Rüssel.
" Rüssel (Anton, auch Anthoni), des untenfolgenden Theodors Sohn, Englischer Maler desXVII. Jahrhunderts, welcher vertue mehrereNachrichten von seiner (?) Familie mitgetheilt hatte;woraus wir schließen, daß dieser der A. Rüssel desLex. sey, da eben auch ein uns sonst unbekannterI. Vertue (eben so wie I. Smith) nach einemAnton Rüssel das Bildniß von H. Sacchaverelgestochen hak. Fiorillo V. 274.
— — — — — So heißt auch Ebendas.S. 535 . ein unbedeutender Englischer (wahrschein-lich Bildniß-) Maler, Schüler von Riley, der1745. verstorben sey.
— (Johann), irgendwo irrig Russeegenannt, geb. zu Guilford in Surrey 17.44. undgest. 1806. Dieser Künstler kam in seinem Fünf-zehnten nach London , gewann bey der Akademiedie silberne Medaille für die beßte akademischeFigur, und wurde seil 1777. der Lieblings-Bildniß-maler in und ausser London . In 178g. malte erfür den König dasjenige des Dr. Willis, nachtvertsdie Königin, mehrmals den Prinzen von Wales,und (1.796) die Prinzessin mit ihrer Tochter Char-lotte auf den Knieen, welch letztres, als Geschenkfür die Herzogin von Braunschweig, nach Deutsch-land kam. Schon vorher wurde er zum Pastell-maler des Königs und der Prinzen von Wales undZ)ork ernannt. Noch nennt man von ihm, nebenobigen, die Bildnisse der Lady Grantley, und derbekannten Misiriß Fitzherbert (letztres sein Meister,stück). Ausserdem hatte er auch einige geschichtlicheDarstellungen geliefert, und eine Selenographie(Prospekt des Mondes) verfertigt, die von allenKennern und Freunden der Astronomie sehr gelobtwird.. Sein letztes unvollendet gebliebenes Werkwär ein Bildniß des General Mackenzie. FioriUoV. 791—92. Geschabt nach ihm kennt man, voneinem Ungenannten, in Carington (?) BowlesVerlage, das Bildniß der Gräfin von Huntingdon,als Heilige mit einer Dornenkrone; von I. Collyerdes Geistlichen R. Hill, punktirr; von I. DeanMiß Hill als Schäferin; von W. Dickinson denTonkünstler Samuel Weslay, in der Kompositionbegriffen; von R. Dunkarton Louisa (alle diesewieder geschabt, letztrc zwey-besonders schön).Von C. Knight: Nom an>1 bis picl^sons, und:1 'be fsvorite Uabbit ; von P.W. Tomkins: Maria(versteht sich eine junge Frau Mit einem Bologneser-hund), und: Llaternsl hove; und endlich vonCarol. Watson: ssilial ?ietv (alle diese wiederschön punktirte Blatter), er S»a»rier.
Dieser nennt dann noch nach einem zweyten JohnRüssel: Lotta^e Lkiclren, von White, punktirt»Wir zweifeln aber kaum, daß nicht auch dieses demunsrigen zugehöre. N),lk,n (im Lep.) ist vermuth-lich der Name des Verlegers, nicht des Druckortsseiner Anleitung zur Pastellmalerei).
— — (Theodor), geb. 1614., bildete sich,unter der Leitung seines Verwandte», Corn.Jansen'sdes altern, zu einem wackern Bildnißmaler, undfolgte nachher dem Kunstgcschmacke des Vandyck,dessen Werke er geistvoll kopirte. Einige, seinerArbeiten sieht man in den Privatzimmern zu Wifld-sor, irk Warwick - Castle und in dem ehemaligenKabinetder Herzogin von Argyle. Er lebte größtemtheils auf den Landgütern der Grafen von Essepund Holland , führte sich aber sehr leichtsinnig auf.Fioiitio V- 274.
— — (Wilhelm), des obigen Johann Rüs-sels jüngerer Sohn, ebenfalls Maler, wird beyFiorillo V. 792. kurz, ganz das Kunstebenbildseines Vaters genannt, in welchem der Verstorbenemit Ehre und Beyfall fortlebe. Vielleicht vondiesem (oder dann noch von seinem Vater) sah manauf dem Londner-Salon i 8 o 5 . ein angenehmesGattnngsdild, mit der Darstellung, wie wahrenddes Nachmittagschlafchenü einer unbesorgten Tanteihre Nichte den Liebhaber herbeyrust, und sich mitihm trauen läßt.
