lZiZ Rode.
Robert.
Gemälden und Zeichnungen, an die i 5 o. Blätter,von welchen er im I 1783. .(Berlin bey L. P.Wegener) ein Verzeichnis geliefert hat. AechteKenner finden darin eine ganz eigene, geistreicheManier die Nadel zu behandeln, eine große Leichtig-keit, aber eben so viel Flüchtigkeit des Ausdrucks,und das auffallend Unedle in den Gestalten undGesichtsbildungen, zumal seiner weiblichen Figuren.Unter die schönsten dieser Blatter zahlt man diezwanzig Larven sterbender Helden nach Schlütter,welche sich an dem Zeughause zu Berlin befinden.Uebrigens gehörte Rode allerdings, in jenen Tagenzumal, unter die wenigen ernsthaften Künstler,welche Deutschland wahre Ehre machten. SeineGemälde find voll großer Ideen, reicher Imagi-nation» und einer pikanten Wirkung des Hell-dunkels. Am liebsten bearbeitete er biblische odervaterländische Geschichten, zierte mit den erster»meist unentgeldlich viele Kirchen, und ließ sich bloßdie Farben bezahlen. So groß endlich seine artisti-schen Verdienste waren, so groß war auch seineBescheidenheit, und seine milde Beurtheilung an-derer Künstler Die Geschichte hatte er gleich einemGelehrten stndirt. Ramler hat ihn nicht allein ineiner meisterhaften Ode besungen, sondern ihm ineiner Rede ein feiner würdiges Denkmal gestiftet.Rost II. 169—76. Bauer. Die beßte Litteraturseiner Gemälde von 1756—89. findet sich in Men-sel's B. E. I. H. diejenige einer Auswahl seinergeetzten Blatter überhaupt, bey Rost I. c. (Lonf.das trefliche Verzeichnis bey wmkler). Dannwieder abgedruckt jenes vollständige Verzeichnißaller derjenigen, die er nach eignen historischen Bil-dern geliefert, in Meusel's Mus. V. 78—91.Lesenswerthes über den Charakter seiner Etzarbeilen,in der iJ. B-bl. d. Schön. W-ssensch. III. B.l.Heft, S. 120. u.s. f. In der Zeitschrift: UeriinI. (4.) 7. wird (in seinem Sinne richtig) bemerkt:„ Seine leichte Art, in Kupfer zu arbeiten, war zuweit von dem Geschmacke des Zeitalters entfernt;kein Kunsthändler wollt' ihm seine Platte nach demvortreflichen Abendmahle von Joachim abkaufen."Ferner einzelne Nachrichten von ihm und seinenWerken in Mensel'« Misc. VII. 07. X. 249.XVIII. 35 i. XX. 12j. XXII. 2oo. - Ebendess.N. Mus. 88. 89. 117. (wo im 1 .179 j. seiner ge-ekten Blätter bereits über 200. waren), 202—7. —Ebendess. lJ Misc. I V. 487—94. wo sicheine Charakteristik seiner damals (kurz vor seinemTode 1797.) neuesten geetzten Blätter, von Grillsbefindet. VI. 833 - 34 - sei» Nekrolog. VIII.106Z-67. ein Verzeichniß seines Kunstnachlasses.Oonf noch über ihn: Aicolai Beschr. derStadt Berlin S. 45 - Teutsch. Merk. 1788.St. 1. S. 99- u. ff. und Büsten Lerl. Gel. undBünstler S. 263—65. wo, neben seinem großenLobe freylich bemerkt wird, daß in Darstellungseiner Gegenstände aus der Geschichte des Branden-burgischen Hauses, die Aehnlichkeit neuerer Per-sonen aus demselben nicht ganz genau (war dasaber auch nöthig?) beobachtet sey. — Gestochennach ihm haben I. F. Baust: Anliochus, der Stra-tonice seinem Sohn zur Gattin überläßt; MenoHaas (1782.) die Auffindung des in der Oderertrunkenen Herzog Leopolds von Braunschwelg;E. Henne zwey allegorische Blätter nach dem Opern-saal-Vorhange zu Berlin, und den Tod Friedrich II. letztres ein schönes Blatt; Kauke den Sieg beykeuchen; C. Krüger eine Abnahme vom Kreuz;I. D. Laurenz einige Köpfe, und C. G. Matchesden Mühlenbrand zu Berlin 1769. Was seinBruder nach ihm gearbeitet, s. in dem gleich ff.Art. — Eine richtige Würdigung der eigentlichenVerdienste dieses und so manchen andern Künstlersseiner Zeit, steht erst zu erwarten. In den ganzneuern Tagen (1807.) wurden auf einem Kunstsalonzu Berlin , wie zur Erinnerung an ihn, wieder von
seinen Arbeiten aufgestellt, und dabey (was freylicheben nicht viel sagen will) bemerkt: „SeineManier hatte, wenn auch etwas — Unbestimmtes,doch viel — Angenehmes. Besonders gefällig fandman ein kleines Bild, das eine Spanierin zumGegenstand hat, wie sie ihre beyden Kinder, dievon einer tödtlichen Pockenkrankheit genesen sind,in eine Wagschale, und in die andre so viel Geldlegt, als die Kinder wiegen, um dieses den Arme»zu spenden. Und bey dem Brand der St. Peiri-Kirche (1810.) wurde die Einbuße zweyer seinerdortigen Gemälde: Ein Abendmahl, und Christusvon den Kriegsknechtcn mit dem weißen Rock ange-than, vornehmlich bedauert. Tüb. Morgendl.1808. 596. u. 1809. 996. Von desselben Versuchenin der neuern Enkaustik heißt es bey Fiorillo (K. S.II. 181.), daß er dabey den CalauischenMechanis-mus befolgt habe.
