noch nennt Landon in seinen:IVauv. IV. 281 — 82. zwey seiner Bil-
der, deren eines die Hinrichtung der KöniginMaria Stuart , das zweyte die Empfindung derZuschauer nach Vollendung dieses Justitzmordesdarstellt, und wovon dort eine Nachbildung imUmrisse ertheilt wird.
* Riga ud (Hyacinth). Einige halten ihn auchfür einen Schüler von Rance dem Vater, der sichdurch etliche wackere Bildnisse bekannt machte;doch studirte er vorzüglich die Werke von van Dyck.Als er in 1681. nach Paris kam, wurde ihm zwarein Preis der Akademie, aber nicht jene Unterstü-tzung, um nach Rom zu reisen, zu Theil. Jedochfand er verschiedene Gönner, die sich von ihm mitvielem Beyfall malen ließen, unter welchen derHerzog von St. Simon, der ihn zu sich nahm,und für den er das Bildniß des berühmten Trappi-sten-Abtes de Rancö (kargn et 8. I koniaasin sc.)malen mußte, der vornehmste war. Zu seinen ge-lobtesten Werken gehören dann ferner die Bildnissedes Prinzen von Conti (?. vrevet sen. et X.Parclieu ac.), P. Mignards (6. ?. 8chmiüt so.)und des Bildhauers Desjardins (6. LöeUnk so.)Das letztgenannte historirte übergab er mit einerunvollendet gebliebenen Kreuzigung der Akademieals ein Probestück, die ihn dafür 1700. zu ihremMitgliede aufnahm. Späterhin schenkte er ihrnoch einen St. Andreas, welchen Landon(Anna! IX. iZ5.) jm Umrisse giebt, und davon