Rufijchj 0» i
Rüssel ( ). Noch nennt Fioritto 1 . c.
S. 844. ein berühmtes, uns aber unbekanntesSchlangeuwerk neuerer Zeit von einem Rüssel,ohne indess«, zu bemerke.,, ob als Schriftsteller,oder als Künstler.
Russi (Johann de), ein Maler vonMantua,blühcte uni ,445. oder 55 . malte für den dortigenHerzog Borso eine Großfolio-Bibel in Miniatur,die zu den größten Seltenheiten der berühmtenSammlung dieses Fürsten gehörte.
* Russo (Johann Peter). Lanzi I. 607. setztsein Todesjahr irrig in 1667. statt 1607. an.
* — — (Nunzius). So heißt in Gtisinno'shandschriftlichen, um 1724. geschriebenen: Vlteüe plttori Klessinesi ein geschickter Neapolita-nischer Geschichtsmaler in Oel und Fresco, dernach Stanzioni und Spagnoletto studirtc, einFreund von Joh. Fulco war, sich lange in Messn»und Palermo aufhielt, und an lekttrm Ort ziemlichjung verstorben war, da er sich nämlich dem Trunkergeben hatte. Man sollte ihn mitVur,i;iusRoss»für Einen und denselben halten. Dann aber müßtedas im Lex. angegebene Todesjahr dieses letztemwohl i6jo. statt i 5 )n. seyn.
* Ruft oder Ruft (Lupert). S. auch überihn: Heinecke (löse Generale p. L20. und V 7 .Lssachrichten S. 407 — 8.) und die Deutschen Lunstbl. 4°. 1799. (Heft I. Anz. N°. 1. S. 7.)wo, als vermuthliche Epoche seiner vermeyntenErfindung des Holzschnittes, 1446. ungefähr ange-führt wird.
* Rustich,' (Christoph und Franz). AuchLenz, 1 . 309. s. v./kuLtirr, nennt Franz, mitdemBeynamen Ruftichino, einen Sohn von Christoph,und giebt sein Todesjahr in 1625. an. Von Chri-stophs treflichen Grotesken sey Eiena voll. Fran-zen dann heißt er: bisweilen einen angenehmenNachahmer des Caravaggio, der besonders dasHelldunkel gut zu behandeln, und die Kerzenbe-leuchtung tauschend, ungefehr wie Gerard belleRotte, vielleicht noch besser zu behandeln wußte.In diesem Geschmacke sey seine sterbende Magda»lena in der Gallerie zu Florenz , und sein St. Se-bastian, von der H. Irene gepflegt, im PallastBorghese zu Rom . Dann aber hatte er in letztrerStadt auch nach den Carracci und Guido, dochnicht sclavisch studirt. Zu seinem Schönsten gehörteine Verkündigung in Provcnzano zu Siena , woeine St. Catharina, von vielen Engelchen unwingt,im Vorgrunde kniet, ein hinreiffcnd schönes Bild.Eines fieng er im Stadthausc an, das irgend einevaterländische Geschichte darstellen sollte, der-gleichen auch schon sein Vater dort gemalt hatte,der aber bekanntlich stärker in Verzierungen war.Lansi I. ZL7. Ohne Zweifel ist dieser Künstler,wie schon das Lex. vermuthet, sein, diesem Art.dort gleich folgender Ruftichino. Das daselbstgenannte Bild in der ehemaligen Gallerie zu Düssel-dorf stellt Jesus, Maria, St. Peter, u. a. Heiligevor. Gestochen nach ihm hat Horaz Druni eineThesis; ein uns Unbekannter (vielleicht ebenfallsBruni) eine andere solche mit dem Wappen Bor,ghese, und noch ein Andrer eine St. Agnes, Sr.Georg und St. Sebastian (ob den aus Borghese?).
' * Rustich, 1,0, s. den gleich vorhergehnden Art.
' Rustichio (Johann Franz), stammte auseinem adelichcn Geschlechte; da Vinci, sein zweyterLehrer, war anfangs sein Mitschüler bey Verrocchio .Von jenem, der so kundig im-jedem Kunstzweigewar, lernte er das Modelliren', den Marmorschnitt,das Metallgießen, die Perspektive, und ward si>einer der geschicktesten Bildhauer seiner Zeit. Umi 5 i 5 . sah man von ihm jene» Merkur in Erz, derauf einer Weltkugel steht, und seinen Flug zu be-ginnen scheint, welcher nachtverts auf den Brunndes großen Hofes im Herzoglichen Pallaste gestelltwurde; dann, ebenfalls in Erz, einen St. Johann,