Rosa.
über die Schranken menschlicher Vollkommenheitzu erhöben wußte. Auch sein Kolorit war vonauserlesener Lieblichkeit, und dennoch von so traf«tigern Jmpaste, daß es sich bis auf unsre Zeitenfrisch und lebendig erhielt, wie solches noch inmehren, Gallerten angesehener Häuser (zu Neapel ?),so wie in einigen Kirchen sich finden wird; wie z. B.an seinem Thomas d'Aquino, alla Sanita, in seinerTaufe der H. Candida, bey St. Peter d'Aram,beydes zu Neapel , u- s. f. *)
Rosa (Franz), der Genueser, der im Lep.unter dem Art. des Obigen erscheint, siudirte zuRom , wie Einige glauben, bey P. di Cortona,was man aber aus seinen Fresco- und Oelgemäldenin St. Earlo al Corso, und bey St. Vincenz undAnastasio daselbst nicht vermuthen sollte, wo seinStyl mehr demjenigen des T. Luini und andererVerfinsterer damaliger Zeit gleicht. Weit bessererscheint er a Frari zu Venedig in dem großen Bilde,wovon auch das Lep. spricht, das die wundervolleAuferwcckung der Tochter des Grafen von Barcel-lona durch St. Anton den Eremiten vorstellt,worin, neben einer sehr schönen Architektur, Kennt-niß des Nackten, trefliches Licht- und Schattenspiel,viel Leben in den freylich nicht eben wohl gewähltenKöpfen hervorleuchtet, und das kurz, diesen letztemPunkt ausgenommen, ganz Caraccesschisch ist./.anrr II. 2. 0Z2. Noch an einem andern Ortscheint dieser Schriftsteller unsern Franz unter dieNachahmer von P. Ricchi, il Lucchese genannt, zuzählen, der denn aber doch in einem fertigem undgrandiosem Styl, und mit besserer Farbenmischunggemalt habe. Jene Auferweckung dat C. de laHaye auf einem ebenfalls sehr großen Blatt ge-stochen, wo unser Rosa ein Römer genannt wird.Nach ihm ist wohl auch das schöne und seltene Blatt(Agrippina'S Ankunft in Italien mit der Asche desGermaniens), von C- Fantetti 167Z. in Rom geetztund gestochen, worauf der Maler: krnn. Kosnpinx. er llslin. heißt, und ein anderes ebenfallsgut;s Blatt ohne Namen des Stechers (der TodEato's von Utika), wo der Maler gerade wie obenbezeichnet ist. Die Urbilder aller dieser drey Blatter schreibt der Gantkaralog von Winkler irrig demspanischen Franz pacheco, Rosa genannt, zu.
— von Brescia , der imLex. ebenfalls unter dem Art. des Sevillaners, Rosagenannt, erscheint. Da dort von ihm ein Bildaus Siena angeführt wird , so ist es wahrscheinlich»ach ihm, daß H. Druni von Siena einen jungenKrieger mit einer jungen Frau in einem Triumph-wagen gestochen hat, wo der Maler ebenfalls?ran. sto8L Kenfensis) heißt; ein Blatt, das derwinklersche Katalog abermals unter der Rubrikdes oftgeuannken Rosa's von Sevilla anführt.
— der vierte Franz Rosa,der im Lex. am Schlüsse dieses Art. erscheint, Malerund Kupferstecher von Rom . Von diesem nenntGandellinl ein Blatt: Die H. Jungfrau, vonChristo gekrönt, nach H. Caracci, halbe Figuren,oben an seinem Bilde der St. Margaretha, einemAltarblatt in St. Catharina dei Funari in gedachterStadt.
Von einem Franz Rosa (von welchem?) gemaltund gestochen, und hingegen von einem: vominic«gezeichnet, endlich finden wir irgendwo angeführt:St. Cäcilia, die den Götzen nicht opfern will.
— — oder Rose (Georg Tobias), Stahl-und Steinschneider zu Augsburg , geb. zu Weissen-burg im Nordgau i/cjä. lernte zuerst bey seinemVater, einem bekannten (?) Siegelstcchcr zu Weis-senburg; hierauf hielt er sich lange zu Basel auf,und bekam dort Gelegenheit, sich nach Hedliugernzu bilden. Seine in Stahl und Stein geschnittenePetschafte, Wappen und Bilder sind von vorzüg-licher Schönheit. Er machte auch Proben von
Rosa. iz4r
Stempeln und Schaumünzen, die nicht minderesVerdienst haben. Dahin gehört z. B. die kleinegeschnittene Preismedaille für die Augsbur-gische Gesellschaft zu Ermunterung der Kunst, undvorzüglich die trefliche Bildniß-Schaumünze zumAndenken des Aufenthalts Pabst Pius VI. in Augs burg (1782.) nebst einer kleinern auf denselben Ge-genstand. Dieser geschickte Künstler starb in seinenbeßten Jahren 178/,. Mensel 1 . H-
* — — (Joseph), s. oben Joseph Roosder jüngere.
