Noese r.
Königl. Bauakademie zu Berlin , schon um 1796.als Lehrer der freyen Handzeichnung bey der dorti-gen Königl. Kunst- und Zeichenschule bekannt. Aufdem dafigen Salon 180». zeichneten sich einigeseiner nach der Natur aufgenommenen getuschtenLandschaften vorzüglich aus. Lerlln II. ( 5 .) 125.Dann wieder 1804. zwey Zeichnungen vom Donau -strudel zwischen Gram und Jps in Ober-Oestreich»nd dem Bartholomäi-See bey Berchtoldsgaden.Von ihm heißt es im Tüb. Morgenbl. 1807.676.»Roesel, von dem wir schon so manche schöneLandschaft in Sepia sahen, hat jetzt, wie mansagt, auf Denons Begehren, die schönsten Par-thien von Sanssoucy in seiner bekannten kräftigenManier gezeichnet; und man kann diese Arbeit zuseinen beßten zählen". In 1808. reiste er mit derFrau Herzogin von Curland nach Carlsbad , umdort einige neue Blatter zu schaffen. I. c. 796.Bald nachher zeichnete er ein Bildniß des BaurathsGilli, zu einer dessen Andenken gewidmeten Schrift,welches seither Wachsmann gestochen hat. I. c. 964.In 1809. sah man, nach seiner Zeichnung, eben-falls von Wachsmann gestochen, mehrere Uebungs-blatter zum Zeichnen und Ausmalen (Berlin , beyP. Girard); dann auch — Strickmuster. — Inder Philomatischen Gesellschaft 1810. endlich zeigteer einige Aussichten von Schlesien. Tüb. Mor-genbl. 1810. i i 16.
Roeser ( ), ein deutscher Landschafts-
maler, studirte in seiner Jugend nach holländischenMeistern, und erwarb sich dadurch die Fertigkeit,in ihrer Manier sehr angenehme Bilder zu liefern.Sein Kolorit war fein, leicht und durchsichtig;die Touche lebhaft und geistreich. Alsdann setzteer sich in Frankreich , und vernachläßigte seinenHauptberuf, um sich der bloßen Gemäldeausbesse-rung zu widmen. Uebrigens war er ein aufrichtiger,bescheidner und uneigennütziger Mann, der daherbald mit allen Liebhabern und Künstlern zu Paris in Verhältnissen stand, in mittelmäßigen Glücks-umstäuden lebte, und ungefehr um 1798. ziemlichbejahrt, und von Allen, die ihn kannten, bedauert,starb. Die Bilder-Restauration verstand er wirklichsehr gut, und ward deswegen im Museum häufiggebraucht. Die Nachbildung einer seiner Land-schaften findet sich in Landon'serladleaux cle 6enre III. 55 .
Roesler (Jgnaz), geb. zu München , kam inseiner Jugend mit seinem Vater, einem Rent-kammersekretär, nach Amberg , lernte dort beyWild die Malerey, und fieng auch nebenher dieBildhauerkunst zu üben an. Alsdann unternahmer verschiedene Reisen, fixirte sich aber endlich alsMiniaturmaler zu Amberg , wo er auch als Lehrerder Zeichenkunst angestellt wurde, und 1807. 56 .Jahr alt, verstorben ist. Dem ehemaligen Franzis-kaner-Guardian zu Amberg R. Hölzer malte er inOel ein Silentium; auch schnitzte er demselbenmehrere Figuren für die — Krippe in der Kirchedieses Ordens. Lipowsky.
