Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1330
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»zzo Roman.

Vielleicht ist dieß der im Lex. im Art. t). Call an-geführte Königl. Preußische Oder - Baumeister

Romans.

Roman (Z.), ein alterKunstoerleger, mit des-sen einzigem Namen z. B. ein Dildniß des Mathe-matikers Ph. Lansberg bezeichnet ist.

* — — ( ), der Schullchrer von Anna-

berg, welcher im Lex. unter dem Art. von Barrh.Roman erscheint. Derselbe hieß lateinisch: k^i-coüemus kromunns, deutsch aber Roemer; erwar auch ein geübter Musikus. Rlchrer's An-naberg. Chronik II- 17Z. Seine Blüthezeit istnicht wie das Lex. besagt um i 5 -jo., sondern ein20. Jahre spater zu setzen.

* — — s. auch Romanus und Roenrer, theilsim Lex. theils in den gegenwärtigen Zusätzen.

* Romandeau (G.), bey Heüiecke I. 75.irrig Ramondon genannt, hieß Gedeon, kam1672. nach Berlin , wo er mit hoo. Rthlr. Gehaltzum Hofmaler bestellt, und 1689. die Aufsicht überdie Churf. Malereycn ihm aufgetragen wurde. Fried-rich I. ließ ihn (wahrscheinlich zwischen diesen zweyDaten) durch ganz Italien reisen, um die berühm-testen Gemälde zu kopiren. Neben Anderin hielter sich einige Zeit zu Modena auf, wo er alle die-jenigen Arbeiten von Correggio nachbildete, welchesich jetzt in der Gallerie zu Dresden befinden. Soz. B. die berühmte Magdalena, die in einem Zim-mer zu Potsdam ersichtlich ist. M- OesterreichE. 85 - 84 - Er st. 1698. Nach ihm kennt man,von S. Blesendorf, E. Hainzelmann und I. G.Wolfgang, Bildnisse dunkeler Herren und Frauen.In einem derselben heißt er wirklich (wie beyHeiuecke) G- G. Ramondon.

* Romanelli (Johann Franz). Bey Deret-tini machte er so schnelle Fortschritte, daß manihm den Beynamen Rafaellino gab. Lanzi dann(dem Lex. ganz entgegen) erzählt: Daß, als seinMeister eine Reise durch die Lombardie machte, erunsern Romanelli und einen andern seiner Schü-ler, Boralla, oder (nach Baldinucci ) Borrell»,in Rom zurück ließ, um an seiner Stelle im Pal-laste Barberini zu malen; daß hierauf diese bey-den Jünglinge sich vermaßen, die Arbeit ganz ansich zu ziehen, und sie darüber von Pietro verab-scheidet worden. Bey dieser Gelegenheit habe Ro-manes!», unter Beruini's Anleitung seine Maniergeändert, und sich allmählig einen lieblichern ein-nehmendern, aber minder großen und gelehrtenStyl gebildet, als derjenige seines gewesenen Leh-rers war; so daß man nun geschlankere Formen,ein reineres Kolorit, und einen minder kleinlichenFaltenwurf bey ihm wahrnahm. Jetzt erblickteman mit Erstaunen seine Abnehinung vom Kreuzein St. Ambrosius, welcher Berettini seinen St.Stephan gegenüber stellte, ein Werk, von demBcrnini selbst urtheilen mußte: Man sehe den»doch, welche von beyden die Arbeit des Meisters,und welche des Schülers sey. Unter dem Schutzedes Kardinals Franz Barberini, welcher, um dergegen seine Familie erweckten Unruhen willen, sichnach Paris flüchten mußte, war Romanelli zwey-mal in Frankreich , erwarb sich daselbst große Ehreund Reichthum , und nahm dafür dort jenen Geistan, dessen die Künstler dieses Landes fast mehrals genug haben — ihre Figuren über und überzu beleben. (Alle dieß ist pascoli's Urtheil). Hiermalte er in der großen Gallerie des Pallastes Ma-zqrin mehrere Ovidische Verwandlungen inner neunMonathen (was — sogar die Franzosen für eiuWunder hielten), und in den Königl. Zimmernetliche Gegenstände aus der Aeneis. Späterhinwollte er, da ihm die Eifersucht seiner Kunstgenof-sen in Rom tausend Verdruß verursachte, zumdrittenmal (jetzt mit seiner ganzen Familie) sich nachFrankreich begeben, als er zu Viterbo , noch imkräftigsten Alter, vom Tode überrascht wurde. Indem dortigen Dome sieht man an dem großenAltar einen St. Loren;, und sonst überhaupt in

Romanelli.

