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Ferdinand (Erzherzog von Östreich)
dinand, überließ, welcher Letztere den Titel eines Herzogs von Modena-Breisgauannahm. Durch den presburger Frieden mußten das Breisgan und die Ör-tenau an Baden abgetreten werden, die dem Erzherz. Ferdinand dafür zuge-sicherte Entschädigung aber wurde nicht geleistet. Der Erzherzog starb den24. Dec. 1806. Ihm folgte sein Sohn, Franz IV. , welcher durch denwiener Congreß das Herzogthum Modena zurückerhielt. (S. Este und Mo-den«.) Seine Tochter, die edle, unvergeßliche Ludovike Beatrix von Este, wurde1808 :ie dritte Gemahlin des Kaisers Franz I. und starb zu Verona den 1. Axril1816. — Der zweite Sohn des Erzherz. Ferdinand ist der in der neuern Kriegs-geschichte bekannte Ferdinand Karl Joseph von Este , geb. den 25. April1781, Erzherz. von Östreich, königl. Prinz von Ungarn und Böhmen , Prinz vonModena , gegenwärtig k. k. General der Tavalerie und seit dem 22. Mai 1816commandirender General in Ungarn , wo er zu Ofen lebt. In dem Kriege, denOstreich 1805 gegen Frankreich führte, erhielt er den Oberbefehl des dritten Heeresvon 80,000 M., das Baiern besetzte und in Schwaben sich aufstellte. Unter ihmleitete das Ganze, als Chef des Generalstabes, der von England dazu empfohleneGeneralseldzeugmeister Mack. Dieser ließ sich in seiner Stellung an der Iller ,zwischen Ulm und Günzburg umgehen, und von der Verbindungslinie mit Baiern ,Östreich und Tirol abschneiden. Darauf wurde der Erzherz. Ferdinand, welchersich an der Spitze des linken Flügels der östr. Armee befand, am 9. Oct. vomMarschall Ney bei Günzburg geschlagen, wo die Franzosen auf den Querbalkender abgetragenen untern Donanbrücke, unter dem Flintenfeuer der Östreichcr, aufdas rechte Ufer übergingen. Vergebens drangen jetzt der Erzknrz. Ferdinand, FürstSchwarzenberg, General Kollowrath u. A. in den General Mack , daß er, um sichaus seiner verwickelten Lage bei Ulm zu ziehen, das linke Donauufer behauptenund Nördlingen gewinnen sollte. Als nun Ferdinand am 14. Oct. das Schicksaldes in Ulm eingeschlossenen Heeres voraussah, erklärte er seinen Entschluß, sichmit 12 Schwadronen Reiterei durcbzuschlagen. Fürst Schwarzenberg führte nochin derselbe» Nacht den Zug glücklich bis Geißlingen, weil man sich mit dem Heer-theile des Generals Werneck zu vereinigen hoffte; allein dieser mußte bei Trochtel-singen am 18. capituliren, während der Erzherzog seine Scharen mitten durch denfeindlichen Troß nach Oktingen führte, die Trümmer des Heertheils von Hohen-zollern an sich zog und Murat's Reiterhaufen durchbrach. Doch bei Gunzeuhau-sen an der Altmühl wurde der Erzherzog, dessen ganze Schar nicht über 3000 M.,darunter etwa 1800 Reiter, zählte, von Murat's 6000 M. starkem Reiterhaufeneingeholt; indeß gelang es dem Fürsten Schwarzenberg , durch eine Unterredungmit dem franz. General Klei» so viel Zeit zu gewinnen, daß der Erzherzog mit derReiterei einkam, sodaß bloß das Fußvolk nebst dem schweren Geschütze in Fein-des Hand fiel. Darauf ward der Erzherzog nochmals bei Eschenau vom Feindeerreicht; hier rettete ihn aber der heldenmüthige Widerstand der Nachhut unterdem General Mecserey, welcher, tödtlich verwundet, vom Feinde gefangen wurde.So entkam der Erzherzog mit noch nicht 1500 M., welche in 8 Tagen, trotz dertäglichen Gefechte, über 50 deutsche Meilen geritten waren, am 22. Oct. »achEger. Er erhielt jetzt den Oberbefehl über die k. k. Truppen in Böhmen , organi-sirte den Landsturm und machte den Baiern in mehren glücklichen Gefechte» jedenFußbreit Landes streitig. Dadurch deckte er mit etwa 18,000 M. den rechtenFlügel der großen verbündeten Armee, bis diese die unglückliche Schlacht bei Äu-sserlich lieferte. 1809 erhielt der Erzherz. Ferdinand von Este den Oberbefehlüber den 7. Heertheil, der 36,000 M. stark, am 15. April über die Pilica in dasHerzogthum Warschau einrückte, dessen Völker der Erzherzog aber vergeblichdurch öffentlichen Anschlag zum Aufstande gegen Napoleon und den Herzog vonWarschau aufrief. Fürst Poniatowski leistete ihm mit 12,000 M. bei Rascyn