— — oder Roeßler (Johann Carl,
gewöhnlich Carl), geb. zu Goerliz 1773. einesdortigen Holzverwalters Sohn. Derselbe hattesich als Nagelschmied schon auf die Wanderschaftbegeben, als ihn sein Hang zur Malerey 1794. nachDresden leitete. Hier folgte er seinem Genie,studirte unter Casanova die Oelmalerey, und zeigtesich auf den dafigen Ausstellungen durch Bildnisse.So finden wir ihn auf dem dortigen Salon von1797., wo er unter Andern ein Bildniß seines zuDresden befindlichen Bruders, ob auch Künstler,wissen wir nicht, ausstellte; eben so 1798. und 99.I» lctzterm Jahr: Den Genius des Ruhms, nachCarracci Alle seine Arbeiten wurden schon damalsim Ganzen gelobt. Bald darauf scheint er aufReisen gegangen zu sey«. Auf solchen (wie wirglauben in Italien ) befand er sich noch i8»Z. Um1807. kam er wieder nach Dresden . Nun sah manvon ihm außdem dortigen Salon desselben Jahrs,in lebensgroßen Figuren in Oel: Die drey Marienam Grabe, welche für edle Einfalt und Ausdruck
Roeßler. rzrz
sehr gerühmt wurden. Eben so seine lebensgroßenBildnisse der Frau Freyin von der Reck (der cdelnUnterstützerin dieses Künstlers), und der DemoiselleKörner und ihrer Freundin (diese beyden Bilderganze Figuren, das letzte sehr gut gruppirt, undin gefälliger Manier alla Prima? gemalt); danndiejenigen des Dichters Tiedge, und ves ProfessorsGöde von Göttingen, was zu seinem Beßten ge-zählt wurde. — Endlich auf der Ausstellung 1808.die Bildnisse der Gräfin Clamm, und der FürstinKinsky, letztres mit ihren drey Kindern, sehr an-genehm gruppirt. Meusel's MR. L- Eben-d ess. Arch. II. ( 3 .) 7—8. (4.) 141. wo freylichalle dieses irrig dem unten folgenden Carl Roeßlerzugeeignet wird. Uebrigens heißt es dann freylichimFreymürbigen 1808. S. 44 o. »Seine" hier:vier) » Familien-Bildnisse auf dem diesjährigenDresdner -Salon (Alles Damen mit Kindern)hatten, bey allem Verdienste der Treue und Nettig-keit, doch etwas Flaches, das der verdienstvolleKünstler, von dem wir schon Kräftigeres sahen,zu vermeiden suchen muß". Um 1809. arbeiteteer an einer Verkündigung, welche auf dem Salonvon 1810. ausgestellt ward, und sehr viel Lodens-werthes enthielt. Tüb. Morgenbl. 1809 n 36 .—1810. 704. In 1810. wurde unser Künstler (vondessen mehr oder mindern Verdiensten ungleichgenrtheilt wird) zum Mitgliede der Akademie in derBildniß - und Geschichlsmalerey ernannt. Otto'sLex. der Oberlaufitzisch. Schriftst. u. Rünstl.III. (1.) 79.
R 0 eeler ( ). Von einem Künstler dieses
Namens sah man auf dem Berliner-Salon 1798.einige Landschaften mit Schlesischen Gebürgen, dienicht ohne Verdienst waren.
* — — ist mit dem Roshoof des Lex. sehrwahrscheinlich derselbe. S. unten diesen letzter» Art.
* — — s. auch Resler, Reßler und
Roeßler, theils im Lex. theils in den gegenwärti-gen Zusätzen.
Roeslfeld, s. oben Reslfeld.
' * Roeslin, s. Roslin.
Rösner oder Roeßner (Georg), s. denArt. Barthol. Grolok in den gegenwärtigen Zu-sätzen, wo er durch Druckerfehler Rosner heißt.
* Roessel, s. auch Roesel, besonders denSchüler von Boethius .
Roessig (Dr.), gab um 1801. den: versucheiner Archäologie oder Runstdenkmals-LebrederDeurschen, in derMonarschr.derDeurschen(Aug. 1801. S. 25 g— 88 .) und späterhin bey demIndustrie-Comptoir zu Leipzig : Die Nelken u. s.f.nach der Narur (ob von ihm selbst?) gezeichnet,ausgemalt, und mit botanischen Bestimmun-gen begleitet von waitz, wovon 1808. dasdritte Heft, 4°. mit 10. illuminirten Blättern er-schienen war, und 1. Th. 12. Gr. kostete.
Roeßler (Balthasar), ein Markscheider zuAltenberg , einer Chursachstschen Bergstadt, wo erum 1664. lebte, und Zeichnungen und Risse ver-fertigte.
— — (Carl), Bildniß- und Geschichtsmalerzu Dresden, geb. zu Nürnberg , Sohn eines dor-tigcnKürschncrs, Schüler von J.PH . Bayer daselbst,bekam von der patriotischen Gesellschaft seinerVaterstadt eine jährliche Unterstützung an Geld,und bereitete sich in Dresden vor, eine Reise nachItalien zu thun, die er auch vollzog. In: Dres-den , zur Rennrniß seiner Häuser erscheint erschon 1798. In Wien befand er sich um 1800. undgab von dort aus auf den Dresdner -Salon desselbenJahrs zwey kleine Bildnisse (der KapellmeisterHaydn und Salicri), von welchen es in den deutsch .Runstbl. S. gn. dieß: »Sie sind weniger gut,als seine ehemaligen Das Kräftige, was vielleichtdarin seyn soll, ist nur grob und hart. Die Händesind sehr schlecht". Weit besser hingegen gefielenauf der Ausstellung des folgenden Jahrs zwey