Italien, besonders zn Rom , sehr Vieles für eineso kurze Lebeusfrist; hier vornehmlict» (neben derschon genannten Abnehinung vom Kreuze) seineDarstellung Mariä, ursprünglich in St. Peter,jetzt in der Karkhäuser-Kirche, und hierauf für dieerstere in Mosaik gebracht. l. 929 —Zc>.

Fiorillo I. 19Z —94. Letztrer urtheilt von ihmkurz, und wohl mit Grund: „Seine Kunst warganz Manier; er malle immer ohne Vorbereitungaus dem Kopf, und zog dabey weder nackte Mo-delle, noch auf irgend eine andre Weise die Naturzu Rathe". von Männlich heißt ihn ebenfallskurz: „Schüler und Nachahmer des Berettini,den er — folglich nicht erreichte". U»d: „Seineletzten Geinälde sind nicht die beßten; denn ervernachläßigre das Studium der Natur". Ma-rkier erzählt mancherley Geschichtliches von ihm;wie j. B. »Die Begierde zur Arbeit (in Rom )zerstörte seine Gesundheit; er konnte sie nur durchRuhe, und durch eine Reise nach Neapel wiederherstellen. Einen großen Ruf erwarb er sich zeitig,namentlich auch durch Arbeiten, welche er für denKönig von England übernommen hatte. Er wardvon Carl 1 . nach London berufen, von Urban VI ll.aber in Rom zurückbehalten" u. s. f. Seine Kunst-charakteristik dann wird dort so bestimmt: »SeineSchönheiten und seine Gebrechen gleichen beydedenen des Berettini. Er ist kalter; aber, gleichjenem, hat er etwas von dem, was man Grazienennt; eine gewisse Anmuth in den Köpfen, dieman auch für Schönheit nehmen möchte. SeinerZeichnung gebricht es oft an Größe, und sogar anRichtigkeit. Seine Frescofarben sind frisch undglänzend; in Del sind sie solches minder, dochimmer noch angenehm genug. Und kurz, er nimmteinen ziemlich ausgezeichneten Rang unter denje-nigen bessern welsche» Malern ein, welche an dieStelle der ersten Nachfolger der Carracci's getretensind, ohne dieselben ersetzt zu haben. So wie erist, würde man ihn schätzen, wenn er nur Er selbstwäre; aber sein Verdienst ist nur ein Wiederscheinvon demjenigen seines Meisters". In der Schriftwinkelmann u. s. Jahrhundert (S. 179.) heißtes von ihm: „Seine Werke sind größtencheilseben so leicht und mit Der Fertigkeit behandelt,wie die seines Lehrers, den er aber im Geistreichendes Ausdrucks, in der Erfindung, im Lieblichender Gestalten sowohl als in der frischen Heiterkeitdes Kolorits nicht völlig erreicht hat; dagegen istseine Zeichnung, wenn auch nicht eben richtiger,doch von ediern, Styl und sveltern Formen, unddie-Fallen sind in bessert» Geschmacke gelegt". Nochan einer andern Stelle dieser Schrift (S. 218.) wirder (gleich seinem Meister Cortona und seinem Mit-schüler C. Ferri) zu den Künstlern gezahlt, die sichweder ernstlich an die Natur hielten noch der Antikenbedienten, sondern mehr oder weniger bloß Scheinsuchten, und vermittelst desselben jeder Forderungder Kunst genug gethan zu haben wähnten. .„BeyFüßli endlich (l. 246.) lesen wir von ihm: „InBerermi's Schule erwarb er sich eine leichte undangenehm wirkende Anordnung in seinen Vorstel-lungen , nebst einer frischen und gefälligen Färbung,besonders in seinen Fresco-Malereyen; durch sei-nen außerordentliche» Fleiß bekam er viel Festigkeitin der Zeichnung, so, daß seine Figuren meistensmehr Richtigkeit als jene seines Meisters haben.Er erfand so leicht als dieser, aber mit ungleichweniger Geist und Feuer. Eben dieser Geist man-gelt auch seinen Köpfen, und ihren Wendungen,die immer etwas Kaltes, und sehr wenig Charak-teristisches haben. Er hatte viel Gefühl für dasAnmuthige und für die Grazie in den Formen undihren Wendungen; allein er wußte dieses Gefühlnicht durch einen großen und eleganten Styl zu er-heben; jedoch haben die meisten seiner Figuren ei-nen wahren, und der gemeinen Natur getreuenAusdruck. In Deutschland besitzen von ihm,unsers Wissens, einzig die Gallerie zu Mien:Den jungen David mit Goliaths Haupte, undAlexanders Einzug in Indien , zwey kleine Staffe-leygemälde; dann diejenige zu Nikmchen: Eine