Ferdinand 111. (Großherzog v. Toöcana)
am 19. April tapfern Widerstand; derart, welchen die Sachsen , unter GeneralDrherrn, vertheidigten, konnte nicht genommen werden, und nur die Nacht endigteden Kampf. PoniatowSki übergab hierauf Warschau am 22. mit Eapitulcuion,indem er Praga und das rechte Weichselufer behauptete. Lw gelang es ihm, wäh-rend der ^,zher;og gegen Kalisch zog und Thorn vergebens angriff, die Östreicherzu umgehen, einzelne Abtheilungen derselben zu schlagen, und zu Lublin , im östr.Galizien, einen Volksaufstand anzuordnen. Hierauf eroberten die Polen Sen-domir, Zamosk und am 28. Mai Lemberg, die Hauptst. Galiziens ; endlich nö-thigte Dombrowski durch seinen Übergang über die Bzura die Östreicher, am 2.Zuni Warschau zu räumen. Nun eroberte zwar der Erzherzog Galizien wieder;allein die Polen vereinigten sich mit dem heranrückenden russischen Hülfsheere, un-ter dein Fürsten Gallitzin, worauf PoniatowSki die Östreich"' aus Lemberg undSendomir vertrieb, Galizien für Isapolco» in Besitz nahm und am 15. Juli Kra-kau besetzte. Der Erzherzog zog sich nach Ungarn zurück, und der WaffenstillstandzuAnaimam 12. Juli machte dem Kriege ein Ende. Zudem Feldzuge 1815 über-nahm der Erzherzog den Heerbefehl über die östreichische Reserve, die 44,000 M.stark war, und ging mit 2 Abtheilungen derselben, am 26. Zuni, über den Rhein ,worauf General Eolloreto den feindlichen General Lecourbe zir-mg, sich nach Bel-fort zu werfen, Fürst Hohenzollern gegen Strasburg und der Erzherzog nach Lune-ville vori ückte. Damit endigte seine Theilnahme an diesem Feldzuge. Er gingzurück und erhielt 181k das Generalcommando in Ungarn . 20.
Ferdinand UI. (Joseph Johann Baptist), Großherzog von Toscana ,Bruder des Kaisers Franz I. , Erzherzog von Östreich !c., geb. den 6. Mai 1769,folgte als2. Sohn seinem Vater, deni Kaiser Leopold U., als Großherzog v. Tos-cana , den 2. Zuli 1790. DieserFürst, dessen Tharakter zugleich mild und fest war,regierte sein glückliches Land im Geiste seines Vaters. Als ein Freund des Friedensund der Künste beobachtete er eine strenge Neutralität in dem Kriege gegen Frank-reich und war der erste Souverain, der die franz. Republik (den 16. Zan. 1792)anerkannte und mit ihr in diplomatische Verbindung trat. Diese Politik mißfielden Hosen von St.-PeterSburg und von London , und die englische Regierungverlangte im Sept. 1793, der Großherzog solle den Gesandten der Republik fort-schicken und alle Handelsverbindungen mit Frankreich aufheben. Da dies nichtgeschah, so drohte der britische Gesandte, Lord Hervey , am 8. Oct. mir einemBombardement Livoi nos und einer Landung der Flotte, mit welcher Admiral Hoodvor jenem Hafen sich zeigte, wenn der Großherzog nicht binnen 12 Stunden sei-ner Neutralität entsagte. So mußte Toscana zu der Eoalition treten; indeß ver-mied Ferdinand jede gehässige Maßregel und gestattete z. B. nicht, daß man inseinem Staare falsche Assignaten verfertigte. Als in der Folge die franz. HeerePiemont besetzten, war Ferdinand der erste Souverain, welcher sich von derssoali-tion trennte. Er sandte den Grafen Earletti nach Paris , der daselbst den Frie-den am 9. Febr. 1795 abschloß. Allein die Engländer verletzten die von Frank-reich anerkannte Neutralität Toscanas , weßhalb Bonaparte im Zuni 1796 Li-vorno besehen und das englische Eigenthum wegnehmen ließ. Dagegen bemäch-tigte sich eine englische Flotte den 10. Zuli des Hafens Porto-Ferrajo auf Elba .Das franz. Directorium wollte hierauf Toscana mit CiSalpinien vereinigen; dochgelang es dem Großherzoze, durch den im Febr. 1797 von Manfredini mit demGeneral Bonaparte abgeschlossenen Tractat die Neutralität seines Landes wieder-herzustellen, worauf die Engländer Porto-Ferrajo, und die Franzosen Livorno räumten. Ferdinand zahlte an die franz. Regierung eine Summe Geldes undsandle einige Meisterwerke aus der storentiner Galerie, unter andern die Medi-ceische Venus, in das pariser Museum. Zndeß nöthigten ihn revolutionnaire Um-triebe, mehre Personen verhaften zu lassen und die fremden Aufwiegler zu verban-