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Ferdinand VH.
Frankreich erblickte, das Land besetzen, und die königl. Familie fluchtete 1808 aber-mals nach Sicilien. Hier behauptete sich Ferdinand mit Hülfe der Engländer, zogsich jedoch, da seine Gemahlin mit den Engländern entzweit war, 1809 aus einigeZeit von allen Geschäften zurück, indem er einstweilen seinem Sohne Franz die Re-gierung übergab. Die Königin Karoline aber mußte im Dec. 1811 Sicilien ver-lassen, und ging über Konstantinopel nach Wien . Hierauf bewogen die Engländerden König, die Regierung wieder zu übernehmen. Endlich erkannte der wiener Con-greß Ferdinand IV. in allen seinen Rechten als König beider Sicilien an (1814).(Dgl. Murat.) Die königl. Familie zog am 17. Juni 1815 in Neapel ein, undF. vereinigte.(12. Dec. 1818) seine sämmtlichen Staaten diesseits und jenseits derMeerenge in ein Königreich beider Sicilien, und nannte sich Ferdinand I . Den27. Nov.1814 vermählte er sich, nachdem seine erste Gemahlin am 8. Sept. 1814zu Hetzendorf bei Wien gestorben war, mit der verwitw. Prinzessin von Partana,seit 1815 Herzogin von Floritia. 1801 stiftete er den Ferdinand-Verdienst-orden. Am 16. Febr. 1818 schloß Ferdinand I. ein Concordat mit dem Papste,wodurch die langen Mißhelligkeiten zwischen Neapel und Rom endlich ausgeglichenwurden. Über den persönlichen Charakter dieses Königs urtheilen selbst parteiischeSchriftsteller, wie Gorani u. A-, günstig. Das Wohl seines Volks lag ihm wahr-haft am Herzen. Die Nachricht von dem Erdbeben zu Messina und Calabrien ,1783, erschütterte ihn so, daß er vor Schmerz fast wahnsinnig wurde. Mit demgrößten Eifer traf er Anstalten, um den Unglücklichen beizustehen. Auch hat ermehre WohlrhätigkeitSanstalten gestiftet; dahin gehört die Colonie von St.-Leucio(1773), deren Beschreibung er selbst bekanntmachte. Abbe Tlemaron hat sie insFranz, übers.: cle I« jinpul.alioii >1e 8. l-eueio, et 5er ziro^rer, .iveo
Ik8 luis pour sa bniiue polier, v.n IHidiiiaiul IV." Nach dem Abzüge der östrei-chischen Truppen blieb der östr. General Nugent als Generalcapitain an der Spitzeder Armee; er hob die ftanz. Einrichtung derselben auf, wodurch er sich verhaßtmachte. Die Minister suchten die innere Sicherheit herzustellen, die Armen durchöffentliche Arbeit zu beschäftigen und den Staatscredit zu sichern. In dem Frie-den mit Algier , der unter Englands Vermittelung 1816 abgeschlossen wurde, be-willigte Ferdinand die Fortdauer eines jährl. Geschenks von 25,000 Piastern. DieSeele der Staatsverwaltung war der Ritter^ Medici (s. d.). Gleichwol mußteFerdinand 1820 die von Soldaten und Bürgern ihm aufgedrungene spanisch« Con-stitution,beschwören. (S. Neapel, Revolution von, und Sicilien, beide.)Durch Ostreichs Waffen in die vorige unbeschränkte Gewalt 1821 eingesetzt, unter-drückte er die Carbonari (s. d.) und starb den 4. Jan. 1825. Ihm folgte s.Sohn Franz I. Die Herzogin von Floridia starb den 25. April 1826 zu Neapel .
Ferdinand VII., König von Spanien und beiden Indien , geb. den 14.Oct. 1784, Prinz von Asturien seit dem 13. Dec. 1788, nach dem 19. Mai 18086 Wochen lang König von Spanien , darauf unter ftanz. Staatsaufsicht zu Valen-cay in Frankreich bis zu seiner Restauration 1814. Sein Vater, König Karl IV. ,und seine Mutter, Marie Louise von Parma, ernannten den Herzog von Sän Car-los zu seinem Erzieher, und in der Folge den Grafen von Alvarez, einen ausgezeich-net rechtschaffenen Mann, zu seinem Oberhofmeister, und den Domherrn D. JuanEscoiguiz zu seinem Lehrer. Der Prinz zeigte Anlagen und machte Fortschritte inder Mathematik. Da er gegen den Günstling Godoy, Herzog v. Alcudia (s. d.),eine große Abneigung verrieth, so entfernte dieser von ihm den Grafen von Alvarez,den F. sehr liebgewonnen hatte, unter dem Dorwande, daß er durch seine strengenGrundsätze dem Charakter des Prinzen eine schiefe Richtung gebe. Auch Escoiguiz,an dessen Vortrag der Geschichte der Prinz zu viel Geschmack fand, ward nach To-ledo verseht; doch unterhielt sich F. mit ihm schriftlich. Nun wollte man demPrinzen Vergnügen an der Jagd beibringen; allein F. liebte diese Zerstreuung