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Ferdinand lll. (deutscher Kaiser)
erzogen, und in religiöser Hinsicht seinen Vorfahren Ferdinand I. , Maximilian, jaselbst Rudolf und Matthias sehr unähnlich. Gegen jede von dem tridenkinischenLehrbegriffe abweichende Meinung erglühte sein Eifer, der hartnäckig jener be-schränkten und einseitigen Religionsansicht folgte. Der Rückzug der Böhmen , dieschon unter Thurn's Anführung vorWien standen, gab ihm Zeit, seine Kaiserwahk,trotz aller Widersprüche der Union und der Böhmen (1619 , durchzusetzen. DieUnterstützung der Ligue und des Kurs. von Sachsen, Johann Georg I. , befestigteihn auf dem Throne vpn Böhmen ; desto härter und willkürlicher verfuhr er nun indiesem Lande gegen die Protestanten; die protestantischen Lehrer wurden vertrie-ben; viele tausend fleißige Böhmen wanderten inS Ausland; dagegen rief er dieJesuiten zurück und zerschnitt mit eigner Hand den Majestätsbricf Rudolfs I I.(S. Calixtiner.) Seine Gegner, vorzüglich Friedrich V., erklärte er in dieRcichsachr, und dicKurwürde derPfalz übertrug er 1622^ trotz des Widerspruchsvon Kursachsen, dem Herzog von Baiern, der ihm Beistand geleistet. DurchTilly und Wallenstein besiegte er Christian IV., König von Dänemark, Christianvon Braunschweig und den Grafen von ManSfeld ; die beiden Herzoge von Meck-lenburg, welche an dem dänischen Kriege Theil genommen, that'er in die Achtund belehnte Wallenstein mit Mecklenburg- auch wollte er sich der HandelShcrr-schaft aus der Ostsee bemächtigen, aber dieses Project scheiterte bei der Belagerungvon Stralsund an der Unterstützung dieser Festung durch die Hansestädte. Nunerließ er das RestitutionSedict (1629), nach welchem alle gegen den geistlichenVorbehalt (s. Religionsfriede) von den Protestanten aufgehobene, un-mittelbare Stifter wieder mit katholischen Bischöfen und Prälaten besetzt, dieReformirtcn vorn Religionsfried.-n ausgeschlossen, und die protestantischen Unter-tbanen katholischer Fürsten zum Katholicismus zurückgeführt werden sollten: einEdict, welches mit Gewalt der Waffen zu Augsburg, Illm, Kaufbeuren und Re-gensburg vollzogen wurde. Aber die Entlassung Wallenstein'S , welche die Reichs-siände einstimmig verlangten, und die Gegenwirkung Richelieu'S , der alle politischeTriebräder in Bewegung setzte, um Frankreich einen mächtigen Einfluß in Europa zu verschaffen und die fast überwiegende Macht des Hauses Ostreich zu beschrän-ken, endlich von Gustav Adolfs Macht, von Frankreich unterstützt, und das spä-tere Anschließen der Protestanten an denselben, seit sie sich durch die BelagerungMagdeburgs , wo das ReligionScdict vollstreckt werden sollte, in der Hoffnungeines Vergleichs getäuscht sahen, hinderten Ferdinand an der Ausführung seinerPlane. Er hoffte jedoch nach Gustav Adolfs Tode, durch die von seinem Sohne,dem Erzherzog Ferdinand, über Bernhard von Weimar bei Nördlingcn gewonneneSchlacht, und durch den Particularfrieden mit Sachsen zu Prag 1635, bedeu-tende Vortheile über die Protestanten zu gewinnen. Aber die Behandlung desKurs von Trier , welcher franz. Schutz gesucht und franz. Truppen in seine Fe-stungen genommen hatte, und nun, auf Ferdinands und Philipps IV. Befehl,von spanischen Truppe» von Luxemburg aus, nach Niedermetzelung der franz.Garnison, als Gefangener hinweggeführt wurde, gab Frankreich Vorwand u»nunmittelbaren Kriege gegen Östreich und Spanien. Schweden konnte nun kräfti-ger wirken; Banner schlug die kaiserlich-sächsischen Truppen bei Wittstockl636,verdrängte sie aus Hessen , und Ferdinand starb d. 15. Febr. 1637, ohne daß erseine Absicht, die V« nichtung des Protestantismus und der politischen Freibeit inDeutschland, erreicht hatte. — 3) Sein Sohn Ferdinand III. , der Siegerbei Nördlingen , folgte ihm als Kaiser. Er war geneigter zum Frieden als seinVater. Banner und der Herzog Bernhard von Weimar hatten die Kaiserlichenmehrmals geschlagen. Der Reichstag, den Ferdinand 16-10 ;u Regensburg ver-anstaltete, führte jedoch den Frieden nicht herbei. Obgleich Ferdinand sich nichtsklavisch von dem Interesse Spaniens und den Jesuiten leiten ließ, und auf dem