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Kirchen, welche beweisen, daß er auch ein guterGeschichtsmaler war. Ein Bild von ihm besitztauch die Gallerie zu Schleisheim. von Männlich.Nach ihm haben Philipp Kilian und SandrartBildnisse von Bischöfen zu Bambcrg und Würzburg (Sandrart Eines von Philipp Valentin mit 1668.Lakirt), Kilian eines Abt I. de Gravel, und I.Coclemans eine H. Familie gestochen.
Ruel (I. B.), ob etwa ein Nachkömmlingdes Ebengenannken? gab in 1806. unter dem(etwas, köstlichen) Namen eines Malers derfranzos. Schule, von der alten Akademie der"Malerex: Oeuvres eomplettes in 5 . Heften,welche in Studien von Thieren, menschlichen Fi-guren, Blumen, Landschaften und Verzierungenvestuhnden, und, in öffentlichen Blattern verstehtsich, als besonders nützlich für Decorationskünstlergerühmt wurde. Dasselbe sollte fortgesetzt werden;mit dem seltsamen Umstände, daß ein Heft Studienvon Löpfen bloß 2. Fr. alle übrigen hingegen 4.kosteten.
Rueland (Marina), geb. Dorfmeister,künstliche Stickerin zu Wien , geb. daselbst i/ZZ.Da sich ihre Eltern vom Sticken nährten, so zeigtensich bey ihr bald Spuren eines ausgezeichnetenKunstgefühls und guten Geschmacks, wozu auch dieUnterstützung ihrer Bruder, ebenfalls geschickterKünstler Vieles beytragen mochten. Ein Adler,den sie nach der Natur stickte, erweckte zuerst Aufmcrksamkeit, und dieses brachte sie auf den Ent-schluß , eine bisher so vernachlaßigte und bloß fürmechanisch gehaltene Fingerarbeit naher mit derKunst zu vereinigen. Derselben widmete sie nunden größten Theil ihrer jugendlichen Tage; und siewurde in Kurzem wegen ihres Fleißes und immerwachsender Geschicklichkeit so bekannt, daß sie Be-stellungen fast von der ganzen Griechischen GemeindeEuropens und Asiens bekam, die das Bildliche desGottesdiensts so sehr lieben, und fast überall dieLebens« und Leidensgeschichte Christi und seinerApostel anzubringen suchen. In i/t>ö. verehlichtesie sich mit dem KK. Umversalstadtschuldenkassa-osfizier I. M. Rueland, und dieser neue Standvergönnte ihr nun noch mehr Müsse, sich eigent-licher Kunstarbcit in prächtigen Kirchenornaten zuwidmen. In 1779 sah' man von ihr auf einerTapete die Geburt der H. Jungfrau, worin Zeich-nung , Haltung und Kolorit so vortreflich war, daßsie sich dadurch den besondern Beyfall der KK.Maria Theresia, des Akademiedircktors Sambach,und jede» andern Kunstkenners erwarb. Nochschätzte man von ihr vorzüglich die vier Evangelistenund einen Apostel Andreas, welche nach Rußland kamen. Unter vielen Widerwärtigkeiten, die sie inden I. 178». u. 81. betrafen (worunter auch derTod ihres Manns gehörte), verfertigte sie dennochzu derselben Zeit ein Vesperbild in halb erhobenerArbeit (?), mit Farben, Gold und Silber ver-mischt, nach einem von ihrem Bruder poussirtcnModell, und dann noch eine mit Gold gestickteTapete, in deren Mitte ein Todtenkopf nach derNatur, mit Silber und gefärbter Seide erhobenangebracht ist. Sie war auch Lehrerin der Wür-tembergischen Prinzessin Elisabeth, nachherigenGemahlin Franz II. und lebte noch 1809. MenselN. L. L.
Ruelein oderRoehIein (Ulrich), gebürtigvon Kalbe , Stadtphystkus zu Freyberg, gab 1^97.den Bau der Stadt Annaberg rs. Roebling Apol-lonius) und 1621. den der Stadt Marienberg an.Er war zweymal Bürgermeister, veruneinigte sichaber bey Aufrichtung der Stadtschule mit demRathe und gierig um röig. von Freyberg nach Leip-zig , wo er 1H2Z starb. Nach seiner Zeichnungwurde 1528. der Nathsthurm zuFreyberg mit denhimmlischen Zeichen gemalt. A. Möller §rey-berg l. Th. S. i 36 . 332 . und /jgö.
