Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1396
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tZHb Ruöca.

schließlich mit dem Bildniß beschäftigte. DasjenigedcS Schultheißen von Erlach von Bern, kennt manvon Wille, des Schultheißen Steigers (1704.) vonD. Herrliberaer, und des General Grafen vonSchulenburg (lctztres voll Ausdrucks und mit aus-serordentlicher Leichtigkeit gemalt, jetzt im Besitzedes Grafen von Brabeck) vonFaldoni (a.h.Pitteri)gestochen. In der Gallerie zu Salzrhalum be-fanden sich einst von ihm: Sein eigenes Bildniß inpelzgefüttertem Kleide mit dem Ordcnszeichen;dann dasjenige des Obristen Przowski, und drc»alte Mannsköpfe. Iüßli III. 159—60. Die

Schrift llOmkelmann u. s. Jahrhundert S. 240.zählt ihn, nebst Dombelli und der Rosalba, unterdie einzigen italienischen Künstler von Rufe, die sichin der ersten Hälfte des XVIII. Jakrhunders fasteinzig mit Bildnißmalen beschäftigten.

Rusca (F. R.). Nach einem solchen sollG. G. Endner um 1799. ein Bildniß des GeneralsBuonaparte (Pr. 8. Gr.) gestochen haben.

— — (Jacob), vermuthlich Carl Franze»Sohn, lernte bey Dominicus Pedrini zu Bologna ,und kehrte um 1766. in sein Vaterland zurück.Neueres haben wir nichts von ihm vernommen.

R» schert ( ), ein geringer Bildhauer zu

Wittenberg in Sachsen . Um 1811. und früher ver-sorgte er die dastge Gegend mit Leichensteinen u. s. f.

Ruscheweph ( ), aus Mecklenbnrg-

Strelitz. Von ihm hieß es i 8 o 5 ., daß er einjunger Kupferstecher von Talent sey. Früher ver-fertigte er nach Schwerer ein Bildniß der nun ver-storbenen Königin von Preussen; besser aber geriethihm zu Berlin , seinem damaligen Aufenthaltsorte,der Falkeuier nach Mctzu. In i 8 o 5 . wo er sichschon einige Zeit zu Wien befunden hatte, stach erdann Rubens und seine Frau im Profil, nachRubens ; und war ferner beschäftigt, ein gleichesmit einem dem Graf Fries zuständigen Gemälde,Maria mit dem Kinde, von Parmeggianino(Michel Rocco oder Hier.Gcagliola?), zu voll-bringen. Bertuch Reise nach Wien II. 84.

* Ruschi oder Rusca (Franz). Wirhalten

crstres für den richtigern Namen. Derselbe war einNachahmer von Caravaggio in den Formen, undAnfangs auch in dem Farbenimpast. Zu Rom warer so gut als unbekannt. Etwas mehr zu Venedig ,Vicenza und Trcvigi. II. 161. Gestochen

nach ihm kennt man von I. Picinus das Titelblattzu: le Olorio «le^li IncoZniti, und von D. Va-rotari das Bildniß des Ritters V. Gussoni.

* Rusconi (Camillus). Die Schrift Win «kelinann u. s. Jahrhundert (S. 260.) nennt ihneinen solchen Schüler des Fenate, der nicht Nach-ahmer derManier desselben, sondern im Gegentheilein entschiedener Bekenner und Freund des aka-demische» Geschmacks gewesen sey. Auch aus demUnterricht von Joseph Chiari soll er viel Nutzengeschöpft haben. Für seine Aufnahme in die Aka-demie Clementina sandte er von Rom Modelle vomLaokoon, und vom Raube der Proserpina . DerMarquis Pallavicini zu Bologna war sein großerGönner.' Zu seinen ersten Arbeiten in Marmorgehöre» die Grabmäler von Pallavicini und Fabretti(an letzten» doch nur die Büste), jenes in St.Francisc a Ripa, dieses alla Minerva; zu seinemVorzüglichsten aber die Statüen und Basreliefs inder St. Jgnazkapelle all Giesu. Seine dortigen

hohen Kardinaltugenden in Stukko, beson-ders aber die beyden Engel in Marmor, die denstralenden Jesusnamen tragen, erwarben ihm dieAchtung des Kardinals Albani, nachhcrigen Pabstes,Jnnoceuz XII. Von den zwölftes hohen Aposteln inSt. Johann von Lateran waren St. Andreas, St.Matthäus, St.-Johann und St. Jacob Major

Russagnoti.

