Band 
Vierter Band. F bis G.
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Ferdusi

nen. Auch hier verfuhr er mit der größten Mäßigung; doch bald nöthigte ihndie politische Lage Italiens , sich dem wiener Hose zu nähern, wohin er den RitterManfredini sandte. Das franz. Directorium verlangte nun von ihm, im An-fange 1198, die bestimmte Erklärung, ob er mit oder gegen Frankreich sich ver-binden wolle? Als hierauf im Dec. die Truppen des Königs von Neapel Livorno besetzten, so gelang es dem Großherzog nur durch große Geldsummen, sie zum Ab-züge zu bewegen, worauf auch die franz. Truppen unter Serrurier Toscana wiederräumten. Gleichwol erklärte,Frankreich , da Östreich den Frieden von CampoFormio aufhob, nicht bloß an Östreich, sondern zugleich auch aus scheinbaren Ver-wänden an Toscana im März 1199 den Krieg und ließ das Großherzogthum be-sehen. Ferdinand begab sich jetzt nach Wien. In» Frieden zu Luneville 1801mußte er aus Toscana Verzicht leisten (s. Etrurien und Toscana) und er-hielt dafür, durch den Vertrag zu Paris am 26. Dcc. 1802, Salzburg als Kur-sürstenthum, nebst Berchtesgaden, 3 Bierkheile von Eichstedt und die Hülstevon Passau, deren Gesammteinkünfte aber nur die Hälfte derer von Toscana be-trugen. Allein schon im presburger Frieden 1805 mußte er seinen Kurstaat anÖstreich und Baiern abtreten; man gab ihm dafür Würzburg . Die dahin mitübertragene Kurwurde erlosch, nach seinem Beitritt zu dem Rheinbünde (am 25.Sept. 1801), und Ferdinand war jetzt Großherzog von Würzburg. Napoleon zeichnete diesen Fürsten bei mehren Gelegenheiten sehr aus. Er kündigte ihn so-gar den Polen im Juni 1812 als ihren künftigen König an. Allein der pariserFriede vom SO. Mai 1814 gab ihm sein Großherzogthum Toscana zurück, inFolge des Vertrags, den Joachim Murat's Commissaricn am 20. April mit denendes Erzherzogs abschlössen, und derCongreßzu Wien fügte zu Toscana noch hinzuden Stato tegli Presidj, den Theil von Elba , welchen bisher der König von Nea-pel besessen hatte, die Landes- und Lehnshoheit des Fürstenthums Piombino undeinige Enclaven. Auch wurden nach der zweiten Einnahme von Paris die dort-hin entführten Meisterwerke von Antiken und Gemälden der florentiner Galeriezurückgegeben. Noch einmal mußte der Großherzog seine Residenz verlassen, alsJoachim Murat 1815 Italien unabhängig mache» wollte und gegen Östreich zuFelde zog. Ferdinand begab sich nach Pisa und Livorno , kehlte aber, nachdemder östr. General GrafNugent die Neapolitaner am 10. April bei Pistoja geschla-gen hatte, schon den 20. April 1815 nach Florenz zurück. Nach dem pariserTractatc vom Juni 1811 wird künftig, nach der Erzherzogin Marie Louise vonParma Tode, auch Lucca an Toscana fallen, der Erzherzog Großherzog aber als-dann dem Herzoge von Reichstadt seine böhmischen Herrschaften überlassen. Fer-dinand verlor seine erste Gemahlin, eine neapolitanische Prinzessin, 1802, ver-mählte sich 1821 mit Marie von Sachsen, der ältern Schwester seiner Schwie-gertochter, und starb den 11. Juni 1824. Ihm folgte sei» einziger Sohn Leo-pold II., geb. den 3. Oct. 1191, verm. mit Maria Anna , Tochter des PrinzenMaximilian von Sachsen . 20.

Ferdu si (nach AndernFirdusee oder Firdousee, Ishak Ben Scherifsschah),der größte epische Dichter der Perser, blühte um das I. Chr. 1020. Er war zuThtis geboren. Die alte Geschichte Persiens reizte seine Wißbegierde, und als ersich mit ihr bekanntgemacht hatte, beschloß er, sie durch die Dichtkunst zu verherr-lichen. Einige Beschwerden anzubringen, wanderte er nach Gasne, wo SultanMahmud seinen Hof hielt, welcher Dichter und Gelehrte um sich versammelte.Er trat in den Garten des kaiserl. Palastes und fand in einer Laube den Dichterdes Kaisers, Anasari, mit zweien seiner Schüler, welche sich eben mit Verse-machen aus dem Stegreif unterhielten. F. näherte sich ihnen und mischte sichin ihre Unterhaltung. Anasari erstaunte, einen Fremdling in Bauernkleidung sogeistreich sich äußern zu hören, und setzt« das Gespräch nnt ihm fort. Er erfuhr