* Ruelle (Claudius de la). Nach ihm hatauch I. Bouchet vas Dildniß eines Priesters, CarlDemi«, gestochen.
R u g e n d a s.
Ruempler, s. oben simpler.
Ruepp ( ), ein Maler aus Wertingen in
Bayern , malte für die ehemalige Kapuzincrkirchezu Donauwörkh das Altarblatt, St. Francisc vonAssis vorstellend. Lipowsky nach BaadersWeisen I. 10Z.
R» eschul ( ), vielleicht Ruckstuhl. So
heißt ein uns bisdahin ganz unbekannter Bildhauer,der in 1808. den ersten Preiß des National-Jnstitulszu Paris davon getragen.
Ruesta (Sebastian de). So heißt bey Frorrtllo I V. 297. kurz ein Spanischer Maler des X VII.Jahrhunderts, Mitglied der Akademie von Sevilla ,der nicht unberühmt geblieben sey, und, neben derUebung seiner Kunst, auch die Cosmographie ge-lehrt habe.
R-ueß, s. oben pfirzner (Martin).
Rueßel (Heinrich von), s. unten Rössel.
* Ruest (Luprecht), s. Rüst.
Ruester (Gabriel), f. Ristee in gegenwarti,gen Beytragen.
* Ruet ( de). Derselbe ist wahrscheinlichkein Andrer, als Claudius Derouet oder Derver.
Ruexleben (Albrecht Anton von). So hießder im Anhange des Lex. unter Ludrv. Schneidererwähnte Kunstdilettant in der Miniaturmalerei).Derselbe starb als wirklicher Geheime Rath, Kanzlerund Obersteuerdirektor 1770. zu Gotha , und hinter-ließ eine artige Gemäldesammlung.
Ruffin (Johann), ein Oelmaler in München ,st. daselbst 17Ü0. Von ihm sah' man dort Altar-blatter u. a. So z. B. in der ehemaligen Karme-literinncn-Kirche einen St. Joseph, in der Damen-stiftskirche eine St. Anna, und in dem ehemaligenlateinischen Congregationssaale eine» St. Hicro-nymus. Liporvsky.
Ruffoni ober Ruffonus, s. unten Ru-phonus.
Rufs (Martin), ein spanischer Maler desXVII. Jahrhunderts, geb. im Escurial; gewannden Preiß bey der Akademie zu Madrid 170Z. Dieschätzbarsten Arbeiten von seiner Hand sind: DasLeben des St. Johann de la Cruz bey den Baarfüßcr-Karmclicern; das Bildniß Ferdinand VI. in derSammlung der Bildnisse Spanischer Monarchen,die Vorstellungen in dem Kloster del Paulas und inden Königlichen Pallästen. Fiorillo IV.
Ruga (Peter). So heißt im: Almanach »usKorn von l8io. ohne Weiteres ein damals dortlebender Kupferstecher im Architektur- und Orna-mentsfache.
* Rugendas (Christian^, Georg Philipp des ältern zweyter Sohn, nicht dessen Enkel, wieHeinecke (lüöe gönörsle p. 498.) sagt) st. 1781.Von ihm kennt man auch das Bildniß seines Vaters;dann St. Paul in der Insel Malta, und eine H.Familie nach A. Marchcsini. Hinwieder finden wirnach ihm irgendwo angezeigt das Bildniß von I.Christoph Vogt. Indessen erhellet seine Kunst vor-züglich aus den schon im Lex. angeführten Reuter-stücken, die er auf eine besonders angenehme, ihmeigene Weise, auf brauner Grundfarbe, mit weißenBlicken, von zween Platten abgedruckt geliefert hat.
* — — <Georg Loren;, auch bloß Loren;,und irgendwo I. L-), Sohn von Georg Philipp dem jünger», der im Lex. unter dem Arr. seinesGroßvaters erscheint, Kupferstecher zu Augsburg ,geb. daselbst, und lebte noch dort 1809. Von ihmkannte mau in frühern Tagen z. B. das BildnißPascal Paoii's; dann allerley Kostumestücke vonBcrufsarten: Den Kupferschmied, den Essighändler,u. dgl. Dann aber in spätern Tagen (r8ög.) botderselbe durch die Winterschmidtische Buchhandlung