* Rode (JohannHeinrich), ChristianBernthards jüngerer Bruder, Zeichner und Stecher mirder Nadel und dem Grabstichel, geb. und gest. zuBerlin . Derselbe war anfänglich bestimmt, einGoldschmied zu werden; allein seine Neigung zogihn zum Kupferstecher, und er erweckte die größtenHoffnungen von sich, als ein frühzeitiger Tod ihndahin riß. Zu seinen beßten Arbeiten zählt Rost II.178. einBildnißFriedrich II. alsPerseus, gestochen;Jacob kämpft mit dem Engel; ein Ecce Homo; dasOrakel zu Delphos, und Vestalinnen, bey einemOpfer beschäftigt: Alle diese nach seinem Bruder,die drey letzter» in Rembrandts Geschmacke geetzttDann G. Wille's Bildniß, »ach G. SchmidtsZeichnung; der Kopf des Evikurs, nach I. M.Preisler, ein besonders schönes Blatt, die beydenletzter» mit dem Grabstichel, und, so wie das Bild-niß des Königs, sehr selten, und die Figur einesbettelnden Zwergs *), auf dessen Stock (a. 6. Hute)man liest: /^. <Iel /?. so. sg. fort. Paris 1762.und sicher auf dem Hute: „Gebt Allmose» einem ar-men Manne". Mehrere andre, meist satyrische oderGattungsblätker, ohne andern Namen als denseinigen, wie z. B- der Maler, der seinen eigne»Ruhm ausposaunt, der Kunstkenner, der Wind-beutel, 5 . Bl. zu Rabenes Sakyren, und n.größere (Gegenstände aus diesen gezogen) s. imÜVinklerschen Gantkatalog.
Ein Verzeichniß meines sei. Vaters enthält andie Z 5 o. von und nach den beyden Gebrüdern Rodegelieferte Blätter. Dort werden noch unter denStechern nach Christian Bernhard genannt: I.C- Fritsch, I. G. und F. G. Schienen.
Rodeborne (Thomas). So heißt bey Dal-larvay (I. 76—77.) ein Küster und — Weihbischofvon St. David in England, der in i 385 . den Thurmdes Collegiums von Merton mit Verzierungen er-baute, oder (denken wir vielmehr) bauen ließ.
Roder ( ). So heißt bey Gandellini ein
uns sonst ganz unbekannter Kupferstecher, vonwelchem er Landschaften mit Vieh nennt.
Roderi (Bernhardin ), von Marogia, unweitdem Kloster Ardeno in Veltlin gebürtig, vermuth-lich ein Bruder des gleich folgenden Tbornas, warein vortreflicher Bildhauer, welches das Haupt-Portal der St. Stephanskirche zu Mazzo beweiset.Es ist nach antiker Manier von Marmor mit kleinenFiguren und Blumwerk geziert, wobey man seinenNamen nebst der Jahrszahl i 5 o 5 . eingegrabenfindet. Hnaärro III. 509.
— — (Thomas), ein sehr treflicher BildhauervonMarogia; bewies seine Kunst an verschiedenennoch vorhandenen Werken, besonders an einemAltar von weißem Marmor in der KathedralkircheSt. Lucia zu Como , welcher durchaus mit Figurenaus der Leidensgeschichte I. C- geziert ist. Vermöge
") Die seltsame Anekdote von diesem Menschen (NIarc peternmmis von LVestenville) liest man auf demBlatte selbst; sie ist kurz folgende: Daß er etliche Jahre vermißt, und endlich in einem Steinbruche be» Paris ,ganz versteinert, mit Moos bewachsen gefunden wurde, in seinem Hut 50. Pfenninge (fo daß die Lorübergehnde»ihn noch lange für lebend hielten); daß dann feine Frau den Körper an einige Wundärzte verkaufte, und hinwiederder Gesandte von Tripoli ihn für den Dep seinen Herrn haben wollte, um dessen Pallasi damit zu zieren. Ob erihn erhalten, wird nicht gemeldet. Hei necke Nachr. I. 77—73.