Band 
Vierter Band. F bis G.
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Ferdinand (Erzherzog von Östreich)

von einer Partei des Hofadels, der Geistlichkeit und einiger Generale, verwarf erden Eid auf die Constitution der Eortes von 1812 und stieß diese um, weil sie diemonarchische Gewalt zu sehr beschränkte. Doch ertheilte er die Versicherung,selbst eine ConstitutionSurkunde zu geben, wie die Aufklärung von ganz Europa und die allgemeinen Bedürfnisse der spanischen Unterthanen auf beiden Halbkugelnder Erde sie nothwendig machten. General Eguia war aber kaum mit einer Ab-,thcilung der Garden, 2 Tage vor F., in Madrid angekommen, so ließ er desNachts die Mitglieder der Regentschaft, mehre Deputirte der CorteS »nd dieMmister verhaften. Hierauf hielt Ferdinand VII . am 14. Mai 1814 seinenEinzug in Madrid , wo er durch freundliche Herablassung den großen Haufen sehran sich zog. Don dem Augenblicke des Regierungsantritts des Königs aber er-folgten jetzt Schritte und Handlungen, welche das Erstaunen von Europa erregten.Stakt der versprochenen Verfassung bildete sich ein furchtbares Verfolgungssr. kleingegen Alle, denen man liberale Ideen zutraute, und seine Schläge trafen viele vonden verdienten Männern, deren patriotischem Sinne F. die Wiederherstellungseines Throns verdankte. Hinrichtungen, Gefängnißstrafen, Verbannungen undVermögensconfiscationen hatten in allen Gegenden des Reichs statt. (S.AfrancesadoS und Farril.) Die Censur ward in ihrem ganzen Umfangehergestellt; Dasselbe geschah in Ansehung der Mönchsorden, der Jesuiten und derInquisition , sammt der Folter. Kurz, es zeigte sich in den meisten Acte» der Re-gierung ein mit Heftigkeit durchgreifender und auf Unterdrückung der Gcistesfrei-heit hinstrebender Charakter. Zuletzt wurde die Verwaltung ganz abhängig vondem Einflüsse einer talentlosen und leidenschaftlich verblendeten Camarilla. (Vgl.Ugarte.) Welche Verwirrung, welche« Elend und welche Unzufriedenheit hier-aus entstand, wie die Verzweiflung kühne Männer hinriß zu aufrührerischen Un-ternehmungen, wie der Aufstand des nach Amerika bestimmten Heeres im Jan.1820 den König nöthigte, ani 7. März d. I. die Constitukion der CorteS von1812 wiederherzustellen, wie endlich 1823 die bewaffnete Dazwischenkunst Frank-reichs die absolute Gewalt i» Spanien wiederkcrstellte, und wie seitdem F.'SThron von feindseligen Parteien umlagert, mit der Zeit und mir der Erfahrungerfolglos kämpft, wird in dem Art. Spanien seit 1808 erzählt werden. Fer-dinand VII. vermählte sich 1816 mit der zweiten Tochter des Königs Johann Vl.von Portugal, Maria Isabella FranciSca; als diese den 26. Dec. 1818 starb,im Aug. 1819 zum zweiten Male mit der Prinzessin Josephe von Sacissen (geb.den 6. Dec. 1803, Tochter des Prinzen Maximilian), und nach deren Tode, am17. Mai 1829, mit einer Tochter des Königs Franz I. von beiden Eicilien.Seine Brüder: Don Carlos , vermählt mit FranciSca, dritter Tochter desverstorbenen Königs von Portugal , und D. Francisco de Paula, vermähltmit Louise, der zweiten Tochter des Königs Franz I. von beiden Sicilien, habenjeder 3 Söhne. Der König hat keine Kinder. Die „Uenio'ires I>,!it»rig»» nurI'eiüin.nxl 4 11. et Kur ie« evenei»e»5 üe 50 N rc^no, pal Dein...", übers.a. d. Span. ins Engl. von Mich. Z. Q-uin, und a. d. Engl . ins Franz, vonM. G. H. mit Anm. (Paris 1824) schildern Ferdinands VII. Regierung von1814 bis 1820. Auch findet man viel über ihn in den „>1<-n,o!ie.>>" von deBausset.

Ferdinand (Karl Anton Joseph), Erzherzog von Östreich, königl. Prinzvon Ungarn und Böhmen, Bruder des Kaisers Leopold II. und Oheim des Kai-sers Franz I. , war geb. den 1. Jan. 1754, wurde Generalgouverneur in derLombardei und vermählte sich 1771 mit Maria Beatrix von Este, wodurcher die Erbfolge erhielt. Allein sein Schwiegervater verlor 1796 sein Landund erhielt 1802 als Entschädigung den Brcisgau und die Ortenan, die er,zu einem Herzogthum erhoben, seinem Schwiegersöhne, dem Erzherzog Fer-