sein Merk (1711.) Der Pabst belohnte ihn dafürmit einem Jahrgehalk und dem Christus-Orden.Dann folgte das Grabmal Gregors Xlll. in St.Peter, mit den beyden Statüen der Frömmigkeitund Gerechtigkeit, die eine große Decke aufheben,und ein Basrelief erblicken lassen, welches nichtminder als das klebrige, und überhaupt, nebstjenen Aposteln, für sein Beßkcs geachtet wird; hier-nächst zwey Kopien des Herkules Farnese und desVatikanischen Apolls, die nach England kamen 'y;eine i8s-s hohen Statüe des sel. Franz von Regis,und das Grabmal des Prinzen Alex. Sobiesky.In 1728. wurde er zum Vorsteher der AkademieSt. Lucas ernannt; die pompöse Ceremonie derPrcisaustheilung ermüdete ihn so sehr, daß erTags darauf an einem Stickhusten TodeS verblich.Camillus war sonst von starkem Temperament,groß und wohlgestaltet; indessen hatte schon inseinem Fünf und Dreyßigsten ein Anfall von Apo-plexie ihm die untere Lippe so verzogen, daß dieserUmstand ihn vermochte, unverehlicht zu bleiben.Sein mäßiges Vermögen von 12,000. Scudi hinter-ließ er einer verheyratheten Schwester. Was seinenKunstcharaktcr betrift, so hatten wenige seiner mitihm lebenden Kunstgenossen sich so der Antike sowohlals der Natur genähert. Seine Stellungen warenschön und majestätisch, die Köpfe nicht gemein, unddie Drapperien zierlich. Seine Figuren sind inHandlung und Ausdrucke lebend; mit derCorrect-hcit der Alten verband er das Feuer der Neuern.Er lebte lange zu Rom, besonders von Clemens XI. sehr geschätzt. Sein edler und großherziger Sinntrachtete mehr nach Ruhm als nach Nutzen. VollAchtung für jedermann, und ungemcin bescheiden,sprach er nie geringschätzig von den Arbeiten andererKünstler. Ohne gelehrt zu seyn, drückte er sichfehr gut und mit natürlicher Leichtigkeit aus. SeinHumor schien zwar ernst zu seyn, war aber nichtsdesto minder lebhaft und angenehm.

II. 85—91. /)Mrch-s ÄM'äo«. Gestochen nach ihm,kennen wir, nebst dem schon im Lcx. Genannten,einzig von N. Gutticrez seinen St. Franz von Regis.

* Rusconi (Johann Anton). Die zweyteAuflage seines Buches ist betitelt: I stiecl k.ibrlcl'^rcbitettura (Venet. 1660. Vol.)

Rufe oder von Rusenstein (Heinrich),ein Ingenieur der um die Mitte des XVll. Jahr-hunderts zu Amsterdam lebte und einige Werke überdie Kriegsbaukunst (z. B. vorsterokte Vestirij;Knisterst. i 654 - kol. M. Kupf-), dann Praxiskortillcatoria (dies gemcinfchaftlich mit Gerh.Melder) geschrieben hat, die zum Theil mehrereAuflagen erlebten, auch in andere Sprachen über-setzt wurden.

Ruß (Carl). So heißt ein junger Künstler zuWien , vielleicht des nachfolgenden Igna; Sohn,der in 1809. für den Reichelschen Preiß eine Hekabe(cs breit und 6// hoch) malte, »welche" (heißt esim Tüb. Morgenbl. d. I. S. 1204.) „auf dasGefühl des Zuschauers eine gute Wirkung machte."Ohne Zweifel der nämliche < 5 . Ruß, von welchemin demKatalog der Handzeichnungen des ProfessorsA. G> Meißner (Leipzig 1811. S. 11. N°. 124.S. 22. N". 207.) zwey H. Familien, die eine (gr.Realfol.) getuscht, die andere (Fol.) in Röthel,angezeigt werden.

— — (Jgnaz), Bildhauer zu Prag , geb. zuTrautenau in Böhmen 1706. und lebte noch um1809. Von ihm kannte man Bildnisse, vorzüglichvieler Ocstreichischer Offiziere. Dann auch Thiere.Merisel I. und III.

Russagnori (Carl Anton). So nennt der ^einzige Basan (b)<l. sec.) einen zu Bologna ge-'borenen Stecher, der um 17Z9. eine große Folgevon Perspektiven und Theaterverzierungcn nachBibicna gegeben habe.

N) Dallaway II. 28. nennt von ihm, als im Kabinet Robert Walpolc's, Grafen von Orford, zu Houghto», ebeneinen Apollo vom Belvedere; dann eine Noma, eine Minerva, und einen AntinouS, alle in tzirzt, und (1. c.p. 11.) als im Kabinet Leicester , zu Holkhai», die Restauration des Kopfs und der Finger an der dortigenwunderschönen antiken Diana.