* — — (Peter). Derselbe gehörte unter die-jenigen Schüler von Titian , welche er, aus Freund-schaft für dessen Vater und Oheim (Christoph undStephan) mit vorzüglicher Sorgfalt unterrichtete.Aus dieser Quelle schöpfte der Jüngling sein wahresund reines Kolorit, das aus allen seinen Bildernhervorleuchtet. Dergleichen besitzt Brescia vonihm bey St Francesco, im Dome, und alleGrazie. Am Beßteu gefallt er mir wenigen Figuren.Sein geringstes war die Komposition, sey es nun,daß er von Natur für diesen (schwierigsten) Kunst-theil minder Anlage halte, oder daß er solchen inseiner kurzen Lebensfrist nicht hinreichend studirenkonnte. II. io/,.
— — (Salvator). Sein Vater war ein Feld,Messer. Als Knabe genoß er eine gute Ausbildungin Humanioribus bey den P. P. Somaschi. lieberdiesen merkwürdigen Mann, der, (wie es in derSchrift winkelniann u. s. Iahrhunderr S. 187.sehr richtig heißt) obschon in mehrern Gattungender Kunst wohl erfahren, dennoch hauptsächlichdas Fach der Landschaft, auf eine ganz neue Weise,mit dem glänzendsten Erfolg bearbeitete, hebt derscharfsinnige Lanzr (I. 12.) seinen Artikel
ebenfalls mit der Bemerkung an: Daß im X VII.Jahrh, die Werke dreyer vorzüglicher Landschafts-maler in Welschland, der Reihe nach gesuchtwurden: Nämlich eben des unsrigcn, Cl. Gelee sund G. Poussins; und daß die — Alles beherr-schendeMode Einen derselben nach dem Andern aufeine solche Stuffe des Rufs erhob, daß dann auchallö übrigen Landschafter in Rom sich genöthigtsahen, den jedesmaligen Liebling in ihren Bildernnachzuahmen. Zu Anfange des gedachten Jahr-hunderts nun, war es unser Rosa. Schüler vonSpagnoletto, liebte er im Geschichtlichen das Fin-stere, aber zugleich Natürliche dieses Meisters; undmachte stch's dann in seiner eigentlichen Gattung,der Landschaft, eben so zum Gesetze, die Naturohne Wahl nachzuahmen, oder vielmehr in seineBilder gerade das Mindestschönstc, was er vorsich fand, zusammenzudrängen. Je die wildestenWildnisse, wie Danre sagt (seive gelöste).Alpengebürg, Höhlen, von Wurzeln und Gesträuchstrotzende Ebenen sind die Gegenstände, welche eram liebsten dem Auge darstellt. Seine Bäume sindbald immer knottichr, gestuckt, oft blatte»leer; seineLüfte selten helle, nur wenig von deu Wirkungendes großen Lichts belebt, das Himmel und Erdeerfreut. Aehnlicher Geschmack herrscht in seinenMarinen. Indessen gefiel ein so neuer Styl geradedurch seine Schauer, ungefehr so, wie bisweilenein scharfer Mein dem Gaum behagt; und vollendspikant wurden seine Bilder durch die Staffirungmit kleinen Figürchen, jetzt von Schäfern, dannvon Matrosen, und am meisten von Soldaten, dieer in seine Landschaften stellte, und welche seineArbeiten eigentlich charakteristisch bezeichnen. Ingrößer» Figuren war er minder geübt. Jene hin-gegen findet man besonders geistreich in seinem be-rühmten Regulus in dcr Gallcrie Colonna zu Roin,und so vielen Capricci von Banditen, Zauber-geschichten u. dgl. Die Formen derselben sind nie-mals gewählt, die Zeichnung bisweilen incorrekt;aber immer sind sie leicht hingeworfen, lebendig,
) So eben gewahren wir, daß dieser Künstler in gegenwärtigem Supplemente schon oben, unter dem Rainenpacecco erscheint, »vo er zwar nicht hingehört, obgleich die dortige Bemerkung richtig ist, daß das Ler. (nachdein Borgange früherer Schriftsteller) denselben mit dem Franz pacheco aus Sevilla verwechselt, odervielmehr aus diesen beyden Künstlern Einen macht. Seltsam »»dessen ist der Anfall (oder Irrthum), daß da«Todesjahr von beyden in 1654. fallen soll.