Band 
Vierter Band. F bis G.
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70 Ferdinand V. (v. Aragonien ) Ferd. I. (K. beider Sicilien)

Reichstage viel Muth zeigte, kennte er dennoch weniger durchsehen, als erwünschte, wozu die Schrift des sogenannten IIPp-Pln, :> I->,>!>!(.- viel beitrug,deren Zweck war, die Stände gegen den Kaiser zu erbittern: der erste mächtigeEinfluß, welchen der große Kurs. von Brandenburg damals äußerte. Doch setzteman die Unterhandlungen eifrig fort; auch bewilligte der Kaiser mehren Reuchs-ständen, welche schwedische Partei genommen hatten, Amnestie. Endlich kamendie Hamburger Präliminarien (1641) zu Stande, nach welchen ein allgemeinerFriedenscongreß zu Münster und Osnabrück gehalten wurde. Doch dauerte eslängere Zeit, bis dieser Congreß seinen Anfang nahm; auch währte 'der Krieg,weil kein Waffenstillstand festgesetzt war, fort, mit abwechselndem Glücke. Erst1648, als die Schweden (die früher unter Torstenson sogar Wien bedroht hatten)sich eben, unter Wrangel, der Hauptstadt Böhmens bemächtigen wollten, ent-schloß sich F. zur Unterzeichnung des Friedens. (S. Westfälischer Friede.)Bald darauf bewirkte §. die römische Königswahl seines Sohnes Ferdinand l K.,der aber ein Jahr nachher starb. Auf dem Reichstage von 1653 — 54 wurdenwichtige Veränderungen i» der Justizverfassung durchgesetzt. Kurz vor seinemTode (1654) schloß F. noch ein Bündmß mit Polen gegen Schweden .

Ferdinand V., König von Aragonien , dem der Papst, wegen Ver-treibung der Mauren aus Spanien , den Titel: der Katholische, beilegte, woreinSohn KönigS Johann ll., und 1453 geboren. Durch seine Vermählung mitder Königin Jsabelle von Castilien legte er den Grund zur Vereinigung aller einzel-nen spanischen Königreiche, welche 42 Jahre später völlig zu Stande kam. F.und Jsabelle lebten mit einander, bemerkt ein Geschichtschreiber, nicht wie zweiGatten, deren gemeinsames Eigenthum unter den Befehlen des Mannes steht,sondern wie zwei ihres gemeinsamen Interesses willen eng mit einander verbun-dene Monarchen. Jsabelle verstattete ihrem Gemahl keinen wettern Antheil ander Regierung Castiliens, als seinen Namen in den Verordnungen zu unterzeich-nen und sein Wappen dem ihrigen beizufügen. Beide, vereint mit TimeneS(s. d.), bildeten eine Macht, wie sie Spanien zuvor noch nicht gesehen hatte. Wieunterwarfen sich nach einem 10jährigen blutigen Kampfe (1191) Granada , daseinzige Reich, welches den Mauren in Spanien übriggeblieben war; aber denhöchsten Glanz gewann ihre Regierung durch die Entdeckung Amerikas , wozuF. die Schiffe ausgerüstet hatte, und die ihn zum Souverain einer neuen Weltmachte. (S. Eolombo.) Zugleich legte dieser staatskluge Fürst den Grundzu Spaniens Übermacht in Europa , indem er sich durch seinen Feldherrn, Gon-salvo vdn Eortova, des Königreichs Neapel (1515) bemächtigte und 1512 Na-varra eroberte; aber seine Politik war arglistig und despotisch. Diese Fleckenverdunkeln seine großen Eigenschaften, die ihn zum ersten Monarchen seines Jahr-hunderts machten. Jenes Streben nach Vergrößerung und Befestigung seinerMacht und blinder Religionseifer verleiteten ihn zu großen Mißgriffen. Um dieGewissen seiner Unterthanen zu b.herrschen, schuf er 1480 das Gericht der Inqui-sition , ohne einzusehen, daß er dadurch der Geistlichkeit eine Gewalt einräumte,die sie bald über den Monarchen selbst ausüben würde. Ebenso ungerecht undnachtheilig war 1492 die gewaltsame Vertreibung der Juden, und 1501 dieVerfolgung der Mauren. Nach dem Tode seiner Gemahlin Jsabelle, 1504,vermählte sich F. mit Germaine de Foix , und starb zu M idrigalejo den 23.Jan. 1516 an der Wassersucht , die durch einen Trank verursacht worden seinsoll, den ihm seine zweite Gemahlin eingab, um ihn der Zeugung fähig zu ma-chen. Ihm folgte Karl l. (V.)

Ferdinand l. (vorher lV.) von Bourbon, Jnfant von Spanien , Kö-nig beider Sicilien, geb. den 12. Jan. 1451, dritter Sohn Karls Ul. von Spa-nien, der ihm 1459 den Thron von Neapel überließ, als er selbst den spanischen